GMKtec EVO-X1 Pro im Test: Mini-PC mit AMD Ryzen AI 400 und 64 GB RAM ist bezahlbar schnell
Im GMKtec EVO-X1 Pro steckt AMD Ryzen AI 400 alias Gorgon Point. Der bringt großen und schnellen RAM mit, bleibt aber selbst mit SSD-Upgrade bezahlbar – China-Hardware macht es möglich. Die Leistung der modernen AMD-APU ist oft über jeden Zweifel erhaben und passt in fast jeder Alltagslage bereits im Balanced-Profil. Fast!
GMKtec EVO-X1 Pro AMD Ryzen AI 9 HX 470 MiNi PC heißt der kleine Computer offiziell. Er ist – zumindest theoretisch – ab 1.499,99 Euro verfügbar und bietet zu diesem Preis bereits 64 GByte RAM und eine 1-TByte-SSD. Für nur 50 Euro Aufpreis und damit 1.549,99 Euro gibt es 2 TByte SSD-Speicher. Günstiger dürfte man an zusätzlich 1 TByte SSD aktuell nicht kommen, weshalb der Griff zur größten Version eigentlich ein Muss ist.
Der GMKtec EVO-X1 im Detail
Der neueste Mini-PC in seiner etwas ausgefallenen Form basiert auf AMD Ryzen AI 400 alias Gorgon Point. Die Bezeichnung steht für den Refresh der Strix-Point-Prozessoren von AMD, die zuvor als AMD Ryzen AI 300 firmierten und es auch noch heute tun. Die technischen Details sind nahezu identisch, es handelt sich bei der Neuauflage Gorgon Point um einen kleinen Refresh des Vorgängerprodukts mit minimal höherem Takt bei CPU, GPU und auch NPU – die CPU-ID ist deshalb weiterhin STX1-B0 (Strix Point Version 1 im B0-Stepping). Die vier großen Zen-5-Kerne takten schlicht bis zu 5,2 GHz, die acht kleineren Zen-5c-Kerne arbeiten mit bis zu 3,3 GHz.
Für die Bildausgabe ist die AMD Radeon 890M in die APU integriert. Sie bietet 16 CUs der Generation RDNA 3.5 und wird nun auch neuestes FSR 4.1 unterstützen, nachdem AMD bei der vorherigen Absage der FSR-Unterstützung für die APUs im Sommer einen Shitstorm losgetreten hatte, der sie schnell zurückrudern ließ.
Wenn die iGPU nicht ausreicht, kann über OCuLink in der Front eine externe Grafikkarte zur Zusammenarbeit bewegt werden. Damit kann es schnell deutlich mehr Leistung geben, wenngleich stets bedacht werden muss, dass der OCuLink auf vier Lanes nach PCIe-4.0-Standard limitiert ist – übertreiben muss man also bei der externen Grafik nicht.
Beim Arbeitsspeicher entschied sich GMKtec für LPDDR5. AMD Gorgon Point unterstützt diverse Speicherarten von DDR5-SODIMM-5600 bis hinauf zu LPDDR5X-8533. Interessanterweise wählt GMKtec die Mischung aus beidem: LPDDR5, aber nur mit 6.400 MT/s, realisiert durch nur vier Speicherchips. Das könnte den Kosten geschuldet sein, denn hochgezüchteter LPDDR5X vor allem bei größeren Speicherchips ist extrem teuer und heiß begehrte Ware für beinahe jeden anderen Markt. Die verbauten 64 GByte wären als LPDDR5X-8533 vermutlich bereits fast so teuer wie das ganze System. Und so verbaut GMKtec niedriger getakteten LPDDR5-Speicher der chinesischen Firma Rayson, der von vielen Zulieferern einschließlich Micron kommen kann.
Im Inneren zu finden sind weitere Bausteine, die einen Mini-PC komplettieren. Dazu gehören die SSD (oder auch zwei) vom aufstrebenden chinesischen Hersteller YMTC und WiFi 7 von MediaTek; jeweils als wechselbare M.2-Stecklösung. Gut erkennbar sind auch die beiden verlöteten Intel-LAN-Chips auf dem Board.
An der Rückseite des PCs stehen die externen Schnittstellen bereit. Doppeltes LAN sticht heraus, neben HDMI gibt es auch einen DisplayPort. USB-C gibt es in Form eines vollwertigen 4.0-Ports nur in der Front, die restlichen vier Anschlüsse folgen älteren A-Standards.
| GMKtec EVO-X1 Pro AMD Ryzen AI 9 HX 470 MiNi PC | |
|---|---|
| Prozessor (CPU) | AMD Ryzen AI 9 HX 470, 12 Kerne / 24 Threads (4× Zen 5, 8× Zen 5c) Basistakt (Zen 5, Zen 5c): 2 GHz Max. Boost-Takt: Zen 5 bis zu 5,2 GHz; Zen 5c bis zu 3,3 GHz 12 MB L2-Cache / 24 MB L3-Cache |
| Grafik (GPU) | AMD Radeon 890M, 16 CUs, bis zu 3.100 MHz |
| NPU | Bis zu 55 TOPS |
| Arbeitsspeicher (RAM) | LPDDR5, 64 GB mit 6.400 MT/s |
| SSD | 2 × PCIe 4.0 x4, M.2-2280-SSD, max. 16 TByte 1 TB oder 2 TByte vorinstalliert |
| WiFi | WiFi 7 via RZ717 (Chip MT7925) + Bluetooth 5.4 |
| Frontanschlüsse | 2 × USB-A 3.2 (Gen2), 10 Gbps 1 × OCuLink, PCIe GEN4 x4 1 × USB4 Type-C, 40 Gbps 1 × 3,5-mm-Audioanschluss (CTIA) Power-Taste Reset-Taste |
| Rückanschlüsse | 2 × USB-A 3.2 (Gen2), 10 Gbps 1 × HDMI 2.1 (8K @ 60Hz) 1 × DisplayPort 2.1 (8K @ 60Hz) 1 × DC-IN-5525-Anschluss 2 × LAN (RJ45) 2,5 G (Intel I226-V) 1 × Kensington-Schloss |
| Netzteil | extern, DC IN 19 V, 6,32 A, 120 W |
| Gehäuseabmessungen | 107 × 111 × 63 mm |
| Gewicht | Ca. 590 g |
| Preis | ab 1.499 Euro |
UVP vs. Preis und Support
Etwas, das GMKtec mit den anderen asiatischen Mini-PC-Herstellern teilt, ist das Vorgehen beim Verkauf und beim Support. Die offizielle UVP muss man quasi nie zahlen. Selbst im eigenen Shop gibt es stets Rabattcodes, die den Preis senken.
Stichwort Support: Zwar gibt es ein Jahr Garantie und eine mögliche Reparatur nach Anfrage via E-Mail, aber beim Zurücksenden gilt es, wie auch bei einigen anderen Punkten, das Kleingedruckte zu lesen:
You have 7 days to return an item from the date you received it (confirmed by shipping tracking record). This policy applies only to items purchased directly from GMKtec Official Website.
For returns and refunds requested for reasons other than a product fault, including change-of-mind returns, a 15% repackaging / restocking fee will be deducted from the refund, regardless of whether the item has been opened or used.
GMKtec bietet auf der eigenen Website Treiber, eine Kurzanleitung und auch Windows für den EVO-X1 Pro zum Download an, jedoch noch nicht im klassischen Download-Bereich des Herstellers, dafür aber im globalen GMKtec Support Center. Die Zweiteilung hält bereits seit Monaten an. Das Problem daran ist, dass man als deutscher Kunde in der Regel nur den ersten Link findet, nicht aber den zweiten. Aktuelle Downloads bietet aber nur der zweite Link.
Dabei ist darauf zu achten, dass die Bezeichnung exakt stimmt, denn gern kommt es dabei auf der Website auch zu Ungereimtheiten (X1-PDFs linken zu T1 usw.). Mitunter gibt es dann überraschend vor allem auf der alternativen Übersichtsseite auch ein BIOS-Update zu finden. Und das Forum? Leider immer noch nicht da.
Und so besteht bei GMKtec in puncto Support Ende 2026 zusammengefasst weiterhin viel Spielraum für Verbesserungen.
Installation, Einrichtung und Alltagserfahrungen
Der GMKtec EVO-X1 Pro kommt trotz seiner kleinen Abmessungen in einem ziemlich voluminösen Karton in den Handel. Denn darin steckt unter anderem auch das Netzteil, das fast genauso groß ist wie der PC. Weitere Kabel und ein wenig Zubehör runden den Lieferumfang ab.
Angeschlossen und losgelegt, das funktioniert auch bei dem neuen PC von GMKtec. Da Windows 11 auf der SSD vorinstalliert ist, kann der Einsatz sofort beginnen. GMKtec weist erneut mit einem kleinen Aufkleber über den LAN-Anschlüssen darauf hin, dass man doch schneller in Windows ist, wenn man die Verbindung zum Internet erst später herstellt. Windows 11 möchte nämlich sofort viele Updates installieren, und das kann dauern. Ist das aber geschafft, ist das System einsatzbereit. Hand anlegen sollte man aber noch an den AMD-Grafiktreiber, der nur dem Stand Februar 2026 entspricht.
Keine Energieprofile oder Leistungsmodi in Windows
Viele Hersteller bieten bereits etwas an, GMKtec wiederum noch gar nicht: Die Rede ist von einem Programm, mit dem sich die Energieverwaltung des Systems oder der Lüfter einstellen lässt, wobei oft auch die entsprechende TDP des Prozessors beeinflusst wird. Die Voreinstellung lässt sich bei GMKtec jedoch nur im BIOS ändern, wenngleich bereits hier angemerkt werden muss, dass das Balanced-Profil sehr gut gelungen ist und vermutlich 99 Prozent der Kundschaft zufriedenstellen wird.
Natürlich haben wir die Probe aufs Exempel vollzogen und anstelle des 54-Watt-Profils auch das 65-Watt-Profil im BIOS ausgewählt. Doch außer einer deutlich höheren Lautstärke bringt es im Durchschnitt eigentlich nichts: 1.210 Punkte statt 1.178 Punkten in Cinebench fallen fast schon in den Bereich der normalen Schwankung.
AI-Anwendungen vorinstalliert
GMKtec will den kleinen Computer auch als AI-PC vermarkten. Deshalb werden zwei Anwendungen direkt vorinstalliert: Herdsman und GMKtec Claw. Herdsman ist ein kleines und durchaus bekanntes Tool einer „AI Local Inference Engine“ und hat dementsprechend auch eine Website.
Der AI-Assistent GMKtec Claw wiederum ist fest installiert und auch direkt auf dem Desktop hinterlegt. In der Liste der installierten Programme ist sie aber nicht zu finden, die vorausgewählte Sprache chinesisch wenig praktikabel und das Tool wirkt zudem veraltet. Das hinterlässt keinen guten Eindruck und macht die Anwendung eher suspekt. Zudem findet die Verteilung des Programms über die Website von GMKtec über Google Drive statt. Man sollte sich also lieber nach einer freien Alternative umsehen.
- Blender Benchmark (neu!)
- 3DMark Steel Nomad + X
- Cinebench 2026
- Apple M1 – M6