Intel Arc Pro B70 im Test: Preis-Leistung und Fazit

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Wolfgang Andermahr
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UVP und Preis-Leistung

Intel ruft für die Arc Pro B70 eine unverbindliche Preisempfehlung von 949 US-Dollar vor Steuern auf, die GeForce RTX 5070 Ti hat eine US-UVP von 749 US-Dollar, die GeForce RTX 5080 von 999 US-Dollar. Die Arc Pro B70 liegt also dazwischen.

Einen Euro-UVP gibt es wie von Intel gewohnt nicht. Im deutschen Online-Handel werden aktuell mindestens 1.200 Euro verlangt (Stand 1. Juli 2026). Die GeForce RTX 5080 ist ab 1.150 Euro zu haben, für gerade einmal 630 Euro bekommt man eine deutlich bessere Radeon RX 9070 XT und eine ebenso deutlich bessere GeForce RTX 5070 Ti kostet 889 Euro. Aus Spielersicht ergibt die Arc Pro B70 damit keinen Sinn.

Muss sie allerdings auch nicht, denn sie – um das ein letztes Mal zu erwähnen – adressiert auch nicht diesen Markt. Die Arc Pro B70 ist eine (KI-)Workstation-Grafikkarte und nicht die Arc B770 für Gamer.

Fazit

Was wäre gewesen, wenn Intel die technische Basis der Arc Pro B70 als Arc B770 für Gamer veröffentlicht hätte? Und warum hat Intel das nicht getan?

Die Benchmarks und weiteren Tests in diesem Artikel liefern die Antwort: Leistungstechnisch und wirtschaftlich wäre das für Intel ein ziemliches Himmelfahrtskommando gewesen. Die Battlemage-Architektur ist einfach nicht konkurrenzfähig im Vergleich zu Nvidias Blackwell und AMDs RDNA 4, nicht in Bezug auf die FPS und nicht in Bezug auf den Preis.

Die Intel Arc Pro B70 im Test
Die Intel Arc Pro B70 im Test

Die Arc Pro B70 kommt mit dem „Gaming-Treiber“ nämlich lediglich auf das Leistungsniveau einer GeForce RTX 5060 Ti (16 GB) oder Radeon RX 9060 XT (16 GB). In WQHD ist die Intel-Grafikkarte bei Rasterizer-Optik knapp letzte im Bunde, bei Raytracing-Optik liegt das Modell zwischen der GeForce und Radeon. In UWQHD liegt die Arc Pro B70 durchweg auf dem zweiten Platz hinter der Nvidia-, aber vor dem AMD-Produkt.

Intel benötigt dafür allerdings eine Chipfläche von 368 mm², Nvidia dagegen lediglich 181 mm² – das ist ziemlich genau die Hälfte. Selbst der Navi-48-Chip der deutlich schnelleren Radeon RX 9070 XT ist noch etwas kleiner.

Das zeigt, wie groß Intels Rückstand aus technischer Sicht ist und dass eine Arc B770 auch ohne jeglichen AI-, Speicher- und sonstige Engpässe zumindest wirtschaftlich für Intel für Gaming einfach keinen Sinn ergeben hätte. Vermutlich hat das Team selbst bis zum Schluss gehofft den Chip auch als Gaming-Grafikkarte bringen zu können, aber in dem Fall hat dann – trotz aktuell hoher Preise – die ökonomische Vernunft obsiegt.

Intel Arc Pro B70 (Rechts) und Intel Arc B580 (Links)
Intel Arc Pro B70 (Rechts) und Intel Arc B580 (Links)

Auch die Effizienz ist nicht die Beste: 230 Watt benötigt die Intel Arc Pro B70 für die Leistung, die Konkurrenz bei vergleichbarer Leistung gerade einmal etwas mehr als 160 Watt. Die Intel-Grafikkarte benötigt damit genauso viel elektrische Leistung wie die Radeon RX 9070, die wiederum 55 Prozent mehr FPS liefert.

Nach wie vor vorhanden ist zudem die hohe Leistungsaufnahme auf dem Windows-Desktop: 48 Watt fürs Nichtstun sind schon bemerkenswert. Das muss auch ohne spezielle BIOS-Einstellungen deutlich besser gehen. Dass Intels Referenzkühler laut ist und die Platine mit dem mit Abstand intensivsten Spulenrasseln zu kämpfen hat, das der Redakteur jemals gehört hat, ist für Interessenten der Arc Pro B70 sicherlich schlecht. Doch hier wäre ein potenzielles Gaming-Modell vermutlich deutlich besser aufgestellt gewesen.

Eine Arc B770 wäre also keine besonders gute Gaming-Grafikkarte geworden, zumal das Featureset in Form von XeSS aktuell auch AMDs FSR und vor allem Nvidias DLSS unterlegen ist.

Intel hätte entsprechend über den Preis gehen müssen, was in Verbindung mit der großen Chipfläche finanziell schwierig geworden wäre. Die Arc Pro B70 ist aber eben auch keine Gaming-Grafikkarte, sondern vielmehr ein AI-Gaming-Hybrid. Dort ist vor allem der 32 GB große VRAM von Vorteil, es passen komplexere neuronale Netzwerke in diesen hinein als bei den 16-GB-Grafikkarten.

AMD- oder Nvidia-Grafikkarten mit 32 GB Speicher kosten nochmal etwas mehr, wobei die Radeon AI Pro 9070 mit ebenso 32 GB Speicher mit 1.420 Euro „nur“ 200 Euro darüber liegt und zumindest in der Theorie mehr Rechenleistung aufweist. Hier hat Intel aber den Vorteil eines potenziell besseren Software-Paketes, wobei auch AMD in letzter Zeit mehr Ressourcen in dieses investiert hat. Ein einfacher Sieg für die Arc Pro B70 wird also auch dies nicht.

Alles in allem ist es zwar schade, aber vielleicht auch gut so, dass Intel die Arc B770 gestrichen hat. Es wäre einfach keine besonders gute Grafikkarte geworden. Intel hätte das über einen entsprechend geringen Preis zwar ausgleichen können, doch wäre dies wirtschaftlich aufgrund der doch deutlich größeren GPU als bei der Konkurrenz schwierig gewesen. Denn als Underdog hätte Intel die Kosten der GeForce RTX 5060 Ti und Radeon RX 9060 XT sogar noch unterbieten müssen, um einen Kaufanreiz zu schaffen. Das ist bei der doppelten Chipfläche kaum vorstellbar.

Meinung von Wolfgang Andermahr
Wolfgang Andermahr

Ich hätte gerne eine Arc B770 als Gaming-Grafikkarte getestet. Das aktuelle Gamer-Grafikkarten-Duopol mit AMD und Nvidia funktioniert einfach nicht im Sinne der Spieler. Doch nur weil ich es mir wünsche, wäre die Arc B770 wohl noch keine gute, oder gar den Markt aufwühlende Grafikkarte geworden.

Dafür ist die Leistung, gemessen am Sprung vom kleinen auf den großen Battlemage-Chip, viel zu niedrig. Intel hätte die Arc B770 komplett über den Preis attraktiv gestalten müssen, was bei doppelter Chipfläche kaum funktioniert hätte.

Technisch liegt Battlemage vermutlich mindestens zwei GPU-Generationen hinter Blackwell und RDNA 4 zurück. Und das auch nur, wenn es sich um zwei wirklich gelungene GPU-Generationen handelt. Ganz schön erschreckend ist der Rückstand. Vielleicht ist es also auch gut so, dass die Arc Pro B70 eine rein Semi-Profi-Grafikkarte ist. Alles andere wäre wohl ziemlich enttäuschend geworden.

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