HP EliteBoard G1a im Test: Leistungsaufnahme, Lautstärke, Akkulaufzeit und Fazit
3/3Leistungsaufnahme
Das HP EliteBoard G1a ist ein sparsamer kleiner Tastatur-PC. Im Leerlauf unter Windows 11 genehmigt sich das Modell laut Telemetriedaten (HWiNFO) für die CPU knapp drei Watt. Das Messen des Verbrauchs des Gesamtsystems an der Steckdose ist durch den verbauten Akku und vor dem Netzteil immer etwas ungenau, knapp unter 10 Watt waren im Leerlauf aber drin.
Unter voller Belastung darf der AMD Ryzen auf über 50 Watt in der Spitze hochgehen, pendelt sich nach kurzer Turbophase dann aber deutlich darunter ein. An der Steckdose stehen maximal 65 Watt, im Schnitt knapp 40 Watt zu Buche. Das 65-Watt-Netzteil, das zum Lieferumfang gehört, ist also gerade richtig bemessen worden.
In Bezug auf die Leistungsaufnahme respektive die Temperatur des SoC greift beim HP EliteBoard G1a mal wieder eine von AMDs kritischen Variablen, die zuletzt im Notebook und Mini-PC nicht so oft zu sehen war: STAPM.
Doch im EliteBoard G1a wird die Skin Temperature Aware Power Management nach der Anfangsphase mit ungezügeltem Turbo, in der das AMD Package Power Target (PPT) zu 100 Prozent gefahren wird, erreicht und limitiert dann die APU auf nur noch rund 75 Prozent des PPT (rund 25 Watt).
Damit erreicht STAPM aber genau das, wofür es gedacht worden ist: STAPM regelt die Leistung des Prozessors anhand der geschätzten Gehäusetemperatur. In der Tat wurde das HP EliteBoard G1a im Test nie unangenehm warm.
Lautstärke
Mit dem Wissen, wie sich das System unter Last verhält, überraschen auch die Messergebnisse zur Lautstärke nicht. Auf eine kurze Turbo-Phase mit erhöhter Lautstärke folgt ein Dauerbetrieb auf etwas leiserem Niveau, der dann auch die Regel ist. Die warme Luft wird dabei an der zum Bildschirm gewandten Rückseite der Tastatur ausgegeben.
Vor allem beim Anlaufen des Kühlsystems unter Volllast ist das System mit bis zu 39 dB(A) zu hören, da man bei einer Tastatur ja auch zwangsweise in geringem Abstand von rund einer halben Armlänge davor sitzt. Im Leerlauf und bei leichter Last ist das System aber nicht zu hören, wenngleich es keinen kompletten Fanstop gibt.
| Profil | Lautstärke, Temperatur und Stromverbrauch (nur CPU gesamt) | ||
|---|---|---|---|
| zum Start | Durchschnitt | am Ende | |
| Windows 11 im Leerlauf | |||
| Standardmodus (36*/42 W) | 28 dB(A) bei 44 °C und 3,4 Watt | ||
| Cinebench 2024 Multi-Core | |||
| Standardmodus (36*/42 W) | 39 dB(A) bei 97 °C und 46 Watt | 37 dB(A) bei 74 °C und 26 Watt | 36 dB(A) bei 73 °C und 25 Watt |
| 3DMark Steel Nomad Light | |||
| Standardmodus (36*/42 W) | 35 dB(A) bei 70 °C und 22 Watt | ||
| Windows-Power-Profil immer auf „Ausbalanciert“, Verbrauch laut Telemetrie (CPU only) * STAPM regelt im Dauerbetrieb auf 75 % PPT (rund 25 Watt) herunter |
|||
Um die Geräuschkulisse besser zu dokumentieren, haben wir sie aufgezeichnet. Die Aufnahme erfolgte mit 40 Zentimetern Abstand von vorn zur Tastatur aus dem Leerlauf in einen CPU-Volllast-Benchmark.
Akkulaufzeit
Akkulaufzeit bei einem Mini-PC? Das kann man doch gar nicht messen! Doch, beim EliteBoard G1a ist das möglich. Denn der mit 32 Wh überraschend große Akku erlaubt den Betrieb auch ohne ein Kabel und sorgt im Office-Betrieb für Stunden an Laufzeit. Bei der 4K-Videowiedergabe in YouTub verliert der PC deutlicher den Anschluss. HP selbst gibt 3,5 Stunden Akkulaufzeit an.
Da das System nicht ohne Display zu betreiben ist, stellt sich die Frage, wofür der Akku überhaupt gedacht ist, wenn es nicht vollständig autark mit einem kleinen, über die Tastatur versorgten USB-C-Monitor zum Einsatz kommt. Letztendlich fällt hier nur der Wechsel zwischen Arbeitsplätzen (am Arbeitsplatz, oder vom Arbeitsplatz ins Home Office) ein, der mit dem EliteBoard G1a dank Akku unterbrechungsfrei wie mit einem Notebook vollzogen werden kann.
Fazit
Das HP EliteBoard G1a bringt ein Konzept in den Markt, das zwar irgendwie offensichtlich erscheint, aber dann doch nicht war. Und so ist der Tastatur-PC mit integriertem Akku ein ziemlich einzigartiges Produkt in der westlichen PC-Welt. Warum in Zukunft nicht statt ein Notebook von A nach B mitzunehmen „nur“ die Tastatur? Und neu hochfahren muss man das System am Zielort dennoch nicht. Das EliteBoard G1a kommt dazu passend in einem schicken Segeltuch als Tasche zum Kunden und kann so problemlos im Rucksack verstaut werden.
Die verbaute AMD-Ryzen-Plattform sorgt für soliden Vortrieb im Office-Alltag. Der PC ist auf eine Balance zwischen Leistung und Wärme plus Lautstärke eingestellt, im Test hat das überzeugt. Bei höherer Last wird der Lüfter in der Tastatur hörbar und die Tasten auch etwas wärmer, aber nie so stark, dass es stören würde.
„Next Gen-KI-PC“ nennt HP das System, das ist wie üblich in diesen Marktsegmenten aber ziemlich übertrieben. Ja, es gehen gewisse KI-Aufgaben mit dem PC – aber eigentlich nur solche, die auch mit jedem anderen PC funktionieren. Sobald die Anforderungen nämlich auch nur ein ganz wenig über absolut rudimentär hinausgehen, geht dem System auch schon die Puste aus.
Am Ende ist das HP EliteBoard G1a nicht nur eine interessante Idee, sondern auch eine gut umgesetzte, teilt sich aber mit jeder anderen PC-Hardware das Problem der Zeit: den sehr hohen Preis.
Die Testkonfiguration kostet so stattliche 2.149 Euro (UVP), die kleinste Variante startet immerhin ab 1.299 Euro – dann gibt es aber auch nur vier Kerne und die halbierte Menge RAM und SSD. Und so wird es die interessante Lösung am Ende vermutlich ziemlich schwer haben in einer Nische zwischen klassischen Desktop- und Mini-PCs einerseits und wirklich mobil nutzbaren Notebooks anderseits.
- Kompakte Tastatur als Komplett-PC
- Moderne AMD-APU mit acht Kernen
- Integrierte Grafik und NPU
- Im Alltag nur leises Lüftergeräusch
- RAM und SSD aufrüstbar
- Zwei Mal USB-C evtl. zu knapp
- Nur eingeschränkt ein „KI-PC“
- Nur ein SO-DIMM-Riegel verbaut
ComputerBase wurde das EliteBoard G1a von HP leihweise zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme der Hersteller auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
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