Zotac Zbox Magnus One im Test: Leistung, Benchmarks und Lautstärke

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Update Jan-Frederik Timm
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Testsystem und Testmethodik

ComputerBase hat die Zbox Magnus One mit einem aktuellen Windows 10 20H2 und dem Nvidia GeForce 461.51 getestet. Es kamen die aus dem CPU-Testparcours bekannten Anwendungen und die erst kürzlich bei den GeForce RTX 3000 Laptop GPUs (Test) genutzten Spiele zum Einsatz. Zotac bietet für die Zbox keine Software-Suite an, verschiedene Leistungsprofile gibt es nicht.

CPU-Leistung: Core i7-10700 bei 65 Watt

Intel hat den Core i7-10700 mit einer TDP von 65 Watt (PL1) definiert und erlaubt für maximal 56 Sekunden bis zu 225 Watt – vorausgesetzt, der gewichtete rollierende Mittelwert der Leistungsaufnahme hat die 65 Watt noch nicht erreicht. Wie in derart kompakten Systemen üblich, weicht Zotac diese Vorgaben nicht auf. Im Gegenteil: Bereits nach weniger als 20 Sekunden wird der Prozessor im Blender Benchmark von maximal rund 180 Watt Package-Power auf dauerhaft 65 Watt eingebremst. Der durchschnittliche Takt auf allen acht Kernen fällt infolgedessen von rund 4,5 auf etwas über 3,0 GHz. Mit Verbrauch und Takt sinkt auch die Leistung – das Kühlsystem profitiert davon: Nach anfänglich hoher Geräuschkulisse bei fast 85 °C fängt sich die CPU mit konstant 65 Watt bei rund 65 °C und der Rechner agiert sehr leise.

Blender
CPU-Package-Power unter Volllast (Blender)
04080120160200Watt (W) 150100150200250300350400450500550600650

Je nachdem, wie lange ein Benchmark läuft, trifft es den Core i7-10700 in der Zotac Zbox Magnus One im Vergleich zu nicht auf PL1 (entspricht der TDP) eingebremsten Comet-Lake-S-Prozessoren mal mehr, mal weniger hart. Im Schnitt über die Multi-Core-Benchmarks erreicht die CPU mit acht Kernen das Niveau eines Core i5-10600K mit sechs Kernen.

Diagramme
Performancerating für Anwendungen (Multi-Core)
    • AMD Ryzen 9 5950X
      55
    • AMD Ryzen 9 3950X
      48
    • AMD Ryzen 9 5900X
      46
    • Intel Core i9-10980XE
      45
    • AMD Ryzen 9 3900X
      38
    • Intel Core i9-10900K
      35
    • Intel Core i9-10850K
      34
    • AMD Ryzen 7 5800X
      33
    • Intel Core i7-10700K
      28
    • AMD Ryzen 7 3800X
      28
    • AMD Ryzen 7 5800H
      27
    • Intel Core i9-9900K
      27
    • AMD Ryzen 7 3700X
      27
    • AMD Ryzen 9 5980HS
      27
    • AMD Ryzen 5 5600X
      26
    • AMD Ryzen 7 2700X
      23
    • AMD Ryzen 9 4900HS
      23
    • AMD Ryzen 5 3600X
      21
    • Intel Core i7-10700 (65/225 W LT)
      21
    • Intel Core i5-10600K
      20
    • AMD Ryzen 5 4650G Pro
      20
    • Intel Core i5-10400F
      18
    • AMD Ryzen 5 2600X
      18
    • AMD Ryzen 3 3300X
      15
    • AMD Ryzen 5 3400G
      11
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel

Keinen Einfluss hat die TDP-Limitierung auf die Single-Core-Leistung, denn hier reichen 65 Watt immer für den maximal möglichen Turbo aus. Ganz so aggressiv wie auf dem Desktop-Testsystem agiert er in der Zbox Magnus One allerdings nicht, denn der auf dem Papier mit maximal 4,8 GHz identisch schnelle Core i5-10600K ist 3 Prozent schneller.

Diagramme
Performancerating für Anwendungen (Single-Core)
    • AMD Ryzen 9 5950X
      481
    • AMD Ryzen 9 5900X
      475
    • AMD Ryzen 7 5800X
      471
    • AMD Ryzen 5 5600X
      449
    • AMD Ryzen 9 5980HS
      444
    • AMD Ryzen 7 5800H
      419
    • Intel Core i9-10900K
      409
    • Intel Core i9-10850K
      408
    • Intel Core i7-10700K
      400
    • Intel Core i9-9900K
      392
    • AMD Ryzen 9 3950X
      387
    • Intel Core i5-10600K
      380
    • AMD Ryzen 9 3900X
      379
    • AMD Ryzen 7 3800X
      371
    • Intel Core i9-10980XE
      369
    • Intel Core i7-10700 (65/225 W LT)
      366
    • AMD Ryzen 7 3700X
      366
    • AMD Ryzen 3 3300X
      366
    • AMD Ryzen 5 3600X
      364
    • AMD Ryzen 9 4900HS
      360
    • AMD Ryzen 5 4650G Pro
      354
    • Intel Core i5-10400F
      338
    • AMD Ryzen 7 2700X
      316
    • AMD Ryzen 5 2600X
      310
    • AMD Ryzen 5 3400G
      303
Einheit: Punkte, Geometrisches Mittel

In Summe liefert die Zbox Magnus One mit Intels Core i7-10700 letztendlich die Leistung, die von einem derart kompakten OEM-System zu erwarten war. Die Performance, die ein Core i7-10700 mit dauerhaft erlaubtem PL2 auf vielen Desktop-Mainboards zeigen würde, liefert der Prozessor in Zotacs System nicht. Auch Corsair limitiert im Corsair One Intel-CPUs auf die offizielle TDP, was Desktop-Mainboards in der Regel nicht tun.

GPU-Leistung: GeForce RTX 3070 bei 220 Watt

Die im System verbaute Zotac Gaming GeForce RTX 3070 Twin Edge OC bietet die auch vom Desktop-PC bekannten Limits: Mit 220 Watt Gesamtverbrauch hält sich das Modell an Nvidias Referenzvorgaben, einen Unterschied könnte hier am Ende nur die GPU-Temperatur infolge einer schlechten Gehäusebelüftung und damit GPU-Kühlung machen.

Doch die Messwerte zeigen, dass die Grafikkarte auch unter Dauerlast kein Problem damit hat, die maximal gestatteten 220 Watt auszunutzen. Der Takt liegt mit knapp 1.900 MHz (Shadow of the Tromb Raider, UHD) auf dem zu erwartenden Niveau.

UHD, SotTR
GPU-Power (UHD, SotTR)
060120180240300Watt (W) 1501001502002503003504004505005506006507007508008509009501.0001.0501.1001.1501.200Sekunden

Ist die GPU der Flaschenhals im System, erreicht die Zbox Magnus One dann auch das FPS-Niveau einer GeForce RTX 3070 Founders Edition im – inzwischen alten – ComputerBase-Testsystem mit Ryzen 9 3900 XT. Richtet sich der Blick auf die Frametimes, liegt die Zbox hingegen auch in Ultra HD um 10 Prozent zurück. Den Unterschied macht hier am Ende die CPU.

Diagramme
Leistungsrating Ultra HD (FPS)
    • Nvidia GeForce RTX 3090
      116
    • AMD Radeon RX 6900 XT
      109
    • Nvidia GeForce RTX 3080 FE
      105
    • AMD Radeon RX 6800 XT
      101
    • AMD Radeon RX 6800
      87
    • Nvidia GeForce RTX 3070 FE
      78
    • Magnus One
      77
    • RTX 3080 Laptop 105 W, 10870H
      56
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      56
    • AMD Radeon RX 5700 XT
      54
    • RTX 3070 Laptop 105 W, 10870H
      51
    • RTX 3060 Laptop 130 W, 5800H
      48
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      41
    • Nvidia GeForce RTX 3060 Ti FE
      0
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel

In Full HD zeigt sich der leichte „Nachteil“ der Zbox Magnus One infolge der CPU-Wahl gegenüber einem ausgewachsenen Ryzen-3000-Gaming-PC dann bereits bei den FPS. Bei den Frametimes steigt der Vorsprung des Vergleichssystems auf 15 Prozent an.

Diagramme
Leistungsrating Full HD (FPS)
    • AMD Radeon RX 6900 XT
      215
    • Nvidia GeForce RTX 3090
      210
    • AMD Radeon RX 6800 XT
      206
    • Nvidia GeForce RTX 3080 FE
      204
    • AMD Radeon RX 6800
      183
    • Nvidia GeForce RTX 3070 FE
      180
    • Magnus One
      165
    • Nvidia GeForce RTX 3060 Ti FE
      162
    • AMD Radeon RX 5700 XT
      129
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      127
    • RTX 3080 Laptop 105 W, 10870H
      121
    • RTX 3060 Laptop 130 W, 5800H
      119
    • RTX 3070 Laptop 105 W, 10870H
      116
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      100
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel

Am deutlichsten macht sich der Einfluss der auf 65 Watt gebremsten und daher niedriger taktenden 8-Kern-CPU in Cyberpunk 2077 unter Verwendung von Raytracing und DLSS bemerkbar. In diesem Fall kam im Vergleichs-PC allerdings die derzeit schnellste Gaming-CPU, der Ryzen 9 5950X, zum Einsatz. 17 Prozent bei den FPS und 43 Prozent bei den Frametimes ist der Desktop-PC mit GeForce RTX 3070 FE der Zbox hier voraus.

Cyberpunk 2077
Cyberpunk 2077 – 1.920 × 1.080 (FPS)
  • FPS, Durchschnitt:
    • Nvidia GeForce RTX 3090
      109,5
    • Nvidia GeForce RTX 3080 FE
      104,0
    • AMD Radeon RX 6900 XT
      102,8
    • AMD Radeon RX 6800 XT
      95,5
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      86,2
    • Nvidia GeForce RTX 3070 FE
      83,6
    • AMD Radeon RX 6800
      80,0
    • Magnus One
      78,8
    • Nvidia RTX 2080 Super FE
      74,3
    • Nvidia GeForce RTX 3060 Ti FE
      73,7
    • Nvidia RTX 2070 Super FE
      65,7
    • Nvidia RTX 2060 Super FE
      56,7
    • RTX 3080 Max-Q 105 W, 10870H
      55,8
    • AMD Radeon RX 5700 XT
      55,3
    • RTX 3070 Max-Q 105 W, 10870H
      53,9
    • RTX 3060 Laptop 130 W, 5800H
      51,8
    • Nvidia GeForce RTX 2060 FE
      49,8
    • Nvidia GeForce GTX 1660 Super
      39,3
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Diesen Einschnitt in die Leistungsfähigkeit gegenüber ausgewachsenen Tower-PCs müssen Anwender, die auf den winzigen Fußabdruck der Zbox Magnus One bei gleichzeitig vertretbar lauter Kühlung schielen, letztendlich in Kauf nehmen. Ein Core i7-10700 ist beim Betrieb bei offizieller TDP eben keine High-End-Gaming-CPU mehr.

Lautstärke und Temperaturen

Dass es durchaus sinnvoll ist, die CPU in der Zbox Magnus One nicht frei aufdrehen zu lassen, zeigt der Blick auf die Lautstärke und die Temperaturen. Wird die CPU in Blender beim Rendern gefordert, drehen die Lüfter zu Anfang, wenn rund 180 Watt Package-Power anliegen, laut auf, weil auch die CPU-Temperatur sprunghaft auf fast 80 °C steigt.

Zotac Zbox Magnus One: Lautstärke CPU-Last (Blender)

Wird die CPU dann auf 65 Watt gebremst, sinken die Geräuschemissionen deutlich – und die Temperatur tut es auch: 65 °C sind es dann.

CPU-Temperatur Volllast (Blender)
020406080°C 150100150200250300350400450500550600650

In Spielen bleibt das System nicht ganz so ruhig, wobei in diesem Fall weniger die Gehäuselüfter als vielmehr die beiden Lüfter auf der Grafikkarte die Lautstärke steigen lassen: Etwas über 2.400 U/min liegen hier an. Die Drehzahl des CPU-Lüfters und der Gehäuseventilatoren lässt sich leider nicht auslesen.

UHD, SotTR
GPU-Temperatur (UHD, SotTR)
020406080 1501001502002503003504004505005506006507007508008509009501.0001.0501.1001.1501.200Sekunden

Im Vergleich zum von ComputerBase bereits wiederholt getesteten kompakten PC Corsair One mit 12 l, Doppel-AIO und 140-mm-Lüfter im Deckel kann sich die gemessene Lautstärke am Ende sehen lassen. Das System von Zotac mit 65 (CPU) + 220 (GPU) Watt TDP ist zwar lauter als das noch etwas mehr elektrische Leistung aufnehmende von Corsair (95 + 250 Watt), aber immer noch als vertretbar laut zu bezeichnen.

Zotac Zbox Magnus One: Lautstärke GPU-Last (SotTR)

Eine PlayStation 5 (39 Dezibel) und insbesondere eine Xbox Series X (31 Dezibel) sind hingegen leiser als alle PC-Systeme im Vergleich. Nervig ist auch das Lüfterrauschen der Zotac Zbox Magnus One in Anbetracht der Leistung am Ende aber nicht.

Szenario Links Front Rechts Oben
Zotac Magnus One (2020)
Leerlauf Windows 32 dB 32 dB 32 dB 33 dB
60 Minuten Prime95 34 dB 33 dB 35 dB 34 dB
60 Minuten Anno 2205 46 dB 42 dB 43 dB 45 dB
Corsair One a100 (2020)
Leerlauf Windows (HDD aus) < 30 dB < 30 dB < 30 dB < 30 dB
Leerlauf Windows (HDD an) 31 dB 30 dB 32 dB 32 dB
60 Minuten Prime95 33 dB 34 dB 37 dB 36 dB
60 Minuten Anno 2205 43 dB 41 dB 43 dB 43 dB
Corsair One i160 (2019)
Leerlauf Windows (HDD aus) < 30 dB < 30 dB < 30 dB < 30 dB
60 Minuten Prime95 31 dB 31 dB 33 dB 35 dB
60 Minuten Anno 2205 39 dB 38 dB 41 dB 42 dB
Corsair One Elite (2018)
Leerlauf Windows (HDD aus) 31 dB < 30 dB < 30 dB < 30 dB
60 Minuten Prime95 33 dB 33 dB 33 dB 35 dB
60 Minuten Anno 2205 42 dB 40 dB 41 dB 42 dB
Corsair One Pro (2017)
Leerlauf Windows (HDD aus) 33 dB < 30 dB < 30 dB < 30 dB
60 Minuten Prime95 36 dB 33 dB 33 dB 35 dB
60 Minuten Anno 2205 45 dB 41 dB 41 dB 44 dB
Alle Messungen orthogonal zur Oberfläche, 40 cm Abstand

Das trifft viel eher auf das Spulenrasseln der eingesetzten GeForce RTX 3070 zu, das sich auch auf das Gehäuse übertragen kann, wenn Deckel, Seitenwände und Chassis – die untereinander ein, zwei Millimeter Spiel haben – „falsch“ zueinander stehen. Das erste Mal wurde ein Spiel im Test noch bei geöffnetem Gehäuse ohne Deckel gestartet, was bis dato ungeahnt laute elektronische Störgeräusche hervorrief. War das Muster defekt? Mitnichten.

Im geschlossenen Zustand stellte sich das von der neuen Generation bekannte Niveau ein, wenngleich es aus dem löchrigen Gehäuse der Zbox Magnus One wahrnehmbarer hervorschallt, solange die Lüfter noch nicht mit 2.400 U/min laufen – dann ist das Spulenrasseln in der Regel nicht mehr isoliert wahrnehmbar. Dabei macht es allerdings durchaus einen Unterschied, wie Deckel und Seitenteile zueinander stehen. Schon ein leichter Druck auf den Deckel oder etwas Rütteln kann die Störgeräusche weiter minimieren oder verstärken.

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