AMD Ryzen 9 9950X3D2 Dual Edition im Test: Leistungsaufnahme, Temperatur und Effizienz
4/5Leistungsaufnahme in Anwendungen
Beim Software-Encoding in Handbrake kommt der 9950X3D2 an ein Limit, das früher greift als 270 Watt PTT: TDC (Thermal Design Current, die maximal erlaubte Stromstärke). Denn AMDs Prozessoren bieten mehrere limitierende Variablen.
In Handbrake greift TDC vor PTT, der Maximalverbauch steigt deshalb nicht über 250 Watt. Bei Cinebench wird hingegen problemlos die 260-Watt-Marke übertroffen.
PPT ist bei AMD seit Ryzen die eigentliche Verbrauchs-Obergrenze, der TDP-Grenzwert ist nur auf dem Papier existent und wird immer übertroffen, es sei denn, die Kühlung ist wirklich schlecht. Vergleichbar ist das mit den aktuellen Profilen von Intel, die dauerhaft PL2 (MTP = Multi Core Turbo Power) fahren und damit ebenfalls oberhalb der TDP agieren.
Im Leerlauf unter Windows 11 verhält sich ein Ryzen wie ein Ryzen. Die Chiplet-Architektur mit drei Dies verhindert hier seit Jahren geringere Werte, erst ab der kommenden Generation könnte sich das durch einen stark veränderten Aufbau in Richtung Strix Halo respektive Venice ändern.
Leistungsaufnahme in Spielen (CPU-Limit)
Bei der Leistungsaufnahme in Spielen konnten zuletzt Intels neue Prozessoren Punkte sammeln. Der 9950X3D2 Dual geht hier erwartungsgemäß nicht in die richtige, sondern in die falsche Richtung: Fast 50 Prozent mehr Verbrauch für die gleiche Gaming-Leistung wie ein 9800X3D stehen zu Protokoll. Nur Intel Raptor Lake ist noch schlechter.
Effizientes Gaming ist hier kein Thema mehr
X3D stand einmal für die höchste Effizienz beim Spielen. Doch davon hat sich AMD zuletzt stetig etwas weiter verabschiedet, der 9950X3D2 ist nun die neue Spitze des negativen Eisbergs. Mit 145 Watt im Durchschnitt hält die gebotene Leistung nur bedingt mit, weshalb am Ende der vorletzte Platz vor den in dieser Disziplin unrühmlichen alten Intel Core herausspringt. Ryzen 7 und Core Ultra 7 markieren hier die neuesten und besten Genre-Vertreter in der Frage nach der Effizienz in Spielen.
Temperaturen unter Volllast
Dass bei bis zu 270 Watt Verbrauch auch die Temperatur sehr hoch sind, ist vorab bereits zu erwarten gewesen. Und in der Tat: 98 Grad Celsius markieren ebenfalls einen neuen „Bestwert“ bei modernen AMD-CPUs, selbst der seinerzeit als Hitzkopf bezeichnete 5800X3D mit vollem Verbrauch auf nur einem Chiplet mit „isolierendem“ X3D-Cache ist locker zehn Grad kühler unterwegs.