Antigravity A1: Klassischer Controller sorgt für präzisere 360-Grad-Flüge

Frank Hüber
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Antigravity A1: Klassischer Controller sorgt für präzisere 360-Grad-Flüge

Die 360-Grad-Drohne Antigravity A1 mit Brille (Test) erhält einen klassischen Remote Controller. Er bringt die klassische Steuerung über physische Joysticks auf die A1, so dass man die Drohne präziser und direkter steuern kann – wie ComputerBase vorab testen konnte.

Direktere, schnellere Steuerung

Durch den Remote Controller mit klassischem Dual-Stick-Layout hat man eine direktere Reaktion der Drohne bei Richtungswechseln und eine schnellere Reaktion. Dadurch wird die Steuerung insgesamt präziser und man kann die Flugrichtung und die Flughöhe insbesondere bei der – eigentlich nicht vorgesehenen – Steuerung auf Sicht im Nahbereich besser kontrollieren, was schnellere und gewagtere Flugmanöver ermöglicht.

Der neue Remote Controller für die Antigravity A1 im Einsatz
Der neue Remote Controller für die Antigravity A1 im Einsatz

Die neue Fernsteuerung kann den Grip Motion Controller ersetzen und ist als alternative Steuerungsmethode gedacht. Die Vision Goggles bleiben davon unberührt und werden auch in Verbindung mit der neuen Fernsteuerung genutzt, um durch sie den Blick der Kameras der Drohne vor Augen zu haben. Während der Grip Motion Controller insbesondere für Anfänger einen möglichst einfachen Einstieg mit einer kurzen Eingewöhnungszeit bieten soll, ist der neue Remote Controller eher für fortgeschrittene Nutzer gedacht, die eine genauere Kontrolle über die Kamerabewegung möchten. Während beim Grip Motion Controller also das Flugerlebnis der 360-Grad-Drohne im Fokus steht, ist es beim Remote Controller die präzisere Steuerung.

Gute Verarbeitung und aufgeräumte Vorderseite
Gute Verarbeitung und aufgeräumte Vorderseite

Denn im Gegensatz zum Grip Motion Controller, der lediglich den Vorwärtsflug sowie den Auf- und Abstieg unterstützt, ermöglicht die Fernsteuerung über die Sticks die Kontrolle über Flugrichtung und Fluglage im dreidimensionalen Raum, also oben/unten, vorwärts/rückwärts sowie links/rechts. Durch die Steuerung über zwei Sticks lassen sich Bewegungen der Drohne oder der Kamera kombinieren, die allein mit dem Grip Motion Controller nicht möglich sind.

Der neue Remote Controller für die Antigravity A1 im Einsatz
Der neue Remote Controller für die Antigravity A1 im Einsatz

Die Tasten des neuen Remote Controllers

Neben den analogen Thumb-Sticks, deren Sticks bei Auslieferung an der Rückseite des Controllers eingefasst sind und zunächst aufgeschraubt werden müssen, bietet die Fernsteuerung an der Oberseite einen Schalter zum Wechseln des Flugmodus (Cine, Normal und Sport), Status-LEDs, die die Verbindung und den Akkustand anzeigen, die Power-Taste, die rote RTH-Taste und eine Halterung für Lanyards, um den Controller umhängen zu können. Über den linken Stick wird das Steigen und Sinken der Drohne und ihre horizontale Drehung geregelt, über den rechten vor- und zurück sowie nach rechts und links geflogen, ohne die Ausrichtung zu ändern.

Die Joysticks stecken hinten im Controller
Die Joysticks stecken hinten im Controller
Die Joysticks muss man vorne auf die Metallgewinde aufschrauben
Die Joysticks muss man vorne auf die Metallgewinde aufschrauben
Gute Verarbeitung und aufgeräumte Vorderseite
Gute Verarbeitung und aufgeräumte Vorderseite

Über die rechte, obere Schultertaste können Fotos, über die linke Videos aufgenommen werden. Das Drehrad rechts dient zur Neigung der Kamera und zum Zurücksetzen des Sichtfeldes. Zudem kann mit ihm in Menüs gescrollt werden. Die untere Schultertaste links öffnet hingegen das Menü. Die beiden Tasten an der Unterseite des Controllers, C1 und C2, können individuell mit einer häufig genutzten Funktion beim Doppeltippen belegt werden. Dies kann beispielsweise die See-Through-Funktion der Brille, Ansicht der Karte, das Landelicht oder das Landegestell oder die Ansicht des virtuellen Cockpits betreffen.

Fünf Tasten und ein Drehrad an der Rückseite des Remote Controller
Fünf Tasten und ein Drehrad an der Rückseite des Remote Controller
Drei Schultertasten und ein Drehrad für Fotos, Video, Menü und Kamera
Drei Schultertasten und ein Drehrad für Fotos, Video, Menü und Kamera

Um den Remote Controller nutzen zu können, müssen die Vision Goggles in den Kopplungsmodus versetzt werden, wofür an ihnen die Home-Taste und an der Fernsteuerung der Ein-/Ausschalter gedrückt gehalten werden müssen. Beide Geräte verbinden sich in direkter Nähe daraufhin automatisch miteinander.

Über die rote Taste links auf dem Remote Controller werden die Rotoren der A1 gestartet. Hält man in diesem Ruhezustand die rote Taste zwei Sekunden gedrückt, steigt die Drohne auf 1,2 Meter auf und schwebt – wie man es vom Grip Controller kennt. Die rote Taste dient während des Flugs als Notbremse und initiiert beim Gedrückthalten das Zurückkehren zur Startposition (Return to Home).

Freie oder feste Sicht mit Fernsteuerung

Mit dem Remote Controller kann man zwischen einer freien Rundumsicht (Free View) und einer festen Sicht (Fixed View) wählen. Bei der freien Rundumsicht folgt das Bild in der Videobrille den eigenen Kopfbewegungen, ohne dass sich dies auf die Flugrichtung der Drohne auswirkt. Sicht und Ausrichtung beziehungsweise Flugrichtung der Drohne sind entkoppelt.

Der neue Remote Controller für die Antigravity A1 im Einsatz
Der neue Remote Controller für die Antigravity A1 im Einsatz

Bei der festen Sicht zeigt das Bild in der Brille hingegen immer in die Flugrichtung der Drohne. Das Bewegen des Kopfes ändert nicht das Bild der Kameras und auch nicht die Flugrichtung der Drohne. Dies erleichtert die Kontrolle der Flugbahn und Bildausrichtung während des Fluges und macht eine präzisere Steuerung möglich, ist also dann die richtige Wahl, wenn man möglichst genau eine Flugroute oder Manöver abfliegen möchte. Über die freie Sicht hat man hingegen weiterhin die Möglichkeit, die mit dem Grip Motion Controller mögliche hohe Immersion zu erzielen, was sich besonders beim Erkunden der Landschaft anbietet.

Fixed View mit dem Remote Controller der A1 (Bild: Antigravity)
Free View mit dem Remote Controller der A1 (Bild: Antigravity)

Der Remote Controller liegt gut in der Hand und die Thumbsticks ermöglichen eine gute Kontrolle über die Drohne. Allerdings benötigt es tatsächlich deutlich mehr Eingewöhnung als mit dem Grip Motion Controller, allein aufgrund der Anzahl und wieder neuen Position der Tasten. Anfänglich will man deshalb immer wieder unter der Brille hervorgucken, um noch mal schnell einen Blick auf den Controller zu werfen, weil neben dem haptischen Feedback die optische Bestätigung fehlt, dass es sich bei der erfühlten Taste um die richtige Wahl handelt. Belegt man die hinteren Tasten noch individuell, wird es nicht einfacher. Für Anfänger ist der Grip Motion Controller deshalb weiterhin die bessere Wahl.

Der Remote Controller wird per USB-C geladen
Der Remote Controller wird per USB-C geladen
Antigravity Remote Controller
Antigravity Remote Controller
Antigravity Remote Controller
Antigravity Remote Controller
Antigravity Remote Controller
Antigravity Remote Controller

Der Controller wiegt 256 Gramm und misst circa 152 × 117 × 65 mm. Der über USB-C aufladbare Akku mit 3.400 mAh hält knapp 5 Stunden, bevor er wieder geladen werden muss – im Zweifel also deutlich länger als gleich mehrere Akkupacks der Drohne. Allerdings dauert das vollständige Aufladen des Controllers auch etwas über zwei Stunden.

Der neue Remote Controller für die Antigravity A1 im Einsatz

Preis und Verfügbarkeit

Wer bereits eine Antigravity A1 besitzt, kann den Remote Controller einzeln erwerben. Der neue Controller allein kostet 75 Euro. Ein angesichts der Leistung und Qualität fairer Preis.

Alternativ bietet Antigravity die A1 nun auch im Bundle ohne Grip Motion Controller direkt mit dem Remote Controller an. Das Set besteht dann aus A1-Drohne, Vision Goggles, Remote Controller, drei High-Capacity-Akkus, dem Lade-Hub, Quick Reader, acht Ersatzpropellern und einer Tasche und ist zusätzlich zum Bundle mit Grip-Motion-Controller erhältlich.

Wir haben den Remote Controller leihweise unter NDA von Antigravity zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.

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