Die ganz großen Hardware-Veränderungen an der Kamera bleiben dieses Jahr aus, auch wenn Apple selbst das mit der Einführung einer variablen Blende vermutlich anders sieht: „Die neue 48 MP Fusion Hauptkamera mit variabler Blende ist die fortschrittlichste Kamera, die Apple je entwickelt hat“, hieß es vom Unternehmen zur Ankündigung. Das ist dann allerdings auch schon die einzige auf Anhieb erkennbare Anpassung gegenüber dem iPhone 17 Pro (Max). Apple erklärt aber ergänzend, dass es sich auch um einen neuen Sensor handele, der die Bildqualität verbessere. Außerdem mache die Hauptkamera aufgrund einer neuen Computational-Imaging-Pipeline schärfere und detailliertere Aufnahmen.
Die Triple-Kamera hat Apple weitgehend übernommen
Neuheiten sind iPhone 18 Pro vorbehalten
Weiteren Neuheiten und Veränderungen finden rein über die Software statt, was für Apple allerdings kein Grund ist, die „Fotografischen Stile 3“ mit neuen Optionen für Textur und Körnung mit dem Update auf iOS 27 auf älteren iPhones anzubieten.
Kamera-App erhält erstmals Pro Controls
Das gilt darüber hinaus auch für die neuen „Pro Controls“, die Einstellungen für Objektiv-Blende, Verschlusszeit, Weißabgleich und Anzeige des Histogramms in die Kamera-App bringen. Auf einem iPhone 17 Pro Max stehen diese Optionen nach dem Update auf iOS 27.0.1 nicht zur Verfügung. Einen vollständig „Pro Mode“ bietet jedoch selbst das iPhone 18 Pro (Max) nicht, aber dieser lässt sich zumindest in Eigenregie erstellen, indem die genannten Einzelfunktionen nacheinander im oberen bzw. linken Bereich des Suchers angepinnt werden. Den ISO-Wert gibt es hingegen nicht als manuelle Einstellung, diesen Wert passt Apple automatisch anhand der anderen Parameter und Lichtbedingungen an.
Hauptkamera mit Blende f/1.48
Bild 1 von 4
Blende unterstützt f/1.48, f/1.8, f/2.8 und f/4.0
Sechs „lasergeschnittene“ Lamellen sollen für einen sanften Übergang zwischen verschiedenen Blendenöffnungen sorgen, erklärt Apple. Standardmäßig wird die Blende automatisch entsprechend der Tiefenschärfe und Lichtverhältnisse angepasst. Dabei kann die Kamera-App zwischen vier Stufen wählen: f/1.48, f/1.8 (Standard), f/2.8 und f/4.0. Die Blende lässt sich alternativ manuell definieren, was professionellen Anwendern mehr kreative Möglichkeiten zur Hand gebe, sagt Apple. Entwickler erhalten zudem eine neue iOS-API, um die Blende über den gesamten Blendenbereich in ihren eigenen Apps ansteuern zu können.
iPhone 18 Pro Max (f/1.5, ISO 80, 1/10417 s)
Bild 1 von 4
So wirkt sich die variable Blende auf Fotos aus
Was macht eine variable Blende und wie ändert das Fotos? Die Blende bezeichnet die verstellbare Öffnung innerhalb eines Kameraobjektivs. Je größer die Öffnung, desto mehr Licht gelangt durch das Objektiv auf den Sensor. Wird sie hingegen verkleinert, fällt entsprechend weniger Licht auf den Sensor. Die Blende ist damit neben der Empfindlichkeit (ISO) und der Verschlusszeit einer der drei maßgeblichen Regler für die Belichtung von Fotos.
Die Blende nimmt allerdings nicht nur Einfluss auf die Belichtung, sondern auch auf die Schärfentiefe der Aufnahme: Eine größere Öffnung des Objektivs (kleinere Blendenzahl) führt grundsätzlich zu einer geringeren, eine kleinere Öffnung (größere Blendenzahl) zu einer größeren Schärfentiefe. Eine offene Blende ermöglicht also grundsätzlich einen stärker ausgeprägten Bokeh-Effekt, also unscharfe Vorder- und Hintergründe.
iPhone 18 Pro Max (f/1.8, ISO 200, 1/121 s)
Bild 1 von 2
Darüber hinaus kann eine Veränderung der Blende zur künstlerischen Bildgestaltung verwendet werden. Denn wenn Licht durch eine kleine Blendenöffnung fällt, wird es an deren Kanten gebeugt. Die überlagerten Lichtwellen erzeugen daraufhin helle Strahlen, die von punktförmigen Lichtquellen ausgehen. Die Anzahl und Anordnung der Blendenlamellen beeinflussen das Muster der Strahlen. Bei einer Blende mit einer geraden Anzahl von Lamellen entspricht die Zahl der Strahlen häufig der Lamellenzahl; bei einer ungeraden Anzahl sieht man oft doppelt so viele Strahlen – beim iPhone 18 Pro Max sind es sechs Lamellen und damit auch sechs Strahlen im Sternenmuster von Lichtquellen. Je weiter die Blende geschlossen wird, desto ausgeprägter können die Lichtsterne werden, wie folgende Fotos zeigen.
iPhone 18 Pro Max (f/4.0, ISO 4000, 1/9 s)
Bild 1 von 4
Fotos mit dem iPhone 18 Pro Max
Von der variablen Blende, den neuen „Fotografischen Stile 3“ und den manuellen Einstellungen in der Kamera-App abgesehen verhielt sich das iPhone 18 Pro Max beim Fotografieren praktisch identisch zum iPhone 17 Pro Max. Nach persönlicher Präferenz und vor allem direkt auf dem HDR-Display des Smartphones betrachtet ist Apples neuestes Smartphone abermals ein Garant für beinahe durchweg gelungene Aufnahmen, an denen es wenig auszusetzen gibt – selbst wenn der jüngste Blindtest beim sehr ähnlichen Vorgänger zu einem anderen Ergebnis (vorletzter Platz) kam.
Man muss aber anerkennen, dass bei Apple die primäre Kamera eindeutig die besten Fotos der drei Objektive schießt. Mit dem Ultraweitwinkel- und Teleobjektiv nimmt die Qualität etwas ab, stärker macht sich das bei schlechten Lichtbedingungen bemerkbar. Auf dem Smartphone selbst sehen die Ergebnisse meistens noch ziemlich gut aus, im Großformat betrachtet kommen dann aber Schwächen wie mangelnde Schärfe oder falsche Belichtung zum Vorschein.
Apple iPhone 18 Pro Max im Test – Kamera
iPhone 18 Pro Max – Weitwinkel (f/1.8, ISO 64, 1/3378 s)
Bild 1 von 266
Fotos von einem iPhone sollen eine breite Auswahl von Anwendern zufriedenstellen, weshalb sie ohne dramatischen Kontrast, besonders gesättigte Farben oder sonstige auf Anhieb hervorstechende Bildmerkmale sofort ins Auge fallen. Am ehesten lässt sich noch Apples HDR-Automatik und Bildsegmentierung erkennen, die Details in Schatten hervorholen und zugleich Überbelichtung in hellen Bereichen unterbinden. Das sorgt für ein Foto, auf dem es „viel zu sehen“ gibt, das dadurch aber etwas flach wirken kann.
Was Apple immer wieder schafft und zu einem allgemein positiven Erlebnis führt, sind Merkmale wie schneller Kamera-Start, schneller Autofokus oder schnelles Speichern der Aufnahmen. Auch der nahtlose Wechsel zwischen den Objektiven ist positiv hervorzuheben. Andere Eigenschaften wie die minimale Fokusdistanz bleiben unverändert: Für die Hauptkamera braucht es rund 15 cm Abstand, beim Teleobjektiv sind es etwa 20 cm. Als Telemakro ist dieses Objektiv damit nur bedingt geeignet.
Vergleich mit 17 Pro Max, Pixel 11 Pro und S26 Ultra
Im Direktvergleich ausgewählter Aufnahmen des iPhone 17 Pro Max, Pixel 11 Pro (Test) und Galaxy S26 Ultra (Test) zeigt sich zunächst einmal, dass sich iPhone 18 Pro Max und iPhone 17 Pro Max – sofern die neue Blende nicht das Bild verändert – zum Verwechseln ähnlich sehen. Nur für die allgemeine Bildqualität braucht es das neue Modell nicht, da herrscht nüchtern betrachtet Stillstand. Google bietet weiterhin die beste HDR-Automatik, aber meistens auch noch weiter aufgehellte Schatten. Samsung wiederum zeichnet sich durch besonders leuchtende Farben aus.
Apple iPhone 18 Pro Max im Test – Kamera-Vergleich
iPhone 18 Pro Max (f/1.8, ISO 64, 1/633 s)
Bild 1 von 56
Zeitraffer geht auf 4K mit HDR
Die Videosektion des iPhone 18 Pro Max bleibt an den Spezifikationen gemessen fast unverändert, doch lassen sich neuerdings auch noch nach der Aufnahme Kinomodus-Effekte auf Videos mit bis zu 60 FPS anwenden. Im Zeitraffer-Modus können Anwender jetzt Videos in bis zu 4K und mit Dolby Vision HDR aufnehmen, anstatt auf 1080p SDR beschränkt zu sein. Der Audiomix bietet außerdem neue Algorithmen, die eine höhere Qualität bei Stimmen liefern und ab sofort auch Musik isolieren können sollen.
Videoaufnahmen mit dem iPhone 18 Pro Max
Im regulären Videomodus unterstützt die aktuelle iPhone-Familie abermals 4K mit 24, 25, 30, 60, 100 oder 120 FPS inklusive Dolby Vision HDR. Eine Minute Video belegt dabei rund 190 MB (4K30), 440 MB (4K60) oder 800 MB (4K120). Deutlich größere fallen Dateien bei der Nutzung von Apple ProRes (Log 2) aus, wo es bereits 1,7 GB pro Minute für 1080p30 und 6 GB für 4K30 sind.
Bei Anschluss eines externen Speichers lässt sich ProRes auch in 4K60 und 4K120 aufzeichnen, dann steigen die Dateigrößen aber auf gigantische ~10 GB bzw. ~20 GB pro Minute. In ProRes RAW (HQ), das jedoch nicht in der nativen Kamera-App von Apple angeboten wird, sondern Apps wie die Final Cut Camera voraussetzt, fallen die Dateien abermals größer aus.
In den „einfachen“ Videos, wie sie die folgenden drei Beispielsequenzen in 4K30 HDR zeigen, überzeugte das iPhone 18 Pro Max mit einer allgemein hohen Bildqualität, die sich in erster Linie durch die Bildruhe definiert, die sich durch die Abwesenheit von störender Dynamik, Unruhe oder technischen Fehlern auszeichnet. Es bleiben zwar Smartphone-Videos, diese gelingen bei Apple aber seit Jahren in sehr hoher Qualität.