Oppo Find N6 im Test: Software, Laufzeiten, Kamera und Fazit
2/2Sinnvolle Multitasking-Funktionen
Gut umgesetzt sind beim Find N6 die für den großen inneren Bildschirm gedachten Multitasking-Funktionen, die das Android 16 ergänzenden ColorOS 16 mitliefert, das Oppo mit fünf Jahren Android- und sechs Jahren Sicherheits-Updates versorgen will. Die Fenster-Verwaltung erfolgt leicht verständlich über ein Dreipunkt-Menü im oberen Bereich der App im Vordergrund. Von dort aus lassen sich Anwendungen unter anderem in eine geteilte Ansicht und in ein „unverankertes“ (schwebendes) Fenster versetzen.
Clever gelöst ist die geteilte Ansicht mit bis zu drei Apps, bei der eine dritte Anwendung im Randbereich geöffnet wird und sich in schmaler Ansicht horizontal oder in breiter Ansicht vertikal einreiht. Der Bildschirm wirkt damit größer als er eigentlich ist. Über das Dreipunkt-Menü lassen sich die Apps auch tauschen und schließen. Wischt man zum Homescreen, landen die App-Kombinationen im weiterhin geöffneten Zustand im rechten Bereich der Taskleiste. Optional lassen sich dort linksseitig auch die zuletzt verwendeten Dateien anzeigen. Die verschiedenen Fenster-Optionen und das Schließen von Apps sind außerdem über den regulären App-Manager zu erreichen, wenn vom unteren Bildschirmrand nach oben gewischt und diese Position kurz gehalten wird.
Der Akku wächst auf 6.000 mAh
Damit all das auch über den gesamten Tag funktioniert, hat Oppo den ohnehin schon der Konkurrenz überlegenen Akku weiter vergrößert. Anstelle von 5.600 mAh bietet die Silizium-Kohlenstoff-Batterie jetzt 6.000 mAh. Das sind zwar „nur“ 7 Prozent mehr, verhilft dem Smartphone aber dennoch zu mehr Reserven im Alltagsgebrauch und zu längeren Laufzeiten in den Benchmarks – wenngleich nicht in jedem Einsatzszenario.
Fast durchweg längere Laufzeiten
Im produktiven PCMark 3.0 gibt es mit 23:27 Stunden zu vorher 19:05 Stunden ein klares Plus von 23 Prozent für den äußeren Bildschirm und mit 16:33 Stunden zu ehemals 14:32 Stunden einen Zugewinn von 14 Prozent für das innere Display. Es gibt somit Effizienzsteigerungen, die über die Vergrößerung der Batterie hinausgehen. Beim YouTube-Streaming stehen 35:14 Stunden ehemals 32:04 Stunden (+10 Prozent) für den äußeren Bildschirm gegenüber. Beim inneren Display bleibt das Find N6 mit 28:12 Stunden aber fast auf dem Niveau des Vorjahres. Dennoch gibt es unterm Strich noch einmal längere Laufzeiten als mit dem Find N5 und in jedem Fall auch abermals deutlich längere Laufzeiten als mit dem Samsung Galaxy Z Fold 7.
Großes Upgrade der Kameras
Weniger Kompromisse im Vergleich zu einem regulären Smartphone-Topmodell sollen Käufer des Find N6 nach Ansicht von Oppo auch bei den Kameras eingehen müssen. Deshalb findet sich auf der Rückseite als primäre Kamera mit 23 mm Brennweite jetzt ein 1/1,56 Zoll großer 200-MP-Sensor, der beim Find X9 Pro (Test) hinter dem 70-mm-Teleobjektiv steckt. Die Anfangsblende liegt neuerdings bei f/1.8 anstelle von f/1.9.
Die zuvor lediglich 8 MP auf kleinen 1/4 Zoll bietende Ultraweitwinkelkamera weicht einem 50-MP-Modell auf 1/2,75 Zoll mit f/2.0 statt f/2.2. Das 70-mm-Teleobjektiv mit f/2.7 verbleibt beim Find N6 mit 50 MP auf 1/2,75 Zoll auf dem Niveau des Find N5. Neu sind hingegen die beiden Selfie-Kameras innen und außen mit jeweils 20 MP.
Das Find N6 schießt gute Fotos
Die neue Kamera-Ausstattung sorgt für ansehnliche Aufnahmen, die sich durch kräftige Farben, einen akkuraten Weißabgleich und viele Details auszeichnen. Bei der Hauptkamera müssen Anwender aufpassen, dass sie für Nahaufnahmen nicht zu nah an das Objekt herantreten, da ansonsten nicht mehr fokussiert werden kann. Die 70-mm-Linse eignet sich oftmals besser als Telemakro. Die dreifache optische Vergrößerung lässt sich im Alltag häufig sinnvoll nutzen, beim In-Sensor-Zoom fallen die Ergebnisse hin und wieder aber etwas weicher aus. Allgemein betrachtet verzichtet Oppo auf künstliches Aufhellen von Schatten, was für einen schönen Kontrast und plastische Bilder sorgt. Auch mit künstlichen Lichtquellen kommt das Find N6 gut zurecht, Innen- und Außenaufnahmen überzeugen. Käufer erhalten in jedem Fall eine rundum verbesserte Triple-Kamera gegenüber dem Find N5.
Fazit
Das Oppo Find N6 stellt eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers dar und bringt Veränderungen an genau den richtigen Stellen mit. Das Chassis ist nach wie vor Klassenprimus, es bringt jetzt aber eine noch bessere Ausstattung unter und schützt sie mit IP59 auch vor Staub. Foldable-Kritikpunkte wie den Falz lässt Oppo praktisch verschwinden, zudem leuchten die Displays jetzt noch heller. Das Find N6 bietet zudem sehr gute Akkulaufzeiten, eine höhere Spitzenleistung und verbesserte Kameras. Der Hersteller sagt, mit dem Find N6 müsse man keine Kompromisse mehr gegenüber regulären Smartphones eingehen – und das stimmt in den meisten Situationen auch.
Der Kompromiss in Deutschland und Europa ist aber, dass man das Find N6 nicht kaufen kann – oder zumindest nur sehr eingeschränkt. Das ist schade, denn hierzulande etablierten Geräten wie dem Samsung Galaxy Z Fold 7 ist Oppo teils überlegen. Dem lokalen Markt entgeht damit abermals eines der interessantesten und technisch besten Foldables. Hut ab vor dem, was Oppo mit dem Find N6 auf die Beine gestellt hat.
- Faszinierend dünne Bauweise
- Falzmarke noch weiter reduziert
- Flexibel arretierbares Scharnier
- Hochwertige Verarbeitung
- Verbesserter IP59-Schutz
- Zwei sehr helle Bildschirme
- Hohe Spitzenleistung
- Sinnvolle Multitasking-Features
- Verbesserte Triple-Kamera
- Gute bis sehr gute Laufzeiten
- Schnelles (drahtloses) Laden
- Verfügbarkeit in Europa
- Leistung unter Dauerlast nicht höher
ComputerBase wurde das Find N6 leihweise von Oppo zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
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