1. Krise im Job

1337LEET

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Hallo Leute,

ich bin seit ca. einem Jahr fertig mit meinem dualen Studium (Bachelor) und arbeite aktuell als Angestellter in einem auf 2 Jahre befristeten Vertrag als Controller.

Anfangs war ich total motiviert, alles war neu, die ersten "richtigen" Gehälter. Doch sobald man sich einmal an alles gewöhnt hat, die alltäglichen Arbeitsabläufe leicht von der Hand gehen, man die ein oder andere Aufgabe automatisiert hat und der Alltag einkehrt fällt man in ein Loch der Motivationslosigkeit und Ziellosigkeit.

Ich bin sehr gut in der Abteilung angekommen und habe mir schnell einen guten Ruf als Excel- / VBA-Experte erarbeitet. Kollegen kommen sogar von anderen Abteilungen um mich um Rat und Tat zu bitten.

Dennoch langweile ich mich und sehe kein kurz- oder mittelfristiges Ziel auf das ich hinarbeiten kann.
Bis zur ersten Beförderung oder einem Schritt auf der Karriereleiter wird es noch Jahre dauern.

In dem Unternehmen in dem ich arbeite gibt es kein Talent-Management, keine Fortbildungen und auch die Bereitschaft den weiteren akademischen Weg (Master/MBA) zu unterstützen ist nicht existent.

Ich gehe jeden Tag unmotiviert zur Arbeit und zähle die Stunden bis ich wieder gehen kann.
Das Arbeitspensum wechselt ständig zwischen absoluter Langeweile, weil nichts zu tun ist und absoluter Überforderung, weil zehn Leute gleichzeitig kommen die etwas brauchen - und das am besten schon gestern. So macht Arbeiten einfach keinen Spaß.

Ich habe viele alltägliche Aufgaben und Berichte so automatisiert, dass ich das wofür mein Vorgänger 1-2 Tage gebraucht hat in 1-2 Stunden erledigen kann. D.h. ich habe noch weniger zu tun.
Meinem Chef bleibt das natürlich nicht unverborgen. Er schiebt mich dann permanent in andere Bereiche, um diese v.a. bei der Erstellung von Berichten zu unterstützen. D.h. man wird permanent in irgendwelche fachfremden Bereiche geschoben von denen man überhaupt nichts versteht, soll deren Arbeit erledigen um am Ende mit einem feuchten Händedruck zurück geschoben zu werden.

Wenn ich mir vorstelle, dass das die nächsten 40 Jahre so weiter geht würde ich am liebsten morgen zum Arbeitsamt gehen und mich arbeitslos melden....

Welche Alternativen gibt es?
  • den Arbeitgeber wechseln? Ich sehe nicht, welchen Vorteil das haben sollte.
  • auf eigene Faust weiter studieren? Wohl auch keine Garantie auf einen wesentlich besseren Job in der Zukunft.
  • intern wechseln? Das wird auf "gleiche Arbeit, anderer Chef" hinauslaufen.

Versteht ihr was ich meine?
Ich sehe aktuell keinen Sinn in dem was ich mache. Und das was ich mache langweilt mich nur oder nervt mich bei Überforderung.

Bei meinem Arbeitgeber gibt es (in den Sphären in denen ich mich aufhalte) nur ein Fixgehalt und keinerlei variable Vergütung.
D.h. egal ob ich mich zu tode arbeite oder ob ich eine ruhige Kugel schiebe - auf dem Gehaltszettel steht immer das Gleiche.

Auch habe ich nicht das Gefühl, dass mein Vorgesetzter eine überdurchschnittliche Leistung in irgendeiner Art honoriert.
Er betont zwar immer wieder, dass ich gute Arbeit leiste - aber das ist im Endeffekt absolut nichts wert, da zwischen meiner und seiner Ebene keine Jobbezeichnung existiert.
D.h. um aufsteigen zu können müsste ich meinen eigenen Vorgesetzten ersetzen.... und da der erst Anfang 40 ist und keine Anstalten macht das Unternehmen zu verlassen sehe ich in den nächsten 20 Jahren keine Chance.

Auch diese 9 to 5 für einen Apfel und ein Ei arbeiten zu gehen nervt mich. Ich würde super gerne etwas Eigenes auf die Beine stellen. Wenn man wirklich etwas erreichen kann und 1:1 von dem Erfolg partizipiert ist die Motivationslage eine ganz Andere als im Angestelltenverhältnis.
Leider fehlt mir aber die passende Geschäftsidee, das Startkapital oder das nötige Know-How.


Alles in Allem ist die aktuelle Stituation äußerst unbefriedigend und ich weiß einfach nicht, was ich tun soll.
Wenn die einzige Motiviation im Job die ist, dass in spätestens 5 Tagen wieder Wochenende ist dann läuft doch etwas gewaltig schief?
Ich möchte aber auch nicht aus blindem Aktionseifer irgendetwas überstürzen, was ich zu einem späteren Zeitpunkt bereuen würde.

Was würdet ihr in meiner Situation tun?
 
Zuletzt bearbeitet:
So wie du es schreibst bringt langfristig nur ein Wechsel was, aber ist halt schwer zu erkennen wie es dir wirklich geht.

Bei einem neuen AG kann es besser sein, vom unbefristeten Vertrag angfangen über Gleitzeit usw. Aber auch schelchter, vergiss das bitte nicht!

Du kannst es dir ja anschauen und dich weiter bewerben du hast j niichts zu verlieren.
 
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Hey, danke für deine Antwort.
Umso länger ich mir Gedanken mache umso mehr frage ich mich, ob der Job den ich mache überhaupt der Richtige (für mich) ist.
Selbst wenn die Kollegen nett wären, die Arbeit geschätzt wird, man viele Freiheiten und ein gutes Gehalt hat fällt es mir schwer daran Gefallen zu finden die nächsten 40 Jähre Soll-Ist-Vergleiche zu machen, PowerPoints zu basteln oder irgendwelche Berichte mit Excel und VBA zu entwickeln. Vor mir gab es 3 weitere Studenten im Unternehmen mit dem gleichen Fachgebiet. Zwei haben nach dem Abschluss etwas völlig fachfremdes studiert und einer hat direkt das Unternehmen gewechselt.
Die Frage ist nun, ob der Beruf generell so langweilig ist, oder ob das nur in diesem Unternehmen der Fall ist.

Ich würde bei einem Wechsel des Arbeitgebers auch gerne in einen anderen Bereich wechseln. Allerdings möchte ich nicht nochmal komplett fachfremd studieren.

Oder wie gesagt etwas Eigenes aufbauen. Und wenn es nur ein simpler Handel mit Waren ist.
Alles ist besser als sich ständig zu langweilen und permanent nach de Pfeife der Vorgesetzten zu tanzen.

Ich habe an mich selbst sehr hohe Erwartungen. Ich bin nicht der Typ der die nächsten 40 Jahre als Angestellter „Knecht“ arbeiten geht um sein Einfamilienhäuschen abzuzahlen und einmal im Jahr Badeurlaub in Spanien macht... ich möchte mehr. Aber ich sehe aktuell nicht, wie ich das erreichen kann. Ich sehe nur dass es auf dem Weg, auf dem ich mich aktuell befinde genau in dem Einfamilienhäuschen mit 20 Jahren Darlehn von der Bank enden wird.... deshalb bin ich so unzufrieden und motivationslos.
 
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1337LEET schrieb:
Ich sehe aktuell keinen Sinn in dem was ich mache. Und das was ich mache langweilt mich nur oder nervt mich bei Überforderung.
Womöglich gibt es auch Leute die arbeiten nur für das Geld das sie für ihren Lebensunterhalt brauchen.
Als Bonus dann noch einen sicheren Job der einen nicht stresst und nette Kollegen.
Herausforderungen kann man sich auch privat stellen.

Will nicht sagen, deine Lage ändert sich nicht oder du sollst nicht versuchen sie zu ändern.
Es könnte aber sein, dass in xx Jahren bei dir eine gewisse Besinnlichkeit und Demut einkehrt und das Thema Herausforderung im Job gar nicht mehr so wichtig ist.

Klar, vielleicht hast du auch den falschen Job.
Zu Corona Zeiten wären viele froh einen einigermaßen sicheren Job zu haben.
 
Der Job stresst extrem. Dieser Wechsel zwischen „nichts zu tun haben“ und „völliger Überforderung“ ist sehr nervenaufreibend. Wenn 10 Leute gleichzeitig kommen die etwas unbedingt bis morgen brauchen. Und v.a. wenn diese Anforderungen von Abteilungsleitern etc. kommen und nicht den Charakter „bitte schau ob du das noch bis morgen schaffst“ sondern eher „du hast mir das morgen bis 9 Uhr zu liefern sonst gibt es Ärger“ haben nervt das extrem und baut viel Druck und Stress auf.

Nichtsdestotrotz ist mein oberstes Ziel finanzielle Freiheit. Sprich jeden Morgen selbst entscheiden zu können ob und wann man aufsteht. Und das nicht auf dem Level dieser Frugalisten, die jeden Euro 5 Mal umdrehen bevor sie ihn ausgeben - sondern auf dem Level auf dem ich mir einfach mal ein neues Auto kaufe wenn mir gerade danach ist.
Dieses Ziel werde ich mit dem aktuellen Job niemals zeitnah erreichen. Daran wird auch ein einfacher Jobwechsel zu einem anderen Arbeitgeber nichts ändern. Und mit einem Jahr Berufserfahrung und „nur“ einem Bachelorabschluss muss man sich auch nicht vormachen, dass die Weltkonzerne Schlange stehen um mir Managementposten anzubieten.

Für mich fühlt es sich gerade an als wäre ich 1.000 km zu Fuß einen Weg gegangen um nun festzustellen, dass der Weg in eine Sackgasse führt.
Sprich das komplette Studium in die „falsche“ Richtung. Jetzt bin ich zwar am Ziel (dem Arbeitsleben) angekommen - aber es wird mich nicht dort hin führen wo ich gerne wäre.
 
Zuletzt bearbeitet:
1337LEET schrieb:
Der Job stresst extrem. Dieser Wechsel zwischen „nichts zu tun haben“ und „völliger Überforderung“ ist sehr nervenaufreibend. Wenn 10 Leute gleichzeitig kommen die etwas unbedingt bis morgen brauchen. Und v.a. wenn diese Anforderungen von Abteilungsleitern etc. kommen und nicht den Charakter „bitte schau ob du das noch bis morgen schaffst“ sondern eher „du hast mir das morgen bis 9 Uhr zu liefern sonst gibt es Ärger“ haben nervt das extrem und baut viel Druck und Stress auf.
Sorry, aber das kommt schon sehr weinerlich rüber. Das ist nun mal Arbeitsalltag. Wenn du ständig unterfordert wärst, wäre es etwas anderes.

Nichtsdestotrotz, falls dir deine Arbeit absolut keinen Spaß macht, bleibt dir nur, etwas anderes zu machen. Falls es nur am Arbeitgeber liegt, schau eben, dass du einen neuen findest. Ganz generell solltest du dich von dem Gedanken verabschieden, dass du das was du jetzt machst, 40 Jahre lang machen wirst. Das ist schon allein deshalb ausgeschlossen, weil sich Aufgaben und Arbeitgeber immer verändern werden.
 
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Wenn die Arbeitsstelle eine Spaßveranstaltung wäre, dann würde an der Pforte nicht der Ausweis kontrolliert sondern Eintritt verlangt.

Du hast eine befristete(!) Arbeiststelle, in Zeiten der größten Wirtschaftskrise seit bestehen der Bundesrepublik und (entschuldige den Ausruck) maulst rum zwischen "Unterforderung" und "extremen Stress".

Ich rate zur Vorsicht, die Umstände und Deine Sicht der Dinge haben Potentzial für eine richtige Katatstrophe im Lebenslauf eines Angestellten. Ja es gibt Menschen die nicht in ein Angestelltenverhältnis passen und als Selbstständige sehr erfolgreich und glücklich werden. Solltest Du aber jetzt Dein Angestelltendasein hinschmeißen und dann feststellen, dass das Ganze als Selbstständiger ja noch viel furchtbarer ist, dann sitzt Du mit Mitte 20 im größten Fettnapf den Du Dir vorstellen kannst.
 
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Moinsen,

vieles davon erinnert mich stark an meinen Berufseinstieg. Nach einem absolut richtig, weil aus Leidenschaft, gewählten Studium kam mit dem ersten Job die Ernüchterung. Man will keine Forschung & Entwicklung machen, sondern stumpf Projekte abarbeiten. Weiterentwicklung Fehlanzeige, Dienst nach Vorschrift. Entweder es gibt wochenlang nichts zu tun oder wochenlang drehen alle Abteilungen am Rad. Die Tätigkeit war hirntötend stumpf und ich fing an, an meinen Fähigkeiten und meinem Wert in der Arbeitswelt zu zweifeln. Daraufhin habe ich mich darauf besonnen, was mich überhaupt zu diesem Bereich hinzog und mir das entsprechende Ziel gesetzt, dies wieder in meinem Alltag vorzufinden. Die einzige Möglichkeit war in meinem Fall eine Kündigung, und zum Glück habe ich bei meiner aktuellen Stelle einen absoluten Volltreffer gelandet.

Ich rate dir auch: Suche nach der ursprünglichen Leidenschaft und sinniere reiflich, ob diese mit einem sinnvollen Aufwand erreichbar ist. Falls der ganze Bereich mittlerweile nicht mehr so schmackhaft ist, gehe in dich und forsche nach, was ansonsten in Frage käme. Eine Kehrtwende zu machen ist durchaus möglich, aber schwierig - dennoch ist es nie zu spät, glücklich zu werden. Love it, change it or leave it!
 
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Mal davon abgesehen, daß Controller idR kein innovativer Spaßberuf mit viel Abwechslung ist (was man aber eigentlich vorher weiß) klingt die aktuelle Situation nicht sehr befriedigend. Wegen der potentiell drohenden Wirtschaftskrise würde ich allerdings aktuell keine übereilten Schritte unternehmen, sondern die Zeit nutzen um zu hinterfragen was Du wirklich willst (vom Geld mal abgesehen).

1337LEET schrieb:
Nichtsdestotrotz ist mein oberstes Ziel finanzielle Freiheit. Sprich jeden Morgen selbst entscheiden zu können ob und wann man aufsteht. Und das nicht auf dem Level dieser Frugalisten, die jeden Euro 5 Mal umdrehen bevor sie ihn ausgeben - sondern auf dem Level auf dem ich mir einfach mal ein neues Auto kaufe wenn mir gerade danach ist.
Also als Freiberufler hat man das nur sehr sehr selten und als (leitender) Angesteller eigentlich nie, jedenfalls wenn man auf Deinem finanziellen Wunschlevel sein will. Für ein sechstelliges Einkommen muss man idR knechten. ;)
 
1337LEET schrieb:
Meinem Chef bleibt das natürlich nicht unverborgen. Er schiebt mich dann permanent in andere Bereiche, um diese v.a. bei der Erstellung von Berichten zu unterstützen. D.h. man wird permanent in irgendwelche fachfremden Bereiche geschoben von denen man überhaupt nichts versteht, soll deren Arbeit erledigen um am Ende mit einem feuchten Händedruck zurück geschoben zu werden.

Ich würde da ansetzen. Da ist eigentlich Weiterbildung in der effektivsten Form die es gibt, das ganze muss allerdings noch kanalisiert werden.
Eine Möglichkeit wäre, dass du dir Fachwissen von diesen anderen Bereichen aneignest in der Zeit in der du wenig zu tun hast um auch dort effektiv zu arbeiten. Wenn du dann schaffst dort etwas zu automatisieren und somit zu vereinfachen wird nicht nur dein Chef deinen Wert erkennen. Das ist wichtig, denn der eigene Chef kann dich nicht nur fördern sondern auch klein halten ;)

Aber gehen wir von einem guten Verhältnis aus, dann könntet ihr das gezielt angehen. Du kannst ja sagen du hättest dafür x Stunden Zeit in der Woche/Monat und würdest in der Zeit gerne etwas erlernen/dort gezielt aushelfen. Dafür muss dich das Fachwissen der anderen Bereiche allerdings interessieren.

Achja, erwarte keine Belohnung ohne in Vorleistung zu gehen. Bei uns steigt man auch nur auf, wenn man die Arbeit mit größerer Verantwortung bereits vorher freiwillig und gut erledigt hat.
 
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Moin,
das was du erlebst ist völlig normal. Nach dem Studium endlich selbst arbeiten dürfen, Geld verdienen und immer etwas Neues entdecken. Doch nach einem guten halben Jahr/ Jahr kommt dann die Routine und damit auch die von dir beschreibene Langeweile auf. Besonders wenn du fitter bist als dein(e) Vorgänger.

Die Möglichkeiten, besonders wenn dein Chef schon merkt, dass du unterfordert bist wäre das Gespräch mit Ihm zu suchen. Nach einem guten Jahr wäre auch mal Zeit für ein Mitarbeitergespräch. In diesem kannst du dann deine Sorgen/Ängste/Befürchtungen anbringen und auch z.B. über deine Zukunft in der jetzigen Firma vorfühlen. Es kann auch gut sein, dass nach dem Jahr keine weitere Stelle für dich da ist.
Ebenso kannst du mit Ihm über Fortbildungen sprechen.
Blockt der Chef nur und will dich klein halten, dann bleibt nur noch ein Wechsel.
Aber du hast das nächste Jahr erstmal sicher, also kein Stress.

Irgendwo wird jede Stelle ein Mix aus Überforderungen und Langeweile sein. Den passenden Mix musst du aber für dich selber finden. Bei mir gibt es auch entspanntere Phasen und dann kommen alle Gleichzeitig. Doch der Mix macht es.

gruß
 
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"Ich habe viele alltägliche Aufgaben und Berichte so automatisiert, dass ich das wofür mein Vorgänger 1-2 Tage gebraucht hat in 1-2 Stunden erledigen kann. D.h. ich habe noch weniger zu tun."

"Der Job stresst extrem. Dieser Wechsel zwischen „nichts zu tun haben“ und „völliger Überforderung“ ist sehr nervenaufreibend. Wenn 10 Leute gleichzeitig kommen die etwas unbedingt bis morgen brauchen."

Die Frage ist warum dein Vorgänger so langsam war?, manchmal steckt auch einfach ein System dahinter.
Ich kenn das selber, macht man seine Arbeit zu schnell hat man gleich nochmehr an der Backe.
 
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HyperSnap schrieb:

Ja - klar kann ich auch so tun als bräuchte ich 2 Tage und schiebe dabei eine ruhige Kugel. Aber das ist sicherlich nicht mein Anspruch. Ich kenne keinen DAX-Vorstand der durch Faulheit aufgestiegen ist. Ich möchte mich bewusst positiv von den Kollegen abheben.

Bzgl. deiner Anspielung auf die Überforderung. Durch den Bereich den ich selbst betreue bin ich ganz sicher nicht überfordert. Aber wie gesagt schiebt mich mein Chef ständig in andere Abteilungen um deren Arbeit zu machen. Und für diese Arbeiten gibt es fast immer enge Deadlines. Heißt ich muss diese fachfremde Aufgabe bis zu Termin X fertig machen und parallel dazu noch meinen eigentlichen Bereich. Dadurch kommt es manchmal zu deutlichen Kapazitätsspitzen. Und wenn dann etwas in meinem eigenen Bereich auf dem Weg bleibt weil ich die Zeit brauche um die andere Aufgabe in time abzuliefern bin ich Derjenige der noch einen blöden Spruch gedrückt bekommt, weil meine eigentliche Aufgabe auf dem Weg bleibt.
Das ist auch etwas was mich tierisch nervt. Mein Chef betont zwar immer dass ich gute Arbeit mache - aber dennoch kommen manchmal dumme Sprüche von ihm. Er meint das zwar meist lustig, aber es nervt mich trotzdem.
Für meinen Chef bin ich noch der „Azubi“ mit dem man es ja machen kann.
zudem denke ich dass er sehr genau weiß dass ich ambitionierter bin als viele Anderen. Da der nächste Schritt auf der Karriereleiter aber genau seine Position wäre habe ich das Gefühl, dass er mich klein hält weil ich ihm sonst „gefährlich“ werden könnte. Aber wer kann es ihm verübeln? Ich an seiner Stelle würde auch nicht an meinem eigenen Stuhl sägen.
 
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@1337LEET

Ich hab über 8 Jahre als Controller gearbeitet. Primär schupst man Zahlen hin und her. Ist für diesen Beruf nicht neu. Am Anfang baut man viele Berichte, verbessert hier und da die eigenen Arbeitsabläufe. Später sollte man auch noch die Funktion als Berater für die Führungskräfte dienen. Wo liegt Verbesserungspotenzial im Unternehmen? Die Geschäftsführer und Vorstände dieser Welt treffen Entscheidungen basierend auf Ausarbeitungen die ihnen Controller zur Verfügung gestellt haben.

Wenn du an andere Abteilungen ausgeliehen wirst, deine eigene Arbeit aber in Gefahr ist - dann informiere deinen Chef - frag nach Prioritäten - was sollst du zuerst machen. Gib vernünftige Aufwandsschätzungen ab - versuche Risiken herauszustellen. Was ist wenn du A machst aber B erst später ...

Weiterhin fand ich es nie schlecht, das Unternehmen auch so kennen zu lernen. Man baut sein Netzwerk auf. Am Ende hilft dieses Netzwerk einen auch bei zukünftigen Aufgaben und auch entsprechend im Unternehmen zu glänzen.

Dein Chef hält sich hoffentlich nicht absichtlich klein, weil er glaubt dass du ihn ersetzen könntest. Je besser er dich aufbaut, umso mehr kann er auch glänzen - du schaffst viel weg, bekommst Lob auch von anderen Abteilungen - davon gehört auch immer ein Teil des Lobs deinem Chef. (was völlig okay ist)
Sein Ziel sollte es auch am Ende sein, dich so aufzubauen, dass du ihn vertreten und am Ende ersetzen könntest.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass die Vorgesetzten nicht bis zum Renteneintritt im gleichen Unternehmen in der gleichen Position verbleiben. Da winkt ein Personalberater mit einer interessanteren Position und "schon sind die Chefs weg". Somit fühlt sich dein Chef auch nicht von dir bedroht. ;)

PS jetzt bin ich in der IT und sehr zufrieden mit meinen bisherigen Werdegang
 
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Macht dir denn generell die Arbeit als Controller Spaß? Also hast du Spaß daran, mit Zahlen zu arbeiten etc.? Oder woher kommt die Wahl des Berufs? Wurde dir der Job nach dem Studium angeboten und du hast ihn schlicht angenommen um was zu haben? Das Controlling trockenes Brot ist, ist jetzt nicht gerade die Neuigkeit des Jahrzehnts.
Das man als Selbstständiger jeden früh entscheidet, ob man nicht einfach den Tag liegen bleibt oder nicht halte ich für sehr naiv. Kennst du (erfolgreiche) Selbstständige? Frag sie mal nach ihrer realistischen Arbeitszeit. Ich kenne aktuell keinen, der gut davon lebt und nicht wenigstens 50h pro Woche arbeitet. Tendenz eher länger. V.a. ist da nicht Freitag Nachmittag um 15 Uhr Wochenende. Samstag/Sonntag sind ebenfalls Arbeitstage. Wenn auch nur gedanklich. Es steckt ja schon in der Beschreibung von Selbstständig: Man arbeitet selbst. Und zwar ständig.
Wer viel will der muss viel tun. Sich mal eben ein Auto kaufen weil man gerade Bock drauf hat ist schon sehr relativ. Über welche Autos spricht man da? Einen VW Polo, BJ 2001 mit 350k km kann man sich mit 3k€ netto auch mal eben so kaufen. Kostet ja nur noch paar hundert Euro. Einen neuen AMG für 100k€ aufwärts, da muss man schon anders unterwegs sein.
Vll wäre es für dich eine Lösung, dir privat größere Herausforderungen zu suchen. Also in Form von Hobbies.
Für mich ist mein Job primär da, um mein Leben zu finanzieren. Sicheres Einkommen von dem ich gut leben kann. Die wirklichen Herausforderungen, damit das Leben nicht langweilig wird, die suche ich mir im privaten Bereich. Da kann ich dann frei entscheiden ob ich heute dies oder das mache oder doch wann anders. Arbeite ich heute 3h daran oder 6h? Keine
Ahnung, wie ich gerade Lust habe.
Mein eigentlicher Beruf war auch nie mein Traumjob. Da ich mit dem aber kein vernünftiges Auskommen erreichen kann (ohne dafür viel und hart zu buckeln) habe ich mich für den Weg entschieden. So bin ich mittlerweile ganz zufrieden damit. Ich hab auch immer wieder mal Tage an denen ich die Stunden zähle bis ich wieder gehen kann aber zeig mir einen Job, wo man das mal nicht hat.
 
Ich kann mich in vielen Dingen von dir wiedererkennen. Ich würde sagen, willkommen im Sektor der angestellten. Mir haben vor allem die Bücher von Kiyosaki in letzter Zeit viel Denkstoff geliefert die Sache anders anzugehen. Vor kurzem erst "Warum die Reichen immer reicher werden". Ich habe das "Glück" kein wirkliches bestreben nach einer beruflichen Karriere zu haben oder gar Reich zu werden und möchte eigentlich einfach nur so schnell wie möglich in die finanzielle Freiheit gelangen um eben das zu tun worauf ich Lust habe. Der Job frisst mich nicht wirklich auf, auch wenn es in vielen Punkten genau so ist wie von dir beschrieben.
 
@Khaotik ich habe Wirtschaftsinformatik studiert. Da das aber zu 90% reine Informatik und maximal 10% Wirtschaft war wollte ich etwas Anderes studieren, was mehr in die Betriebswirtschaft geht - ohne stupide 0815 BWL zu studieren.
Ich bin dann zu Steuern und Wirtschaftsprüfung mit den Kernfächern Accounting & Controlling gekommen.
Ich habe generell einen guten Draht zu Zahlen und allem was rational und logisch entschieden werden muss. Das Studium war durch die vielen unterschiedlichen Bereiche die man dort durchläuft spannend und hat mir Spaß gemacht. Auch die Praxisphasen die man beim dualen Studium hat waren interessant. Man konnte sich seine Aufgaben aussuchen und in einem Projektumfeld an einem bestimmten Thema arbeiten.
Das ist aber etwas komplett Anderes, wenn man fertig ist, einen festen Bereich bekommt und Tag ein, Tag aus immer das Gleiche macht.
Mit „nach Belieben Autos kaufen“ meinte ich schon eher den AMG als den Polo. Mir ist auch bewusst dass wir da nicht von einem Juniormanager-Gehalt sprechen.
Und natürlich muss man als Selbstständiger viel arbeiten - aber es steht einem jeden Tag frei das zu tun oder nicht. Wenn ich selbstständig bin und heute nicht arbeite dann verdiene ich auch nichts - aber ich habe keinen Vorgesetzten der mich kündigt weil ich nicht zur Arbeit erschienen bin. Versteht ihr? Es ist meine eigene Entscheidung ob ich arbeite oder nicht. Und das ist es im Angestelltenverhältnis nicht. Zumal man vermutlich auch gerne 50h arbeitet wenn sich das auf dem Konto bemerkbar macht. Wenn ich 50h arbeite bekomme ich mit viel Glück ein „Danke“ vom Chef und das war’s.
 
@1337LEET

Als Selbstständiger hast du doch deine Auftraggeber welche als Chef dienen. Die sagen dir ebenfalls ganz genau was du tun musst oder du bist den Auftrag wieder los.
Solange man nicht DER Experte ist, wird es am Anfang schwierig sein, sich mal einen Tag zurück zu nehmen oder Sachen auszusuchen.

Hab schon mit einigen Freelancer gearbeitet (alle IT Consulting mit unterschiedlicher Spezialisierung) - für diese Knechtschaft würde ich mein Angestellten-Verhältnis nie aufgeben wollen.
 
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1337LEET schrieb:
Versteht ihr? Es ist meine eigene Entscheidung ob ich arbeite oder nicht. Und das ist es im Angestelltenverhältnis nicht. Zumal man vermutlich auch gerne 50h arbeitet wenn sich das auf dem Konto bemerkbar macht. Wenn ich 50h arbeite bekomme ich mit viel Glück ein „Danke“ vom Chef und das war’s.

Nein bzw. bin ich und einige Poster hier schon länger im "Geschäft". Auch ein Selbstständiger hat Termine und Deadlines. Klar 'kann' er die ignorieren, auf die selbe Art wie ein Angestellter seine Vorgaben ignorieren 'kann'. In beiden Fällen hat man dann seinen Job verloren, denn auch Selbstständige sind von Auftraggebern (Kunden) abhängig und versemmelt man etwas, dann wird es schwer einen neuen Auftrag zu bekommen.

Weiters gibt es auch Angestellte die eine freiere Zeiteinteilung haben z.B. gibt es Unternehmen ohne Kernzeit - da müssen dann nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden (Pausen, Ruhezeiten).
 
_killy_ schrieb:
Solange man nicht DER Experte ist, wird es am Anfang schwierig sein, sich mal einen Tag zurück zu nehmen oder Sachen auszusuchen.

Um aber "DER Experte" zu werden, musst du dich ins kalte Wasser trauen... anders geht es gar nicht. Zudem sollte das eigene Ziel, sofern man denn den Ehrgeiz hat, nicht der "Small Business Sektor" bleiben.
 
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