3600X und 3800X - welche Bedeutung haben die?

Skywalker1992

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Ich frage mich gerade, wieso es diese 2 Prozessoren überhaupt gibt?

Warum bringt die AMD auf den Markt, wenn sie nur minimal Mehrleistung bringen, als das jeweils etwas kleinere Modell?

Was denkt sich AMD dabei?

Wie ist das aus Sicht vom Markt zu sehen?
Warum ist der Preissprung zu den beiden Modellen dann am Markt doch relativ groß?

Sind das die CPUs mit denen Geld verdient wird, weil viele Leute einfach die Mehrleistung auf dem Papier haben wollen und deshalb bereit sind, den unvernünftigen höheren Preis zu bezahlen, weil sie damit ein besseres Gefühl haben, die höhere Leistung zu haben?
 
Natürlich greifen Leute gerne zu einer "schöneren" Zahl, wie du schon sagtest, ist das Gefühl dann besser.
Mit 50€ oder so kann man sich diese "Genugtuung" dass man das "bessere" hat, erkaufen.
Der Markt ist da, also wirds auch angeboten.
 
Wieso hat Intel nach dem 2600K einen 3770K rausgebracht und danach einen 4770K und einen 4790K usw. gab auch nur minimal mehr Leistung, warum sollte der 3600X und 3800X gegenüber dem 2600X und dem 2700X kaum mehrleistung bringen?
 
Nureinnickname! schrieb:
...warum sollte der 3600X und 3800X gegenüber dem 2600X und dem 2700X kaum mehrleistung bringen?

Darum gings dem TE doch garnicht.
Hier geht es darum das der 3600X und 3800X eigentlich überflüssig sind, weil der 3600 und 3700X im Prinzip das selbe leisten. Wurde ja auch hier im CB Test relativ klar so gesagt.
 
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Stichworte: Ausbeute, Herstellung, Verwertung, Vermarktung ...
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Verwertbare ICs werden häufig nach verschiedenen Kriterien untersucht und eingruppiert, beispielsweise nach ihren Performance-Charakteristika bzgl. Leistungsaufnahme oder maximal erreichter Taktfrequenz. So können sie in unterschiedlichen Preissegmenten verkauft oder für unterschiedliche Einsatzzwecke eingesetzt werden (z. B. für medizinische Geräte oder Raumfahrt). Mitunter besteht für fehlerfreie ICs mit außerordentlicher Leistung zu wenig Nachfrage, es entsteht ein Überschuss.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbeute_(Halbleitertechnik)
 
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Achso dann habe ich das falsch verstanden sry, ist wohl auf die Chip qualität zurückzuführen würde ich sagen, die X Modelle haben gute Chips die weniger guten werden als Non X verkauft. Nur eine vermutung.
 
Little John hat da schon ein gutes Argument geliefert. Der Hersteller möchte innerhalb eines Produktes möglichst wenig Varianz in der Qualität. Ein "sehr guter" Chip der Kategorie 3600 ist vllt zu gut gegenüber einem "schlechten" 3600.

Mal Fantasiezahl: gute CPU Boostet auf 4.4 schlecht nur auf 4. Das wäre katastrophal, weil man mit Pech eben nur 4ghz bekommt und mit Glück für relativ wenig Geld 4.4. Deshalb führt man dann einfach ein neues Produkt ein mit nem X dazu und gibt dafür die besseren Chips her.

Aus Marketing Sicht noch etwas anders.

Das ist die gleiche Frage, wie warum bringen die Smartphone Hersteller gefühlt jedes Jahr 10 Modelle die die Mittelklasse abdecken. Statt 2 Modelle für untere und obere Mittelklasse.

In dem Fall möchte der Hersteller einfach jeden potentiellen Kunden bedienen. Gäbe es beispielweise nur 2 Mittelklasse Modell so ist dem Kunden vielleicht die untere Mittelklasse zu wenig und die obere schon zuviel. Sei es in Preis oder in der Qualität. Wenn du stattdessen 10 in Mittelklasse hast die das ganze Preis und Feature Spektrum abdecken erhöhst du damit deine Chance jeden Kundenwunsch bedienen zu können.

Da muss jeder Hersteller dann einschätzen was sinnvoll ist. Irgendwann führt die Diversifizierung dazu, dass mehr Kosten entstehen, weil die Unterschiede zu marginal sind um bestimmte Produkte zu rechtfertigen.
 
Ich hab mir auch denn 3600 (ohne X) gekauft. - Läuft all Core locker auf 4,0 GHZ. - Also scheine ich nicht das schlechteste Silizium bekommen haben. - Und das für 185 EUR im Sonderangebot :-)
 
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Mein Ryzen 5 1600 will bspw. bei 1,35V nur auf 3,75GHz. Da hab ich wohl ein "schlechtes" Modell erwischt. Bei einem 1600X hätte ich sicherlich mehr rausgeholt.
Durch die Einteilung in 2 Modellvarianten, bleibt die zu erwartende Leistung gleich.
Und natürlich wollen die Geld sehen ;)
 
Gibt auch unzählige Grafikkarten die sich minimal unterscheiden. Nach mir würde es für jede Serie 3 Varianten geben. Einsteiger , Mittelklasse , Highend fertig. Aber nö 100erte von Karten mit kaum deutlichen Leistungsunterschieden kommen raus.
 
@DarkPower
Das führt dann dazu, dass man für "nur 50€ mehr" doch schon das nächste Modell bekommt. Aber wenn man dann vlt. nicht nur 50€ hat, greift man dann doch zum Modell zwei Stufen darüber...
 
alex_k schrieb:
Ich hab mir auch denn 3600 (ohne X) gekauft. - Läuft all Core locker auf 4,0 GHZ. -
Und der 3600x boosted, je nach Last, auf 4.4GHz. Mein 3600x bleibt beim spielen durchgehend auf 4.3GHz. Da ist zur X Variante noch ein Spiel dazu gab und weiterhin gibt (beim non x nicht!) und der Preisunterschied nur knapp 30€ betrug, war es für mich ein guter Kauf. Spielekey für 30€ verscherbelt und gratis Mehrleistung mitgenommen ;)

Das muss am Ende jeder selbst entscheiden, insbesondere im Hinblick ob er oft im CPU Limit hängt (z.B. bei esport Titeln).

Grüße
 
DarkPower schrieb:
Nach mir würde es für jede Serie 3 Varianten geben. Einsteiger , Mittelklasse , Highend

Grundsätzlich bin ich da ganz bei dir.

Aber stell dir mal vor du hast ne Mittelklasse Karte die sich sehr gut takten lässt bei einer bestimmten Leistungsaufnahme. Dann hast du noch ne Karte die lässt sich takten aber höhere Leistungsaufnahme. Die nächste ist genau jeweils umgekehrt zu den beiden.

Und alle Kosten das gleiche Geld. Im schlechtesten falls hast du wenig boost mit hoher Leistungsaufnahme, im besten guten boost mit wenig Leistungsaufnahme.

Aus Sicht des Kunden doof, weil er große Varianz hat für das gleiche geld.

Aus Sicht des Herstellers doof weil er für bessere Chips mehr Geld hätte verlangen können.

Daher einfach mehr Produktkategorien schaffen.

Außerdem darf man bei allem nicht vergessen dass die Spezifikationen ja "save" sein müssen. Die Produkte laufen ja meist nie am Limit.

Wenn eine Karte zb 90% der Zeit mit 1830mhz läuft aber in 10% der Fälle dabei abstürzt dann muss sie soweit runter getaktet werden dass sie 100% der Zeit save läuft. Und dann kommt noch die Leistungsaufnahme und Wärmeentwicklung dazu. Das muss alles in Relation zueinander stimmen.

Wenn Ziel ist für ein Modell 200w zu erreichen. Die karte 200w aber nur bei einem zu niedrigen takt für das Modell liefert, dann muss die Karte eine Kategorie weiter runter, weil sie nicht mehr in die Produktlinie passt.

Nicht desto trotz ist es wahr, dass die Hersteller es übertreiben mit der Auswahl.
 
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Die Sache ist doch, dass die beiden scheinbar doch nicht wirklich viel bessere Chips kriegen. Besonders beim 3800X wird der etwas höhere Takt sehr teuer erkauft, wenn man mal schaut, was der schluckt und wie warm der wird.
Da kann man gewiss auch einfach nen 3700X übertakten und bekommt kaum schlechtere Werte.
 
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Bei den 3600X und 3800X Modellen gibt es aber noch ein weiteres Dilemma, welches meines Wissens nach bis heute noch nicht untersucht wurde.
Es ist eindeutig bewiesen, dass statistisch gesehen (über viele CPUs hinweg) die 3600X bzw. 3800X CPUs einen höheren Boost erreichen als ihre Kollegen 3600 bzw. 3700X -> siehe z.B. das Video aus der entsprechenden Umfrage von der8auer. D.h. vom Binning her takten der 3600X und 3800X etwas höher als die Modelle darunter, jedoch wie sieht es mit der TDP aus? Leider sind diese beiden X Modelle mit 105W TDP anstatt 65W TDP eingestuft. Das bedeutet, dass die höheren Modelle zwar einen höheren Boost erreichen können (statistisch über viele CPUs betrachtet), dies jedoch noch lange nicht heißt, dass die f/V Kurve eines z.B. 3800X besser ist als die eines 3700X.
Vielen Leuten ist auch die Leistungsaufnahme wichtig und durch die unterschiedlichen TDPs ist halt nicht garantiert, dass obwohl der z.B. 3800X höher Boostet er auch bei gleicher Taktfrequenz weniger verbraucht als der 3700X.
Das wäre wirklich mal interessant dies zu untersuchen, aber dazu müsste man viele 3700X und 3800X oder 3600 / 3600X betrachten, denn bei 1-2 CPUs wäre dies auf Grund der Toleranzen nicht aussagekräftig.

Vielleicht wäre das aber mal im Rahmen eines Community Projektes für CB interessant? Wahrscheinlich die einzige Möglichkeit so etwas vernünftig und vor allem aussagekräftig realisieren zu können.

Grüße
using_e
 
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Man kann es auch umgekehrt betrachten:
Ein Chip, der die 4,4 GHz mit 65W schafft wird ein 3700x.
Ein Chip, der das nicht schafft, aber 4,5 GHz bei 105W wird ein 3800x
 
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T3Kila schrieb:
Man kann es auch umgekehrt betrachten:
Ein Chip, der die 4,4 GHz mit 65W schafft wird ein 3700x.
Ein Chip, der das nicht schafft, aber 4,5 GHz bei 105W wird ein 3800x

Das ist eben die Frage ob diese Aussage so immer gilt oder nicht. Das könnte uns nur AMD sagen oder aber müsste in der CB Community an vielen CPUs untersucht werden.
 
Ich denke genau deshalb sind die Kunden "verwirrt" man erwartet ja von der Bezeichnung das ein 3800x einen geldwerten Vorteil zum 3700x liefert.

Da Leistungsaufnahme und Wärmeeinwirkung aber so hoch sind für nominell 100hz mehr, die sich Performance-mäßig kaum bemerkbar machen, dafür ineffizienter ist und dadurch an Kühlung und Strom mehr kosten ist der 3800x in der Wahrnehmung die schlechtere CPU
 
Die 3600x und 3800x kauft man sich wenn man vorhat Allcore OC dauerhaft zu betreiben, üblicherweise um produktiv damit zu arbeiten. Für reines Gaming würde zumindest ich meiner CPU kein 24/7 Allcore OC antun. Natürlich wollen sich viele den Aufpreis zum 3800x sparen, da wird dann eben bei etlichen Shops bestellt und der beste 3700x behalten. Rein vom Binning her ist es aber deutlich besser gleich einen 3800x zu kaufen, siehe hier (ganz nach unter scrollen und 3700x/3800x vergleichen)
https://siliconlottery.com/pages/statistics
 
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