DavidXanatos schrieb:
Ein über 30 Jahre darauf abgerichtetes Hirn sich an einem Tree zu orientieren kann man nicht einfach so umschulen
Ich nutze Computer auch schon seit über 30 Jahren. Und ganz ehrlich, wenn ich mir heute ein Windows 95 oder gar ein Solaris mit Open Look Desktop aus den 90ern anschaue, dann schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen. GUIs haben sich im Laufe der Jahrzehnte drastisch geändert, und oft zum besseren, wenn man sich mal drauf einlässt. Mir ist immer völlig unklar was Menschen an dem unsäglichen Start Menü von Windows 95/XP vermissen. Ja damals fand man das toll, bis es was besseres gab.
Übrigens gerade herausgefunden, das PCManFM sogar auch einen Treview bietet:
Ich finde aber mittlerweile die Liste mit "bookmarks" praktischer. Den eigentlich kenne ich meine Verzeichnisstruktur ganz gut, und wenn ich für häufig genutzte Verzeichnisse eine bookmark anlege bin ich damit schneller als im TreeView. Die bookmarks ändere ich übrigens von Zeit zu Zeit, wenn ich z.B. gerade an einem anderen Projekt arbeite, dann wird die Liste nicht so lang.
DavidXanatos schrieb:
Das ist schlicht effizienter, weil ich mich im Tree viel schneller zurechtfinde als in einem baumlosen Datei-Öffnen-Dialog.
Da gebe ich dir duchaus recht, viele Anwendungen, wie z.B. Microsoft Office versuchen den Anwender vor "technischen Details" wie Verzeichnisstrukturen zu "schützen", was oft leider zu weit geht.
Damit muss man halt leben. Vor 30 Jahren habe nur technikaffine "Experten" Computer genutzt, heute nutzt sie jeder, das spiegelt sich auch im Design grafische Oberflächen wieder. Mag sein, dass sich die Techniker weniger abgeholt fühlen. Anderseits sind auch viele Änderungen, die im Laufe der Jahre gekommen sind, nützlich. Ich öffne z.B. die meisten Dateien oder auch VSCode Workspaces über die "recent Files/Projects/Workspaces" Liste, denn meistes arbeitet man in einem bestimmten Zeitabschnitt immer wieer mit denselben Objekten.
Nur um auf Dein Ausgangspost zurückzukommen: Das ist alles eher ein Problem von Dir, weil Du Dich nicht umgewöhnen magst, als ein "Mangel" irgendeiner Platform, egal ob Linux, Windows oder macOS.
Und klar, es ist auch absolut legitim sich nicht umgewöhnen zu wollen, aber dann musst Du eben auch den extra Aufwand treiben um Deine "Retro-Umgebung" zu bauen.
Was man durchaus kritisieren kann ist die Explosion an Distributionen und verschiedenen Desktop Enviornments in der Linux Community. Es mag Freiheit bedeuten, aber am Ende hilft es niemanden, sondern kostet alle nur viel Zeit und kann auch zu Frustration führen (Stichwort "Choice Paradoxon").
Es gab mal eine Zeit (so ca. 2000-2010) da sah es so aus als würde sich die Linux Welt um ein paar große Distributionen und zwei Desktop Environments (KDE und Gnome) konsolidieren.
Dann fing Ubuntu mit schrägen Experimenten wie Unity an (wo sie unter anderem Anwendungen eine Mac Like Menüleiste aufgezwungen haben) und danach begann irgendwie die "kambrische Explosion" der Linux Distros und Desktops. Ich habe das nicht tief genug verfolgt, um zu verstehen, was der Auslöser war. Aber es hatte vermutlich damit zu tun, dass sich manche Projekte mehr für ihre eigene missionarische Weltsicht als für ihre Anwender interessiert haben. Ich will jetzt nicht sagen, das Apple und Microsoft da viel besser sind, aber die Linux Community hat die Chance verpasst, einen Kontrastpunkt zu setzen.
Unity war für mich der Auslöser wieder zurück von Linux zu Microsoft zu wechseln (neben dem Aspekt dass Microsoft Office um die Zeit ein paar nette Features eingeführt hat für die es in LibreOffice keine Entsprechung gab).
Seitdem ist Linux bei mir in VMs gewandert (da bin ich sowieso flexibler als auf pyhischer Hardware) und als Desktop in den VMs habe ich lange LXDE genutzt, mittlerweile eher LXQt.