Am besten wiederherstellbares textbasiertes Dateiformat

Sonnenherz

Cadet 4th Year Pro
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Guten Abend.

In der Vergangenheit habe ich ein paar Mal mittels einer Software (Disk Drill) Dateien von Medien (USB-Sticks, SD-Karten) erfolgreich wiederherstellen können.

Es geht nicht darum wie es passiert ist (technischer Defekt, vorzeitiges Abziehen) und auch nicht um die Prävention (Back-ups, USV) sondern mir ist bei der letzten Wiederherstellung etwas aufgefallen, denn da hieß es laut Erinnerung: ".txt-Dateien können schlecht wiederhergestellt werden, da sie "blank" abgespeichert werden."

Eine kurze Suche hat folgenden Satz ergeben: "Plain-Text-Dateien haben keine eindeutige Dateisignatur, was bedeutet, dass die signaturbasierte Wiederherstellung oft nicht zuverlässig ist."

Wenn ich bei Disk Drill unter "unterstütze Dateitypen" nachschaue, dann kann ich z. B. ".html" finden (aber natürlich keine .txt).

Meine Frage: Wie sind eure Erfahrungen mit der Wiederherstellung von .txt-Dateien und wäre es unter dem Aspekt der Wiederherstellung besser, blanke Textdateien in Zukunft als .html-Dateien zu speichern?

Ich lege mir gerne Text-Dateien mit Notizen/Anmerkungen mit dem Editor an und bin dazu übergegangen sie als html-Dateien abzuspeichern (was natürlich auch Vorteile hat im Bezug auf URLs und Formatierungen).

Weil Textdateien schnell und einfach bearbeitet werden können, finde ich sie praktischer als ein Dokument. Man kann sie unkompliziert öffnen und die Unterstützung ist plattformunabhängig und nicht abhängig von spezieller Software.
 
Für bessere Formatierung ist der Standard MarkDown.

Natürlich kann man Text-Dateien besser herstellen als alles andere was propertiär ist. Bei der Meldung geht es darum zu erkennen von welchem Typ eine Datei ist. html kannst du genauso wie zb.B. doc/ docx besser automatisch erkennen. Aber die Erfolgsquote ist viel niedriger, weil jedes Byte genau passen muss. Bei einer Textdatei ist es egal wenn mal ein paar Bytes durch Nullen ersetzt werden. Eine docx oder html bekommst du kaum repariert mit vernünftigen Zeitaufwand.
 
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Das Problem ist weniger die Endung .txt, sondern der Inhalt. Plain-Text-Dateien haben normalerweise keinen eindeutigen Header oder eine klare Dateisignatur. Bei vielen anderen Formaten kann ein Recovery-Tool anhand typischer Muster erkennen: „Hier beginnt eine JPG/PNG/PDF/ZIP/HTML-Datei.“ Bei einer simplen Textdatei besteht der Inhalt aber im Grunde nur aus Zeichen. Wenn die Dateisystem-Informationen noch vorhanden sind, kann so eine Datei natürlich trotzdem wiederhergestellt werden. Wenn aber nur noch signaturbasiert gesucht wird, ist .txt deutlich schwieriger zuverlässig zu erkennen.

Eine .html-Datei kann in dem Fall etwas besser sein, aber nur eingeschränkt. Wenn die Datei wirklich HTML-Struktur enthält, also z. B. <!doctype html>, <html>, <head>, <body> usw., dann hat ein Recovery-Tool mehr Anhaltspunkte. Wenn man aber einfach normalen Text nimmt und ihn nur mit der Endung .html speichert, bringt das vermutlich kaum etwas, weil der Inhalt dann weiterhin nur Plain Text ist.
 
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Gibt es keine KI-basierten Wiederherstellungstools, die Texte nach dem Inhalt wieder zusammensetzen können ? Das wäre doch eigentlich eine ideale KI-Aufgabe.

Ansonsten sehe ich bei plain text den Vorteil, dass man ihn auch von Hand wieder zusammenstoppeln kann, ohne das Risiko, dass eine Wundertütensoftware wegen einer falschen Checksumme eine komplette Datei als ungültig verwirft.

Ich würde auch beim Datenträgerformat ansetzen. Das alte Disketten-FAT hatte z.B. kaum Redundanz, da war sogar das C64-Dateisystem besser.

Keine Ahnung, inwiefern exFAT da verbessert wurde, oder ob man vielleicht besser NTFS oder irgendein anderes Dateisystem verwendet. Hängt natürlich auch davon ab, wie intelligent sich die jeweilige Wiederherstellungssoftware anstellt. Wenn die eingebaute Redundanzen nicht nutzt, hat man nichts davon.
 
Für Plain-Text könnte ggf. noch ein UTF8 BOM eine ausreichende Signatur darstellen. Doch 2 Bytes sind eben ein dünner Strohhalm.
Bei NTFS könnte ggf. noch helfen, dass kleine Dateien (~900 Byte) direkt in der MFT gespeichert werden und man es somit an der MFT-Eintrag-Signatur wiederherstellen könnte. Ob das bei anderen Dateisystemen der Fall ist, weiß ich nicht.
 
Sonnenherz schrieb:
Meine Frage: Wie sind eure Erfahrungen mit der Wiederherstellung von .txt-Dateien und wäre es unter dem Aspekt der Wiederherstellung besser, blanke Textdateien in Zukunft als .html-Dateien zu speichern?
Nein.
Es wäre besser zeitnahe und regelmäßige Backups anzulegen.
 
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mchawk777 schrieb:
Es wäre besser zeitnahe und regelmäßige Backups anzulegen.
Allerdings. Ich habe noch nie erlebt, dass sich jemand ein Dateiformat nach potentieller Wiederherstellbarkeit auswählt. In erster Linie sollte man dafür Sorge tragen, dass es gar nicht erst zu Datenverlust kommt.

Man kann es aber natürlich auch richtig hemdsärmelig machen und sich einfach selbst einen Header für Textdateien ausdenken (z.B. #####!!MeinSuperHeader0815!!#####) und den dann immer an den Anfang jeder Textdatei stellen. Man muss dann nur in seiner Recoverysoftware diesen Header als benutzerdefinierte Signatur hinzufügen und kann so alle Dateien wiederfinden. Sinnfrei, würde aber vermutlich funktionieren.
 
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Evil E-Lex schrieb:
Sinnfrei, würde aber vermutlich funktionieren.

Wenn es da nicht Fragmentierung und CoW geben würde.
Du wiederholst den Header dann nach jedem neuem Cluster. Und du schreibst zur Sicherheit rein welche Datei das gerade ist.
 
Anschließend an das, was @Lynacchi gesagt hat, könnte man eine Datei mit HTML-Tags versehen, aber sonst nur einfachen Text in sie schreiben. So hätte man das Beste aus beiden Welten, hohe Wiederherstellbarkeit und hohe Erkennbarkeit.

Wenn man ein vernünftiges Backup-System hat, braucht man sich um solche Sachen aber eigentlich keine Gedanken zu machen. Wer Dateien anlegt mit dem Hintergedanken, wie gut Recovery bei diesen wahrscheinlich funktionieren wird, macht grundlegend was falsch.

Als Ausnahme würden mir RAR-Dateien o.Ä. mit Recovery-Record einfallen. Das ist je nachdem durchaus sinnvoll.
 
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Evil E-Lex schrieb:
Allerdings. Ich habe noch nie erlebt, dass sich jemand ein Dateiformat nach potentieller Wiederherstellbarkeit auswählt.
Ich - in einem Fall: WinRAR. 😉
Will mal so sagen: Die Wiederherstellungsdaten haben mir das Eine oder Andere Mal durchaus geholfen.
Man muss sie halt beim Packen aktivieren. 😅
 
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