nutrix schrieb:
Moment bitte, da muß man jetzt differenzieren, das war der Monitor, der 1084. Es war eben damals ein Kind seiner Zeit, und mal ehrlich, wer hatte zu Hause in den 80ern ein richtigen Monitor stehen?
"Zu Hause", also im Sinne Heimcomputer stimmt das. Und als Heimcomputer/Gaming Maschine war der Amiga 500 ja auch erfolgreich.
Aber im professionellen Bereich war der Interlace Bildschirm ein Hindernis, das stand z.B. auch im damaligen Testbericht der c't.
Der deutsche Wikipedia Artikel thematisiert das unter dem Punkt "nicht bürotaugliche Bildschirmdarstellung" auch.
Der ungefähr zur gleichen Zeit erschienene Atari ST hatte optional einen monochromen Monitor der mit 72Hz betrieben wurde (SM124), dadurch war der Atari recht beliebt als DTP Maschine.
Gute Farbmonitore waren damals in der Tat noch sehr teuer, daher hatten z.B. auch Workstation wie die Sun 3/50 einen Monochrom Bildschirm.
Am PC verzichtete man auch meist auf Farbe, und nutzte Monochrom Bildschirme zusammen mit der Hercules Grafik, da hatte man immerhin kein Interlacing.
Ich selber hatte am PC ab ca. 1988 einen NEC Monochrom Multisync, der hatte die Technik des farbigen Multisync war aber bezahlbarer.
Commodore hat recht halbherzig versucht den Amiga im professionellen Bereich zu etablieren (siehe auch Sidecar), aber es nie geschafft.
nutrix schrieb:
Damit meinte ich vor allem, dass ich die späteren Entwicklungen, auch z.B. die Versuche den Amiga nach der Commodore Pleite weiterzuführen, nicht mehr verfolgt habe. Die Amiga Szene ist ja bis heute aktiv.
Ich hatte seinerzeit tatsächlich überlegt mir einen Amiga 500 als Zweitcomputer zuzulegen, und mich durchaus damals recht intensiv damit beschäftigt. Ich fand als Informatik Student mit einer Affinität zu Computer Architektur den Amiga auch interessanter als den eher langweilig aufgebauten Atari ST (das war ja im wesentlichen ein 68K, mit etwas DRAM und einem simplen Framebuffer-Videocontroller).
Der Amiga 500 hat die Leute abgeholt, wer da nicht eingestiegen ist, ist den Weg auch später nicht mehr weitergegangen.
In der Rückschau war die Zeit zwischen ungefähr 1980 und 2000 eine sehr spannende Zeit, weil da im wesentlichen dass entstanden ist, was heute PCs ausmacht.
Übrig geblieben sind letztendlich die x86-64 Plattform mit Intel und AMD als Hersteller, Windows NT (heute Windows 11) und Linux.
Lediglich Apple hat es geschafft als Alternative zu überleben, zeitweise auch nur knapp, und zwischendurch ja auch durch Nutzung der x86-64 Platform als Hardware.
Und über den Umweg Embedded und Mobil hat ARM auch überlebt und ist heute da wo es am Anfang mal sein wollte.