TomH22 schrieb:Falls man sowas wie ein 32 Bit Zeitalter definieren möchte, gehört für mich da vor allem auch ein virtueller 32 Bit Adressraum und eine paged MMU dazu, sowie natürlich ein Betriebsystem, dass dieses auch unterstützt.
Atari und Amiga sind soweit garnicht gekommen.
Doch, doch. Amiga 3000 und 4000 hatten eine MMU, und es gab Unix System V R4 fuer den Amiga. Fuer den Atari TT gab es System V R4 (aber relativ spaet), und etwas spaeter gab's auch noch Ports von Linux und NetBSD fuer den Atari TT.
Das Problem dabei war, dass das alles relativ spaet kam und von Preis/Leistung her nicht besonders attraktiv war. Ich habe 1993 einen 486DX2/66 mit 16MB RAM und 340MB HDD gekauft und darauf Linux installiert. Sowas schnelles gab's damals von Commodore und Atari bei weitem nicht, und fuer einen Amiga oder Atari mit 16MB RAM haette man m.W. mehr zahlen muessen als ich (ATS 40000 ~ EUR 3000).
Im PC Bereich hat es letztendlich bis Windows XP gedauert, bis es wirklich beim Durchschnittsanwender ankam.
Offenbar waren dem Durchschnittsanwender die Vorteile von Linux und Windows NT egal, die haben froehlich weiter Windows 3.11, 95, 98, und ME verwendet. Wobei diese Betriebssysteme alle schon mindestens einen 386SX benoetigt haben, die waren also zumindest in Teilen schon 32-bit-Systeme. Und die MMU des 386 haben sie auch verwendet.
Da vergleichst Du schon sehr unterschiedliche Dinge.
- Bei den Minicomputern (z.B. Nova), wurde hardwaremäßig extrem gespart, da gab es teilweise auch bitserielle ALUs
- Bei den Pentium 4 waren Teile der Pipeline „double pumped“ (also arbeiten mit dem doppelten Takt), dadurch kann die Pipeline trotzdem eine 32Bit Operation je „Standard“ Takt ausführen.
- Beim 68000 war hingegen der interne Datenpfad größtenteils 16 Bit breit, daher musste er 32 Bit Operationen in zwei Takten machen.
Es ist in allen Faellen das gleiche: Es wurde Hardware gespart, indem schmaelere ALUs die breiteren Daten in mehreren Unterschritten verarbeitet haben. Also sollte man die Bit-Breite nicht an der ALU festmachen.
Die Frage ob eine CPU ein 8, 16 oder 32 Bit Prozessor ist, war aber ein typischer Diskussionspunkt der 80er Jahre, damals waren die Prozessoren ja z.B. ohne Caches direkt an den Speicher angebunden, dadurch war sowas wie der 8 Bit Bus bei 8088 und 68008 eine deutlich spürbare Bremse.
Klar. Trotzdem nannte man den 8088 einen 16-bit-Prozessor. Von daher sehe ich keinen Grund, den 68000 wegen seines 16-bit Datenbusses einen 16-Bit-Prozessor zu nennen. Ja, es haben damals viele Leute gemacht. Heute wissen wir es besser.
Es gab ja auch alle möglichen „hybriden“ Designs z.B. den 65816 als 16 Bit Erweiterung des 6502.
Hat aber auch nur einen 8-bit-Datenbus.