MaverickM schrieb:
Und das nennst Du viel? Soviel hat ein gutes Board auch vor 15 Jahren schon gekostet. Und damals war die Qualität der Einsteiger-Boards deutlich schlechter. (...)
Ich misch mich mal dazu: Jein, mach mal aus den 15 Jahren zwölf, meine Erinnerung besser mitspielt, und dann gabs für 120 Euro
auf AMD-Plattformen (ja, Intel war früher teurer) solide
Voll-ATX-Boards mit mehr als ausreichender Spannungsversorgung und
ordentlich Erweiterungssterckplätzen. Ich wechsle gerade von meiner altgedienten AM3+-Plattform auf AM5, mein Damals-120-Euro-Klasse Gigabyte-AMD970-Board hatte zwei PCI, drei PCIe x1 und zwei PCIe x16 Steckplätze - ja, PCIe war nur 2.0 obwohls 3.0 schon "gab", aber was habe ich denn heute im Supoersonderangebot für 150 Euro, Listenpreis 190 Euro, bekommen: 1 PCIe x16, 1 PCI1 x4 und 1 PCIe x1, alles 4.0, ist ja 12 Jahre später, aber 5.0 gibts auch schon, wie es damals schon 3.0 gab. Jaja, natürlich, ich soll die zwei M2-Steckplätze nicht unterschlagen, die PCIe_Lanes verbrauchen, aber wo die zwei M2 dazukommen, gibts dafür auch nur noch 4 SATA Plätze - mein altes Damals-120-Euro-Klasse-Board hatte
8.
Bei der "Qualität" hast du auch nur scheinbar einen Punkt. Ja, die AM3+-Bpards hatten Designfehler, allesamt haben die Northbridge (sorry, dass ich das so nenne, 2-Chip-Chipsatz, oben=north, unten=south) unterkühlt - das aber Preisklassenunabnhängig. Ich hatte ja mal ein Oberklasse-990-Board von Asus für AM3+ und die hatten, nicht nur bei Asus, alle eine Heatpipe zur Weiterverteilung der Northbridge-Abwär,me auf die CPU-Spannungswandler, weil letztere Platz für mehr Kühlfläche hatten, dafür sind die dann extraheiß geworden und früh gestorben - instabil im Prime95 waren die ohne gezioelte Lüftung auf die Northbridge alle. UZnd zu letzterem liefen damals hier im Forum plötzlich viele Leute rum, die behaupteten, ein Desktoprechner könne gar nicht über mehr als 4 Stunden "prime-stable" sein und Prime95 wäre daran schuld - was ein Quatsch damals.
Allerdings lesen sich manche aktuellen Boardreviews auch komisch, wenn beispielsweise AM5-Boards von Gigabyte im Bereich unter
190 Euro bescheinigt wird, "alles im grünen bereich, die Spannungswandler werden bei den größeren CPUs ohne Übertaktung nur sehr heiß, aber in ihrem Normbereich" - das klingt sehr ähnlich wie damals bei den Tests von AMD-990-Boards und lässt mich damit rechnen, dass man die Boards dann nach 3 Jahren wegen Kurzschluiss nach zu starker Elektropmigration in einem MOSFET in die Tonne werfen darf.
Und sorry, dass ich auf deine Knapp-Über-70-Euro-Klasse nicht eingegangen bin, das ist alles
µATX und bei µATX war bis knapp vor der Pandemie der Einstiegspreis knapp über 40 Euro, meist nur AsRock und Biostar, die ich damals wie heute meide wie die Pest. (aktuell durchbrennende AM5-Sockel bei AsRock, alles angeblich AMD's Schuld, aber Asus, Gigabyte und MSI sind nicht betroffen)
Das alles ist aber auch weniger schlimm als es scheint, weil wir anerkennen müssen, dass wir nicht nur bei Elektronik, sondern auch überall sonst mit der Russland-Ukraine-Eskalation als zweitem Akt des Doppelwummses aus Ukrainekrieg und Pandemie innerhalb kürzerer Zeit eine davor zehn Jahre ausgebliebene Inflation
nachgeholt haben. Als die Boards für AMD-Plattformen noch so günstig waren, gab es noch keinen Mindestlohn bzw. der wurde in Höhe von, ich glaub das waren 8,50 €, gerade erst eingeführt. Jetzt sind wir gerade bei 12,82, völlig zurecht bei 12,82, aber diese Mindestlohnentwicklung spiegelt auch die Inflation wieder, die manche bei AMD-Boards bejammern.