Anstieg der Krankenkassenbeiträge auf 15,5%

Was haltet ihr denn von den Neuerungen?

  • Finde ich vollkommen in Ordnung.

    Stimmen: 8 4,5%
  • Die Erhöhung der Beiträge akzeptiere ich. Ein frei wählbarer Zusatzbeitrag nicht.

    Stimmen: 39 21,8%
  • Mir sagen beide Aspekte nicht zu.

    Stimmen: 98 54,7%
  • Lasst mich mit dem Politikgelaber in ruhe.

    Stimmen: 34 19,0%

  • Umfrageteilnehmer
    179
Also das ist nun etwas, dass du der FDP nicht in die Schuhe schieben kannst. Damit haben SPD und CDU in der Großen Koalition angefangen, wurde jetzt halt konsequent fortgesetzt. Krtischer finde ich es da wirklich, dass mal wieder die Apotheker geschont wurden. Klischéeee...
 
Andy, da magst Du sicherlich Recht haben. Bei der FDP muss ich aber leider sofort an sowas denken...
Da der einfache Arbeiter keine große Lobby hat kann man es ja mit ihm machen. Also warum woanders an der Stellschraube drehen?
 
das loch bei den krankenkassen wird immer größer, irgendwo muss das geld herkommen. das was getan muss, ist also klar. wenn ich das aber richtig verstehe, dann ist es wieder klientelpolitik sondergleichen, denn die armen werden am stärksten belastet, die reichen am wenigsten. das kanns echt nicht sein, es reiht sich in eine schlange schwarz-gelber klientelpolitik ein.

deutschland muss sich aber auch fragen, ob es krebskranken weiter eine behandlung, die 50.000€ im jahr kostet, aber kaum lebenserwartung bringt, weiter finanzieren möchte. oder weiter zulässt, das kerngesunde frauen mit kerngesunden babys per kaiserschnitt entbinden dürfen (2500€-6000€ pro kaiserschnitt). ich koste den staat in dieser hinsicht nicht viel, und bei manchen behandlungen kann ich es einfach nicht verstehen, dass ich das mitfinanzieren soll. ein bekannter ist trotz chemo an darmkrebs gestorben. das war nochmal schön teuer zum abschied.

so long and greetz
 
ein bekannter ist trotz chemo an darmkrebs gestorben. das war nochmal schön teuer zum abschied.
Unfassbar!

Dir ist Geld also wichtiger als ein versuch ein Menschenleben zu retten? Ich habe selbst in meiner Familie einen Krebs Fall. Warum soll man ihnen nicht versuchen zu Helfen?

ich glaub du weißt gar nicht was es bedeutet, so einer Krankheit verfallen zu sein *Kopfschütteln*

Solche Äußerungen wie von dir machen mich nur Sauer!
 
eine solche reaktion hatte ich erwartet. mehr kann ich dazu nicht sagen.

nein, ich bin kein kalter mensch. und die aussage war bewusst als provokation gedacht. ich bin mal auf weitere reaktionen gespannt.

Dir ist Geld also wichtiger als ein versuch ein Menschenleben zu retten?
wenn ein mensch die wahl hat, sich zwischen seinem und dem leben eines anderen zu entscheiden, dann wird sich praktisch jeder erstmal für seinen eigenen arsch entscheiden. das ist ein urinstinkt. das war ein gedankengang für den fall, das der karren richtig vor die wand fährt. falls das passiert, dann bedauern wir viel mehr als nur einen krebstoten...

und fakt ist einfach, das wir nicht nur auf der einnahmenseite etwas tun müssen. und ich glaube, dass früher oder später eine debatte über die limitierung von leistungen unumgänglich ist.

so long and greetz
 
Zuletzt bearbeitet:
Allerdings. Zumal das mit den Berechnungen von Chancen und Lebenserwartung so eine Sache ist. Es ist Statistik, Erfahrungswerte, aber sie berücksichtigt wenig den einzelnen Fall. Warum auch, denn es ist schlicht Wahrscheinlichkeit, kein Urteil. Solange die Möglichkeit besteht, ist es zum Glück so, das eine Behandlung nicht darauf Rücksicht nimmt. Und ausführlich zu untersuchen ob es das Menschenleben überhaupt noch wert ist, gerettet zu werden, ob sich der Preis für eine Chance noch lohne, ist auch nicht billig und vorallem: Es ist menschenunwürdig.

Die Frage ist: Warum ist das so teuer? Muss es so teuer sein? Ich sehe ein, dass z.b. ein Kaiserschnitt vorallem Personalkosten verursacht. Ebenso stationäre Behandlung, nicht billig ist und nur schwer sein kann. Aber die Behandlung mit Medikamenten als solche (und mehr dürften die 50000 € kaum abdecken), die auch bei anderen Krankheiten das und noch deutlich mehr kosten, warum kostet das solche Summen.

Nur weil es keine Alternativen gibt? Es sind nun mal gerade Sachen, die in dem Stadium alternativlos sind. Ob nun mögliche Lebensverlängerung oder Heilung, die Notlage wird eiskalt genutzt, es gibt keinen Wettbewerb, keine Raum für Verhandlungen. Und das wird noch abgesichert durch ein System von Profiteuren. Das funktioniert so gut, dass massenhaft Geld in die Erhaltung des System fließt.

Bitte, diese Ausrede von wegen Urinstinkt ist billig und zynisch. Damit kann ich auch den Totschlag des Nachbarn rechtfertigen, weil ich neidisch bin, weil er mir die Sonne nimmt, die Luft zum Atmen oder weiß der Geier. Wir haben ein paar Jahre kultureller Entwicklung durchgemacht die zwischen Instinkt und Moral stehen sollten.

Im übrigen ist es auch sehr billig vom eigentlichen Thema abzukommen, in dem man möglichst provokant etwas in Zweifel zieht, was gar nicht zur Debatte steht. Es geht um doch die Frage, was notwendig ist um Leben zu erhalten und was nicht lebensnotwendig ist, was man also sparen kann. Nicht dort zu sparen, wo man prinzipiell Leben retten kann. Man fängt eigentlich sowas nicht mit dem letzten Strohhalm an.

Von daher bitte ich schon diese pseudo-moralische Debatte (denn angesichts der Begründung, es sei halt so Urinstinkt, ist es nicht mehr als die Lust an der Provokation, was auch gar nicht bestritten wird) irgendwann anders zu führen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Müsste man nicht, wenn man mal von (wie du richtig schriebst) schwarz-gelber klientelpolitik weg gehen würde.

Für mich ist dies nur einer der ersten schritte, das die schwarz-gelber Koalition versucht, doch alles auf Privat umzustellen. Alle sollen sich am besten Privat versichern, derjenige der mehr einzahlen kann, bekommt die besseren Ärzte und Behandlungen. Genau auf diesem weg befinden wir uns.

Unser jetziges Gesundheitssystem wird mehr und mehr Kaputt gemacht. Und dies war mal einer der besten Systeme, wofür wir in Deutschland beneidet wurden.

Wo ich dir allerdings ein wenig zustimme ist Limitierung von Leistungen. Ich denke, das z.b. todesmutige Extrem Freikletterer (oder wie die heißen), oder Bungee Springer eine extra Versicherung abschließen müssen, denn dies sind Gefahren die man aus dem Wege gehen könnte.

Wenn sie sich dann Verletzen,springt genau diese Versicherung ein.

Aber wie geschrieben, bei Krebs etc würde ich niemals Einschnitte vornehmen! Das wäre ein Rückschritt ins Mittelalter
 
Zuletzt bearbeitet:
happy, wenn du erlaubst, möchte ich dazu noch einmal ausführlich stellung nehmen:
Es ist menschenunwürdig.
ich gebe dir recht! wie gesagt, ich bezog mich explizit auf ein "endzeitszenario". dem ersten schritt, nämlich die regulierung der arzeimittelkosten und dem deckeln der gewinne der pharmaindustrie, geht unsere derzeitige regierung aber auch meilenweit aus dem weg. und ich bin mir auch nicht sicher, ob sich daran in dieser legislaturperiode mit dieser regierung etwas ändert.

Bitte, diese Ausrede von wegen Urinstinkt ist billig und zynisch.
billig: finde ich nicht. ich glaube ich brauche dir am allerwenigsten zu erzählen, wie sich menschen in extremsituationen verhalten. zynisch: ja, aber bitte unterstelle mir nicht, das mir dieser gedanke gefällt. gegenbeispiel? du hast diese 50.000€. links von dir steht eine krebskranke person, rechts von dir 4 hungrige kinder. du kannst nur einem helfen. wem hilfst du? was ich damit sagen will: es gibt kein richtig oder falsch. gibt es einfach nicht. ich würde aber wohl versuchen die kinder zu ernähren. und die bewertung von leben passiert nicht nur mir. die passiert jedem. das aktuellste beispiel kommt auch aus der richtung: PID, Präimplantationsdiagnostik. ist jetzt in bestimmten grenzen erlaubt. auch hier wird leben massiv bewertet.

Nur weil es keine Alternativen gibt? Es sind nun mal gerade Sachen, die in dem Stadium alternativlos sind. Ob nun mögliche Lebensverlängerung oder Heilung, die Notlage wird eiskalt genutzt, es gibt keinen Wettbewerb, keine Raum für Verhandlungen. Und das wird noch abgesichert durch ein System von Profiteuren. Das funktioniert so gut, dass massenhaft Geld in die Erhaltung des System fließt.
das ist ein denkanstoß, den ich mir erhofft hatte. ich werde mir darüber nochmal gedanken machen. wobei ich glaube, dass das problem dort wieder ein größeres ist, als nur die gewinne der pharmaindustrie.

Im übrigen ist es auch sehr billig vom eigentlichen Thema abzukommen, in dem man möglichst provokant etwas in Zweifel zieht, was gar nicht zur Debatte steht.
ich habe in zweifel gezogen, dass das system, das durch den kompromiss der bundesregierung "gerettet" wird, auf dauer funktioniert. wie, wenn nicht so, hätte denn eine passende antwort aussehen sollen? und was ist daran billig?

so long and greetz
 
Zuletzt bearbeitet:
Billig finde ich daran nur, dass du scheinbar annimmst, nur mit dem potentiell größten Aufreger, mit der offen sichtlichen Provokation deinen Punkt machen kannst. Aber dein erster Beitrag sprach nicht erkennbar von Endzeitszenario, sondern vom jetzt und hier, nämlich "deutschland muss sich aber auch fragen, ob es krebskranken weiter eine behandlung, [...] weiter finanzieren möchte." Das ist explizit, aber nicht so wie du es jetzt darstellst.

Dabei sind wir uns wohl einig, dass dieses System reformbedürftig ist. Aber ich halte deine Ansatz nicht mehr für sachlich bzw. den Versuch eine aus meiner Sicht gefährliche und unnötige Debatte, nämlich ob wir uns Lebenserhaltung ohne jeden Zweifel leisten wollen, vom Zaun zu brechen. Dabei sollte es hier eigentlich um die Reform des Gesundheitswesens gehen, um das zu vermeiden, was du ohne zu relativieren als bedenkenswert eingebracht hast.

Wenn wir alle Optionen ausgeschöpft und diskutiert haben und es dennoch nicht möglich sein soll, das System zu finanzieren, dann kann man sich über deinen Vorschlag Gedanken machen. Der im übrigen ja nur daraus hinaus läuft: Ich muss es mir leisten können, nicht zu sterben. Denn natürlich hört es bei der Chemotherapie nicht auf, wenn man erstmal soweit ist.

Vor allem führt es nur das fort, was du vorgeblich bemängelst: Es nimmt an, dass die Macht der Konzerne nicht zu brechen ist und nur dadurch gebrochen werden kann, dass man sein Geld jemanden anderen gibt, auch wenn man davon selbst keinen Nutzen hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Denn natürlich hört es bei der Chemotherapie nicht auf, wenn man erstmal soweit ist.
dein wort in gottes ohr.

gut! ich halte mich bisweilen zurück. wobei mir soviele andere optionen auch nicht einfallen. klar ist:
1. in deutschland geht man so oft wie nirgends sonst zum arzt, und das, obwohl wir die geringsten krankheitsbedingten fehltage haben
2. praktisch nur in deutschland kann die pharmaindustrie die preise so frei gestalten.
wären das also punkte, an denen man ansetzen müsste? klar kann man die praxisgebühr weiter erhöhen, um leute davon abzuhalten, zu schnell zum arzt zu gehen. aber auch hier sehe ich wieder moralisches konfliktpotential, wenn man bedenkt, wie viele krankheiten durch gute vorsorge vermeidbar wären. eine höhere praxisgebühr wird dazu führen, dass die leute die vorsorge vernachlässigen, was im zweifelsfall wieder teuerer wird. zumal das wieder die zwei-klassen-gesellschaft fördert, denn reiche gehen zum arzt, egal wie hoch die gebühr ist.

du hast die macht der konzerne schon angesprochen. die lobby gerade der pharmaunternehmen zu brechen dürfte wohl eine herausforderung sein. und eine möglichkeit der politik, ihren wahren wert zu beweisen.

so long and greetz
 
Odium schrieb:
Acetylsalicylsäure
Nicht verschreibungspflichte Medikamente wie Aspirin sind aus dem Leistungsumfang der Krankenkassen ausgeschlossen, also tauchen die Kosten dafür sowieso nicht im Gesundheitssystem auf. Verschreibungspflichtige Medikamente (=Kassenleistungen) über Onlineapotheken zu bestellen, ist ziemlich unpraktikabel, da man das Originarezept postalisch einsenden muss und in jedem Fall mehrere Tage Wartezeit hat, bevor man das Medikament bekommt.
Mehr Wettbewerb wäre hier sicherlich wünschenswert, doch es ist die FDP, die das zu unterbinden versucht. Aber das ist sowieso nicht das größte Problem, da es oft Generika gibt, die in in den meisten Fällen auch sehr preisgünstig sind. Die problematischen Kosten entstehen dort, wo die Krankenheiten schwerer werden. Eine Chemotherapie kostet schnell mal zigtausende Euro. Wie will man sich als Einzelner dagegen wehren?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich erinnere mich noch grau an Aussagen, wie keine Erhöhungen und die Aussicht auf Abschaffung der 10€.

Das Gesundheitssystem ist als soziales System konzipert worden. Hier muss man ansetzen und diese Grundlage wiederherstellen. Erst veräussern die regierung das Stromnetz, öffentliche Verkehrsmittel, dann das Straßennetz, das Gesundheitssystem, die Renten und was auch noch kommen mag. Das alles wurde von den Steuerzahlern finanziert und gehört den Steuerzahlern, also dem Volk. Wer es privatisiert und gewinnbringend, statt Überschüsse dem Steuerzahler oder in Optimierung und Verbesserung des Systems zu investieren, der bereichert sich am System.

Der erste Schritt bleibt bei der Politik und den Volksvertretern.

Wir haben einen unfähigen Gesundheistminister, der wie eine Marionette wirkt und eine Politik, die sich nicht traut die Probleme dieses Landes direkt und wahrheitsgemäss anzupacken oder anzusprechen.

Ich habe bei mir zuhause kein einziges Medikament oder Placeopräparat. Ich verhalte mich präventiv und höre auf mein Gewissen. Was mir körperlich oder seelisch schadet wird von mir entsorgt. Spass am Leben, klar, aber nicht betrunken Ski oder Auto fahren, bei Rückenproblemen auch noch Bungie springen. Sorgenfrei zu leben, heist gut zu leben und das spart nicht nur Geld, sondern gibt anderen arbeitenden Mitmenschen die Möglichkeit sich auf die eigentliche Arbeit und Problemfälle zu konzentrieren. Erinnert stark an unnütze Themenesrtellungen, wie: "Hilfe, habe ein Problem." Zum Schluss stellt sich raus, Problemsteller hat keine Ahnung und wurde nicht aufgeklärt. Das ist ein Bildungsgrundsatz im Rahmen der Erziehung, schliesslich kann man mit einer Drahtbürste nicht nur die LGA wie auch die Zähne reinigen, nur sollte man es nicht. ;)

Wenn wir weiter im Sozialstaat leben möchten, seine stützenden Vorzüge bei unvorhergesehenen Krisen geniessen möchten, dann müssen wir uns alle einander auch in Eigenverantwortung sozial mit Würde behandeln und verhalten. Daher ist auch ein Zwei-oder dreiklassensystem in jeglicher Hinsicht asozial und wir brauchen uns jetzt nicht über die selbstgemachten 15,5% beklagen.
 
wie man so hört, hat die fdp noch heute nacht ihren wahlspruch zur vergangenen bundestagswahl korrigiert in " kaum netto vom brutto".

hätten die damen und herrn der mövenpick-partei etwas geschichtskenntnisse, wüßten sie, warum und vor allem von wem diese sozialen sicherungssysteme eingeführt wurden.

und all das geschwafel um wettbewerb im gesundheitswesen. wie soll das bitte schön funktionieren? >wir gipsen ihr bein nur zur hälfte ein<, oder >blinddarmoperation in halber zeit< bzw. >hüftgelenkprotese in gewohnter umgebung< ?

frag mal nen arzt, was der davon denkt.
 
xXstrikerXx schrieb:
1. in deutschland geht man so oft wie nirgends sonst zum arzt, und das, obwohl wir die geringsten krankheitsbedingten fehltage haben
2. praktisch nur in deutschland kann die pharmaindustrie die preise so frei gestalten.
wären das also punkte, an denen man ansetzen müsste? klar kann man die praxisgebühr weiter erhöhen, um leute davon abzuhalten, zu schnell zum arzt zu gehen. aber auch hier sehe ich wieder moralisches konfliktpotential, wenn man bedenkt, wie viele krankheiten durch gute vorsorge vermeidbar wären. eine höhere praxisgebühr wird dazu führen, dass die leute die vorsorge vernachlässigen, was im zweifelsfall wieder teuerer wird. zumal das wieder die zwei-klassen-gesellschaft fördert, denn reiche gehen zum arzt, egal wie hoch die gebühr ist.

Punkt 1 lässt sich dadurch vermeiden, indem man die quartalsweise Zuzahlung ändert und z.B. 5€ pro Arztbesuch nimmt. Ich denke, darauf läuft es sowieso hinaus, denn ohne eine Selbstbeteiligung wird man Ärzte weiter nur als Flatratedienstleistung wahrnehmen und es ist ja bekannt, was für eine massive Verschwendung das verursacht. Das Gute ist, dass man über diese Summe die Arztbesuche gut steuern und über die Jahre zurückfahren kann. Es wird seine Zeit dauern, aber irgendwann ist dann jedem klar, dass man einen Arzt nur dann besucht, wenn es sich lohnt und nicht wenn man nur 38°C Fieber hat.

Punkt 2 wird gerade in der Politik verhandelt, da kann man als Privatperson nicht viel machen. Ich denke, hier wird die EU sich bald einschalten und sagen, dass es auf diese Weise nicht geht.

hal9000 schrieb:
und all das geschwafel um wettbewerb im gesundheitswesen. wie soll das bitte schön funktionieren? >wir gipsen ihr bein nur zur hälfte ein<, oder >blinddarmoperation in halber zeit< bzw. >hüftgelenkprotese in gewohnter umgebung< ? frag mal nen arzt, was der davon denkt.

Offensichtlich, dass Ärzte die falsche Anlaufstelle sind, um das ganze zu bewerten, oder?
Im Krankenhauswesen ist es momentan so, dass dort die öffentlichen Gelder nach der Anzahl der Betten verteilt werden und lange Zeit war es auch so, dass Krankenhäuser versucht haben die Fallbettenanzahl nach oben zu schrauben, aus finanziellen Gründen und aus Prestige.
Inzwischen gibt es Vorgaben, dass die Bettenanzahl jedes Jahr konstant bleiben oder sinken muss. Es werden zunehmend Verfahren eingesetzt, die man aus der Industrie kennt, um die Patienten/Kunden schneller und effizienter abfertigen zu können.

Genau solche Statements bräuchten wir: So etwas wie weisse-liste.de, wo statistisch erfasst wird, wieviele erfolgreiche Operationen in welcher Zeit gemacht wurden. Ich garantier dir, dass die Leute dann anfangen Kliniken zu meiden, die schlechter gemanagt werden.
Ohne Wettbewerb geht wirklich gar nichts. Dann hast du genau das, was du jetzt bei Fahrschulen beobachten kannst. Dort steht dann unter "Preise" so ein lächerliches Statement:
Dennoch haben wir hier keine Preise. Nicht weil wir Sie ihnen verheimlichen wollen, sondern weil wir glauben, dass zum Preisvergleich auch die jeweils dahinter stehende Leistung gehört. Und die lässt sich nun mal am besten in einem persönlichen Gespräch beschreiben. Persönlich in der Fahrschule oder am Telefon.
Deutsch: Wir versuchen mit allen Mitteln einen Preiskampf im Internet zu vermeiden.
 
Ich habe bei mir zuhause kein einziges Medikament oder Placeopräparat. Ich verhalte mich präventiv und höre auf mein Gewissen. Was mir körperlich oder seelisch schadet wird von mir entsorgt. Spass am Leben, klar, aber nicht betrunken Ski oder Auto fahren, bei Rückenproblemen auch noch Bungie springen. Sorgenfrei zu leben, heist gut zu leben und das spart nicht nur Geld, sondern gibt anderen arbeitenden Mitmenschen die Möglichkeit sich auf die eigentliche Arbeit und Problemfälle zu konzentrieren. Erinnert stark an unnütze Themenesrtellungen, wie: "Hilfe, habe ein Problem." Zum Schluss stellt sich raus, Problemsteller hat keine Ahnung und wurde nicht aufgeklärt. Das ist ein Bildungsgrundsatz im Rahmen der Erziehung, schliesslich kann man mit einer Drahtbürste nicht nur die LGA wie auch die Zähne reinigen, nur sollte man es nicht.
schade, das es nicht mehr von deiner sorte gibt. odium bringt ja das negativbeispiel (arzt-flatrate), und auch ich kenne viele die nach dem motto handeln "ich kann ja, also mach ich." wenn man ein motorrad besitzt, das 350 km/h fahren kann, dann fährt man 350. egal ob das nun lebensmüde ist oder nicht. genauso überholvorgänge. erlebt man jeden tag, das man an einer stelle überholt wird, nur damit der andere sein gewissen befriedigen kann mit den worten "ich hab einen überholt." nicht weil es sinn macht. läuft häufig darauf hinaus, dass der überholer nach dem überholvorgang auf 40 abbremst (in der stadt) und man stumpf wieder vorbeizieht (weil man wirklich schneller ist!).

beim thema preiskampf stelle ich mir häufig die frage, ob die geringeren kosten die geringeren steuereinnahmen decken. ich denke eher, das es darauf hinausläuft, dass die unternehmen einen größeren teil der gewinne an die belegschaft und den staat abdrücken, als es nur auf den preiskampf hinauslaufen zu lassen. das ist dann aber wieder das nächste thema, vonwegen "gewinne privatisieren, verluste veröffentlichen." davon müssen wir ganz ganz dringend weg.

so long and greetz
 
Odium schrieb:
Es werden zunehmend Verfahren eingesetzt, die man aus der Industrie kennt, um die Patienten/Kunden schneller und effizienter abfertigen zu können
Du meinst das DRG-System, das pauschal nach Krankheitsbild abrechnet und nicht nach der tatsächlichen Verweildauer. Die Krankenhäuser sind dadurch unter Druck gekommen, die Patienten möglichst schnell wieder zu entlassen, um ökonomisch zu arbeiten. Die Einführung der DRGs hat auch tatsächlich dazu geführt, die Aufenthaltszeiten teilweise zu halbieren. Nur ist das nicht immer im Sinne der Patienten, Stichwort blutige Entlassungen. Oft wird auch einfach nur in die Kurzzeitpflege (Pflegeheim) ausgelagert, wo die medizinische Versorgung schlechter und die finanzielle Eigenbeteiligung größer ist. Unterm Strich schlägt diese "effziente Abfertigungsmethode" in die gleiche Kerbe wie die geplante Erhöhung der Krankenkassenbeiträge, nämlich die einseitige Belastung der Menschen, während Arbeitgeber/Industrie ausgeklammert werden - und genau das kommt mir bei der Umgestaltung des Gesundheitssystems bisher viel zu kurz.
 
während Arbeitgeber/Industrie ausgeklammert werden - und genau das kommt mir bei der Umgestaltung des Gesundheitssystems bisher viel zu kurz.
nicht nur im gesundheitswesen, aber das liegt an unserer schwarz-gelben regierung.

so long and greetz
 
Also meine Krankenkasse, die BARMER/GKK, braucht eigentlich keine Mehreinnahmen, denn beide Kassen (sind 2010 fusioniert) hatten im Beitragsjahr 2009 einen zweistelligen Millionen-Gewinn eingefahren. Das schreiben sie selbst in ihrem Magazin.
 
Zuletzt bearbeitet:
War doch schon immer so: Der größte BARMER ist kein Armer. ;)
Statt die Beiträge zu erhöhen, sollten sie lieber das Problem bei den wirklichen Ursachen packen, nicht nur die Preise von der Pharmaindustrie, sondern auch der Medizintechnik und allem drumherum deckeln. Denn die sind explodiert, während alles andere konstant geblieben ist. Gut, das Abrechnungsystem gehört auch positiv reformiert.

Doch wie schon erwähnt wurde, schwarz-gelb ist daran naturbedingt nicht interessiert. Daher müssen wie immer diejenigen ausgleichen, die eben keine Lobby haben.
 
Das schlimme ist, dass die Kassen vor 2 - 3 Jahren enorme Mehreinnahmen hatten. Was geschah? Etliche Managergehälter wurden enorm erhöht. Es ist klar dass dann die Gelder & Kassen alle sind.

1. Maßnahme: mehr staatliche Regelung
2. Maßnahme: starke reduzierung der Anzahl der gesetztlichen Krankenkassen um Kosten zu sparen
-oder-
3. Maßnahme: die Abschaffung der gesetzlichen Krankenversicherung und jeder muss sich privat versichern.
 
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