Arbeitsvertrag nach Probearbeit überraschend gescheitert – was habe ich falsch gemacht?

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Greeccee2037

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Hallo liebe Leute,

ich möchte gerne meinen Job wechseln und wurde vor kurzem von einem Unternehmen zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Man zeigte großes Interesse an mir und vereinbarte direkt zwei bezahlte Probearbeitstage mit mir. Diese habe ich erfolgreich absolviert. Während der Probearbeitstage habe ich die mir übertragenen Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit erledigt und schnell Anschluss an die Belegschaft gefunden. Mir wurde bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass man mich unbedingt einstellen möchte. Es schien alles perfekt.

Kurz darauf erhielt ich ein Angebot für einen Arbeitsvertrag. Dazu habe ich einige Verbesserungsvorschläge eingereicht (siehe Anlage). Heute habe ich die Antwort des Unternehmens erhalten:

„(…) vielen Dank für Ihre Mitteilung vom 09.12.2025.
Das von uns unterbreitete Vertragsangebot haben Sie mit Ihrer Mitteilung und den gewünschten Änderungen abgelehnt.
Ihr damit einhergehendes Vertragsangebot lehnen wir ab, weshalb es nicht zu einem Arbeitsverhältnis mit Wirkung zum 01.01.2026 kommt.
Wir wünschen Ihnen für Ihren weiteren beruflichen Werdegang viel Erfolg. (…)“

Ich bin ehrlich gesagt von dieser Nachricht überrascht sowie enttäuscht und verletzt. Man hätte mir zumindest ein Gegenangebot oder Alternativvorschläge machen können. Dass die Nachricht so endgültig formuliert ist – vor allem nach der Vorgeschichte und den sehr positiven Probearbeitstagen – wirkt auf mich sehr widersprüchlich.

Gerne möchte ich eure Meinung dazu hören und wissen, ob ich vielleicht doch etwas falsch gemacht habe.

Anmerkung: Ich habe eine kranke Mutter, die ich pflege. Das wurde bereits im Bewerbungsgespräch offen kommuniziert – falls sich jemand wundert, warum dieser Punkt in meinem Änderungsvorschlag zum Arbeitsvertrag erwähnt ist.

LG
 

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Ohne den Originalvertrag zu kennen:
Da stehen schon einige Änderungen ... Forderungen ... und vor allem mögliche Ausschlüsse für "Benefits" des Arbeitsgebers drin ... So lange Du nicht der einzige Bewerber gewesen bist hast Du dich mit den Sachen da schon recht weit aus dem Fenster gelehnt.

Wenn das nur Änderungen des Wortlautes sind dann ok, aber wenn die "Verbesserungen" von Dir nicht im Vertrag standen sondern von Dir hinzugefügt wurden, dann sind dies keine "kleinen Änderungen" sondern schon eher der Bestandteil einer "Vertragsverhandlung" ... Gab es vorher ein Gespräch darüber was die Firma bietet und was nicht ?

Sieh es so ... Du hast mehr oder weniger deine Grenzen gezogen und der Arbeitgeber diese nicht akzeptiert ... so gesehen sind eure Vertragsverhandlungen wohl gescheitert ... denn nach einer kleinen Nachbesserung sieht das nicht aus.

Und das alles ohne Wertung, was gerechtfertigt ist und was nicht ! Nur meine Ansicht was die Größe dieser "Verbesserungsvorschläge" angeht ... also auf mich wirkt das wie "Nachforderung" und das ist dem AG wohl auch so vorgekommen und sauer aufgestoßen
 
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Im Bewerbungsgespräch wurde beispielsweise erwähnt, dass Weiterbildungen bzw. Fortbildungen gefördert werden. Im Arbeitsvertrag hingegen stand: „Der Arbeitgeber stellt derzeit keine Fortbildungen bereit.“

Ich wollte diese Passage präzisieren, indem – wie im Bewerbungsgespräch erwähnt – klargestellt wird, dass Weiterbildungen/Fortbildungen doch angeboten werden. Die Formulierung wurde dabei bewusst so gewählt, dass sie Weiterbildungen nur in Abstimmung mit dem Arbeitgeber vorsieht:

„Fortbildungen erfolgen in Abstimmung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer; Fortbildungen im betrieblichen Interesse werden vom Arbeitgeber gefördert und mit vollständiger Kostenübernahme ermöglicht.“

So bin ich in jedem Verbesserungsvorschlag vorgegangen. Ich habe nie nur aus meiner eigenen Perspektive geschrieben, sondern stets auch die Interessen des Arbeitgebers berücksichtigt.

Ob es andere Bewerber gab, weiß ich nicht. Was ich jedoch weiß, ist, dass in der Vergangenheit bereits einige Mitarbeitende das Unternehmen verlassen haben und deshalb dringend neues Personal gesucht wird – vermutlich mehr als nur eine Person. Und ohne mich hier zu sehr aus dem Fenster zu lehnen, war ich ein sehr guter potenzieller Kandidat für diese Position.
 
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Die wollen sich halt keinen Querulanten ins Haus holen.

Und sieh es mal so, wenn die deine Wünsche eh nicht erfüllen können, ist es sowieso nicht der richtige AG für dich. Sie bewahren dich nur vor einem Fehler.
 
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2 Möglichkeiten

1. Die haben einen gefunden, der es für weniger macht.
2. Die mündlichen Zusagen aus dem Vorstellungsgespräch wollte man dann doch lieber nicht in gedruckter Form sehen, weil vielleicht doch nicht so wie versprochen realisierbar.


Am Ende des Tages aber egal, einfach weiter machen.
 
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Puh, das ist schon ne ganz schöne Liste und geht auch ganz grundsätzliche betriebliche Punkte. Das wären vermutlich einige Präzedenzfälle im Unternehmen.

Ich kann verstehen, dass der AG sich da einfach zurückgezogen hat. Die Vorstellungen sind da zu weit auseinander. Lieber keinen Mitarbeiter als so viele Päckchen aufschnüren. Das gibt nur Ärger im Unternehmen.
 
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Skysnake schrieb:
Puh, das ist schon ne ganz schöne Liste und geht auch ganz grundsätzliche betriebliche Punkte. Das wären vermutlich einige Präzedenzfälle im Unternehmen.

Mich stört nur, dass man nicht wegen der „schwierigen“ Punkte das Gespräch mit mir gesucht hat. Es handelte sich lediglich um Vorschläge und um nichts, was in Stein gemeißelt war – zumal mir sogar gesagt wurde, dass ich Änderungswünsche einbringen dürfe.

Bis dahin hatte ich ausschließlich mit der Frau des Chefs kommuniziert und alles schien in Ordnung. Nebenbei bemerkt: Die Frau des Chefs ist inoffiziell die eigentliche Chefin im Unternehmen und für HR zuständig. Umso seltsamer war es, dass die Antwort plötzlich von ihrem Mann kam. Warum hat mir das nicht gleich sie selbst geschrieben?

Es ist einfach nur traurig, in welcher Art und Weise hier mit einem umgegangen wird, obwohl ich zu jederzeit offen für Kommunikation und Vorschläge bin.
 
Greeccee2037 schrieb:
Es ist einfach nur traurig, in welcher Art und Weise hier mit einem umgegangen wird, obwohl ich zu jederzeit offen für Kommunikation und Vorschläge bin.
Ich kann deine Enttäuschung verstehen, aber du wurdest ja nicht unfair oder schlecht behandelt.
Der AG stimmt deinen Änderungswünschen nicht zu, hat deswegen anscheinend seine Meinung geändert und sagt dir daher ab. Ein ganz formeller Vorgang.
 
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So ist es.

Und wie gesagt, das sind keine Kleinigkeiten sondern fundamentale Punkte dabei.

Und wie andere schon gesagt haben. Erzählen kann man als AG viel, aber auf Papier ist nochmal was ganz anderes.

Nimmst hin und gräme dich nicht. War vermutlich besser so. Ihr wart früher oder später aneinander geraten.

Ansonsten kann ich nur sagen das du dir aber beim nächsten mal überlegen musst wie wichtig die jeder der Punkte wirklich ist. Nicht dass das wieder und wieder passiert was ich jetzt nicht ausschließen möchte.

Gerade in der aktuellen Situation und dem Job würde ich mich da eher zurückhaltend verhalten.
 
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Also ich hab mal in deine Vorschläge geschaut und da stehen schon ein paar Dinge drin, die dich vermutlich ziemlich ins Aus geschossen haben. Die würde vermutlich die wenigstens von uns bekommen.
Im Rahmen einer möglichen Aufgabenverlagerung werden ausschließlich Tätigkeiten
übertragen, die dem Berufsbild eines Steuerassistenten entsprechen und der Qualifikation des
Arbeitnehmers angemessen sind.
Sollte der AG dich zwingen ab sofort Granaten am Band zu fertigen, kannst du immer noch selber kündigen.
Ich sehe hier "ausschließlich" als Problem, da alle anderen Tätigkeiten die im Büro anfallen ausgeschlossen werden. Du als MA sollst universell einsetzbar sein für den AG.

„Einmal jährlich findet ein strukturiertes Mitarbeitergespräch statt, in dem die persönliche
Entwicklung, Zielerreichung sowie eine mögliche Anpassung der Vergütung gemeinsam
erörtert werden.“
Also du hast hier drin stehen jedes Jahr mit dem Chef über dein Gehalt zu sprechen und das Vertraglich geregelt. Das erweckt die Erwartungshaltung, jedes Jahr mehr Geld zu bekommen.
Wenn du jährliche Gehaltssteigerungen haben möchtest, musst du dir eine Stelle suchen mit Tarifvertrag.

Persönliche Verhinderungsgründe
Das ist schön, macht nur kein AG. Dafür gibt es ein Überstundenkonto/Urlaub. Machen Millionen andere MA auch so.

2 Tage bezahlte Freistellung bei Tod
Lass dich einfach Krankschreiben, viele AG machen das auch auf Kulanz. Du hast ja auch noch deinen normalen Urlaub/Überstunden falls vorhanden.

Das Thema Homeoffice einmal pro Woche, da zicken ja selbst Konzerne mittlerweile. Dann noch voll ausgestattet fordern. Hab ich selbst nur einmal erlebt, da war es kein Mobils arbeiten, sondern ein Telearbeitsplatz. Rest hieß (mobiles arbeiten), kümmer dich selbst um den Rest.
Wirst eher nicht bekommen. Ein Monitor für Office ohne große Ansprüche gibt es ab 60 € https://geizhals.de/?cat=monlcd19wide , eine Maus / Tastatur für noch weniger. Je nach Laptop Hersteller gibt es gerade gebrauchte Dockingstations für 30 € bis 50 €
Also für unter 250 € kannst du dir ein Homeoffice Setup zu legen.

Sollten deine Forderungen so bestehen bleiben, wirst du auch bei anderen AG sehr schwer haben. Da musst du nochmals nach schärfen.
 
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Neben den Forderungen an sich, ist oftmals schon jede Änderung der Formulierungen ein Problem - weil man z.B. den Vertrag erstellen ließ und niemanden mit Arbeits- und Vertragsrecht im Unternehmen hat, der solche Änderungen überhaupt prüfen kann.
Das ist auch bei großen Unternehmen häufiger der Fall als man annehmen würde. Wird oft extern vergeben und das kann man dann nichtmal schnell prüfen oder ändern.

Ich wollte bei einem großen AG bei einem Transfer eine winzige Änderung, die auch meine Vorgesetzten unterstützt haben. Ging nicht, da die Verträge grundsätzlich nicht angefasst werden. Man müsste dann nämlich in Zukunft potentiell bei vielen Sachen individuelle Prüfungen machen und das wollen sie natürlich nicht.
 
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Greeccee2037 schrieb:
Mich stört nur, dass man nicht wegen der „schwierigen“ Punkte das Gespräch mit mir gesucht hat. Es handelte sich lediglich um Vorschläge und um nichts, was in Stein gemeißelt war – zumal mir sogar gesagt wurde, dass ich Änderungswünsche einbringen dürfe.
Zum Bsp. deine Homeoffice-Anmerkungen klingen aber schon nach Forderungen und nicht nach Anfrage.
Viele AGs bieten nur Mobile Office an und nicht Homeoffice, weil HO ganz andere, viel strengere Fürsorgepflichten für den AG bedeutet.
Was du hingegen gefordert hast, ist nur die Basisausstattung eines Mobile Office.
Der Unterschied ist dir evtl. nicht bewußt, aber dem AG und bei dem schrillen bei einer Forderung nach HO alle Alarmglocken.
Allein mit dem Punkt hast du dich, wenn wahrscheinlich auch unwissentlich für dich, ins Aus geschossen.
 
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Und noch eine Anmerkung: solche Verhandlungen führt man mündlich. Du hättest besser um einen weiteren Termin gebeten und im Gespräch ausgelotet was geht und was nicht.
 
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Also die Anpassungen im Arbeitsvertrag vornehmen zu lassen, ist schon spannend. M.E. nach hätten da diverse Punkte einfach auch bei der Absprache bleiben können. Mobiles Arbeiten, Lohnanpassungen etc. - dass geht auch ohne eine Formulierung im Arbeitsvertrag vorzunehmen. Bei Tod eines Angehörigen braucht man ebenfalls keine extra Urlaubstage - da schreibt dich jeder Arzt krank - egal ob 1 oder 2 Wochen.

Ich selbst hatte bei meinen letzten Arbeitgeber sowie bei meinem aktuellen Arbeitgeber jeweils auch eine Besonderheit angesprochen. Ich wollte jeweils an einem Tag der Woche nur kurz arbeiten wg. Kinderbetreuung - Arbeitszeit hole ich dann an den anderen Tagen nach, damit meine Frau - in Teilzeit - auch ein vollen 8 Stunden Arbeitstag in der Woche haben kann.
Diesen Wunsch konnten die Arbeitgeber jeweils verstehen und haben auch gefragt, ob ich dies schriftlich im Arbeitsvertrag haben wollte. Dies habe ich verneint - mir reicht die Absprache. Mein Motto an der Stelle ist - ich brauche nichts extra schriftlich - sondern wenn sich der Arbeitgeber nicht an Absprachen hält, dann wechsle ich entsprechend den Arbeitgeber - oder wenn die Absprache nicht so gravierend ist - stehe ich halt für keine Sonderaufgaben zur Verfügung.
Es ist ja immer ein Geben und Nehmen.

PS ich hatte bisher keine Probleme, dass mündliche Absprachen nicht eingehalten wurden.

Anmerkungen zu deinen Änderungsvorschlägen:

Sowas wie "Art der Tätigkeit" würde ich nicht nachschärfen. Sorry, aber dass ist ja wirklich unangenehm. Du kannst ja immer den Mund aufmachen, wenn du eine Aufgabe zugewiesen bekommst, die wirklich weit außerhalb deiner eigentlichen Tätigkeitsbereich liegt.
Im Büro fülle ich ja auch Kaffee oder Wasser für die Kaffeemaschine nach und wechsle da die Sachen - ist absolut nicht meine Aufgabe - aber ich trinke nun mal dort auch Kaffee ...

Arbeitsort -> jede Dienstreise & Co. wird ja vorher angekündigt und da macht man sich gemeinsam mit dem Arbeitgeber ein Plan, wann wie wo es passt. Ich meine, als Steuerassistent bist du ja kein Vertreter oder Consultant - der jeden Tag ein anderen Arbeitsort hat. Warum also hier nochmal nachfassen?!?

Fahrtkosten: auch hier - für dienstlich veranlasste Fahrten gibt es in den meisten Unternehmen eine Reisekostenrichtlinie ... warum willst du da wieder was eigenes bauen?!?

Fortbildung: Auch hier - im Zielvereinbarungsgespräch kann man doch entsprechend dann Fortbildungen ansprechen. Diese können super kombiniert werden, wenn sich bspw. bei Mandanten ein neues Aufgabengebiet eröffnet ... Verrechnungspreise oder so !?!?

Gehalt: Gleiches wie bei Fortbildung - sowas braucht nicht im Arbeitsvertrag nochmal nachgefasst werden.

Gleitzeit: hat der Arbeitgeber überhaupt Gleitzeit? Wenn nicht - dann bewirb dich wo anders.

HomeOffice: hier treibst du es echt zur Spitze ... meine HomeOffice Ausstattung habe ich komplett selbst bezahlt. Ich wollte für MICH die beste Ausstattung haben, mit der ich optimal im HomeOffice arbeiten kann. Von daher ist da alles selbst angeschafft.

Persönliche Verhinderungsgründe: da gibt es ausreichend gesetzliche Regelungen ...
 
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was habe ich falsch gemacht?​

schon allein das Schreiben dem AG so vorzulegen. Aber Du hast deine Vorstellungen. Die will der AG sicher nicht umsetzen. Fertig. Woanders nach Arbeit suchen. beim nächsten mal auf so eine Schreiben verzichten wäre wohl die bessere Lösung.
 
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Genau so sehe ich das auch. Er hätte erst mal die Füße still halten sollen und dann das ganze Nach und Nach anleiern sollen, wenn er wirklich Vertrauen aufgebaut hat. Das war einfach Dumm, sorry. Ganz ehrlich: Bist du verrückt, eine vier seitige Begründung beizufügen, wie Scheiße du deinen neuen Arbeitgeber findest?
 
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Wenn man Arbeit sucht hat man sich den Vorstellungen des Arbeitgebers zu unterwerfen und nicht umgekehrt,

Die Zeiten wo Arbeitnehmer sich die Rosinen rauspicken konnten sind schon ziemlich lange vorbei, außer man ist auf dem Gebiet eine herausragende Persönlichkeit, um solche Forderungen zu stellen
 
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@WinFan Naja, kommt darauf an wie groß der persönliche Druck immer ist.
Ich sehe sowas immer sowohl als Bewerbung des potentiellen AN, als auch des potentiellen AG beim potentiellen AN.
Sage ich auch bei Vorstellungsgesprächen den Bewerbern, dass auch wir als Firma uns bei ihnen bewerben. Nimmt die Nervosität für sie etwas heraus.

Diese Aktion war auf jeden Fall unklug. Man hätte auch die Entwicklung in der Probezeit abwarten können.
 
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Um das vielleicht einmal klarzustellen – weil das Thema nun schon öfter aufkam: Die genannten Punkte, aber auch grundsätzlich alles, was ich erwähnt habe, wurde im Bewerbungsgespräch 1:1 so angesprochen. Hier einige Beispiele:

Das Bewerbungsgespräch war sehr offen und herzlich. Man hatte das Gefühl, dass viel Rücksicht genommen wird. Es wurde auch klar kommuniziert, dass man über alles reden kann und soll. So sei es im Unternehmen üblich.

Zu den einzelnen Punkten:
  • Gleitzeit: Es wurde besprochen, dass nicht kontrolliert wird, wer wann kommt und geht – Hauptsache, die Arbeit stimmt.
  • Homeoffice: Es wurde gesagt, dass man zwar nach Corona grundsätzlich wieder vor Ort arbeiten möchte, ein Tag Homeoffice pro Woche aber kein Problem sei.
  • Fortbildungen: Mir wurden Fortbildungen ausdrücklich zugesagt, weil das mein Hauptgrund für einen Wechsel ist – ich habe im jetzigen Job kein Entwicklungspotenzial. Umso überraschter war ich, im Vertragsentwurf zu lesen, dass aktuell keine Fortbildungen angeboten werden.
  • Gehalt / Entwicklung: Mir wurde früh zugesagt, dass ich mit einer Gehaltserhöhung nach der Probezeit rechnen kann und auch darüber hinaus, da ich die entsprechenden Qualifikationen mitbringe. Warum dann nicht ein jährliches Mitarbeitergespräch einführen, damit ich mich weiterentwickeln kann? Eine jährliche verpflichtende Gehaltsanpassung habe ich nie gefordert.
Zum Thema Pflege: Ich hatte bei einem früheren Arbeitgeber das Problem, dass mündlich vereinbart wurde, ich könne für die Pflege meiner Mutter freigestellt werden und die Stunden über mein Überstundenkonto ausgleichen. Am Ende wurde mir das bei meiner Kündigung böswillig als Urlaub angerechnet. Ohne Rechtsschutz musste ich meinen Anwalt selbst bezahlen, und der Fall (und weitere Probleme) landeten vor dem Arbeitsgericht. Unterm Strich war es ein Nullsummenspiel, weil ich die Kosten trotz gewonnenem Verfahren selbst tragen musste. Genau deshalb möchte ich solche Dinge künftig schriftlich festhalten.

Ich verstehe alle Meinungen und bin wirklich sehr dankbar dafür. Aber man sollte sich auch nicht alles gefallen lassen. Wenn der Arbeitgeber bestimmte Anforderungen stellt – Wochenend-, Sonn- und Feiertagsarbeit, keine Fortbildungen, wechselnde Einsatzorte über den regionalen Kreis hinaus – dann darf man zumindest Verbesserungsvorschläge einbringen, ohne dass sie verbindlich sein müssen. Auch wenn ich kein Arbeitgeber bin, zeigt es doch, dass ich ein selbständig denkender Arbeitnehmer bin, der bei seinen Vorschlägen eben auch Rücksicht auf den Arbeitgeber nimmt. Von Unflexibilität kann also keine Rede sein.
 
Greeccee2037 schrieb:
Gleitzeit: Es wurde besprochen, dass nicht kontrolliert wird, wer wann kommt und geht – Hauptsache, die Arbeit stimmt.
Das stand dann auch so im Arbeitsvertrag?

Greeccee2037 schrieb:
Ohne Rechtsschutz musste ich meinen Anwalt selbst bezahlen, und der Fall (und weitere Probleme) landeten vor dem Arbeitsgericht. Unterm Strich war es ein Nullsummenspiel, weil ich die Kosten trotz gewonnenem Verfahren selbst tragen musste. Genau deshalb möchte ich solche Dinge künftig schriftlich festhalten.
Der "Rechtsschutz" nennt sich "Gewerkschaft" und kostet 1 % vom Brutto. Beratung bekommst du dort auch gleich und brauchst dafür kein Forum.

Wenn du deinen "Änderungsvorschlägen" auf die Nase fällst, bist du anscheinend nicht in der Verhandlungsposition, um deinen Arbeitsvertrag individuell auszuhandeln. Die meisten Arbeitnehmer sind das nicht, sie müssen sich mit anderen Arbeitnehmern verbünden, um ihre Position (ggf. durch Streik) zu stärken. Das Ergebnis sind dann Tarifverträge, wo alle von dir angesprochenen Punkte auskömmlich geregelt werden, so dass auf individuelle Vereinbarungen verzichtet werden kann.
 
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