News ASML-Quartalszahlen: Guter Jahresabschluss, Rekord-Bestellungen & Entlassungen

Cr4y schrieb:
Vielleicht war das Wachstum bis dahin schon eingepreist?
Ja die angenommene Entwicklung für einen gewissen Zeitraum ist natürlich immer bereits eingepreist, mal liegt der Markt besser mal schlechter aber mit dem Chat-GPT Moment und dem Beginn des KI Runs hat sich die Aussicht für ASML ja eigentlich deutlich verbessert - letztlich gibt es kaum fortschrittliche Chips die ohne Belichtungsmaschinen von ASML hergestellt werden.
Mir erschien das, genau wie TSMC, damals eine offensichtliche Wette.
 
Phoenixxl schrieb:
Ich habe das Gefühl Europa hat "keine Lust" am Hype mitzuverdienen.
So fahren vor allem Nvidia und tsmc die Marge ein.
Du willst also, dass alles noch teurer wird? Und was heißt für dich "Europa hat keine Lust mitzuverdienen"? Die größten Anteilseigner sind US-Amerikanische Fond-Gesellschaften (Blackrock, Vanguard), die Vermögen aller möglichen Personen über ihre ETFs und ähnliches verwalten.
Die Jobs gibts ja so oder so an den entsprechenden Standorten...

Phoenixxl schrieb:
Was wurde denn passieren, wenn ASML die Preise um 30-50% anziehen würde?
Müsste doch trotzdem jeder bei denen bestellen, oder?
Wenn man unbedingt EUV-Maschinen nutzen will/muss: ja. DUV gibts (afaik) schon Konkurrenz. Und ansonsten kann man als TSMC, Intel, Samsung auch einfach entscheiden, weniger EUV im Prozess zu verwenden, als man es sonst getan hätte.
 
Passend zum Thema falls man mal wissen will was ASML da so besonders macht

 
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Termy schrieb:
Ich sage ja auch nicht, dass (passendes!) Wachstum etwas schlechtes wäre - aber dieser bedingungslose Fetisch entbehrt nunmal jeder Logik und Vernunft.
Bedingungsloses, maximales Wachstum ist eigentlich nicht die Kern-Triebfeder in der Marktwirtschaft bzw. im Kapitalismus. Es ist der Vergleich zu anderen Investment-Optionen und damit einhergehenden Spiel-theoretischen Handlungsoptionen. Nach außen wirkt das, wie "Alle haben den Verstand verloren und wollen nur noch mehr Wachstum". Es ist aber die Konkurrenzsituation, die die Unternehmen dazu zwingen, sich anzupassen - einmal, insbesondere als AG, für die Shareholder, aber auch auf dem Kundenmarkt, um konkurrenzfähige Preise bieten zu können. Das ist die Stärke und die Schwäche dieser Marktform - zwei Seiten einer Medaille: Man kann nicht das eine ohne das andere haben.
Gehts einer Branche insgesamt schlecht, bedeutet das aber auch, dass die Börse sowas meist nicht allzu stark abstraft. D.h. eine Schrumpfung wird da schon auch akzeptiert und nicht direkt mit einem Kurs = 0€ abgestraft.

Wer will "passendes" Wachstum definieren? Es hört sich am Ende nach zentraler Planwirtschaft an.
 
@Raptor85
Wenn die Stellen überflüssig sind dann senken sie ihre Personalkosten zu Recht.
Neben dem wirtschaftlichen Aspekt vergiften Leute auf unnötigen Posten meistens auch das Arbeitsklima. Entweder weil sie Dinge komplizierter machen als sie sein müssten oder weil sie für ihre bloße Existenz bezahlt werden.
 
Europas bester Tech Konzern. Bin froh das ich damals bei denen eingestiegen bin und die outperformen gerade den S&P 500 als auch viele anderen US Tech Werte, die eher momentan auf der Stelle treten. Innerhalb von 3 Monaten +43% das ist mehr als krass. 1600€ als max. Ziel der Hammer.
 
RichieMc85 schrieb:
Stimmt Stagnation ist viel besser. Dank Wachstum schaffen es Millionen Menschen überall aus der Armut in ein besseres Leben. Wenn der Kuchen nicht wächst gibt es halt nix mehr zu verteilen. Leider ist das in diesem Land aufgrund der mangelnden Bildung noch nicht angekommen. Aber die Erkenntnis kommt ja jetzt mit großer Wucht :)
Soweit so richtig, aber die Definition von Armut die du meinst, ist die des kapitalistischen Denkens. Die Ausbeutung der Länder die von den Turbo kapitalistischen Ländern vorangetrieben wird, ist maßgeblich für die richtige Armut verantwortlich. Es kann per Definition kein Aufstieg von armen Ländern geben in einer kapitalistischen Welt. Das ist ein Irrglaube und wird bewusst so gestreut.
Wachstum bedeutet einzig allein: Reiche werden reicher. Und das BiB ist die Wurzel aller Übel.
 
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Rollkragen schrieb:
Europas bester Tech Konzern. Bin froh das ich damals bei denen eingestiegen bin und die outperformen gerade den S&P 500 als auch viele anderen US Tech Werte, die eher momentan auf der Stelle treten. Innerhalb von 3 Monaten +43% das ist mehr als krass. 1600€ als max. Ziel der Hammer.
Und ich bin froh, dass einen Job habe, der da direkt dran hängt :D
 
Flutefox schrieb:
Europa hat bereits zu viele Unternehmen ausverkauft.
Was soll "Europa" denn machen, wenn eine Firma sich aufkaufen lassen will? Dass der Staat in Unternehmensentscheidungen eingreift will man doch nicht.
 
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Cr4y schrieb:
Entlassungen erst zu tolerieren, wenn das Unternehmen schon nahe am Abgrund steht, ist kurz gedacht.
Aber ASML steht doch gar nicht am Abgrund. Im Gegenteil: Die verdienen mehr denn je und einen ernsthaften Konkurrenten gibt es nicht.
Die könnten die Preise mal eben um 50% erhöhen und die Kundschaft würde es schlucken (müssen).

TheInvisible schrieb:
CB muss echt mal einen Grundlagen-Artikel machen wie Firmen an der Börse so funktionieren.
Mir ist schon klar, wie Firmen funktionieren. Das Problem für mich ist, dass die Entlassungen in diesem Fall gar nicht nötig sind. Die Firmen würde auch mit den 1700 Mitarbeitern gut dastehen. Die Entlassungen gibt es nur, damit irgendwelche KPIs schöner aussehen.

Ich hasse Kapitalismus. Das ist ein System, das am Menschen vorbei läuft und letztendlich nicht dauerhaft funktionieren kann.
 
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@Techniker Freak Da bin ich bei dir.
Aber ob die Angestellten hier überflüssig sind und man sich hier nur von einem zu sehr aufgeblähten Personalkörper trennt, lese ich aus der News so nicht raus (obwohl das schon mehrfach hier so kommentiert wurde).
 
@Raptor85 So wie ich die Branche und die letzten Jahre erlebt habe, wird da jetzt einfach ein aufgeblähter Apparat ausgedünnt und die Effizienz erhöht. Der Personalaufbau war ungesund schnell.
 
Krik schrieb:
Aber ASML steht doch gar nicht am Abgrund. Im Gegenteil: Die verdienen mehr denn je und einen ernsthaften Konkurrenten gibt es nicht.
Ja sag ich doch: Du kritisierst jetzt einen kleinen Einschnitt, weil es jetzt gut aussieht. In 5 Jahren wäre daraus ggf. ein großer Einschnitt geworden, da es nicht mehr gut aussieht. Dann wäre es ok? Warum sich nicht die 5 Jahre minder-Leistung sparen? Ob es so kommt, kann natürlich niemand sagen. Aber einfach aussitzen kann für mehr Menschen problematisch werden, als Fehlentwicklungen frühzeitig zu korrigieren.
 
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@Cr4y
Ich verstehe, worauf du hinaus willst. Ich finde dieses Gebaren aber trotzdem nicht gut. Es ist das Wirtschaftssystem, das so was fördert.

Ja klar, ich finde es auch nicht gut, wenn man Leute beschäftigt, die nicht nennenswert zum Erfolg der Firma beitragen (wobei das bei einigen Jobs schwer messbar ist). Die sollte man entlassen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ASML aktuell 1700 Nichtsnutze beschäftigt.

Aus der kaptialistischen Sichtweise ist das Vorgehen ASMLs vielleicht gut, aus der menschlichen Perspektive ist es s******.
 
RichieMc85 schrieb:
Stimmt Stagnation ist viel besser. Dank Wachstum schaffen es Millionen Menschen überall aus der Armut in ein besseres Leben. Wenn der Kuchen nicht wächst gibt es halt nix mehr zu verteilen. Leider ist das in diesem Land aufgrund der mangelnden Bildung noch nicht angekommen. Aber die Erkenntnis kommt ja jetzt mit großer Wucht :)

Das Problem ist das von dem ganzen Wachstum kaum noch was bei den normalen Leuten ankommt. In Boomzeiten gibts 2-5% mehr Geld in schlechten Zeiten 1-0% oder gleich die Kündigung. Das System funktioniert doch schon lange nicht mehr gerecht.

Wenn paar Hansel ganz oben in De mehr Vermögen haben als die restlichen unteren 40 MILLIONEN Einwohner dann läuft doch was ganz vewaltig falsch.
 
Krik schrieb:
Aus der kaptialistischen Sichtweise ist das Vorgehen ASMLs vielleicht gut, aus der menschlichen Perspektive ist es s******.
Ja nu, "Marktwirtschaft ist eine schlechte Marktform, aber die beste, die es gibt" / "Kapitalismus ist eine schlechte Besitzform, aber die beste, die es gibt"!?
Ich sehe aktuell keine bessere Lösung. Vielleicht schafft es AGI ja, eine zentrale Planwirtschaft erfolgreich umzusetzen? Wäre aber ungern Early-Adopter :freaky:
 
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habla2k schrieb:
Was soll "Europa" denn machen, wenn eine Firma sich aufkaufen lassen will? Dass der Staat in Unternehmensentscheidungen eingreift will man doch nicht.
Europa möchte unabhängiger werden, wenn man den hiesigen Politikern glauben schenken darf. Gleichzeitig wird überall ins nicht-europäische Ausland verkauft. Das widerspricht sich eben. Bereits bei Kuka hätte man einschreiten müssen.
 
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Genoo schrieb:
Passend zum Thema falls man mal wissen will was ASML da so besonders macht
:daumen: Wenn man sich mal damit beschäftigt, was ASML und TSMC so besonders macht, die ganzen Lieferketten, wo nur ein Hersteller das überhaupt kann, Trumpf, Zeiss AG usw. Dann die ganze politische Lage und und und.

Ich finde es ein Wunder, dass wir Hanswürste hier überhaupt noch High-End Prozessoren oder Grafikkarten kaufen können.
 
p-style schrieb:
Der Personalaufbau war ungesund schnell.
Wenn man tatsächlich für eine bestimmte Situation Personal eingestellt hat, dann ist klar. Die müssen auch irgendwann wieder gehen. C'est la vie.

Wenn man allerdings Personal abbaut, nur um irgendwelche wahnwitzigen Phantasien abgehobener Manager und gewissenloser BWLer umzusetzen (obwohl das Personal unter anderen Vorzeichen was zu tun hätte), bin ich absolut nicht dafür.
 
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Flutefox schrieb:
Das widerspricht sich eben. Bereits bei Kuka hätte man einschreiten müssen.
Und wie? Willst du Unternehmen verbieten sich aufkaufen zu lassen? Ich bin ja grundsätzlich bei dir und wäre persönlich für mehr Einwirken von Staat bei Unternehmen in bestimmten Branchen, aber die Gesellschaft scheint ja so an ihrem "freien Markt" zu hängen, da sehe ich nicht, wie das vereinbar sein soll.
 
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