Cavil
Cadet 3rd Year
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jetzt legst du mir aber worte in den mund. ich habe nie gesagt, dass man nur das eine oder das andere machen kann.Straputsky schrieb:Also ist ein Engagement für einen sozialen Rechtsstaat unnütz, weil wir lieber die einzelnen Firmen boykottieren?
korrekt. genau das ist der punkt (und siehe oben, bezüglich angemessener reaktionen), und so soll es eigentlich auch funktionieren. hey, ich hab die sache mit der marktwirtschaft nicht erfunden. aber wir leben nun mal darin, also bitte...Straputsky schrieb:Damit das glaubhaft wird, müsste jede Firma boykottiert werden, die ein unsoziales (was auch immer man unter diesem Begriff verstehen mag) Verhalten an den Tag legt.
Ferner müsste der Boykott solange andauern, bis die getroffene Maßnahme rückgängig gemacht wird. Ansonsten kann das eine Firma auch aussitzen und ja, da reichen durchaus kleinere Maßnahmen wie Kurzarbeit, Neueinstellungsstop, Streichen von Sonderzuschlägen, Betriebsbedingte Kündigung für erst vor kurzem eingestellte Mitarbeiter usw.
und "unsozial" bedarf eigentlich keiner großartigen definition mehr - ich finde, der begriff ist deutlich genug.
ja, genau so läuft es leider sehr oft. das spielt aber keine rolle, man muss dennoch immer wieder aufstehen und reagieren. es gibt immer genug leute, die intelligent genug sind, das verhalten einer firma über einen zeitraum größer als seit dem letzten mittagessen bis jetzt im hinterkopf zu behalten. wer, glaubst du, hat denn denn (noch hypothetischen) boykott gestartet? sicher nicht unsere glücklichen pouch-potatoes. (auf die deine beschreibung leider recht gut zutrifft.)Straputsky schrieb:Als nächstes zeige ich als Manager Betroffenheit und gelobe Besserung. Dafür gebe ich auch einen Teil meines Gehaltes zurück (welches ich später in Form von Aktienoptionen zurückhole). Der Boykott ist zufrieden, immerhin hat man die Managerriege zum einknicken gebracht. Ich bin zufrieden, weil ich bewiesen habe, dass ich auch harte (und somit unpopuläre) Maßnahmen durchsetzen kann, was mich für meinen nächsten Arbeitgeber nur noch attraktiver macht. Die Aktionäre sind zufrieden, weil die Talfahrt der Aktien endlich beendet ist. Und da nichts so schnell vergisst wie der Markt, ist in einem Jahr sowieso alles vergessen (und ich hoffentlich ein Stückchen reicher, da ich meine Aktienoptionen zum Zeitpunkt des Tiefstandes erhalten habe).
wie gesagt. das ist hier ist kein entweder-oder. tu beides. oder halt eben nur das, was dir zusagt. aber bitte, tu.Straputsky schrieb:Da halte ich doch ein Engagement auf Makroebene für wesentlich effizienter.