Leserartikel ASUSTOR AS6702T v2 im Praxiseindruck: Solides 2-Bay-NAS mit vier NVMe-Slots

Azghul0815

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Hallo zusammen,

nach meinem letzten Vergleich von QNAP, TerraMaster und ASUSTOR steht diesmal wieder ein ASUSTOR auf dem Tisch. Konkret geht es um das AS6702T v2, von ASUSTOR auch als Lockerstor 2 Gen2+ bezeichnet. Auf den ersten Blick ist es ein klassisches NAS mit zwei Festplattenschächten. Spannend wird es durch vier M.2-Steckplätze, zwei 5-Gigabit-Ports, HDMI, Docker-Support und eine Intel-CPU mit integrierter Grafikeinheit.
Da ich RAID 1, One-Touch-Backup und ADM bereits beim AS5404T getestet hatte, wollte ich hier nicht denselben Artikel noch einmal schreiben. Mich interessierte vor allem, ob Apps und Docker sauber auf NVMe laufen, ob die HDDs dann schlafen gehen, wie Plex und Jellyfin mit Hardware-Transcoding funktionieren, wie sich die Fotoverwaltung mit mehreren tausend Bildern schlägt und ob die Hardware angesichts des aktuellen Preises noch zeitgemäss ist.

Das ist wieder ein privater Praxistest und kein professioneller Labortest. Stromverbrauch und Lautstärke konnte ich nicht normiert messen. Auch die 5-Gigabit-Ports konnte ich mangels passender Infrastruktur nicht vollständig ausreizen. Mein Netzwerk ist aktuell auf eine einzelne 2,5-Gigabit-Verbindung begrenzt.

Testsystem und Einschränkungen​

  • NAS: ASUSTOR AS6702T v2
  • CPU: Intel Celeron N5105
  • RAM: 4 GB DDR4 ab Werk
  • HDDs: 2x WD Red Plus mit jeweils 2 TB
  • NVMe: vorhandene Western-Digital-NVMe
  • Volume 1: NVMe als Single-Volume mit Btrfs
  • Volume 2: zwei HDDs als RAID 1 mit ext4
  • Netzwerk: einzelne 2,5-Gigabit-Verbindung
  • Container: Docker Engine und Portainer CE
  • Medienserver: Plex und Jellyfin
  • Fotoverwaltung: Immich
  • Fotodatensatz: 4'027 Fotos plus einige Videos
Nicht oder nur eingeschränkt getestet wurden 5-Gigabit-Leistung, SMB Multichannel, Link Aggregation, Stromverbrauch, normierte Lautstärke, Langzeittest, virtuelle Maschinen und externer Zugriff über das Internet.

Hardware und technische Einordnung​

Das AS6702T v2 verwendet den Intel Celeron N5105 mit vier Kernen und vier Threads. Dazu kommen 4 GB DDR4-RAM, zwei SATA-Schächte und vier M.2-Steckplätze.
  • CPU: Intel Celeron N5105, 4 Kerne / 4 Threads
  • RAM: 4 GB DDR4, maximal 16 GB
  • SATA: 2x 2,5 oder 3,5 Zoll
  • M.2: 4x NVMe
  • Netzwerk: 2x 5 GbE
  • USB: 2x USB-A mit 10 Gbit/s, 1x USB 2.0
  • USB-C: nein
  • HDMI: HDMI 2.0b
  • Lüfter: 70 mm
  • Netzteil: extern, 65 Watt
Vier NVMe-Slots sind bei einem NAS mit nur zwei HDD-Schächten weiterhin ungewöhnlich und aus meiner Sicht der grösste Hardwarevorteil des Geräts. Die SSDs lassen sich nicht nur als Cache, sondern auch als normales Volume nutzen. Damit können ADM, Apps, Datenbanken und Docker vollständig auf SSD laufen, während die HDDs nur für die eigentlichen Daten zuständig sind. Genau das ist in der Praxis deutlich sinnvoller als ein kleiner SSD-Cache, der je nach Nutzung kaum auffällt.

Preisliche Einordnung​

Hier wird es für das AS6702T v2 schwierig. Zum Zeitpunkt des Artikels liegt das Leergehäuse in Deutschland bei ungefähr 430 Euro. Für ein NAS mit zwei HDD-Schächten, 4 GB RAM und einem Intel Celeron N5105 ist das viel Geld. Preisstand ist der 18. Juli 2026.

AS6702T v2
  • CPU: Celeron N5105
  • RAM: 4 GB DDR4
  • HDD-Schächte: 2
  • M.2: 4
  • Netzwerk: 2x 5 GbE
  • Preis: ca. 430 Euro

UGREEN DXP2800
  • CPU: Intel N100
  • RAM: 8 GB DDR5
  • HDD-Schächte: 2
  • M.2: 2
  • Netzwerk: 1x 2,5 GbE
  • Preis: ca. 330 Euro

UGREEN DXP4800
  • CPU: Intel N100
  • RAM: 8 GB DDR5
  • HDD-Schächte: 4
  • M.2: 2
  • Netzwerk: 2x 2,5 GbE
  • Preis: ca. 480 Euro
Der Vergleich zum UGREEN DXP2800 ist bereits schwierig. Das UGREEN bietet für fast den halben Preis einen moderneren Intel N100, 8 GB DDR5, zwei M.2-Steckplätze, HDMI, USB-C und 2,5 GbE. Das ASUSTOR hält mit vier M.2-Steckplätzen, zwei 5-Gigabit-Ports und dem ausgereifteren ADM dagegen.

Noch unangenehmer wird der Vergleich mit dem DXP4800. Das UGREEN kostet aktuell nur etwas mehr als das ASUSTOR, bietet aber vier statt zwei HDD-Schächte, 8 statt 4 GB RAM, den moderneren N100, allerdings eben nur 2x 2,5 GbE. Das ASUSTOR punktet dafür mit zwei zusätzlichen M.2-Slots und ADM. Hardwareseitig ist das aber kein besonders fairer Vergleich für das AS6702T v2. Wer heute komplett neu einsteigt, erhält beim DXP4800 schlicht mehr NAS fürs Geld.

Als Ersatz für ein älteres ASUSTOR sieht es anders aus. Wer ADM kennt, bestehende Abläufe behalten will und bewusst ein kompaktes 2-Bay-Gerät sucht, bekommt ein solides Upgrade mit schnellerem Netzwerk und vielen NVMe-Möglichkeiten. Als vollständiger Neueinstieg ist das Preis-Leistungs-Verhältnis aber schwer zu verteidigen.

Unboxing und Verarbeitung​

Die Verpackung ist weitgehend identisch zum AS5404T. Alles ist ordentlich sortiert und sauber fixiert. Zum Lieferumfang gehören NAS, Netzteil, Stromkabel, zwei Netzwerkkabel, Schrauben, Schlüssel für die Laufwerksschächte und eine Kurzanleitung.

Das Gehäuse macht einen sehr guten Eindruck. Es besteht überwiegend aus Metall und fühlt sich hochwertiger an als das AS5404T aus meinem letzten Vergleich. Auch Laufwerksrahmen und Verschlüsse wirken stabiler. Das Design ist eher klassisch und für meinen Geschmack etwas altbacken, aber bei einem NAS im Regal ist mir Verarbeitung wichtiger als Optik.

Die HDDs werden verschraubt. Werkzeuglose Kunststoffclips gibt es nicht. Das ist etwas umständlicher, wirkt aber stabil. Die Rahmen besitzen eine Federmechanik und eine saubere Arretierung. Zusätzlich lassen sie sich mit einem einfachen Schlüssel abschliessen. Das ist keine echte Diebstahlsicherung, verhindert aber versehentliches Herausziehen. Eine klare Nummerierung der Einschübe fehlt weiterhin.

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Vier NVMe-Slots im Inneren​

Der interessanteste Teil befindet sich im Inneren. Das Gehäuse muss geöffnet werden, um an die vier M.2-Steckplätze zu kommen. Das funktioniert unkompliziert. Die SSDs sitzen flach an den Seitenwänden, jeweils zwei pro Seite, und werden mit kleinen Halterungen fixiert.
Für meinen Test war vor allem relevant, dass die NVMe problemlos als normales Volume genutzt werden konnte. Dadurch liefen ADM, Apps, Docker und die jeweiligen Datenbanken auf SSD, während die HDDs als separates RAID-1-Datenvolume genutzt wurden.

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Einrichtung und Speicherstrategie​

Der erste Start verlief wie von ASUSTOR bekannt. Das NAS meldete sich mit mehreren Pieptönen, ADM war über Port 8000 erreichbar und direkt zu Beginn wurde ein Update angeboten. Danach folgten Geschäftsbedingungen, Benutzerkonto, Zeit, Netzwerk, DNS, Link Aggregation und Speichereinrichtung. Ich habe bewusst die angepasste Einrichtung gewählt. Link Aggregation blieb deaktiviert, da mein Netzwerk daraus keinen Nutzen ziehen würde.

Wichtig war mir diesmal Volume 1. Beim AS5404T hatte ich zuerst das HDD-RAID eingerichtet. Dadurch landeten Apps und Dienste auf den Festplatten. Das ist ungünstig, wenn NVMe vorhanden ist. Apps reagieren langsamer, Containerdatenbanken liegen auf HDD und die Festplatten werden regelmässig geweckt.

Dieses Mal habe ich deshalb zuerst die NVMe als Volume 1 mit Btrfs eingerichtet. Erst danach kamen die beiden WD Red Plus als RAID 1 mit ext4 dazu.
  • ADM und Apps liegen auf NVMe
  • Docker und Containerdaten liegen auf NVMe
  • Plex, Jellyfin, Portainer und Immich laufen auf NVMe
  • Medien und Fotos liegen auf dem HDD-RAID
  • die HDDs können bei Nichtbenutzung schlafen
Das Ergebnis entspricht genau dem, was ich wollte. ADM macht diese Strategie aber nicht besonders deutlich. Wer die Einrichtung schnell durchklickt, erstellt leicht zuerst das HDD-Volume. Ein Hinweis wie „Apps und Container besser zuerst auf SSD einrichten“ wäre sinnvoll.

  • ADM-Ersteinrichtung
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  • Update beim ersten Start
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  • Anlegen Admin
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  • Lan Einstellungen
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  • Auswahl der NVMe
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App Central, Docker und Portainer​

App Central bietet eine grosse Auswahl. Plex, Jellyfin, Emby, Docker, Portainer und Immich waren grundsätzlich verfügbar. Ganz sauber wirkt der App-Katalog aber nicht. Beim Installieren von Jellyfin wurde auf Docker als Voraussetzung hingewiesen, die Abhängigkeit aber nicht automatisch installiert. Gesucht hatte ich nach Docker CE, gefunden habe ich Docker Engine. Technisch ist klar, was gemeint ist, für Einsteiger ist das unnötig verwirrend.

Auffällig war auch Portainer. App Central zeigte eine aktuelle Portainer-CE-Version und zusätzlich eine ältere Variante mit chinesischem Zeichen beziehungsweise unklarer Bezeichnung. Ich konnte einschätzen, welche Version sinnvoll ist. Trotzdem wirkt das unnötig unaufgeräumt. ASUSTOR sollte hier veraltete Pakete entfernen, Namen vereinheitlichen, Abhängigkeiten automatisch installieren und empfohlene Pakete klar markieren.

Nach der Installation funktionierten Docker Engine und Portainer CE problemlos. Container, Volumes und Bind-Mounts konnten normal verwaltet werden. Auch nach einem Neustart blieben sämtliche Container und Einstellungen erhalten.

Jellyfin, Pfade und Hardware-Transcoding​

Der schwierigste Teil war zunächst nicht das Hardware-Transcoding, sondern der Zugriff auf die Medien. In ADM war der Medienordner sichtbar und die Berechtigungen sahen korrekt aus. Selbst in Jellyfin konnte ich den Ordner auswählen. Trotzdem blieb die Bibliothek leer.

Code:
Library folder "/sharefolder/Medien1" is inaccessible or empty, skipping
Could not find a part of the path '/sharefolder/Medien1/Filme'

Das Problem waren nicht die Dateiberechtigungen. ADM arbeitet bei Freigaben mit Pfaden wie /sharefolder oder /share, die intern auf das eigentliche Volume zeigen. Jellyfin lief im Docker-Container und konnte diesem Verweis in meinem Setup nicht sauber folgen. Die Lösung war ein direkter Bind-Mount in Portainer:

Code:
Host-Pfad:
/volume2/Medien1

Container-Pfad:
/Medien1

Danach konnte Jellyfin die Bibliothek mit /Medien1/Filme und /Medien1/Serien sofort einlesen. Wenn man die Ursache kennt, ist die Lösung einfach. Schade ist, dass man sie erst über Logs und Portainer finden muss. Plex hatte dieses Problem nicht und funktionierte beim Medienpfad deutlich unkomplizierter.

Beim Hardware-Transcoding kam noch ein zweiter Punkt dazu. Auf dem ASUSTOR muss in ADM der Media Mode aktiviert sein, damit Intel Quick Sync für Hardware-Transcoding genutzt werden kann. Die Einstellung findet sich unter Einstellungen, Allgemein, Media Mode und erfordert anschliessend einen Neustart des NAS. Das ist nicht kompliziert, aber man muss es wissen.
Danach war die Intel-Grafikeinheit grundsätzlich erreichbar. Jellyfin brach zunächst trotzdem mit einem Playback Error ab. Das Problem lag in meinem Setup also nicht nur daran, ob Quick Sync aktiv ist, sondern auch an den Jellyfin-Einstellungen für Encoder und Tone Mapping.

Funktioniert hat Jellyfin in meinem Setup mit:

  • Media Mode in ADM aktiviert
  • Intel Quick Sync statt VAAPI
  • Low-Power-H.264-Encoder aktiviert
  • Low-Power-HEVC-Encoder aktiviert
  • VPP Tone Mapping deaktiviert

Danach lief das Hardware-Transcoding und die CPU wurde sichtbar entlastet. Jellyfin ist damit nicht schlecht. Es ist offen, flexibel und liefert gute Logs. Auf diesem NAS verlangt es aber deutlich mehr Handarbeit als Plex.

Medienserver unter Last​

Für den Transcoding-Test habe ich eine anspruchsvolle 4K-Datei mit rund 35,5 GB, HEVC Main 10, Dolby Vision, HDR10 und E-AC3-Mehrkanalton verwendet. Der Browser konnte das Material nicht vollständig direkt wiedergeben, daher musste zumindest teilweise transcodiert werden.
Ein einzelner Stream mit Audio-Transcoding lag bei ungefähr 36 bis 38 Prozent CPU-Auslastung. Bei drei parallelen Streams mit Audio-Transcoding stieg die CPU zeitweise auf bis zu 96 Prozent. Die iGPU hilft beim Audio-Transcoding kaum, entsprechend landet die Last auf den CPU-Kernen.
Interessant wurde es mit zwei 4K-Streams, die per GPU auf 10 Mbit/s transcodiert wurden, plus einem weiteren Stream mit Audio-Transcoding. In dieser Konstellation lag die CPU eher bei 64 bis 68 Prozent. Das zeigt gut, wie stark die Intel-Grafikeinheit die CPU beim Video-Transcoding entlastet.

Ein zusätzlicher Stream begann teilweise zu stocken, obwohl die CPU nicht voll ausgelastet war. Gleichzeitig schwankte die HDD-Leseleistung sichtbar. Ich vermute daher eher ein Zusammenspiel aus parallelen HDD-Zugriffen, Pufferung, Transcoding-Cache, I/O-Priorisierung und Browser-Verhalten. Ein eindeutiger Beweis für ein HDD-Limit ist das nicht. Für einen privaten Medienserver ist das Ergebnis trotzdem ordentlich.

Immich mit 4'000 Bildern​

Für den Fototest habe ich Immich installiert und 4'000 Fotos plus einige Videos direkt per Drag and Drop hochgeladen. Der Upload funktionierte gut und lag je nach Situation bei grob vier bis zehn Bildern pro Sekunde. Während des Uploads stieg die CPU-Auslastung allerdings auf 100 Prozent. Immich und die zugehörigen Prozesse belegten zusammen zeitweise mehr als 70 Prozent CPU-Leistung.

Nach dem Upload begann Immich mit Miniaturansichten, Metadatenanalyse, Gesichtserkennung, intelligenter Suche, Dublettenerkennung und Videoverarbeitung. Währenddessen lag die CPU häufig bei 80 bis 90 Prozent. Die vollständige Verarbeitung dauerte mehrere Stunden. Das ist bei einem Erstimport von über 4'000 Bildern aus meiner Sicht in Ordnung.

ADM blieb währenddessen nutzbar. Natürlich würde ich nicht gleichzeitig mehrere 4K-Streams transcodieren, ein RAID neu aufbauen und tausende Fotos analysieren lassen. Nach Abschluss funktionierten Miniaturansichten, Gesichtserkennung, intelligente Suche, Dublettenerkennung sowie Foto- und Videoanzeige. Der N5105 ist dafür ausreichend, aber nicht besonders schnell. Eine modernere Plattform wie der N100 wäre hier vermutlich flotter.


RAID 1, Rebuild, Ruhezustand und Neustart​

Die beiden WD Red Plus wurden als RAID 1 eingerichtet. ADM erkannte beide Festplatten korrekt, die Nutzerführung könnte aber klarer sein. Ich hätte mir deutlicher gewünscht, welche Laufwerke eingebaut, aber noch keinem Volume zugeordnet sind. Auch der Hinweis auf Datenverlust beim Erstellen des Volumes dürfte prominenter sein.

Für den Ausfalltest habe ich eine Festplatte entfernt. ADM erkannte den Ausfall, das RAID wechselte in den degradierten Zustand und die Daten blieben verfügbar. Nach dem Wiedereinsetzen beziehungsweise Ersetzen der Festplatte startete der Rebuild automatisch. Genau so sollte es sein.

Auch der HDD-Ruhezustand funktionierte wie geplant. Docker und Apps liegen auf NVMe, die HDDs schlafen bei Nichtbenutzung und werden erst beim Zugriff auf Medien oder Daten geweckt. Nach einem vollständigen Neustart blieben Docker, Portainer, Plex, Jellyfin, Immich und das manuelle Jellyfin-Mapping erhalten.

RAID 1 ist natürlich kein Backup. Es schützt gegen den Ausfall einer einzelnen Festplatte, aber nicht gegen versehentliches Löschen, Schadsoftware, Überspannung, Diebstahl, Dateibeschädigung oder ein komplett defektes NAS.


One-Touch-Backup, HDMI, Lautstärke und Temperaturen​

Das One-Touch-Backup funktioniert wie bereits beim AS5404T. Da ich die Funktion dort ausführlich getestet hatte, habe ich den kompletten Ablauf nicht erneut künstlich aufgeblasen. Eine externe USB-Festplatte kann einem Backup-Auftrag zugeordnet werden und die Sicherung startet über die Taste an der Vorderseite. Weitere Details gibt es in meinem früheren Vergleich:

Drei 4-Bay-NAS im Praxiseindruck

HDMI funktioniert ebenfalls problemlos. Für meinen Anwendungsfall ist das aber kein wichtiger Punkt, da ich das NAS über den Browser verwalte und separate Geräte als Medienplayer nutze. Subjektiv blieb das NAS unauffällig. Unter Last waren eher die Festplatten als der Lüfter hörbar. Auch während Fotoindexierung, Hardware-Transcoding, RAID-Aufbau und Rebuild wurde das Gerät für mich nicht störend laut. Die Temperaturen von CPU, HDDs und NVMe waren ebenfalls unauffällig. Das ist aber keine Messung unter kontrollierten Bedingungen.

Für wen eignet sich das AS6702T v2?​

Gut geeignet ist das NAS für:
  • bestehende ASUSTOR-Nutzer, die ein älteres Gerät ersetzen wollen
  • Anwender, die mit zwei HDDs im RAID 1 auskommen
  • Nutzer, die Apps und Docker bewusst auf NVMe betreiben wollen
  • Plex-Nutzer
  • erfahrene Jellyfin-Nutzer
  • private Fotoverwaltung mit Immich
  • kleinere Docker- und Self-Hosting-Projekte
  • Umgebungen mit schnellem Netzwerk
Weniger geeignet ist es für:
  • komplette Neueinsteiger ohne bestehendes ASUSTOR-Ökosystem
  • Käufer mit Fokus auf maximale Hardware fürs Geld
  • Anwender mit hohem Speicherbedarf
  • grössere Homelabs ohne RAM-Upgrade
  • Nutzer, die möglichst aktuelle Hardware erwarten

Fazit​

Das ASUSTOR AS6702T v2 ist ein gutes NAS. Es ist hochwertig verarbeitet, ADM läuft stabil und die vier NVMe-Slots sind in dieser Geräteklasse weiterhin ungewöhnlich. Besonders gut gefallen haben mir Gehäuse, Laufwerksrahmen, 2x 5 GbE, NVMe als normales Volume, funktionierender HDD-Ruhezustand, Plex, Portainer, Immich, automatischer RAID-1-Rebuild und das ausgereifte ADM.

Weniger gut gefallen haben mir der hohe Preis, nur 4 GB RAM ab Werk, die ältere N5105-Plattform, fehlendes USB-C, fehlende M.2-Kühlkörper, verschraubte HDDs, ein teilweise unaufgeräumtes App Central und die Handarbeit bei Jellyfin.

Der N5105 ist für Standardfunktionen weiterhin ausreichend. Dateifreigaben, RAID 1, Docker, Plex, Jellyfin und Immich laufen. Selbst mehrere Medienstreams sind möglich, wenn Hardware-Transcoding korrekt eingerichtet ist. Trotzdem passt die CPU für mich nicht mehr richtig zum Preis. Ein NAS für mehr als 600 Euro sollte 2026 entweder eine modernere Plattform, mehr RAM oder mehr HDD-Schächte bieten.

Besonders als Ersatz für ein älteres ASUSTOR kann ich das AS6702T v2 nachvollziehen. Man behält ADM, bekannte Apps und Backup-Funktionen und erhält schnelleres Netzwerk sowie mehr Möglichkeiten mit NVMe. Wenn ich heute aber komplett neu einsteigen würde, wäre es nicht meine erste Wahl. Das DXP2800 bietet für deutlich weniger Geld modernere Hardware, das DXP4800 Plus für etwas weniger Geld sogar vier HDD-Schächte, 8 GB DDR5, eine deutlich stärkere CPU und 10 GbE. UGOS ist nicht so lange am Markt wie ADM, beim Preis-Leistungs-Verhältnis liegt UGREEN hier aber klar vorne.

Meine persönliche Einordnung:
  • als klassisches NAS: gut
  • als Ersatz für ein älteres ASUSTOR: gut bis sehr gut
  • als RAID-1-Datenspeicher: sehr gut
  • als Plex-Medienserver: gut
  • als Jellyfin-Medienserver out of the box: durchwachsen
  • als Jellyfin-Medienserver nach Konfiguration: gut
  • als Docker-Basis: gut, RAM-Upgrade sinnvoll
  • als Foto-NAS: gut
  • für Einsteiger: bedingt geeignet
  • für bestehende ASUSTOR-Nutzer: interessant
  • als kompletter Neueinstieg zum aktuellen Preis: nicht meine erste Wahl

Disclaimer​

Das ASUSTOR AS6702T v2 wurde mir von Asustor direkt für diesen Test zur Verfügung gestellt. Die beiden WD-Red-Plus-Festplatten stammen aus meinem vorherigen NAS-Test. Die verwendete NVMe ist eine bereits vorhandene Western-Digital-SSD. Vorgaben zum Inhalt oder zur Bewertung gab es keine.

Ich habe keine normierten Messungen zu Stromverbrauch oder Lautstärke durchgeführt. Die beiden 5-Gigabit-Ports konnten mangels entsprechender Netzwerkinfrastruktur nur mit einer einzelnen 2,5-Gigabit-Verbindung genutzt werden. Alle Beobachtungen beziehen sich auf meinen Testaufbau und die zum Testzeitpunkt verwendeten Versionen von ADM, Apps und Containern. Preise wurden am 18. Juli 2026 geprüft und können sich jederzeit ändern.

Und wie immer: RAID ersetzt kein Backup.
 
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Ich mag deine NAS Testreihe und sie gibt mir als Zukünftiger NAS Besitzer einen guten Überblick.

Nach meinem Home Server Projekt mit ZimaOS ist als nächstes ein NAS geplant.

Es wird ein 2 bay NAS wahrscheinlich von UGreen.

Also Danke für deine Tests!
 
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"Ein NAS für mehr als 600 Euro sollte 2026 entweder eine modernere Plattform, mehr RAM oder mehr HDD-Schächte bieten."

Ich dachte es kostet 430?

"Zum Zeitpunkt des Artikels liegt das Leergehäuse in Deutschland bei ungefähr 430 Euro."



Und:

Das ASUSTOR AS6702T v2 wurde mir von [Hersteller beziehungsweise Quelle ergänzen] für diesen Test zur Verfügung gestellt.

Vielleicht vor dem Absenden noch mal korrektur lesen (lassen)?


Lesertests sind immer so ne Sache. Sie zeigen eben nur aus der Sicht einer Person das Testobjekt.
Erfahrene Redakteure sind oft breiter aufgestellt und schauen eher über den eigenen Tellerrand hinaus.
Die Preisvergleiche mit den Mitkonkurrenten bewerte ich z. B. ganz anders.
 
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Sehr schöner Test und deckt sich mit meiner Erfahrung mit dem Asustor AS6704T.
Ich hätte mir für die Gen2+ Version aber auch definitiv den Intel N100 gewünscht (vorrangig wegen der AV1 Unterstützung). Damit wäre es tatsächlich eine Aufwertung zu den Gen2 Geräten, sonst bleibt ja eigentlich nur 5Gbit zu 2,5Gbit.
 
Die wichtigste Frage ist:
Kann man das NAS Mit dem Betriebssystem seiner Wahl bestücken oder ist das unnötig kompliziert. :-)
 
andy_m4 schrieb:
Kann man das NAS Mit dem Betriebssystem seiner Wahl bestücken oder ist das unnötig kompliziert
AFAIK kannst du im BIOS ein anderes Bootmedium auswählen.
Jemand der sich allerdings ein FertigNAS kauft, will in aller Regel auch die Funktionen des fertigen NAS nutzen. Das ist/war das Erfolgsprinzip von Synology und meistens auch der anderen.
Die Masse will was fertiges und keine Bastler Lösung.
 
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andy_m4 schrieb:
Die wichtigste Frage für mich ist:
Kann man das NAS Mit dem Betriebssystem seiner Wahl bestücken oder ist das unnötig kompliziert. :-)
Ich hab das mal korrigiert.
 
Azghul0815 schrieb:
Jemand der sich allerdings ein FertigNAS kauft, will in aller Regel auch die Funktionen des fertigen NAS nutzen.
Kann man so sehen. Wobei Fertig-NAS-Systeme häufig halt auch sehr sparsame und kompakte Hardware haben, was mit Selbstbau nicht immer so einfach ist.

Zudem kann es ja auch zu Anfang sein, das man das NAS als as-is nutzt und nachdem man selbst Know-How aufgebaut hat dann doch Lust bekommt, mehr zu machen.
 
@Azghul0815 Dem will ich ja auch gar nicht widersprechen.
Aber die Option zu haben ist besser als sie nicht zu haben.
 
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Für mich ist bei einem NAS mit M.2 Datenträgern die Geschwindigkeit der Netzwerkschnittstellen sehr wichtig.
Denn die bremst die mögliche Übertragunsgrate der M.2 SSDs ja aus.
Bei meinem NAS mit 10 GbE ist das schon ein Träumchen wenn ich Daten mit 1 GB/s übertragen kann.
Da nutzt man so ein NAS dann auch anders wenn man die Möglichkeit dazu hat.
Daher finde ich die 5 GbE bei dem NAS hier schon sehr gut gegenüber den 2,5 GbE der Mitbewerber.
 
Azghul0815 schrieb:
Noch unangenehmer wird der Vergleich mit dem DXP4800 Plus. Das UGREEN kostet aktuell nur etwas mehr als das ASUSTOR, bietet aber vier statt zwei HDD-Schächte, 8 statt 4 GB RAM, den moderneren N100, allerdings eben nur 2x 2,5 GbE.

Du meinst DXP4800.
(DXP4800 Plus hat Pentium Gold 8505 / 1 x 10 GbE und 1 x 2,5 GbE)
 
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