Attentäter von Toulouse, was lief schief?

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buzz89

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Ich habe diesen Fall mit Interesse verfolgt und mir stellen sich hier einige Fragen.

Warum hat man an dieser dummen Taktik festgehalten, man wusste scheinbar schon seit dem gestrigem Abend das er mit seinen Waffen in der Hand sterben wollte und wenn möglich Beamten mit sich nehmen wollte.
Da man durch Suizid nicht ins Paradis kommt, (was der Unterhändler mit Sicherheit mehrmals erwähnt hatte weil man ihn lebend haben wollte) konnte man davon ausgehen das er die direkte Konfrontation sucht.

Er hat sich absichtlich "tot" gestellt und die Beamten dadurch verunsichert.
Er wusste genau das sie irgendwann kommen werden um nach zu sehen.

Jetzt meine Fragen.

Warum hat man ihn nicht betäubt, der nächstbeste Anästhesist hätte ihn ins Traumland schicken können.(das haben die Russen gezeigt)
Angeblich hat man mit Röntgen/Wärmekameras immer feststellen können wo er sich auf hielt.
Warum war man dann so überrascht als er auf sie zugestürmt ist?
Warum hat man ihn nicht mit einem Taser bearbeitet, ruck zuck wäre er Kampfunfähig gewesen.

Für mich hatte er zu jederzeit die Oberhand und die Beamten waren in seiner Welt.
Er hat erst mal alles ordentlich gestanden und seine Kranken Phantasien kund getan, hat sich gerechtfertigt und ordentlich Medienwirksam verkauft.
Dann hat er die Beamten in sein Reich gelockt und abermals seinen Willen durchgesetzt.
Die Ausrüstung hat die Beamten vor einer Katastrophe bewahrt.

In meinen Augen hat man versagt und spielt die Sache jetzt runter.
Man hat auch vorher schon versagt denn angeblich war ihm der Geheimdienst auf der Spur, hatte ihn aber verloren da er ständig die Wohnungen wechselte.

Ich sehe schon wie dieser Fall dazu instrumentalisiert wird die VDS ein zu führen.
 
Und deine Infos beziehst du aus den spärlichen Reportageschnipseln auf NTV, die sich in halbstündiger Regelmäßigkeit wiederholen aber von Mal zu Mal weniger neue Informationen beeinhalten.

Der Typ ist noch keine drei Stunden tot, der Körper vermutlich noch nicht einmal kalt und schon glaubst du beurteilen zu können, was möglicherweise falsch gelaufen ist? Halte ich für unwahrscheinlich und tatsächlich würde ich erstmal warten, was die französischen Behörden noch zu verlauten haben.
 
buzz89 schrieb:
Jetzt meine Fragen.

Warum hat man ihn nicht betäubt, der nächstbeste Anästhesist hätte ihn ins Traumland schicken können.(das haben die Russen gezeigt)

Du meinst doch nicht etwa diesen Fehlschlag 2002 wo ein beträchtlicher Teil der noch verbleibenden Geiseln im Moskauer Dubrowka-Theater durch dieses Anästhetikum oder Giftgas (ich glaube es wurde nie bekannt was man wirklich eingsetzt hat) umgekommen ist oder heute noch mit Folgeschäden zu kämpfen hat?
 
Weshalb hat man versagt?
Der Terrorist ist tot und kein Polizist musste dafür zusätzlich sein Leben lassen. Gestorben sind ja schon genug.
Klar man hätte ihn früher umlegen können, aber man hat halt erst noch versucht wie von oben angeordnet ihn lebend zu fassen. Nur das ist bei nem Terroristen relativ schwer. Da ihm sein eigenes Leben nicht wirklich was wert ist und es ihm schlicht weg nur darum ging möglichst gezielt Frankreich? zu schaden.
Das ganze halt auch möglichst so, dass er in den Medien erscheint.

Wie es genau abgelaufen ist und was passiert ist weiß von uns hier doch keiner. Wenn die Medien das wüssten, hätte es der Täter auch gewusst. (bestes Beispiel Olympia damals hier in Deutschland)
Denke nicht mal im nach hinein, wird der genaue Ablauf veröffentlicht, den das gäbe Einblick in die Arbeit der Spezialeinheiten -> würde es den Terrororganisationen also die Planung noch mal erleichtern. Den Sie könnten ihren Feind leichter einschätzen.
Ob man ihn hätte betäuben können kann man hier ja genauso wenig sagen, den was z.B. nutzt dir nen Taser wenn du ihn nicht einsetzen kannst. Dieser braucht ja auch eine Angriffsfläche um wirksam zu werden, er ist ja nicht auf nem Fußballfeld gestanden.

Der Geheimdienst war soweit ich weiß der Mutter auf der Spur, welche einer anderen Radikalen Gruppe nahe stand.
Er selbst war vermutlich ein Schläfter und hat nur auf seinen Zeitpunkt gewartet.
 
Den Nachrichten auf ARD zufolge, Tagesschau gestern, halte ich auch eine Inszenierung nicht für unmöglich.
 
Es gab sonst keine andere Lösung im Dubrowka Theater, und es hat zum grössten Teil funktioniert.
Leider hat man nicht alle Terroristen erwischt und es kam zu kämpfen.(dadurch ging wichtige Zeit verloren)
Man hat auch leider versäumt genug Ersthelfer zur Verfügung zu stellen und ein zu weihen was man da benutzt hat.
Aber es war ein Erfolg wenn man sich ansieht wie gut sich die Terroristen abgesichert hatten.

In diesem Fall hätte man keine Geisel gefährdet.
Bei dem Feuergefecht ist es schwer fraglich das nur der Täter gefeuert hat.(ein Beamter mit Taser hätte hier einiges bewirken können)
Er ist mit Sicherheit auch nicht an dem Sturz gestorben.
Scheinbar hat er die Beamten aber überrascht, die bis dato gedacht hatten wenn er jetzt noch lebt ist er müde und ordentlich mürbe.
Dies stellte sich als Fehleinschätzung heraus.

Es war ein voller Erfolg denn in seiner Welt hat er sich sehr gut geschlagen und nicht aufgegeben.
Seine Story lässt sich gut missbrauchen um neue unterbemittelte Seelen zu rekrutieren.
Er hat jetzt den Terroristen Heldenstatus und dient als Vorbild.

Ich denke auch das man über das Moped auf ihn gekommen ist.
Er hat es gestohlen, es war mit GPS versehen und er hat eine verräterische Anfrage bei einem Händler gestellt.
Jetzt sucht man nach allen geklauten Mopeds dieses Modells, sieht sich die GPS Daten an und weiss je nachdem wie gut das System ist, wann und wo das Moped war und wo es ist.
Das ist gute alte Polizeiarbeit.
 
wenn einer durch kopfschuß gestoppt wird http://www.n-tv.de/politik/Mohammed-Merah-stirbt-durch-Kopfschuss-article5825896.html, dann kann man damit rechnen, das er nicht unbedingt lebendig gefangen genommen werden sollte.

und passenderweise liegt der ersatznapoleon jetzt in der wählergunst ganz vorn.

ob das verschwörungszeugs ist, mag jeder selber entscheiden. ich kann es z.t. noch nicht.

es fehlt jetzt nur noch die berühmte seebestattung. ;)
 
Das heorisieren beginnt, t-online.de meldet:

Mordserie in Südfrankreich: So kämpfte der mutmaßliche Attentäter von Toulouse erbittert bis zur letzten Patrone.

Und ja, er kämpfte zudem erbittert bis zum letzten Mann.
 
@hall9000:
So einfach kann man es wohl auch nicht sagen.
Alles geschah während des Eingriffes und das auch noch unter Schusswaffeneinsatz.
Da ist der letzte Gedanke: "Den fassen wir jetzt unbedingt lebendig".
Eher lautet die Devise "Das Leben der Beamten hat Vorrang".
 
Zu mal es wahnsinnig viel Schaulustige und Reporter in unmittelbarer Nähe gab.(laut Reporter 60m Luftlinie)
Und er wollte sterben und unter allen Umständen so viele wie möglich mitnehmen.
Das waren seine letzten Aussagen.

Man hat ihn von Anfang an unterschätzt, zu erst geht die Festnahme mächtig schief.
Dann gibt man ihm die Chance sich zu rechtfertigen und gibt das brav an die Medien weiter.
Nebenbei hat er selbst noch die Möglichkeit bei einer Reporterin an zu rufen und seine kruden Ansichten zu verbreiten.(Handy Jammer gibt es für 20€ und ein Anruf beim Telefonanbieter und die Leitung ist zu)
Dann macht er seine Ankündigung wahr und überrascht die Beamten.
Man hat scheinbar auch wenig Anstalten gemacht ihn zu isolieren.

Er hat gewusst das man ihn lebend haben wollte und das man eigene Verluste um jeden Preis verhindern wollte.
Das hat er genutzt.

Jetzt will der gute Sarko die Hass Webseiten abschalten.
Super Zensur ist im Gange, wo zieht man eine Grenze beim abschalten?
Man hat doch viel mehr davon diese Webseiten als Honeypot zu nutzen.

Und es gibt keine bessere Werbung als solche Ereignisse und die enorme Berichterstattung davor und danach.
Dann wird jedes Jahr an die Opfer gedacht.
Mehr Werbung geht nicht.
Der Typ hat sich unsterblich gemacht.
 
Zuletzt bearbeitet:
@osi, ist richtig. aber kopfschuß (!). das ist fast immer was endgültiges. und fragen beantwortet man danach keine mehr. ich behaupte mal, wenn man den typen lebend kriegen wöllte, hätte man das auch.

und buzz hat völlig recht, wo zieht man die grenze , und fällt es irgend wem noch ein, das man die besucher solcher seiten (ob die auch jemals wirklich "dort" waren) auch noch belangen könnte, möchte, müßte.
 
Natürlich ist ein Kopfschuss etwas endgültiges, so wie jede andere tödl. Verletzung auch.
Wenn ich die Artikel bisher richtig verstanden habe, ist er im Fall (Sprung aus seinem Fenster) erschossen worden.
Das sieht für mich nach einem sehr guten Schützen aus oder alles ist immer noch im Bereich des Ungewollten.
Wie dem auch sei, der Plan ihn lebend zu fassen ist fehlgeschlagen.
Es war halt nur ein Plan. Pläne ändern sich schnell. Es hängt viel davon ab, wie die Sachlage vor Ort aussieht oder sich die Gegebenheiten ändern.

Ob überhaupt etwas schief lief, sollten wir nach offiziellen Presseaussagen o.ä. erst beurteilen.
Mom. diskutieren wir nur mit den wenigen Infos, die wir aus den Medien erhalten haben und was wir uns daraus zusammenreimen.
 
Es bleibt wenig Spiel für Lücken.
Die zahlreichen Pressekonferenzen, und die Nähe der Medien zum Tatort lässt wenig spiel für Lücken.
An den Informationen wird sich wenig ändern so viel detaillierter werden diese nicht mehr.
Man war zu keiner Zeit Herr der Situation, das konnte man ganz klar sehen.
Der Plan schlug fehl weil man die Person und die Situation völlig falsch eingeschätzt hat.

Ich frage mich nur warum Betäubendes Gas in solches Fällen keine Option ist.
 
Auf was für Betäubendes Gas möchtest du überhaupt hinaus?

Für das meiste was ich so in Erinnerung habe sind "hohe" Konzentrationen notwendig.
Giftgase etc. was es auch alles gibt sind Kampfmittel und das wird nen Westliches Land im eigenen Land nur im äußersten Notfall einsetzen ... zumal ich nicht mal weiß ob das erlaubt ist. Rußland ist da wieder komplett nen anderes Kalieber da kann das von oben einfach durch gesetzt werden egal was passiert. Folgeschäden und so weiter sind irrelevant.

Warum ein Kopfschuss? Lässt sich leicht erklären, weil es das einzige so effektive ist (Was bringt es wenn du ihn laufunfähig schießt und er weiterhin seine Waffe hat?).
Es war schlicht wer der letzte Ausweg, ohne dabei Polizisten oder andere Menschen zu gefährden.
Da kann man dem Schützen schon nen Orden geben, dass er so schnell und zielsicher war, selbstverständlich ist das nicht. Auch Terroristen kennen Schutzwesten und so weiter, heißt nen Taser würde z.B. gar nicht durch kommen.

Je nach dem wie du Herr der Situation definierst hast du natürlich recht, aber wie will man vorausahnen, was er schlussendlich vorhatte und vor allem was er tut. Den zuerst hat er ja selbst angekündigt sich zu ergeben.
 
@buzz89:
Wie soll man denn Herr über Einen werden, der sinnlos Leute tötet und sich bewaffnet in ein Haus verschanzt?
Sorry, aber nimm mal die rosarote Brille ab. Der Kerl war geistig gestört oder ein religiöser Fanatiker, mit solchen Leuten kann man eher schlecht verhandeln. Man kann von Glück reden dass keine weiteren Menschen mehr sterben mussten, dass die Sache trotzdem gefährlich war ist natürlich klar.
Versuch du doch mal mit einem einer Person in solch einer Situation zu verhandeln; wenn das so einfach wäre, wäre es bestimmt nicht so weit gekommen.
Und die Sache mit dem betäubendem Gas ist wohl auch eher James-Bond-Fiktion...
 
Der Fehler war wohl der erste Versuch des Zugriffs.
Er hat das Spezialeinsatzkommando frühzeitig bemerkt und somit hatte man das Überraschungsmoment verloren.
Ein schwer bewaffneter und zu allem bereiter Extremist, verschanzt in der eigenen Wohnung...

Wieso hat man nicht einfach gewartet und ihn auf der Straße oder im Treppenhaus überwältigt ?
Und wie kann ein vorbestrafter Islamist der bereits in Afghanistan war und den der Geheimdienst wohl auf dem Schirm hatte eine derartige Menge an Waffen und Munition anhäufen ?
 
... und auch noch durch seine dämliche(!) Religion dazu gedrängt wurde, seine Morde zu begehen :-/[/QUOTE

Politisch nicht korrekt, aber leider wahr.

Seine Familie wurde ebenfalls festgenommen, da sie ihn gedeckt und unterstützt haben.
Mit "Ihn" meine ich seine Ansichten. Er lebt den Quran aus, welcher an über 200 Stellen zum Massenmord an nicht-gläubigen aufruft.

Zum Glück gibt es noch einige wenige Nachrichtensender die so etwas nicht politisch korrekt unter den Teppich kehren.

Der Täter hat übrigens bereits 7 Kinder vergewaltigt und wurde jedes mal wieder laufen gelassen.
Dass man ihn "nicht finden" konnte ist ein Märchen, sein Wohnort war den zu jeder Zeit bekannt.
 
Nur weil es nicht erwähnt worden ist, bedeutet es nicht das es nicht mit Schlafgas (was auch immer das genau sein mag) versucht worden ist. Eine funktionierende Gasmaske bekommt man jederzeit im Internet zu kaufen, ich vermute einfach mal das damit auch Schlafgas gefiltert wird?

Ist ja kein Counterstrike sondern das echte Leben. Wenn ein Beamter bedroht wird, dann ist das Stoppen (in diesem Fall gezielte Tötung) eines Verbrechers legitim mMn.
 
DVNO schrieb:
Den Nachrichten auf ARD zufolge, Tagesschau gestern, halte ich auch eine Inszenierung nicht für unmöglich.

Wer soll denn was inszeniert haben?

@iks-deh

So sieht es aus.
Mit dem ersten Schuss hat er eigentlich schon sein Leben verwirkt.
Der Attentäter hätte womöglich aus dem Fenster schießen können oder noch schlimmeres Anrichten können, etwa den gesamten Häuserblock zu sprengen.

Die Polizei hat ja stundenlang verhandelt. ER hätte sich ergeben können.
Aber das war ein religiöser Fanatiker, leider kann man mit (religiösen) Fanatikern nicht verhandeln.

@Silverbreaker
Ja das ist eine dämliche Religion die zum Mord aufruft.
Der radikale Islam ist verachtenswert, wie die Menschen die jedwende Religion für Terror und Gewalt mißbrauchen.

Der gute war im Afghanisch- pakistanischem Grenzgebiet zum Training, ja al-quaida.
Und zuerst dachte man eher an einen Täter aus dem rechtsradikalen Umfeld.
 
Zuerst soll er in der nähe der Tür mit den Beamten geredet haben, dann hat er sich wohl ins Bad verzogen und auf den richtigen Moment gewartet.
Als er die Beamten bemerkt hatte ist er rausgestürmt und 30 Schuss abgegeben die Beamten sollen 270 Schuss abgegeben haben.
Er hat wohl auch eine Kugelsichere Weste.
Er hatte sein Ende so geplant.

Tränengas wäre auch eine Idee gewesen, damit ist man in Frankreich sonst auch nicht sparsam.
Durch das Husten hätte man wenigstens gemerkt das er noch lebt.
So weit ich das verstanden habe hatte man keine Lebenszeichen und Schüsse in der Nacht die dem Täter zugeordnet wurden.
Man dachte der hat sich selbst gerichtet.
Vielleicht war das auch seine gezielte Taktik.
 
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