Auf in die Heimat - oder doch nicht? (Gehaltsfrage)

lolmachine4

Ensign
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Apr. 2008
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Hallo Forengemeinde,

ich habe eine kurze Nachfrage zum Durchschnittsgehalt / "Womit kann ich rechnen".
Zu mir : ausgelernter Fachinformatiker - Systemintegration, keine bis minimale Programmierkenntnisse, kein SAP, gutes Englisch.

Ich lebe momentan in Baden-Württemberg und verdiene ca. 30.000-31.000€ Brutto pro Jahr.
Ich bin in den frühen 20gern, habe nicht studiert (Realschule > Ausbildung > 1 Jahr Berufserfahrung Stand heute) und würde jetzt gern in meine Heimat zurückkehren. Ins Auge gefasst habe ich Dresden, weil das nah bei meiner Familie ist, ich aber eher ein Stadtmensch bin.
Ich habe im Internet Monatsdurchschnittsgehälter von irgendwas zwischen 2000-2500€ gelesen - das gleiche was ich momentan monatlich auch verdiene, nur ohne Weihnachts/Urlaubsgeld (vermutlich).

Da die Lebenshaltungskosten in Dresden niedriger sind als hier, könnte ich mich auch mit 2000€ Brutto anfreunden, dass ist gar nicht das Problem. Aber: ist das realistisch?
Ich bin hauptsächlich der Supporter/"Reparier-Mal"-Typ, ich kann gut mit internen Kunden und deren PC- und Netzwerkproblemen, bin aber kein Verkäufer und kein Außendienstler, dass vielleicht als grober Hinweis auf was für Stellen ich suchen werde.

Ich danke für alle Antworten und hoffe darauf, dass meine Vorstellungen jetzt nicht gleich vollkommen zerschmettert werden.
 
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Also 30k PA ist meiner Meinung nach die Untergrenze für ITler - ein ausgelernter Azubi steigt damit sehr gut ein.
Wenn du jetzt wechselst und der Lohnspiegel ist dort geringer, dann solltest du deine Gehaltsvorstellungen nicht zurückschrauben.
Eher mit 35k PA ins rennen gehen und mit 32k PA zufrieden sein.
Mit ein paar Schulungen und evtl. Zertifikaten sowie wachsender Berufserfahrung sollte das dann aber auch in den nächsten 4-5 Jahren auf 45-50k PA hochklettern.
 
Also ich versteh schon, dass du in die Heimat zurück möchtest, klar...
Aber beachte bitte, dass du in Ba-Wü sicherlich eher und schneller die Chance hast 50k+ PA zu verdienen...(Vorausgesetzt du beginnst vom 'First Level Support' langsam weg zu kommen.)
Wenn ich das richtig sehe, sind zwar 2000e (pro Monat) brutto realistisch in Dresden. Aber ich stelle mir bei sowas immer die Frage: Reicht dir das (seien es max 3000e irgendwann) auf Dauer? Ich will dir nicht reinreden, aber was ist, wenn du irgendwann selbst Familie hast? Evtl. Ein Haus willst?

Wenn ich alleine überlege, wieviele Leute wir suchen...und andere Firmen (die sehr gut zahlen) auch.. Problem ist leider, dass es kaum Leute dafür gibt. :(
(Will damit nur sagen: An Stellen mangelt es dir in Ba-Wü sicher nicht... Ich weiß nicht, ob das in Dresden auch so sein wird.)
 
Zuletzt bearbeitet:
lolmachine4 schrieb:
Da die Lebenshaltungskosten in Dresden niedriger sind als hier...
Das halte ich mal für ein Gerücht. Seit einige Szenemagazine (ich glaube die NY Times war auch darunter) vor einiger Zeit Dresden als einen "Place to be!" verunglimpft haben sind die Mieten explodiert.
Klar, wenn du mit Gorpitz, Nickern, Prohlis,... zu frieden bist, dann lebst du da auch noch günstig in Hartzhausen. Wenn du aber eher über eine Wohngegend nachdenkst, in die man auch mal seien Familie einladen kann (z.B. Blasewitz, Strehlen, Plauen,...), dann kannst du wohl im Endeffekt auch genauso gut in ner ordentlichen Ecke von Stuttgart, Köln oder FF (Main) wohnen...

Es hängt am Ende ja eh nur an der Miete, die ist der einzig variable Punkt.
Benzin? Kostet dasselbe. Supermarkt? Kostet überall gleich. Kino, Bowling, Bars,...? Kein nennenswerter Unterschied. Elektronik, Literatur, Musik & Filme bringt eh Herr Amazon zum EVP frei Haus.

Solange im Osten nur Löhne zweiter (oder eher dritter) Klasse gezahlt werden kann ich nur raten: Flieht, ihr Narren! Flieht!
Oder geht in den öffentlichen Dienst, der ist angeglichen.
 
Hallo Zusammen,

danke für die Antworten!
In der Tat ist es so, dass es hier hauptsächlich um die Miete geht. Die scheint mir aber tatsächlich deutlich niedriger zu sein. In BW soll ich für 50qm² ohne Balkon und ohne Garage fast 600€ warm bezahlen. Klar könnte ich auch weiter aufs Land ziehen, aber was ich da an Miete spare tanke ich dann eben ins Auto. Abgesehen davon das es hier im Umkreis von 25 Kilometern fast nichts vernünftiges gibt, und wenn dann nur über Makler.
In DD bekommt man ganze 3 Zimmer (60-70qm²) mit Balkon und Tiefgarage für teilweise 50-100€ weniger, Wohnungen gibt es im Netz reichlich, auch komplett ohne Makler oder 50% billiger als was diese Halbsabschneider bei uns verlangen.

Die Frage "reicht dir das?" kann ich ganz klar beantworten: ohne Probleme. Ich bin sehr sparsam erzogen wurden und habe mir das behalten. Ich brauche nicht viel zum Glücklich sein, von dem her würden mir 2000€ Brutto bei irgendwas um die 400-500€ Miete gut zum Leben reichen. Klar sollte es über die Zeit mehr werden, aber das hängt hier wie da davon ab, wie man sich selbst weiter entwickelt und wie dies die Firma tut. Grundsätzlich arbeite ich lieber in etwas, was mir Spaß macht aber nicht soviel abwirft, als so wie es gerade ist, wo der Job eher nicht so das Wahre ist.

Ich habe also mehr Wohnqualität und deutlich mehr Nähe zur Familie für 300€ weniger Brutto pro Monat; kein schlechter Deal wenn man bedenkt dass mich mein momentaner Job garantiert die nächsten 2-3 Jahre überhaupt nicht weiter bringt und von jedem Dödel erledigt werden kann.

Ich bin gespannt was Ihr noch so für Meinungen dazu habt :)
 
Moin !

"...Ich bin sehr sparsam erzogen wurden und habe mir das behalten. Ich brauche nicht viel zum Glücklich sein.."

Meinen ehrlichen Respekt für diese Aussage, selten heutzutage !

Ich an deiner Stelle würde so schnell wie möglich umziehen, vor allem, wenn man den letzten "Zweizeiler" richtig lesen kann:
"Ich habe also mehr Wohnqualität und deutlich mehr Nähe zur Familie für 300€ weniger Brutto pro Monat; kein schlechter Deal wenn man bedenkt dass mich mein momentaner Job garantiert die nächsten 2-3 Jahre überhaupt nicht weiter bringt und von jedem Dödel erledigt werden kann."

Allein dies sagt mir, dass du mit einem Umzug in eine schöne Wohnung deines Heimatortes inkl. Nähe deiner Familie gut beraten bist.

Ich freue mich auch schon auf 2020...wenn ich als "Rentner" endlich hier verschwinden kann, sofern das meine Gesundheit zulässt.
 
Erstmal stimme ich 'TheWalkingDead' absolut zu!
Sparsames leben ist inzwischen sehr selten geworden.
Ich hatte selbst Zeiten, wo sparsam noch untertrieben war (unter 500-600€ vor Miete...) und konnte dies zum Glück weiterhin beibehalten.
(Auch wenn ich zugeben muss, dass ich mir natürlich trotzdem hin und wieder etwas gönne, wie einen schönen Urlaub mit meiner Freundin oder so)

War auch nicht so gemeint, dass ich dir den Umzug ausreden möchte. Nur der Hinweis wird meist (ka warum) oft unterschlagen. Und ein Bekannter von mir (ebenfalls ITler, allerdings anderes Einsatzgebiet als du) ist ebenfalls von Ba-Wü nach Jena gezogen mit seiner Familie (Frau+2Kids) um näher an seinen Verwandten zu wohnen... Leider ist er nicht ganz so glücklich mit der Entscheidung geworden.

Und die erwähnten 300€ Brutto im Monat sind ja deine momentan Situation...Bilde dich privat etwas fort (es muss nicht einmal direkt ein Zertifikat sein!)...Es gibt genug IT Gebiete die hängeringend Leute suchen. Bei 3000€ bis 4000€ im Monat ist auch eine Wohnung die evtl. 100€-200€ mehr kostet auch sicherlich kein Problem.
Ich würde auf jeden Fall, egal ob du dich jetzt für oder gegen deinen Umzug entscheidest, schauen, dass du so schnell wie möglich von dieser 'First Level Support' Schiene weg kommst!
Es mag zwar Spaß machen, hier gibt es aber sicherlich auch andere Stellen, die ähnliches machen und dich 1) etwas mehr fordern 2) mehr Weiterbildung / Entwicklung ermöglichen.
Problem an der IT ist, dass du doch etwas "am Ball" bleiben musst. Wenn du die nächsten, sagen wir mal, 5 Jahre als reiner 'First Level Support' arbeitest wird ein Wechsel schwer.
Diese Stellen gehören leider auch immer zu den ersten (IT) Stellen, die gerne geoutsourced werden um die Löhne zu drücken.

Ich kann dir gerne ein paar Einsatzgebiete nennen, bei denen Leute immer gesucht werden. Wenn dann aber per PN, da evtl. das eine oder andere zu sehr meine Tätigkeit +evtl. Firma widerspiegeln könnte.
 
Zitat:
"Auch wenn ich zugeben muss, dass ich mir natürlich trotzdem hin und wieder etwas gönne, wie einen schönen Urlaub mit meiner Freundin oder so"

Das ist ja auch nicht mehr als völlig verständlich, wer möchte das nicht ? :)
Ich hingegen sehe das wie der TE, bin auch mit wenig zufrieden, das ergibt sich aber auch aus dem Alter. Ich brauche nicht ständig ein neues Handy...Tablet, Digicam oder was weiss ich, meine Dinge werden sehr pfleglich behandelt und ich könnte die nach 2 Jahren als Neuware, sogar mit orig. Displayschutz verkaufen. Anderes Thema.

Ein- oder Ausreden liegt mir auch fern, ich versetze mich kurz in die Lage des "Betroffenen" und sage, wie und was ich tun würde. Er "hängt" an seiner Heimat und seiner Familie (meine ich), daher: auf geht's :D
Geld ist nicht wirklich alles, leider wird es immer schwerer für viele Menschen, mit weniger auskommen zu müssen, die Preise steigen..und steigen..und steigen, besonders was die "normale" Lebenshaltung angeht (Strom, Gas..Öl..)
 
Also ich lebe jetzt seit 4 Jahren in einer Großstadt in BW. Am Anfang habe ich als Azubi von ungefähr 350€ im Monat gelebt (nach Bezahlung der Miete), und das war auch kein Problem, nie Schulden gemacht oder sonstige Hilfe benötigt. Jetzt hab ich immer noch die gleichen Ausgaben, aber das 3fache an Einnahmen, von dem her: mit Geld umgehen kann ich. Ich habe jetzt halt das Jahr Vollzeittätigkeit genutzt um meinen Führerschein zu machen und mir ein kleines, gebrauchtes Auto zu kaufen. Das war zwar nicht günstig, aber da ich unterirdisch schlecht fahre sollte es halt was sicheres sein :D

Das allgemein Support-Jobs nicht als der Heilsbringer angesehen werden kann ich verstehen, andererseits kann mit einem Jahr Berufserfahrung eben keine Senior-Stellen/Teamleiter-Stellen antreten. Natürlich will ich nicht mein Leben lang leuten erklären wie Sie das LAN-Kabel in den Toaster stecken müssen, aber das ist halt so das Sprungbrett für nicht-studierte. Ein weiterer Grund warum ich eben gerne etwas neues möchte, im Moment sitze ich zu 80-90% rum und warte darauf, dass das Telefon klingelt. In meiner Ausbildung war das anders, da hab ich zwar die gleiche Tätigkeit gemacht, aber in einem viel größerem Spekturm und mit viel mehr Eigenverantwortung. Dort konnte man mich aber auf Grund der Wirtschaftslage nicht übernehmen. Ich möchte schon gern mehr machen und dazu lernen, keine Frage. 3 Monate werde ich aber auf jeden Fall noch bleiben (Ende März), sonst muss ich nämlich mein Weihnachtsgeld wieder abdrücken.


Die eigentliche Frage ist aber so ein bisschen auf der Strecke geblieben. Unten riet mir @Benzer mit 35k pro Jahr einzusteigen und mit 32k zufrieden zu sein. Ist das auch in DD realistisch? Das würde ja bedeuten, dass ich mich momentan unter Wert verkauft habe. Kommt vielleicht irgendjemand aus der Gegend und kann dazu pauschal was sagen? Oder ist das allgemein gültig?

Ich freue mich übrigens über die vielen unterstützenden Worte. Ich hatte irgendwie erwartet, dass die allgemeine Resonanz eher negativ oder abwertend ausfällt. Ich bin jetzt 4 1/2 Jahre von zu Hause weg (mit 18 ausgezogen), seit dem hat sich in meinem (Privat-)Leben viel verändert, und 600KM zwischen zu Hause oder ungefähr eine Autostunde von DD sind eben ein himmelweiter Unterschied. Ich habe hier einfach nie Anschluss finden können, was 100% meine "Schuld" ist, keine Frage, aber Heimat ist eben... Heimat. :)

@nospherato:
Dieses Angebot nehme ich gerne an - selbstverständlich vertrauenswürdig.
 
Ich würde mich da nicht allzuviel an Statistiken aufhängen. Bewirb dich und schau was du rausgehandelt bekommst. Gehälter sind oft innerhalb eines einzigen Unternehmens nur schlecht vergleichbar. Es kommt immer darauf an wie du ankommst und wie du dich verkaufst.
Du willst ja deinen neuen Job sicher vor dem Umzug unter Dach und Fach haben!?
 
Benzer ist immer schnell dabei wenn es darum geht Gehälter raus zu hauen die man zwar kriegen kann, aber auch nur wenn man den sprichwörtlichen 6er im Job gezogen hat - ich lese diese Berichte auch schon immer mit und frage mich immer wieder wie man auf so absurde Summen kommen kann!
Ich bewerbe mich hin & wieder auch mal auf Stellen (mit Jahrzehnten Berufserfahrung) und dennoch gibts das was Benzer schreibt nirgends auch nur ansatzweise (Niedersachsen)!

Als Tip, wenn Du einen Job in Deiner Heimat bekommst, dann zieh dahin, nimm ruhig etwas weniger Geld in Kauf und lebe Dein Leben! Zehnmal besser als auf einem Sack Geld zu sitzen und dennoch nichts zu haben!
 
Dann machst du was falsch Lars. Ich halte meine Einschätzungen sogar noch relativ gering da ich bisher fast immer mit Tarifen zu tun hatte die mit dem öffentlich Dienst irgendwie verbunden waren. In der freien Wirtschaft ist in der Regel noch 10-20% mehr drin.
 
Green Mamba schrieb:
Du willst ja deinen neuen Job sicher vor dem Umzug unter Dach und Fach haben!?
Genau das ist der Plan. Ich habe diesen Post hier als "Einstieg" eröffnet, weil bei den meisten Bewerbungen dransteht, man solle seine Gehaltsvorstellungen mit angeben. Nun möchte ich nicht wegen Spottpreisen eingestellt und wegen Wucher abgelehnt werden, deshalb frage ich vorher danach.


Lars_SHG schrieb:
Als Tip, wenn Du einen Job in Deiner Heimat bekommst, dann zieh dahin, nimm ruhig etwas weniger Geld in Kauf und lebe Dein Leben! Zehnmal besser als auf einem Sack Geld zu sitzen und dennoch nichts zu haben!
Das ich zu Hause nicht so viel verdienen werde weiß ich ja. Es geht ja auch darum, dass ich planen muss. Vielleicht sind die 30k Brutto in DD ja wirklich völlig übertrieben, dann muss ich halt auch die Ausgaben nach unten korrigieren. Sowas will aber durchdacht sein, Sinn ist es ja nicht zurück zu kehren und dann von der Hand im Mund zu leben.

Das ist ja auch keine Sache die von heute auf morgen passieren wird oder passieren muss. Ich hatte die Woche eben ein "Schlüsselerlebnis" und glaube, dass mir dieser Schritt gut tun wird. Trotzdem werde ich nicht alle Zelte abbrechen wenn es nicht wirklich etwas bringt.
 
Lars_SHG schrieb:
Benzer ist immer schnell dabei wenn es darum geht Gehälter raus zu hauen die man zwar kriegen kann, aber auch nur wenn man den sprichwörtlichen 6er im Job gezogen hat - ich lese diese Berichte auch schon immer mit und frage mich immer wieder wie man auf so absurde Summen kommen kann!

Hier muss ich dir widersprechen... Mir wurde auch lange erzählt, dass meine Gehaltsvorstellungen total unrealistisch wären (anderes Bundesland, aber gleiche "Problematik") und ich solle mich doch bitte mit "weniger" zufrieden geben.
Mein Fazit: Wer sucht und aufhört sich weit unter Wert zu verkaufen, bekommt auch ein realistisches Gehalt. Klar den Firmen gefällt es, dass sich viele unter Wert verkaufen...Mitspielen muss man deswegen aber noch lange nicht!
 
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