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Auswahl einer Eval-SSD

Azdak

Lieutenant Pro
Registriert
Okt. 2009
Beiträge
572
Hallo,

ich werde bald ein paar SSDs besorgen (lassen) um damit einige längerfristige Praxistests durchzuführen. Die SSDs sind nicht für den Produktiveinsatz gedacht und müssen auch nicht länger als 1-2 Monate durchhalten. Ich habe schon einen Kandidaten im Auge, vielleicht wird meine Meinung bestätigt, vielleicht ändert sie sich.
Daher die Frage:
Warum würdet ihr welche SSD auswählen?
die Anforderungen:
  • primärer Testeinsatz als Speicher für TempDB und Transaktions-Log
  • SATA-Schnittstelle
  • 500GB+ Speicher
  • 2+ Laufwerke
  • <= 2k Euro

Ich bin gespannt auf eure Begründungen.

Gruß
Azdak

p.s.: Bevor jetzt alle sagen, dass Consumerprodukte nichts in Servern zu suchen haben. Die sind nur zum testen da. Sie werden nicht in Produktivsystemen eingesetzt. Es soll damit genau der Nutzen von Enterpriseprodukten in unseren Anwendungsfällen abgewägt werden. Nur, 2k€ an die Wand setzen und sie einer Resteverwertung z.B. in Laptops zuführen könne ist akzeptabel. 10k€ komplett gegen die Wand fahren nicht.
 
Mit der Frage bist Du hier sicher nicht im besten Forum, denn was Du suchst ist HW für den prof. Produktionseinsatz und ohne auch nur eine Angabe über Datenvolumen, geforderter Durchsatzrate, verwendeter Hard- Software und vor allem dem Schreibvolumen zu haben, kann man diese nicht serös beantworten beantworten. Außerdem passen 1-2Monate durchhalten und <= 2k Euro schlecht zusammen, denn kosten von 1000 Euro für die SSD und dazu eine Downtime alle ein bis 2 Monete für den Wechsel sind doch etwas schlecht kombinierbar, oder?
 
Crucial m4 SSD 512GB, 2.5", SATA 6Gb/s (CT512M4SSD2)
Gründe: Crucial, relativ günstig, lieferbar, Marvel Controller (praxisnahe Benchmark Werte), und egal welche HDD abgelöst wird, der Unterschied wird enorm sein bei random access.
Wenn es eh nur ein vorläufiges Testsystem ist, stellt die Platte einen guten Kompromiss dar.
 
Ich würde die Crucial m4 512GB nehmen, da die momentan "nur" den LPM Bug besitzt, den man entweder durch Deaktivieren od. das Flashen auf die neuste Firmware (002) umgehen kann.
Zudem bietet sie auch ein sehr gutes P-/L-Verhältnis.

Es gibt zwar noch die Intel 320 600GB, aber die ist nur schlecht lieferbar und besitzt offenbar einen Bug, der zum Datenverlust führen kann. Leider ist die 600GB Version auch davon betroffen.

Falls es Intel gelingen sollte, eine fehlerfreie Version zu liefern, würde ich zu der 320er 600GB greifen, da diese SSD mit 5 Jahren Garantie und Stützkondensatoren im Falle eines Stromausfalls aufwarten kann.
 
Danke schon einmal für das erste feedback.
Holt schrieb:
was Du suchst ist HW für den prof. Produktionseinsatz
Jein. Erst wenn dieser Test unsere Erwartungen erfüllt begeben wir uns auf die Suche nach Hardware für den Produktiveinsatz. Wir wissen ja, was 10k bzw 15k Platten bringen, dass es sich an einigen Stellen lohnt und an anderen nicht. Nun können wir spekulieren, was eine SSD bringt. Aber ob wir das auch in der Praxis erreichen, oder uns vorher ein anderes bottleneck ausbremst, dass wissen wir aber noch nicht.
Holt schrieb:
kosten von 1000 Euro für die SSD und dazu eine Downtime alle ein bis 2 Monete für den Wechsel sind doch etwas schlecht kombinierbar, oder?
Nunja, "albern" wäre für dieses Vorgehen wohl noch eine wohlwollende Beschreibung. :evillol:
 
Wenn es um die Bewertung von Performance, Haltbarkeit und TCO geht, dann wäre es schon sinnvoll dies gleich mit einer SSD zu bewerten, die auch für den Produktionseinsatz in Frage käme. Die m4 ist eine ganze tolle SSD, habe selbst zwei C300 128GB und eine m4 256GB, aber nicht in einer Produkitionsumgebung. Da wäre wirklich erstmal zu klären, welche Datenmengen da täglich geschrieben werden, gerade bei TempDB und Transaktions-Log (Redo Log ich mal an) kommt ja schon viel zusammen wenn da viel "Aktion" ist. Dann wäre eben die Frage, unter welchen Betriebssystem die laufen und vor allem ob dies auch TRIM bietet. Zuletzt ist die Frage nach der Antwortzeit wichtig, die maximal möglich kann gerade bei SSDs deutlich über der typischen liegen und ggf. weit über der von HDDs. Da muß man also sehen, wie die Anforderungen an die Antwortzeiten der DB sind.

So banal wie "SSDs sind sauschnell und haben ja viel mehr IOPS als HDDs" ist das eben im Produktionseinsatz nicht. Außerdem sind Datenbanken sehr stark auf das Verhalten von HDDs hin optimiert und eben darauf deren Schwachstellen zu umgehen. Eine SSDs könnte da u.U. nicht den erwarteten Vorteil bringen.
 
Eben, weil es nicht so banal ist, wollen wir diese Praxistests machen. Klar wäre es besser gleich die HW zu nutzen, die man auch später Nutzen könnte. Innerhalb der Vorgaben aber imho kaum umsetzbar.
Wir haben mehrere Systeme mit ganz unterschiedlichen Workload. Manche schreiben nur wenige MB pro Tag, manche werde wohl fast 1TB Schreibleistung pro Tag erreichen. Diese Aussage ergibt eigentlich erst in einem konkreten Einsatzszenario Sinn. Trim dagegen wird nirgendwo zur Verfügung stehen, da die Platten selbst im Test nur als Raid1/5/10 an SAS-Controllern zum Einsatz kommen.
 
Naja, die neuen Revodrives haben afaik auch TRIM trotz Raid onboard.
 
Trotzdem funktioniert TRIM nicht, da Windows kein TRIM an einen SCSI/SAS Controller durchreicht. ;)
 
Wenn's ein Consumer SSD sein darf, dann würde ich wahrscheinlich die Crucial C300 für diesen Test auswählen. Die ist schon relativ lange auf dem Markt und größere Probleme wurden nie bekannt, sie hat noch 34nm Chips und schlägt sich auch in aktuellen Tests noch sehr gut.
 
Mydgard schrieb:
Naja, die neuen Revodrives haben afaik auch TRIM trotz Raid onboard.
Vergiss die Revodrives, dafür wird er nur unter Windows Treiber bekommen und dann hat er 4 SF Controller im RAID 0, die Ausfallwahrscheinlichkeit dürfte unakzeptabel sein. Prof. PCIe SSDs kosten zwar richtig Geld, dürften aber zuverlässiger sein.
Azdak schrieb:
Eben, weil es nicht so banal ist, wollen wir diese Praxistests machen. Klar wäre es besser gleich die HW zu nutzen, die man auch später Nutzen könnte. Innerhalb der Vorgaben aber imho kaum umsetzbar.
Damit wird das Ganze halt weniger aussagekräftig, aber gut.
Azdak schrieb:
Wir haben mehrere Systeme mit ganz unterschiedlichen Workload. Manche schreiben nur wenige MB pro Tag, manche werde wohl fast 1TB Schreibleistung pro Tag erreichen. Diese Aussage ergibt eigentlich erst in einem konkreten Einsatzszenario Sinn. Trim dagegen wird nirgendwo zur Verfügung stehen, da die Platten selbst im Test nur als Raid1/5/10 an SAS-Controllern zum Einsatz kommen.
Dann gibt es sowieso kein TRIM und da die Crucials kein sehr agressives GC haben, könnte deren Performance dann schon leiden, zumindestens in dem System mit 1TB täglicher Schreibleistung.
Andererseits würde ich mal klar überlegen, ob die SSDs wirklich am RAID Controller hängen müssen, denn eigentlich sollte auch die Performance einer einzelnen SSD zumindest für die weniger belasteten System durchaus reichen und ggf. läßt sich die Redundanz auch softwaremäßig sicherstellen.
 
Die Ausfallgefahr beim Retrodrive ist tatsächlich nicht akzeptabel. Hinzu kommt, neben noch ein paar Kriterien wie Kompatibilität und co, sollte sich herauszustellen das sich nirgendwo eine SSD wirklich lohnt, wir diese nirgendwo "weiter verwerten" könnten. Und der Test ist schon Ergebnisoffen angelegt.
Wir versuchen quasi eine Muster-SSD unter verschiedenen Realszenarien zu testen um den ungefähren Mehrwert bewerten zu können. Sollte das ganze unsere Erwartungen erfüllen oder sogar übererfüllen kommt eh andere HW zum Einsatz. Aber die kostet halt auch ganz andere Summen...
Was den Anschluss an einen SAS-Controller angeht, so werden die meisten Platten via MSA 60 oder MSA 70 betrieben. Alternativ bleiben dort nur die internen SATA-Anschlüsse der ProLiant-Server. Diese sind aber derart schlecht, dass wir diese noch nicht einmal für die Tests in Betracht ziehen. Ein Softwareraid wäre nicht das Aus.

Tatsächlich war meine Wahl auch die m4. Diese war das Resultat der Frage nach Controler, Flash-Herkunft und IO-Leistung. Womit sie knapp vor einer Intel gelandet ist.
Eine SSD-Serie ist in der Auswahl ausgeschieden, da sie bei defekten Sektoren die Geometrie ändert und damit aus dem Raid geworfen wird. Leider weis ich nicht mehr welche SSD-Serie das war. :(
Die SF-Controller für den Consumerbereich sind aus dem Test raus, da sie den Durchsatz zu drosseln scheinen um die Haltbarkeit zu gewährleisten. Das ist für unsere Zwecke nicht Zielführend. Die Kompression wäre kein Kriterium, vielleicht profitieren ja einige unsere Praxistests von diesem Verhalten.

Das soll aber nicht heißen, das die m4 zu 100% gesetzt ist. Vielleicht, und das war der Sinn dieses Threads, gibt es ja Argumente die gegen die m4 und für eine andere Sprechen. Die Effektivität des GC könnte z.b. solch ein Kriterium sein. SSDs sind nicht mein Spezialgebiet, daher ja auch der Versuch, meinen Entscheidungsweg noch einmal gegen dieses Forum laufen zu lassen. Vielleicht kommt ja noch ein wichtiger Punkt, den ich übersehen habe.
 
Azdak schrieb:
Die Ausfallgefahr beim Retrodrive ist tatsächlich nicht akzeptabel. Hinzu kommt, neben noch ein paar Kriterien wie Kompatibilität und co, sollte sich herauszustellen das sich nirgendwo eine SSD wirklich lohnt, wir diese nirgendwo "weiter verwerten" könnten. Und der Test ist schon Ergebnisoffen angelegt.
Revodrives sind Spielzeug für grosse Jungs die meinen dann etwas professionelles in ihrem Rechner zu haben, viel Geld dafür ausgeben die absolut schnellste HW zu bekommen oder Beides. Die Final Words von Anand sage alles.
Azdak schrieb:
Wir versuchen quasi eine Muster-SSD unter verschiedenen Realszenarien zu testen um den ungefähren Mehrwert bewerten zu können.
Genau das wird eben sehr schwer, einmal weil sich die Leistungen der SSDs teil doch drastisch unterscheiden und weil dann auch noch die Belastung in den verschiedenen Servern sehr unterschiedlich ist. Man sollte die Eval SSD von den Daten her daher so nahe an die später eingesetze SSD wie möglich halten. Das erfordert natürlich, dass man sich darüber schon Gedanken macht, aber das ist sicher gerade das Ziel des Tests.
Also würde ich da ggf. von zwei Seiten rangehen, eine sehr schnelle SSD wie die m4 und eine ehr langsame wie die Kingston V+100 mit wenigen IOPS testen und vergleichen.
Azdak schrieb:
Sollte das ganze unsere Erwartungen erfüllen oder sogar übererfüllen kommt eh andere HW zum Einsatz. Aber die kostet halt auch ganz andere Summen...
Was den Anschluss an einen SAS-Controller angeht, so werden die meisten Platten via MSA 60 oder MSA 70 betrieben. Alternativ bleiben dort nur die internen SATA-Anschlüsse der ProLiant-Server. Diese sind aber derart schlecht, dass wir diese noch nicht einmal für die Tests in Betracht ziehen.
Sind das Opterons mit NVidia Chipsätzen?
Die SAS Contoller sind ja 3GBit/s, die volle Leseleistung einer m4 würde man daran sowieso nicht bekommen.
Azdak schrieb:
Die SF-Controller für den Consumerbereich sind aus dem Test raus, da sie den Durchsatz zu drosseln scheinen um die Haltbarkeit zu gewährleisten.

Das ist für unsere Zwecke nicht Zielführend. Die Kompression wäre kein Kriterium, vielleicht profitieren ja einige unsere Praxistests von diesem Verhalten.
Die für den Profibereich können das auch, da sollte man sich von Hersteller versichern lassen, das Durawrite in der FW nicht aktiviert wurde.
Azdak schrieb:
Das soll aber nicht heißen, das die m4 zu 100% gesetzt ist. Vielleicht, und das war der Sinn dieses Threads, gibt es ja Argumente die gegen die m4 und für eine andere Sprechen. Die Effektivität des GC könnte z.b. solch ein Kriterium sein. SSDs sind nicht mein Spezialgebiet, daher ja auch der Versuch, meinen Entscheidungsweg noch einmal gegen dieses Forum laufen zu lassen. Vielleicht kommt ja noch ein wichtiger Punkt, den ich übersehen habe.
Gegen die m4 spricht bei der Konfiguration ihre nicht sehr agressives GC, die fehlende 6GB/s Unterstützung der SAS Controller
Dafür spricht, dass es eine professionelle Version von Micron, die P300 gibt, die zumindest auf dem Papier recht ähnliche Performancewerte bietet.
 
Ich würde jetzt auch am ehesten eine m4 empfehlen.

Das Problem der m4 könnte sein:

- schlechtes GC für den geplanten Einsatz
- zu geringe Lebensdauer (welches sich beim Test hoffentlich herausstellen wird)

Eine Alternative hierzu wäre eine Intel 320 - falls der elende Bug gefixt wird. Sie dürfte sowohl im GC als auch bzgl. der Lebensdauer Vorteile bieten.
Extrem wichtig dürfte allgemein auch die Grösse der spare area werden (welche man ja im Prinzip selber anpassen kann). Sie hat einen grossen Einfluss auf die Lebensdauer der SSD und die Performance bei zufälligen Schreibzugriffen. Ansonsten sieht es bei Consumer SSDs relativ mager aus, was Alternativen angeht.
 
Alternate 2
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