BlaBlam schrieb:
Brauchen werden es Kinder sicher nicht. Ob es Sinn macht, hängt letztlich davon ab, wie sie an die Thematik herangeführt werden. Aber da bereits viele Erwachsene nicht wirklich damit umgehen können, sehe ich wohl ein wenig schwarz. Wir brauchen hierzulande viel mehr Medienkompetenz und Wissen darum, wie man diese vermittelt.
Conqi schrieb:
Wenn ich sehe, wie viele Erwachsene LLMs vermenschlichen, weiß ich nicht, ob ich jungen Kindern zutraue, das zu trennen. Klar kann und sollte man ihnen das erklären, aber die Gefahr sehe ich dennoch als sehr hoch an.
Das ist halt genau der Punkt.
Ich meine, selbst wenn es um den Umgang mit Internet, Smartphone etc. geht, sind doch viele (Eltern, aber auch generell Erwachsene) heute eigentlich überfordert. Dinge wie Datenschutz fallen da dann auch komplett hinten runter, wenn man die Hintergründe und Funktionsweise einer Technologie nicht mehr ansatzweise begreifen kann und überhaupt das Erlernen des Umgangs mit den Funktionen schon die kognitiven Kapazitäten und aber auch die Motivation sich damit zu beschäftigen ausreizt.
KI ist definitiv eine nützliche Technologie, steckt aber immer noch in den Kinderschuhen. Jetzt wird diese Technologie aber dennoch auf bereits überforderte Menschen losgelassen.
Wozu das führt ist doch auch offensichtlich: Den Kindern wird dann nicht nur das Tablet in die Hand gedrückt, sondern zusätzlich auch die KI draufgepackt. Das entlastet zwar die Eltern, aber die Kindern wachsen dann zu großen Teilen mit der - unausgereiften - KI auf, anstatt eher echte soziale Kontakte zu knüpfen und mit diesen soziale Interaktion zu lernen. Zusätzlich können langfristig über solche KIs für Kinder auch unternehmenseigene Biases aufgedrückt werden und dementsprechend die Kinder bereits in jüngsten Jahren schön manipuliert werden. Wir reden da also nicht mehr "nur" vom Glücksspiel, was aktuell schon passiert, sondern von Dingen wie "Konkurrenzunternehmen xyz ist blöd" bis hin zu politischen Einstellungen.
Das ist natürlich jetzt auch erstmal sehr düster gesehen, aber am Ende des Tages geben wir damit einen guten Teil der Kontrolle über die Erziehung unserer Kinder an große Unternehmen ab. Und ob die wiederum der Verantwortung, die mit dieser Macht einhergeht, wirklich im sozialen/allgemeinen Interesse gerecht werden, darf m.E. durchaus bezweifelt werden.
Aber egal wie man/ich das sehe, im Angesicht von häufig ausgelasteten und tlw. auch überforderten Eltern wird sich das wohl wahrscheinlich dennoch durchsetzen. Glücksspiele für Kinder haben sich schließlich auch bis zu einem gewissen Grad durchgesetzt (alles natürlich auch eine Frage von Gesellschaftsschicht, Vermögen etc.).