Bauen Hersteller absichtlich fehlerhafte Produkte?

kronen

Lieutenant
Registriert
Aug. 2012
Beiträge
901
Ich habe mich neulich bei amazon umgeschaut nach Kopfhörern und bei den Creative Aurvana habe ich einige negative Bewertungen gelesen, wo die Leute über geplante Obsoleszenz klagten. Die Kopfhörer gingen nach einer Weile kaputt und brachen auseinander. Ich wußte nicht so recht was ich davon halten sollte und nun finde ich das hier. Scheint so als wäre das doch nicht so abwegig. Echt krank, oder? Habt ihr auch schon Elektronik gehabt wo ihr den Eindruck hattet, dass dort absichtlich Fehler eingebaut waren?

http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktu...eplant-kaputt-geht-27c1d-51ca-73-1288521.html
 
Fehlerhaft würde ich nicht behaupten, denn die meisten müssen ja 2 Jahre durchhalten wegen der Herstellergarantie.

Es liegt an der Technik an sich, wie es aus dem Artikel hervorgeht, Bauteile werden immer kleiner, und tlw. gibts schon in der Herstellergarantie keine Ersatzteile mehr, da nur ein gewisses Kontingent hergestellt wird, vielleicht 3-5%, danach wird gutgeschrieben oder getauscht.

Eine heutige Waschmaschine (keine Miele da dies noch wirklich verlässliche Produkte sind), hält ja meistens auch keine 10-15 Jahre mehr, Elektronik, Motor, Pumpe, alles nicht für die Ewigkeit bestimmt.

Ich habe mich auch tierisch geärgert das mein knapp über 2 Jahre altes Notebook (799€) das zeitliche gesegnet hat, Mainboardschaden, Neuanschaffungswert ca. 300€, also Totalschaden, weil es ein vergleichbares Notebook schon für 300-350€ neu gab.

Ansonsten habe ich eher Glück mit Elektronik, obwohl man soetwas am besten nicht laut aussprechen sollte :D
 
Ich bin da anderer Meinung. Dass die heutige Technik kompakter und leistungsstärker und vielfältiger ist als viele Jahre her, ist nicht von der Hand zu weisen. Dass damit aber deswegen an Langzeitqualität eingebüßt wird, halte ich für Schwachsinn. Es wäre auch heute problemlos möglich, Geräte zu bauen, die Jahrzehnte lang halten würden. Bloß wollen's die Hersteller nicht.

Eine kurze historische Skizzierung:

"früher"
Es werden solide, langlebige Geräte gebaut > Konsumenten kaufen für ihr gutes Geld, bis die Nachfrage gesättigt ist > doof: Hersteller können ihre Produkte langsam nicht mehr absetzen.

DIE LÖSUNG:

"heute"
kurzlebige, vergleichsweise günstige Geräte > Konsumenten kaufen und freuen sich über die guten Preise > Geräte gehen pünktlich kaputt > Kunden kaufen sich dank absichtlich überteuerter Ersatzteile oder unmöglich gemachter Reparatur ein neues Schrottgerät > nutzen es kurz > schmeißen es wieder weg > ... > ...


Ein prima Kreislauf für die Hersteller, der eine immer währende Nachfrage garantiert, und schon längst nicht nur eine Verschwörungstheorie.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn das weltweite (mit Ausnahmen) Wirtschaftssystem auf "Wachstum" und "Konsum" ausgelegt ist und die Märkte aufgeteilt und abgegrast sind was wird da bleiben um trotzdem immer größere und schnellere Gewinne zu erzielen? Die Antwort welche du suchst kannst du dir doch damit selber geben oder?
 
Sie bauen eher absichtlich keine Produkte die lange halten, denn sowas ist aufwendiger und folglich kostspieliger. Da leite ich höchstens davon ab ,das diese logischerweise nicht lange halten.
 
Der Aufpreis für länger haltende Bauteile beläuft sich häufig auf nur wenige Euro oder gar Cents (!) pro Gerät. Dies ist keine Frage des Aufwands.

Zum anderen wird häufig auch Mikroelektronik zur Selbstzerstörung eingebaut (z. B. bei unseren tollen Druckern für Privatkunden) oder die Materialqualität ist absichtlich mies gewählt (zu dünne und brüchige Kopfhörerkabel, Kunststoffscharniere etc.). Wieder einmal nur ein paar gesparte Cents, dafür aber eine ordentliche Maßnahme zur Nachfrageschaffung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hmm, kann mich nicht beschweren, meine Technik hält immer länger als ich Sie benutze, sei es Drucker, Monitor, PC etc.
 
es gibt 100%ig, in den verschiedensten Produktkategorien, Produkttester, die sich nur damit beschäftigen wie man etwas bauen muss damit es nach einer bestimmten Zeit ganz einfach ersetzt werden muss.
Das sind in den meisten Fällen Firmeninterne Abteilungen bei hochpreisigen Produkten, z.B. Autos.
Ich kann mir kaum vorstellen das jede Firma so etwas macht, das muss man sich leisten können. Bei Grafikkarten, Mainboards oder Festplatten stellen sich evtl. Probleme im Alltagsbetrieb beim Kunden heraus und dann wird reagiert mit Austausch der defekten Produkte und Änderungen oder neuen Produkten, der Ärger liegt beim Kunden der zum Tester geworden ist.
Eins kann man sich aber mit Sicherheit abschminken: Die Waschmaschine die 30 Jahre hält gibt es nicht mehr, das wissen die schon während der Planung und Herstellung der Produkte, egal was es ist.
 
Ist doch schon lange bekannt und u.a deshalb bin ich ja für eine 5 Jahres Garantie auf alle technischen Produkte ab 50€...
Diese Produkte so zu bauen das sie diese Zeit halten ist nämlich in 99% der Fälle ohne nennenswerte Mehrkosten/Aufwand möglich, nur würde die Industrie dann halt nicht mehr so viel verkaufen, wenn die Sachen auf einmal länger halten... Ein anderes Thema wäre da auch noch die Zurückhaltung von Technischen Innovationen, die Wenigsten Produkte sind nämlich technisch wirklich auf dem neusten Stand. Wäre dies so, hätte man nämlich keine Verkaufsargumente mehr für den nach 3 Monaten erscheinenden Nachfolger...

Wer zu faul zum lesen ist kanns sich auch angucken...
http://www.youtube.com/watch?v=zVFZ4Ocz4VA
.
 
Joa ist wohl den meisten bekannt, gutes Beispiel ist glaub ne Glühbirne, gibt ja mittlerweile welche von früher die seit ca. 100 Jahren in Betrieb sind. Quelle
Als die dann keine mehr verkauft bekommen haben, weil jeder eine Hatte fing das mit der geplanten Obsoleszenez an ^^


Unser Marketing Prof. meinte damals dazu:" Die Leute wollen das doch auch so, sie wollen alle 2 Jahre ein neues Handy, ein neuen Laptop .... Sie wollen nicht das ihr Laptop 10 Jahre hält und sie kein Grund haben ein neuen zu kaufen...^^"
 
Nur weil die Leute es nicht anders wollen... ist es nicht richtig.
Wer sich über Produkte ein sozialen Status erkaufen will oder sich selbst definiert ist nicht alleine Schuld sondern das System was dies erst zulässt bzw. fördert. Wer als Kind damit groß wird und mit den Jahren diesen Druck immer weiter ausgesetzt ist will wirklich nichts mehr als das. Sehen wir doch hier im Forum... alle 2 Jahre ein neues Handy ist old. Es muss jährlich das neuste sein.
 
Sowas macht mir sauer. Wenn ich sowas rausbekäme von nem Hersteller wäre der bei mir für immer unten durch. Mein Handy von Samsung ist jetzt schon 6 Jahre in Betrieb und geht noch nur der Akku wird immer schwächer. So erwarte ich das!
Die Creative Aurvana hab ich auch zurückgeschickt nachdem ich diese Reviews gelesen habe sowas unterstütze ich nicht. Die können sich ihre Dinger stecken! :mad:
 
wow4ik schrieb:
Joa ist wohl den meisten bekannt, gutes Beispiel ist glaub ne Glühbirne, gibt ja mittlerweile welche von früher die seit ca. 100 Jahren in Betrieb sind.
Die hat aber auch nur so lange durchgehalten, weil sie nur extrem wenig ein- und ausgeschaltet wurde.

Wird eine kalte Birne eingeschaltet, so ist der Widerstand durch die Temperatur im Glühfaden gering. Daraus folgt, dass die Stromstärke sowie die Temperatur steigt. Die Temperatur ist nun so hoch, dass der Widerstand ebenfalls sehr hoch ist. Daraus ergibt sich, dass die Stromstärke nun wieder sinkt, sodass die Temperatur daraufhin wieder fällt. Es pendelt ein wenig hin und her, bis sich dann ein Gleichgewicht einstellt.
Das Problem daran ist, dass der Faden für kurze Zeit so stark aufgeheizt wird, dass Teile davon verdampfen. Bis er dann irgendwann zerfällt und dann ist Ende. Das wird auch der 100-Jahre-Glühbirne passieren. Die hat übrigens noch einen Kohledraht, wenn ich mich nicht irre.
 
Es werden extra Bauteile eingebaut die kurzlebig sind.
Beispiel die Glühbirne die konnte man Unkaputtbar Herstellen wirft aber damals keinen Umsatz ab da Unkaputtbar keinen Anlass gibt neue zu kaufen.

Waschmaschinen werden mit Minderwertigen Bauteilen bestückt die nur ich sag jetzt mal 5000 Schaltungen aushält.
Vielleicht gibt es auf youtube den Film noch "Kaufen für die Müllhalde" da wird das Thema gezeigt.

Oder was mir jetzt einfällt...eventuell bei google Sollbruchstellen & Elektorgeräte
Unsere letzte Waschmaschine hat über 25 Jahre gut Ihre Dienste gemacht das war für den Hersteller über 25 Jahre keinen Gewinn.
Mal abgesehen vom Verbrauch.... dann vom selber Hersteller einen Neue gekauft und die war schon nach 1 Jahr kaputt.
 
Der Aufpreis für länger haltende Bauteile beläuft sich häufig auf nur wenige Euro oder gar Cents (!) pro Gerät. Dies ist keine Frage des Aufwands.
Das ist aber genau das Problem. Der Ottonormal-Konsument legt keine Life-Cycle-Cost-Rechnung an. Der sieht sich 2 gleichwertige Produkte an und kauft letztendlich das um 10% billigere. Bei Mixern, Pürierstäben , Waschmaschinen, Fernsehern... spielt die Marke für die meisten Menschen keine Rolle.

Dass Produkte gezielt auf eine kurze Lebensdauer hin entwickelt werden, kommt zwar auch vor, aber das ist dennnoch eher die Ausnahme. Ich kenne nur einige wenige Beispiele: z.B
*Küchenmixer: Die Mixerwelle wurde absichtlich so ausgelegt, dass sie nach einer bestimmten Anzahl an Lastwechseln abreißt. Ohne zeitlichen oder finanziellen Mehraufwand hätte man die Welle auch anderes auslegen können
*Drucker: Gab es da nicht mal von HP eine solche Geschichte.;)
 
@ Sherman123:

* diverse Baugruppen, vornehmlich Netzteile: Einbau minderwertiger Kondensatoren, die wegen schlechter Kenndaten und/oder unzureichender Kühlung relativ pünktlich nach Garantieablauf zum kompletten Geräteausfall führen

* Waschmaschinen: unzureichend bemessene Stoßdämpfer; wartungsunfreundliche, zum Verstopfen neigende Verzweigungen; Relais mit einer geringeren Schaltzahl; zu dünne, dahinschmelzende Kabel am Heizstab; ...

* Geräte mit Motor: vorzeitiger Kohlebürstenverschleiß (Waschmaschinen, Mixer, Staubsauger etc.)

* Drucker: Druckaufträge zählende Chips; schlecht wartbarer Tintenauffangschwamm, der, wenn er einmal vollgesogen ist, zu einem Totalausfall führt; Chips auf Originalpatronen; Reduzierung der Druckauflösung bei Fremdtinte; ...

* Autos: diverse Bauteile aus rostenden Metallen statt rostfreiem Edelstahl; wartungsunfreundliche Scheinwerfer; diverse Fallstricke in der Elektronik, die nach der Garantie zu Fehlermeldungen führen; ...

Diese Liste ließe sich noch auf mehrere Seiten ergänzen.

Es wäre geradezu leichtgläubig, den Herstellern in ihrer Argumentation zu glauben, dass der Kaufpreis ausschlaggebend für die Haltbarkeit wäre. Die Material- und Herstellungskosten belaufen sich nur auf einen kleinen Bruchteil des Kaufpreises — der überwiegende Rest fließt ins Marketing und in die Taschen der Konzerne!
 
Zuletzt bearbeitet:
Stimmt wir alle haben ja Insider Wissen, wie die Abläufe aller Hersteller aussehen.

Tipp von mir an die Allwissenden hier:

Warum habt ihr noch nichts hergestellt? Wenn es doch so einfach ist und die Material und Herstellungskosten belaufen sich auf ein Bruchteil könnte man doch den Trend ändern?
 
Ich habe bei den meisten Beiträgen hier schmunzeln müssen und konnte mich des Eindrucks von Verschwörung, Ahnungslosigkeit und falschen subjetiven Eindrücken der Schreiber nicht erwehren.

Mal die andere Seite: meine Waschmaschine läuft seit 12 Jahren ohne Probleme, mein letzter TV lief gefühlt "ewig", bis ich ihn leid wurde und gegen einen Flach-TV getauscht habe (der auch seit Jahren läuft), mein Notebook ist 4 Jahre alt und hat keine Macken, meine anderen Elektrogeräte laufen wie geschmiert und wenn eines kaputt geht dann deshalb, weil es herunterfällt oder ich es kaputt gemacht habe.

Auf der anderen Seite kann ich keine moderne Waschmaschine mit den Eisenschweinen der 50er bis 80er vergleichen, die mit weniger Bauteilen und gröberer Verarbeitung herkamen. Und für die Ewigkeit waren auch die nicht gebaut, die gingen genauso kapput wie die heutigen, es mag nur mehr auffallen, wenn noch vereinzelt irgendwo eine herumsteht - das wirkt dann so wie die ewige Glühbirna, man projeziert dann diese Eigenschaft gerne auf alle anderen Glühbirnen und meint, sie müssten alle ewig halten.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@ Ribry88 und Fu Manchu:

Warum bloß hielten jegliche Produkte früher viel länger, obwohl sie heutzutage in einer nahezu unveränderten Form und Funktionsweise hergestellt werden? Ihr mit eurem Insiderwissen könnt das sicherlich plausibel für uns "Verschwörungstheoretiker" erläutern.
 
Kausalat schrieb:
...Warum bloß hielten jegliche Produkte früher viel länger, ...

Genau diese Annahme ist ja das Problem. Die Produkte früher hielten auch nicht länger, auch diese wurden entsorgt und ersetzt.

Wenn du behauptest, das früher alles länger hielt, dann zeige uns Quellen, Daten und Erhebungen. Oder beziehst du dich auf deine persönliche subjektive Erfahrung und projezierst diese auf die Gesamtheit? Wie belegst du deine Aussage?

Ich denke eher das es der alte Spruch ist "früher war alles besser".

Und wie kann man moderne Geräte mit früher vergleichen? Hielten die Notebooks früher länger? Wann früher?

Kausalat schrieb:
...Ihr mit eurem Insiderwissen ....

Warum wir?
Ribby und ich stellen hier keine Behauptungen auf das Bauteile mit Ablaufdatum hergestellt werden, das Insiderwissen zaubern doch du und die anderen aus der Tasche. Belegt doch mal eure Behauptungen.

Der ganze Thread hier kommt mir vor wie die Behauptung, das es keine Mondlandung gab oder das 9/11 von den USA iniziiert wurden.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Zurück
Oben