Benötigte Ausrüstung für Verkabelung eines Neubaus

Dschewlz

Cadet 2nd Year
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Jan. 2017
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Hallo zusammen,

meine Frau und ich bauen aktuell ein Einfamilienhaus. Das Ganze wird schlüsselfertig mit im Werk gefertigten Wänden aus Ziegelstein errichtet. Dort sind auch die Dosen und Leerrohre bereits in den Wänden, daran kann also nichts mehr geändert werden.
Ich habe mich aber aus Kostengründen dazu entschieden, die Verkabelung der LAN-Dosen in Eigenleistung zu erledigen. Es sind dabei sowohl Einzel- als auch Doppel-Dosen verbaut, die unter dem Fußboden verlaufend verkabelt werden müssen (Leerrohre in den Wänden sind wie gesagt bereits vorhanden).

Meine Frage dazu wäre nun: Was muss ich dafür alles parat haben, damit ich das reibungslos erledigen kann? Bisher sieht meine "Einkaufsliste" wie folgt aus:


Kabelspule CAT7 Kabel (Duplex)
Netzwerk-Werkzeug Set (es gibt unzählige Anbieter dafür)
Kabelklemmen / evtl. Kanäle

Habe ich dabei etwas wichtiges vergessen?
Gibt es dabei besonders empfehlenswerte Anbieter für das Kabel bzw. das Werkzeug-Set?

Langfristig möchte ich im Hausanschlussraum einen kleinen Kasten mit einem Switch haben, vom Hausanschluss zum Router im Wohnzimmer gehen, dann von diesem zurück zum Switch und von dort in die einzelnen Räume. Das Haus wird später einen Glasfaseranschluss haben, der Ausbau des Baugebiets läuft aber gerade noch, also kann ich noch keinen konkreten Vertrag abschließen. Es soll hier noch nicht um detaillierte Hardware-Beratung gehen, sondern erstmal nur um die Grundausstattung, damit ich im Rohbau alles ordentlich verkabelt bekomme.

Vielen Dank!
 
Ein Zugkabel/Einzughilfe solltet ihr auf jeden Fall besorgen. Ohne bekommt ihr kein Kabel durch die Kanäle.

Und für den Sammelpunkt noch ein Patchpanel mit aureichend Ports.
 
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Hatte mit Kabelscheune gute Erfahrung gemacht.

Seitenschneider und Cuttermesser ist das absolute Minimum, wenn man auf Keystone Module setzt. Würde noch einen Netzwerktester nehmen, damit du siehst, ob alles richtig verkabelt ist.
 
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NeoExacun schrieb:
Ein Zugkabel/Einzughilfe solltet ihr auf jeden Fall besorgen. Ohne bekommt ihr kein Kabel durch die Kanäle.
auf jeden Fall!
ich gehöre noch zu der Generation, als man mit einem 50Ohm BNC Abschlussstecker (für das 10mbit/s Coax Ethernet) der Held auf jeder LAN Party war und die Vampir-Stecker an den markierten Stellen auf das Yellow-Cable montieren konnte.
immer denken die Leute, wenn sie 5cm weiter als bis zu ihrer Nasenspitze denken, sind sie für alle Fälle gewappnet. Da recherchiert man eine Weile und kommt zu dem (jetzt schon fragwürdigen) Schluss, dass CAT7 aktuell der absolute Sweetspot ist und man damit nichts falsch machen kann.
ich gehe fest davon aus, dass in 10 (spätestens 20) Jahren CAT7 eher im Museum zu finden sein wird und auch im Haus nur noch Glasfaser liegt.

also kurz: so viele Leerrohre wie möglich, auch in Ecken, an denen man sich heute gar keinen Anschluss denken kann. Wer weiß, vielleicht hat man in 15 Jahren die WiFi 12 APs als Folie (mit der Elektronik "aufgedruckt") unter der Tapete an der Decke hängen und muss da unauffällig hin?!?

nach meinen Erfahrungen mit solchen Planungen:
3-5x so viel und dick wie ursprünglich angedacht ;)

NeoExacun schrieb:
Und für den Sammelpunkt noch ein Patchpanel mit aureichend Ports.
das wiederum kann man jederzeit erweitern, da sehe ich kein Bedarf "auf Vorrat". Wenn man allerdings auf Kupfer setzt und dann noch mit geschirmten Kabeln, sollte man am Sammelpunkt auf eine vernünftige Erdung achten und sich die vom Elektriker abnehmen lassen. So ein Netzwerk ist ein toller Blitzableiter...

mit einem einfachen Messgerät kann man nur überprüfen, ob jede Ader angeschlossen ist und ob es einen Kurzschluss zum Schirm gibt. Die können aber nichtmal erkennen, ob die Aderpaare eingehalten (Adern vertauscht) wurden. Die besseren testen auch das.
aber auch damit hat man nur eine "Gleichstrom-Messung". Wenn man sicher sein möchte, dass die Verkabelung OK ist, gehört auf jeden Fall Dämpfung und Übersprechen Messung dazu. Da muss man sich überlegen, ob sich die Anschaffung für den einmaligen Einsatz lohnt oder man sich das leiht bzw. auch den Elektriker beauftragt.
 
Ich hab mir zum Start ein solches Set gekauft.
https://amzn.eu/d/i4Hi6cx
Ist billig, tut aber was es soll.
Der Kabelteater ist auch dabei.
Du solltest dir überlegen, ob du auf Keystone Module in Dosen und Patchfeld setzen willst, oder Festverdrahtung der Ports.
 
Nimm Keystone Module, Patchfeld auch für Keystone Module, und den von @SaxnPaule erwähnten Elektronikseitenschneider und auch gleich einen vernünftigen Seitenscheider von Knipex.
Ist ja nicht weg und du brauchst nie wieder einen neuen kaufen.
Wenn du vernünftig mit deinem Werkzeug umgehst.
Allgemein: kaufe vernünftiges Werkzeug.

Lege deine Netzwerkdosen nach "B" auf.
An Netzwerkleitung/WLAN für Wallbox, PV, Heizung, Garten, Kamera, Türsprechstelle, .... denken.
Auflege Werkzeug (LSA+ Tool) brauchst du nicht. Mach alles mit Keystone.
In normale, tiefe Unterputzdosen kriegst du nur mit Mühe 2 Netzwerkkabel/Ports rein. Würde dann eher 1 reinmachen. Wenn es eine Gerätedose ist (wesentlich mehr Platz), dann auch einfach 2.
Kannst aber ja vorher üben mit einer Dose. Das ist ganz schön fummelig ;-)

Hilfreich (sowas in der Richtung):
Tester / Signalgeber
Zughilfe
 
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Bei mir zu Hause ist tatsächlich auch alles nach B aufgelegt. Das hat den einfachen Hintergrund, dass in der Regel vorkonfektionierte Netzwerkkabel auch nach B aufgelegt sind und ich daher dann nicht so aufpassen muss, wenn ich irgendwas mal anders benutze als es vorgesehen ist (z. B. mal ohne Dose oder so, älteres Haus wo man öfters improvisieren muss...).

Es nach A aufzulegen, wäre aber genauso richtig.
 
Wichtig ist nur, dass man sich für eine Variante (A oder B) entscheidet und dies konsequent im gesamten Haus umsetzt.
 
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Da ich das beruflich mache, kann ich dir sagen, dass alle meine Patchkabel auch nach A konfiguriert sind. Das wird jetzt aber Erbsenzählerei. Die Unterschiede von A oder B sollte man vernachlässigen.
Der TE wollte ein paar Tipps zu seinem zukünftigen Netzwerk:
Was du natürlich auch noch brauchst, ist ein stabiles Leerrohr wie z.B. FFKuS-EM-F welches du auf auf den Betonfußboden befestigen musst. Dazu noch Gewebeband und Pins die du in Beton einschlagen kannst. Dafür eignet sich sehr gut ein Setzeisen.
 
DJKno schrieb:

Wollte seiner Frage zuvorkommen, ob A oder B Belegung. ;-)
Nach "B" legen so ziemlich alle auf mit denen wir zu tun haben.

"A" geht auch, klar. Patchkabel sind 99% nach "B". Die "A" muss man echt "suchen".

Wenn man das Patchfeld auch für Telefon oder was anderes nutzt, ist die Zuordnung Farben / Pin schon wichtig; und schön wenn das gleich ist.
 
Hallo alle zusammen,

erstmal Sorry für die verspätete Antwort, war gestern feiertagsbedingt bei der lieben Verwandtschaft. Vielen Dank für die ganzen Antworten, das hilft mir alles wirklich ungemein weiter.

Die "Endverbrauchsstellen" sind alle schon in der Werkplanung festgelegt, aber Dose in der Garage für Wallbox, Dose an der Haustüre und Dosen in allen Kinder- und Schlafzimmern und natürlich im Wohnzimmer und Büro sind eingeplant.

Alle Schalter und Dosen im Haus werden bei uns einheitlich von Gira sein, und es wurde auch bereits bestimmt, wo doppelte und wo einzelne Dosen sind, also hoffe ich, dass ich alles unterbringe.

Mein Vorgehen wäre jetzt wie folgt:

Kabel, Werkzeug, Einzugshilfe, Keystone-Module und Patchfeld mit Keystone besorgen, dann vom befreundeten Elektromeister beim ersten Kabel eine Einweisung geben lassen, danach selber an die restliche Verkabelung machen. Bezüglich Leerrohre unter dem Fußboden mit der Baufirma absprechen, ob die von ihnen mit platziert werden, ansonsten selbst welche besorgen.

Danke nochmal für alle Ratschläge! :)
 
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Zu deinen Keystone Modulen wirst du noch Halter in der Unterputzdose und eine Abdeckung benötigen. Geklärt wer diese organisiert?

Zusätzlich vorher prüfen ob die ausgesuchten Keystone Module auch zum Halter und der Abdeckung passen. Da gibt es teilweise kleine Unterschiede die man nicht auf den ersten Blick sieht.

Ich hoffe du hast tiefe Unterputzdosen bestellt und nicht darauf verlassen dass die schon tiefe Dosen verbrauchen!

Dosen für Access Points sind nicht geplant?
 
Tiefe Dosen reichen aus.
Ich habe bei mir im Haus Deleycon Keystones und dazu den Gira Modular Jack 4 Tragring (560400) und die Abdeckung (264003) reinweiß glänzend.
Ist etwas fummelig, aber geht.
 
Dschewlz schrieb:
die unter dem Fußboden verlaufend verkabelt werden müssen (Leerrohre in den Wänden sind wie gesagt bereits vorhanden).

Die Leerrohre gehen also in der Fertigwand bis auf Bodenhöhe?
Wer legt dir die Leerohre in den Boden?

Ist das auch dein Part?
 
h00bi schrieb:
Die Leerrohre gehen also in der Fertigwand bis auf Bodenhöhe?
Wer legt dir die Leerohre in den Boden?

Ist das auch dein Part?
Ja, bis auf Bodenhöhe. Das weitere Vorgehen muss dann vor Ort mit dem von der Baufirma beauftragten Elektriker geklärt werden, der die restliche Verkabelung macht. Idealerweise verlegt er die Leerrohre mit und ich muss lediglich das Kabel durchziehen. Laut Bauleiter soll das aber wie gesagt vor Ort geklärt werden.
hanse987 schrieb:
Zu deinen Keystone Modulen wirst du noch Halter in der Unterputzdose und eine Abdeckung benötigen. Geklärt wer diese organisiert?

Zusätzlich vorher prüfen ob die ausgesuchten Keystone Module auch zum Halter und der Abdeckung passen. Da gibt es teilweise kleine Unterschiede die man nicht auf den ersten Blick sieht.

Ich hoffe du hast tiefe Unterputzdosen bestellt und nicht darauf verlassen dass die schon tiefe Dosen verbrauchen!

Dosen für Access Points sind nicht geplant?
Dosen für Access Points sind auch mit geplant, hatte ich in meiner Aufzählung vergessen. Tatsächlich waren die Unterputzdosen bei der Bemusterung nicht zum Gespräch gestanden, ich habe auch in meinen Unterlagen nichts darüber gefunden. Da kann ich also nur darauf hoffen, dass tiefe verbaut wurden und mich beim Montagetermin überraschen lassen.
 
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