Berufsausbildungsbeihilfe - ein schlechter Scherz?

OldManOfWoods

Lt. Junior Grade
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März 2008
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Hallo ComputerBaseler,

meine Situation:
  • 2. Lehrjahr zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung
  • Ausbildungsvergütung bleibt mir netto ca. 550 Euro
  • Kindergeld
  • kl. Stadt-Wohnung nähe Arbeit warm 460€ (+ fixe Kosten Strom, Tele/Internet -> Ausbildungsvergütung gleich 0,00€)
  • Vater Hartz IV, Mutter Halbtagsjob

bleibt also unterm Strich ca. das Kindergeld.

.... soweit sogut. Was glaubt Ihr, wie hoch ist nach diesen Daten meine BAB?

Bevor ich's verrate - der Prozess der Bearbeitung des Antrags lief genau in der Zeit, als die Grenzwerte zu Gunsten der In-Anspruch-Nehmenden verändert wurden. Vor dieser Änderung hätte ich Anspruch auf sage und schreibe NULL Euro gehabt, aber Freudensprung, mir werden nun jeden Monat 20€ überwiesen.

Summa summarum würden mir also 184 Euro im Monat bzw. gute 6€ am Tag zum überleben bleiben, wenn ich nicht noch nebenbei jobben würde. Meine Bezeichnung für diesen Nebenjob: Existenzerhaltungsarbeit
... denn ohne dem dürfte ich mir am Tag gerade mal eine Breze zum Essen kaufen, wenn ich mir noch die Zähne putzen möchte, und das ohne den Finger dafür herzunehmen.
Gemeldet hab ich denen meine lebensnotwendigen Tätigkeiten natürlich nicht, aus Trotz.
Dass die dann diesen unverschämten Furz Kohle gestrichen hätten oder streichen würden, liegt eh auf der Hand.

Was haltet Ihr von solch einer staatlichen (Höchst-)Leistung? Wenn ich nicht auch noch auf die 20 Euro angewiesen wäre, würde ich liebend gern drauf verzichten und es dem Staat in den After schieben und das in 1-Cent Münzen.

Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
Deine Tätigkeit aus Trotz nicht zu melden ist nicht umbedingt eine gute Idee.

Ansonsten kenne ich die Situation sehr gut, da musst du einfach durch ;)

Deine Wohnung erscheint mir allerdings relativ teuer. Gibt es da nichts günstigeres, oder sogar eine WG? Damit ließen sich die Kosten nochmal ordentlich drücken und du kämst evtl sogar ohne Nebenjob aus.
 
Wohnung ist zu teuer, einfach gesagt.
Wie groß ist die Wohnung denn? In welcher Stadt?
Ich bezahle mit meinem vollen Gehalt im Zentrum von Hamburg genaus so viel.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Deine Tätigkeit aus Trotz nicht zu melden ist nicht umbedingt eine gute Idee.

Ja, das weiß ich. Aber mein Gedanke dabei ist, ich kassier das jetz noch bis Ausbildungsende ein - ich will wirklich nicht drauf verzichten - und wenn die mir drauf kommen, dann zahl ich den Betrag halt zurück, hoffentlich in Höhe der eingenommenen Leistungen! ;) Vielleicht hab ich ja Glück.

Die Wohnung ist mitten in der Stadt und wirklich nicht die größte, 47m². Billiger geht hier (Landshut, Niederbayern) kaum, außer es ist die aller letzte Absteige. So komm ich zu Fuß in die Arbeit und muss keine Kosten für Auto, Bus, etc. tragen.
Dir als - nach deinem Avatar nach zu beurteilen - Metaller kann ich das ja erzählen, ich spiele E-Gitarre und hör gern elektrische Gitarren und Doublebass, sprich -> WG keine Chance. Ohne meine Musik könnt ich mich eh begraben.
 
Mein Vater war vor seinem Tod Frührentner, meine Mutter ist Hausfrau. Meine Wohnung kostet 340€ warm, 100km vom Elternhaus entfernt. Mir bleiben 475€ netto (IT-Systemkaufmann IHK-Tarif 2. Lehrjahr) + Kindergeld.

Damit habe ich 140€ BAB monatlich, irgendwas ist bei Dir also komisch.
Deine Wohnung scheint arg teuer, ich hab 44qm nahe der Augsburger Innenstadt.

edit: Fehler korrigiert :)
 
Zuletzt bearbeitet:
machen auch gerade ne ausbildung zum fa-anwendungsentwicklung und verdiene nur 414 euro netto im ersten lehrjahr.. meine wohnung kostet warm mit strom 340 euro und die höhe des bab beträgt 320 euro
 
Also ich hab 3 Jahre ne WG mit nem Freund (Techno Freak) gemacht - auf 40m².

Alles machbar, inklusive WIRKLICH lauter Musik um 3:00 Nachts, solange BEIDE tolerant sind.

47m² für eine Person sind schon relativ groß - das müsste doch auch kleiner machbar sein.

Dein Fahrticket kannst du dann auch auf den BAB Antrag anrechnen lassen - Nachteil wäre, dass du einen Aktualisierungsantrag stellen müsstest ... naja ein Haufen Papierarbeit eben ;)

Als kleines Zahlenbeispiel: In der WG habe ich 150-200 Warm inkl Strom gezahlt - jetzt außerhalb der WG 400 inkl Strom.

Und da ich in Düsseldorf wohne, sollte das für dich doch in Landshut auch möglich sein (ich gebe zu ich habe keine Ahnung von den Mietpreisen dort ;) )
 
Ganz ehrlich? Luxus.

Ich befinde mich in meinem letzten Studienjahr und wenn mir jemand erzählt, dass er für Wohnung, Strom, Telefon und Internet im Monat 550€ berappt, dabei auf 47qm thront und auf den Staat schimpft, lächel ich dich eiskalt an.

In meiner 2er-WG (Stadt mit 100K Einwohnern) zahle ich innenstadtnah mit allem Drum und Dran 250€. Da erzählst Du, dass Du in Landshut 300€ mehr zahlen musst?

Wenn Du geschätzt 750€ netto im Monat zur Verfügung hast, meckere nicht rum, dass der Staat dir nicht mehr zahlt.
 
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klomann83 schrieb:
machen auch gerade ne ausbildung zum fa-anwendungsentwicklung und verdiene nur 414 euro netto im ersten lehrjahr.. meine wohnung kostet warm mit strom 340 euro und die höhe des bab beträgt 320 euro

320€ ist echt ein Haufen Geld. Wie hast du des bloß geschafft? Darf ich fragen, wie es dann um Deine Eltern steht? Du kommst dann schätzungsweise mitm Bus oder Bahn in die Arbeit oder?

neo-bahamuth schrieb:
Mein Vater war vor seinem Tod Frührentner, meine Mutter ist Hausfrau. Meine Wohnung kostet 340€ warm, 100km vom Elternhaus entfernt. Mir bleiben 475€ netto (IT-Systemkaufmann IHK-Tarif 2. Lehrjahr) + Kindergeld.

Damit habe ich 140€ BAB monatlich, irgendwas ist bei Dir also komisch.
Deine Wohnung scheint arg teuer, ich hab 44qm nahe der Augsburger Innenstadt.

edit: Fehler korrigiert :)

Stimmt, die Entfernung zum Elternhaus spielt auch eine Rolle. Das sind bei mir nur ca. 20km.
Hm, würde gerne wissen, wie die Kalkulation für die BAB wirklich aussieht. So würd ich sagen, dass meine 20€ und Deine 140€ in keinem Verhältnis zueinander stehn, wenn man bedenkt, dass Dir netto "nur" 75€ weniger bleiben.

_Blake_ schrieb:
Also ich hab 3 Jahre ne WG mit nem Freund (Techno Freak) gemacht - auf 40m².

Alles machbar, inklusive WIRKLICH lauter Musik um 3:00 Nachts, solange BEIDE tolerant sind.

eben. da braucht man natürlich Glück, um ne anständige WG zusammenzubringen bzw. zu finden. Bis ich sowas zu stande bringen würde, wär meine Lehrzeit wahrscheinlich eh schon vorbei ;)

_Blake_ schrieb:
47m² für eine Person sind schon relativ groß - das müsste doch auch kleiner machbar sein.

Naja, ich hab die Wohnung genommen, weil ich die Vermieter kenne -> ich musste also keine Provision zum Fenster rausschmeißen, was sich bei einer Wohnung in dieser Größe auf 650 bis 700€ aufwärts beläuft, außerdem hab ich keine Kaution zahlen müssen.
So, und nur so, hab ich mir Anfangs überhaupt eine Wohnung leisten können, sonst hätt ich n Kredit aufnehmen müssen. Weiter bei den Eltern leben, ging zu diesem Zeitpunkt auch nicht.

_Blake_ schrieb:
Dein Fahrticket kannst du dann auch auf den BAB Antrag anrechnen lassen - Nachteil wäre, dass du einen Aktualisierungsantrag stellen müsstest ... naja ein Haufen Papierarbeit eben ;)

stimmt natürlich.

_Blake_ schrieb:
Als kleines Zahlenbeispiel: In der WG habe ich 150-200 Warm inkl Strom gezahlt - jetzt außerhalb der WG 400 inkl Strom.

Und da ich in Düsseldorf wohne, sollte das für dich doch in Landshut auch möglich sein (ich gebe zu ich habe keine Ahnung von den Mietpreisen dort ;) )

Ich hab mir natürlich nachdem ich meine Wohnung bezogen hab, etliche andre angeschaut, aber ich kann praktisch nicht mehr umziehen, weil ich einfach nix auf der Seite hab um Kaution, geschweige denn Provision (is zu 90% immer zu zahlen) zahlen zu können.

Bueller schrieb:
Ganz ehrlich? Luxus.

Ich befinde mich in meinem letzten Studienjahr und wenn mir jemand erzählt, dass er für Wohnung, Strom, Telefon und Internet im Monat 550€ berappt, dabei auf 47qm thront und auf den Staat schimpft, lächel ich dich eiskalt an.

In meiner 2er-WG (Stadt mit 100K Einwohnern) zahle ich innenstadtnah mit allem Drum und Dran 250€. Da erzählst Du, dass Du in Landshut 300€ mehr zahlen musst?

Wenn Du geschätzt 750€ netto im Monat zur Verfügung hast, meckere nicht rum, dass der Staat dir nicht mehr zahlt.

Wie gesagt, ich konnte nur diese eine Wohnung nehmen, weil ich keine Provision und keine Kaution zahlen musste.
 
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G.Rottig schrieb:
...Naja, ich hab die Wohnung genommen, weil ich die Vermieter kenne -> ich musste also keine Provision zum Fenster rausschmeißen, was sich bei einer Wohnung in dieser Größe auf 650 bis 700€ aufwärts beläuft, außerdem hab ich keine Kaution zahlen müssen. ...

Du hast eine langfristige Ersparnis (günstige Miete) zugunsten einer schnellen, in diesem Augenblick billigen Lösung aufgegeben und so eine teure Wohnung angemietet. Das ist jetzt dein Problem. Vesuche eine günstige Wohnung zu finden, 30 qm sollten als Azubi reichen, evtl sogar weiter weg, auch wenn du dann Bus/Bahn nehmen musst.
 
Fu Manchu schrieb:
Du hast eine langfristige Ersparnis (günstige Miete) zugunsten einer schnellen, in diesem Augenblick billigen Lösung aufgegeben und so eine teure Wohnung angemietet. Das ist jetzt dein Problem. Vesuche eine günstige Wohnung zu finden, 30 qm sollten als Azubi reichen, evtl sogar weiter weg, auch wenn du dann Bus/Bahn nehmen musst.

Du hast es richtig erkannt. Allerdings kennst Du die bei meinem Auszug vorherrschenden Umstände nicht; die machten ein Weiterleben bei den Eltern einfach nicht mehr möglich.
Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir auch keine billigere Wohnung leisten können, Stichwort wieder einmal Kaution, Provision.
Ich informier mich auch schon seit ca. 4 Monaten zwei Mal wöchentlich, was sich im Umkreis aufm Immobilienmarkt tut. Allerdings kann ich mir einen Umzug nur leisten, wenn eben keine Provision anfällt und mich der Vermieter die Kaution abstottern ließe. Beide Faktoren mit all den Randbedingungen machen das ganze Unterfangen erstens aufwändig und zweitens kaum machbar.
 
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Gibt es bei euch Wohnungsbaugenossenschaften? Hier in Hamburg ist es fast Tradidition, diese Unternehmen verlangen zwar einen Genossenschaftsanteil (wird mit 4% verzinzt, wird zurückgezahlt bei Austritt), aber die Mieten sind günstig.
 
Sry aber das is doch lächerlich.

Ich kann halt nur so viel ausgeben wie mir zur Verfügung steht. Und wenn ich keine Kohle hab zieh ich in ne WG.

Und in ner WG zahlt man in der Regel auch keine Provision - wär mir zumindest neu.

Und in jeder Stadt gibt es Zeitungen mit Kleinanzeigenmarkt und privaten Wohnungsvermittlungen - die auch meist provisionsfrei sind.

Und was bitte kann der Staat dafür, dass es Dir nicht weiter möglich war bei Deinen Eltern zu leben?

Und was is mit Kindergeld - haste doch während der Ausbilung auch noch anspruch drauf - oder is es die 20. Ausbildung?
 
below schrieb:
...Und was is mit Kindergeld - haste doch während der Ausbilung auch noch anspruch drauf - oder is es die 20. Ausbildung?

Lesen bildet ;). Er schreibt das doch im Eingangspost :D
 
Fu Manchu schrieb:
Gibt es bei euch Wohnungsbaugenossenschaften? Hier in Hamburg ist es fast Tradidition, diese Unternehmen verlangen zwar einen Genossenschaftsanteil (wird mit 4% verzinzt, wird zurückgezahlt bei Austritt), aber die Mieten sind günstig.

Der Begriff ist mir neu! Danke für den Tip, werd mich mal erkundigen.

below schrieb:
Sry aber das is doch lächerlich.

Ich kann halt nur so viel ausgeben wie mir zur Verfügung steht. Und wenn ich keine Kohle hab zieh ich in ne WG.

Und in ner WG zahlt man in der Regel auch keine Provision - wär mir zumindest neu.

Und in jeder Stadt gibt es Zeitungen mit Kleinanzeigenmarkt und privaten Wohnungsvermittlungen - die auch meist provisionsfrei sind.

Und was bitte kann der Staat dafür, dass es Dir nicht weiter möglich war bei Deinen Eltern zu leben?

Und was is mit Kindergeld - haste doch während der Ausbilung auch noch anspruch drauf - oder is es die 20. Ausbildung?

Naja, ein weiterer Faktor war noch der, dass der Umzug einfach sofort von Statten gingen musste. Die Familie hat sich praktisch aufgelöst. Die Wohnung war in dem Moment glücklicherweise frei, keine Provision, keine Kaution; das war die einzige Möglicgkeit. Ne WG zu gründen oder zu finden hätte einfach zu viel Zeit gekostet. Bei meiner Wohnung ist kaum eine WG möglich, außer man würde sich das Bett teilen.
Der Staat kann natürlich nix dafür, mir erscheinen diese 20€ BAB nur sehr gering, von dem was man so von anderen hört. vor allem weil meine Eltern nicht wirklich (viel) Geld haben... auch wenn die Wohnung 47m² groß ist.
Kindergeld hab ich natürlich, das hab ich im ersten Beitrag schon klargestellt.


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ÜBRIGENS, Danke für Euer Interesse an dem Thema.
 
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ww2warlord schrieb:
Lass dir deinen BAB noch einmal nachrechnen - vielleicht wurde ein Fehler gemacht?
http://babrechner.arbeitsagentur.de/index.php

stimmt, gute Idee!!
Hm, naja, da fällt mir allerdings ein, dass ich das ganz am Anfang shcon gemacht hab, zu dem Zeitpunkt, als ich eigentlich noch 0€ BAB bekommen hätte. Da kamen bei mir auch irgendwas mit 100€ rum raus. Aber ich kanns nochmal nachrechnen, im Nachhinein hab ich doch genauere Zahlen parat.

excalibur1976 schrieb:
Hast Du den schonmal bei der Agentur für Arbeit online die BAB mal ausrechnen lassen?
http://babrechner.arbeitsagentur.de/berechnung.php

Hab ich bevor ich den Antrag gestellt hab. Da ist auf jeden Fall mehr rausgekommen! zu dem Zeitpunkt, als ich's ausrechnen hab lassen, hätte ich nämlich nichts bekommen, hab ich dann erfahren. Durch die Änderungen der Bedingungen warns dann doch 20€.
Aber danke für Deinen Hinweis, werd ich, wenn ich später daheim bin nochmal machen.
 
in landshut gibts wohnungen für schlappe 200€. warm. und das sind keine einzelstücke. und man kann mit dem vermieter auch reden, wegen kaution und so.
->hol dir ne günstigere wohnung und gut ist.
 
Die will ich erstmal sehn! Kochen tu ich dann vom Bett aus und fernsehschaun und sörfen vom Scheißhaus.
Die billigste, die ich grad gefunden hab kostet kalt 220€ und das mit gefängniszellengroßen 19m² (das sind 3 auf 6,3 Meter z.B.).

Eigentlich wollte ich mit dem Thema aber mehr in die Richtung, ob Ihr die Leistung des Staates in Form der Berufsausbildungsbeihilfe wirklich als eine solche empfindet, die den Lebensstandard eines durchschnittlichen deutschen - meist jungen - Bürgers herstellt.
Das frage ich Euch nun.
 
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