Brauche Hilfe bei Akademischen Titel und möglichkeiten !

Posent

Banned
Registriert
Feb. 2008
Beiträge
1.186
Hallo!
Ich brauche mal eure Hilfe bei einer entscheidung. Ich bin staatlich geprüfter Betriebswirt und habe die Fachhochschulreife. Ich würde gerne Akademische Qualifikationen nachholen um Praxis in DE zu erwerben und langfristig in der USA zu leben/arbeiten.

1.) Wenn ich ein Diplom FH nachhole, dann ist das ja ein Bachelor of Honours. Leider hat dieser in der USA keine bzw. einen zwiespältigen Ruf. Kann ich mit meinen Diplom FH einen Master an JEDER Uni nachholen ? Und wenn ich meinen Master habe, zählt dann für Arbeitgeber in der USA nur noch der Master und die typisch deutsche Quali "Diplom FH" interessiert dann dort keinen mehr (stelle mir das quasi vor wie: Wem interessiert dein Abschluss klasse 10 wenn du Abi gemacht hast)?

2.) Wenn ich ein Bachelor of Arts mache an der Europäischen Fernhochschule Hamburg kann ich dann überall mein Master anschließend zusätzlich erwerben ?

3.) Ich habe in Foren gelesen das das Diplom Uni mit einem Master gleichzusetzen ist. Kann ich mit einem Diplom FH auch an einer Uni in KURZER Zeit mein Diplom nachmachen und wie verläuft so was und wie sind die Aufnahmechancen bzw. wovon hängt das ab.

4.) Gibt es bessere Alternativen die ich vll. nicht kenne bzw nicht bedacht habe ?
 
Hi
also erstmal grundlegend:
Ich würde kein Diplom mehr machen. Denn das wird in der nächsten Zeit sukzessive aussterben.
Und international ist das eh schwierig. Je nachdem an wen du gerätst sacht der: "Diplom? Guck mal an die Wand hinter mir. Ich haben 20 davon!"

Und das du zu nem Diplom gleich nen Bachelor dazu bekommst ist auch nicht immer so. Es gibt definitiv keine 1:1 Umrechnung von Diplom auf Bachelor/Master. Ob man was dazu bekommt macht jede Uni/FH anders.

Theoretisch sollte es so sein das du mit einem Bachelor an jeder Uni/Hochschule nen passenden Master aufsetzten kannst. In der Praxis ist das aber auch nicht so. Die TU in DA fordert bei nem FH Bachelor en Haufen zeugs nach sodass du eigentlich unweigerlich 1Jahr verlierst. Hier gehts halt schlicht und ergreifend um den Erhalt der Reputation. Man will als Uni eben was besseres sein.
 
zuerst einmal: es gibt kein dipl-studiengang mehr. mittlerweile kannst du nur noch auf bachelor machen, wenn du den hast kannst du nen master dran hängen.

1) wenn du nen bachelor an ner FH gemacht hast, kannst du dich damit für den masterstudiengang bewerben. in USA hat das den gleichen rang. ich habe in USA 1 jahr gearbeitet und der deutsche bachelor ist dort auf gleicher stufe mit dem US bachelor. wenn du nen diplom hast, wird das etwa zwischen bachelor und master angesiedelt. master abschluss ist wiederum gleich gestellt. wenn du den master hast, schaut später sicher keiner mehr auf den bachelor. in den master studiengang kommen nur die besten rein, das bedeutet also das du auf jeden fall in deinem bachelor abschlusszeugnis eine 1 vor dem komma hattest.

2) wenn du nen bachelor hast kannst du generell dich für den master bewerben. lies dir dazu aber die bewerbungsbestimmungen auf der entsprechenden FH/Uni seite durch

3) an der uni gibts auch master, ist also nicht gleichzusetzen. wenn du nen dipl(FH) "hättest", brauchst du sicher kein dipl mehr von der uni. dann eher den master machen. aufnahmebedingungen sind je nach FH/Uni unterschiedlich. ich studiere im masterstudiengang und bei uns war es zum einen die gesamtnote aus dem dipl sowie das bewerbungsgespräch mit anschließendem test. wenn man nach seinem hochschulabschluss mind. 2 jahre berufserfahrung gesammelt hat, gibt das auch plus punkte

4) mit nem studium bist du immer auf der richtigen seite oder gehts jetzt bei deiner frage eher darum ob fern-/vollzeit-/teilzeit-studium?
 
Mal eine richtige Antwort:

Die Abschlüsse in der BRD geordnet:
  • Bachelor
  • Diplom FH ~ Diplom I
  • Diplom Uni ~ Diplom II
  • Master
    -------------------
  • Doktor (Dr.)
  • Privatdozent (PD)

Der derzeit höchste "ordentliche" Abschluss innerhalb der "normalen" akademischen Laufbahn ist der Master-Titel. Vergleichbar mit ihm ist das Diplom II. Beide Titel werden in der Regel an einer Universität erworben. Nachdem Erreichen eines dieser beiden "ordentlichen" Titels ist eine anschließende Promotion möglich. Nach der Promotion kann man habilitieren. Nach erfolgreicher Habilitation trägt man den Titel Privatdozent. Anschließend kann man zu einer Professur berufen werden.

Um nun innerhalb der "normalen" akademischen Laufbahn an einen ordentlichen Abschluss zu kommen, gibt es heute noch genau zwei Wege.

1. Mache Bachelor und anschließend Master
2. Mache Diplom I und anschließend Master

Sinnlos ist jedoch auf ein Diplom II einen Master draufzulegen, da man bereits einen "ordentlichen" Abschluss hat und man sich praktisch nicht mehr verbessern kann. Der Weg zur Promotion steht einem bereits offen. International steht die Promotion natürlich auch über dem Master.

Sowohl der Bachelor (FH), als auch der Bachelor (Uni) sowie Diplom I sind Voraussetzungen für den Masterstudiengang an der Universität. Dabei gilt, dass die Gesamtnote (Vorleistungen + Abschlussarbeit) nicht schlechter als 2.0 sein darf, um in den Masterstudiengang wechseln zu dürfen. Desweiteren werden in einem persönlichen Bewerbungsgespräch / mündlichen Prüfung (meistens vor einigen Professoren) die Eignung des Kandidaten für die weitere akademische Laufbahn überprüft. Wer hier versagt, kann also ruhig vorher überall 1.0 stehen - er wird abgewiesen. Dieses Verfahren wird so innerhalb der BRD an allen Universitäten verfolgt. Je nach Anmelderzahl wird jedoch das Prüfungsverfahren variiert (z.B. Testate, etc.).

Zeitfaktor:
Für einen Bachelor-Abschluss 6 bis 7 Semester - realistisch 8.
Für ein Diplom FH 7 Semester - realistisch 9.
Für ein Diplom Uni 9 Semester - realistisch 13, da oft Praktika in der Prüfungsordnung zwingend sind.
Für den Master 4 Semester - realistisch 5.

Kürzester Weg heute zu einem "ordentlichen" Abschluss: 6 Semester Bachelor + 4 Semester Master.

Wer eine Ausbildung/Abschluss hat und bereits Berufserfahrung hat, wird meistens von sämtlichen Praktikumszwängen befreit, die die Prüfungsordnung auferlegt.

Weitere Infos siehe : https://www.computerbase.de/forum/threads/master-noch-nach-bachelor.373278/
 
Richard.III schrieb:
Wer eine Ausbildung/Abschluss hat und bereits Berufserfahrung hat, wird meistens von sämtlichen Praktikumszwängen befreit, die die Prüfungsordnung auferlegt.

Danke für die ausführlichen Informationen. Ich klinke mich mal mit einer Frage zu deiner o.g. Äußerung in den Thread ein:
Wie lang sind denn die Praktikumszwänge ungefähr (bei einem Wirtschafts-, Management- oder Politikwissenschafts-Studium - die kommen für mich in Frage) und muss nach einer kaufmännischen Ausbildung eine gewisse Mindeszeit in dem Beruf weitergearbeitet werden, um dem Praktikumszwang zu entgehen? (Ist womöglich je nach Uni unterschiedlich, oder?)

Gruß, webbi
 
ich habe das erste praxissemester aufgrund meiner berufsausbildung anerkannt bekommen. ist aber je nach FH/Uni unterschiedlich. d.h. du sparst in einem dipl-studiengang 1 semester ein. im bachelor gilt das allerdings nicht mehr, da eh nur 1 PS
 
webbi schrieb:
Wie lang sind denn die Praktikumszwänge ungefähr (bei einem Wirtschafts-, Management- oder Politikwissenschafts-Studium - die kommen für mich in Frage) und muss nach einer kaufmännischen Ausbildung eine gewisse Mindestzeit in dem Beruf weitergearbeitet werden, um dem Praktikumszwang zu entgehen?

Die Länge und der Inhalt eines Praktikums werden jeweils in der studiengangspezifischen Prüfungsordnung definiert. I.d.R. sind die "Pflichtpraktika" jedoch mit der Einführung der Bachelor/Master-Studiengänge (an den Universitäten in Deinen genannten Fächern) weitestgehend entfallen. Jedoch werden häufig noch universitätsinterne Praktika verlangt - z.B. ein Programmierpraktikum in einem kleinen Projektteam aus Studenten, etc.

Hierbei muss im Einzelfall immer die Anforderung der Prüfungsordnung erfüllt werden. Steht dort z.B., dass ein drei-monatiges Praktikum (Vollzeit) im Bereich XY mit Aufgaben Z zu erfüllen ist, dass Praktikum maximal zwei Jahre zurückliegen darf, dann muss man halt prüfen, ob man eine Tätigkeit absolviert hat, die diese Aufgabenstellung löst. Das klärt man am besten vor Ort mit dem direkten Praktikumsbetreuer der Universität/des Studiengangs (nicht dem Studentensekretariat - die haben meistens keine Ahnung), schildert den seine Tätigkeit und verfasst dann nach Absprache einen Praktikumsbericht. Der Bericht muss von der Praktikumsfirma abgezeichnet werden.

Auch oben genannte Praktika, die normalerweise innerhalb der Universität ablaufen, können angerechnet werden. Hier muss dann im Praktikumsbericht belegt werden, dass sich der Praktikant innerhalb eines Projektteams einer ähnlichen Aufgabenstellung gewidmet hat.

Durch die Anrechnung der Praktikums-Leistungen kann man unter Umständen bis 1-2 Semester sparen. Allerdings sollten die Praktikumsberichte nicht unterschätzt werden vom zeitlichen Aufwand. Gerade im Nachhinein sind diese oftmals schwerer zu schreiben, als gedacht. Gerade Personen mit einer Ausbildung im Kaufmännischen, haben oft auch gute Chancen Vorleistungen anerkannt zu bekommen. Auf der Gegenseite müssen jedoch oftmals (wenn kein Abitur vorliegt) Scheine geschrieben werden in den Bereichen Englisch, Mathematik und Deutsch.

Die Informationen findet man immer in der Prüfungsordnung (BPO, MPO, DPO). Wer da am Anfang Verständnissschwierigkeiten hat, wendet sich am besten immer an die Fachschaften. Die können einem konkret helfen und einen auch die direkten Ansprechpartner nennen. Wichtig ist, dass man ausführlich, vollständig und transparent seine Situation schildert (Abschlüsse, erbrachte Leistungen, beruflicher Werdegang, etc.).
 
Zuletzt bearbeitet:
oh weija, "ordentliche Abschlüsse"

erster akademischer Grad:

Bachalor
Dipl.(FH)
Dipl.-Ing.(FH)
Dipl.Uni
Dipl.-Ing.
Master

zweiter akademischer Grad

Dr.
Prof. Dr.

wobei man zum zweiten sagen muss, dass man Prof nicht einfach werden kann, sondern auf eine Professur berufen wird.
 
Zurück
Oben