Breitbandmarkt: 3Mbit/s flächendeckend in 15 Monaten möglich

MopedTobias

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Vor etwa 8 Jahren war ich bereits stolzer Besitzer von T-DSL768, worum mich viele in der Community beneidet haben. Nun, 8 Jare später, habe ich mich auf stolze 1Mbit hochgearbeitet, während nun die damals Neidenden mehr als die doppelte Bandbreite alleine für ihren Upload zur Verfügung haben. So ist die Welt. :rolleyes:

Immer wieder verfolge ich für mich neue Horrormeldungen über neue Angebote in Ballungsgebieten, wo Anbieter mittlerweile mit Bandbreiten locken, die schon an Standard-LAN Geschwindigkeiten heran gehen.

Brauch man solche Transferraten? Ich meine ja. Im multimedialen Web 2.0 ist ein angenehmes surfen mit 1 Mbit/s in meinen Augen kaum noch möglich.

Um so erfreulicher habe ich die Pressemitteilung vom VATM gelesen, in dem unserer geliebten Angie direkt ein Angebot unterbreitet wurde, das deutsche Bundesgebiet nahezu flächendeckend mit mindestens 3 Mbit/s zu versorgen. Und das Ganze könnte sogar schon in 15 Monaten abgeschlossen sein!

Das Angebot soll zu alle dem auch noch günstiger durchführbar sein, als das der Telekom. Nun, mehr Leistung bei geringeren Kosten? Stellt sich da überhaupt noch die Frage für unsere Bundeskanzlerin? Ja, und die Frage heißt wie immer Telekom. Eben auch diese hat unserer Regierung das Angebot zum beschleunigten flächendeckenden Ausbau unterbreitet, aber eben unter der Bedingung, um es salop auszudrücken, dass die Regulierungsbehörde nicht mehr so penibel regulieren sollte, wie sie es vor hat.

Ein positives hat das Ganze in jedem Fall. Dem beschleunigten Netzausbau scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Nur was am Ende auf der Rechnung steht, ist in meinen Augen beim Angebot der Telekom noch viel zu undurchsichtig.

Auf in das Breitbandjahr 2009!
MT
 
Du gehst in meinen Augen viel zu "blind" an das Thema heran. Auch ich habe heute Mittag mehrere Artikel daruber gelesen, .. und wunder mich das bisher CB noch nichts dazu geschrieben hat.

Die Telekom möchte keineswegs, dass die Regulierungsbehörde mal hier und dort weniger penibel reagiert. Herr Obermann wünscht lediglich höhere Mitpreise für die Drittanbieter, sodass diese sich an den Kosten zur Erschließung beteiligen und die Telekom nicht alles alleine tragen muss.

Als Gegenleistung fordert Obermann freilich, von den Konkurrenten höhere Mietpreise für die Nutzung der Leitungen für die "letzte Meile" verlangen zu dürfen.
Quelle: Heise.de

Die Telekom bleibt derzeit selbst auf den Kosten sitzen - kein Wunder also, dass man die Preise mit den zig xy Unternehmen nicht gehen kann - die stauben nämlich am Ende wenn die Telekom die Leitungen gelegt hat, die Kunden ab.

Die VATM kommt jetzt daher und protzt
"Wir machen das im Vergleich zur Telekom in der Hälfte der Zeit, mit höherer Internet-Zugangsgeschwindigkeit und deutlich billiger", sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner der Financial Times Deutschland.
Quelle: Heise.de

Aber... dingding, der springende Punkt
Anders als die Telekom setzen die Rivalen nicht nur auf herkömmliche DSL-Technik, sondern wollen auch Glasfaser und digitales Funknetz nutzen.
Am Ende gar nicht, wenn man die Kosten einsparen will. Bleibt man bei den Kupferkabeln, wird man keineswegs nennenswert günstiger als die Telekom sein können. Loch buddeln, Kabel ziehen, Knoten aufrüsten wird für die auch nicht günstiger sein. Weiterhin ist der ganze Osten bereits mit Glasfasterkabeln zugepflastert. DSL ist damit auch möglich, aber die Knotenpunkte sind viel teurer als bei Kupferkabeln - wo will man hier gegenüber der Telekom kosten einsparen? Also bleibt für mich lediglich ein Punkt übrig: Funknetz. Und diesem steh ich auch noch relativ kritisch gegenüber, lass mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. In meinen Augen ist hier viel Geschwafel .. die sollen sich lieber an einen Tisch setzen und ein Konzept erarbeiten, bei dem jeder seinen Teil trägt. Wenn jeder an einer eigenen Baustelle arbeitet, wird das in 10 Jahren noch nichts werden.

Ach zu deinem Geschwindigkeitsvergleich ... meine Historie:
56k Modem - DSL Light - ??
 
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Ich habe es extra kursiv geschrieben. Was ist denn auf dem Netzmarkt seit Jahren das corpus delicti womit sich die Regulierungsbhörde beim Stichwort Internet weitestgehend beschäftigt? Eben, die letzte Meile. Ich hätte es besser direkt schreiben sollen...Wahrscheinlich das größte Geschenk, dass die Telekom bei der Privatisierung mitbekommen hat und an der sie in vielen Jahren einen Batzen Geld verdient hat. :king:

Zum Thema Preise und Absahner: Mich hat die Telekom noch nie gefragt, ob ich bereit wäre einen höheren Preis für meinen Internetanschluss zu zahlen und mich dafür für eine gewisse Zeit an sie zu binden, wenn sie mir im Gegenzug einen schnelleren Anschluss verschaffen würden. Hätten sie mal machen sollen. Und ich bin sicher, dass ich da nicht der Einzige bin, der dazu bereit gewesen wäre.

Des Weiteren, was können denn andere Anbieter dafür, wenn die Telekom die Funktechnik für ländliche Gegenden seit Jahren wehement ignoriert hat. Das ist ja keine Technik, die es erst seit Gestern gibt. Und deshalb dürfen sich andere Anbieter jetzt nicht daran messen lassen? Hm, seltsame Argumentation. :freak:

Regards
MT
 
Zum Thema Preise und Absahner: Mich hat die Telekom noch nie gefragt, ob ich bereit wäre einen höheren Preis für meinen Internetanschluss zu zahlen und mich dafür für eine gewisse Zeit an sie zu binden, wenn sie mir im Gegenzug einen schnelleren Anschluss verschaffen würden.
Ist dir der rechtliche Hintergrund deiner Aussage bekannt? Die Telekom hätt mal ganz schnell einige Klagen am Hals wenn es ein solches Angebot gäbe. Denn dann kommen genau die Drittanbieter, die normal die Kunden abstauben und meinen sie sind gegenüber der Telekom benachteiligt.

So hab ich aber gar nicht argumentiert. Wenn die VATM sich hinstellt und meint, dass sie alles besser und günstiger macht, dann frag ich mich nur wo?
Kabel verlegen - Nein, wie sollte man günstiger sein?
Glasfaser - Kommen die günstiger an Knoten als die Telekom? Vielleicht in China von Kindern gefertigt?
Funktechnik - Ja lass ich mich gerne überraschen

Ich bin einfach dafür ... ein Tisch, abgeschlossene Tür und am Ende kommt eine Lösung. Von mir aus kann der Staat am Ende sagen: So wirds gemacht und dann wirds auch so gemacht - das wird in meinen Augen sonst nie was. Aber die sollens gerne versuchen
 
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Mein Beispiel bezieht sich ja nicht auf ein Angebot, dass sie mir heute machen sollten, sondern soll zeigen, dass die Telekom in vielen Jahren keine individuellen Konzepte aufstellen konnte, um regional zu versorgen. Die Telekom ist eben ein Megakonzern und hat sich zu lange auf ihrer Monopolistenrolle ausgeruht. So sehe ich das.

Und wo wir bei Megakonzern sind. Genau hier vermute ich auch den Grund, warum es kleinere und flexiblere Unternehmen schaffen könnten den Ausbau wirtschaftlicher zu gestalten und hier die Telekom im Preis zu unterbieten. Das bei der Telekom die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut, erlebe ich immer wieder, wenn es zu Problemen mit meiner Telefonrechnung kommt.

Kleine Anekdote: Als ich seinerzeit mein DSL bekommen habe, hatte ich nach einer 9 monatigen Odysee mit Telekom-Mitarbeitern am Ende 4 DSL-Modems zu Hause. Da packte selbst mich das schlechte Gewissen und ich meldete diesen offensichtlichen Fehler. Als Antwort bekam ich, dass ich sie einfach behalten sollte. :freak: Jeder mag sich seinen Teil zum Thema Wirtschaftlichkeit da selber denken.

Anyway, ob du es glaubst oder nicht. Ich bin kein Feind der Telekom. Ich war noch nie wo anders, als bei der Telekom (außer ~2000 parallel zu ISDN für kurze Zeit bei so einem Sky-DSL Anbieter, als man da noch für 50DM durch den Downloadspeed Nordlichter erzeugen konnte :D) und bin im Bezug auf das Produkt auch immer sehr zufrieden gewesen. Nie kam mir in den Sinn einen günstigeren Provider zu wählen um mich dann am Ende mit Themen wie Portsperrungen, Abmahnungen oder Ausfällen rumschlagen zu müssen. Regionale Anbieter mit eigenem Netz mal außen vor. Nein, die Telekom war nie günstig, aber sie liefert ein 1a Produkt. Das ist mir den Mehrpreis im Vergleich zur Konkurenz wert.

Aber ich weiß ebenso, dass sich der Markt nicht so schnell entwicklet hätte, gäbe es die Konkurenz nicht, die mit immer günstigeren Angeboten lockt.

Regards
MT
 
Das ist jedenfalls die Aussage beim Angebot von VATM. Wie weit das Angebot der Telekom den Flächanausbau vorsieht und was die Telekom unter der allgemeinen Aussage Breitband versteht, kann ich nicht sagen. Ich denke in nächster Zeit werden wir konkretere Fakten von beiden Parteien hören.
 
Die Telekom ist eben ein Megakonzern und hat sich zu lange auf ihrer Monopolistenrolle ausgeruht. So sehe ich das.
Stimme ich dir zu ... aber die Telekom hat auch als Unternehmen, dass nach wirtschaftlichen Entscheidungen handelt, bestimmte Regeln einzuhalten. Ein paar weiße Flecken, bei dem es 10 mal soviel kosten würde Leitungen zu verlegen als Gewinn rausspringt, sind da natürlich bei weitem nicht interessant. Interessanter dagegen ist da natürlich VDSL, welches man auf geringem Raum weitaus mehr Leuten anbieten kann und auch noch mehr kassieren könnte. Wenn du denkst, ich finde das toll - keinesfalls, denn ich wohn nicht im VDSL Gebiet. Ich bin genauso für einen Ausbau wie du.

Ich sehe das ganze einfach nur sachlich - wer könnte, und wo könnte er den Ausbau billiger voranbringen? Und da seh ich derzeit niemanden neben der Telekom. Und das ist auch die Aussage von Herr Obermann richtig - wenn Unterstützung von den Kleinen kommt, dann kann auch mehr gemacht werden. Weder die Kleinen noch die Telekom möchten mit einem Nachteil aus der Entscheidung gehen - und genau aus dem Grund bin ich für eine Lösung und nicht zig Möglichkeiten die am Ende alle nicht perfekt sind
 
Also ich fänds auch schön wenn das mal ausgebaut werden würde, wenn ich im Lotto gewinnen würde würde ich der Telekom sofort ne Million geben, dass die nen Glasfaserkabel zwischen meinem Hausknoten und der Vermittlungsstelle legen. Ich wohne auch am Ende (!) der letzten Meile. Bin grad dabei was runterzuladen, dauert insgesamt 11 Stunden für 1,7 gigabyte (!). Mit 45 kb/s ist das halt nicht grad vorteilhaft. Ich war die letzten zwei Jahre bei Arcor, als ich im November mit meinem Vater in einen T-Punkt gegangen bin und wir einen Antrag zum Wechseln gestellt haben, sagte die Frau noch: "Es kann ja eigentlich nur besser werden." Pah und was ist passiert? Jetzt wurde die Leitung um die Hälfte heruntergestuft! In meinem Kaff melden sich immer mehr Leute für Dsl an. Alles was hier so im ländlichen Bereich rumliegt in der Erde ist alles Technik der 70er! Da wurde nie etwas geändert. Hab ich persönlich in einem Praktikum beim technischen Service der Telekom mitbekommen. Der sagte mir, ich könnte mir auch eine Standleitung schalten lassen, aber wer zahlt denn bitte schon 100 nur für das Internet, während andere schon mit 16000 dsl und ner Telefon und InternetFlatrate für 50 euro fahren? Die sollen nicht nur labern die sollen endlich etwas tun!


Gruß Locals
 
Keine Sorge. Dem Willen unserer Legislative nach, wirst auch du mit mindestens 50MBit/s versorgt werden. Und das spätestens 2018, während dann Ballungszentren mit 1Gbit/s via FTTH angebunden sind. :rolleyes:

Nun, auch wenn ich nicht in die Zukunft sehen kann, wage ich die These aufzustellen, dass 50MBit/s in ~10 Jahren keinen Pokal mehr gewinnen können. Zumal es sich dabei wahrscheinlich nur um den Downstream handelt.
 
Zitat von Red-Killer:
Heist das auch das es bei uns im Dorf zum Breitband ausbau kommt?

Die Telekom spricht von 96% der Machbarkeit. Die reslichen Prozente wären zu kostenintensiv, so dass andere Möglichkeiten vorgezogen werden sollten.
Würde ganz Deutschland ausgebaut und mit einer schnellen Leitung versorgt, so würde dies um die 50 Milliarden kosten.
Währe die T_Com noch ein reines Staatsunternehmen, würde dies der STeuerzahler übernehmen, was heutzutage kein Problem ist.
Die Telekom hat den Breitbandlosen /-armen angeboten, dass sie die Leitung legt, wenn die Gemeinde die Schauffelkosten übernimmt. Bisher haben sich ~ 100 Bedürfte gemeldet.

Mein Ort war nicht dabei. Wie haben ja DSL, wenn auch nur weitgehenst 384 - 768kB/s. :freak:
 
Bevor man von "Breitbandversorgung" redet muss in unserer heutigen Web 2.0 Zeit zu erst die Grenze zwischen Breitband und darunter definiert werden.
1 MB/s ist zwar schön und gut, aber sind bei den teils horrenden Anforderungen nicht Breitband. Geht es nach manchen IT-Köpfen sollen Anwendungen mehr denn je ins Internet rutschen (Cloud-Computing und co) und was das an Traffic und Bandbreite bedeutet scheint nur wenigen wirklich klar zu sein.
128 KBit Internetradio und nebenbei ein YouTube Video muss locker drin sein, um als Breitband gelten zu können (meine Meinung).
In unserer modernen Zeit gehört das Recht auf einen Breitbandanschluss dazu, so wie es beim Telefonanschluss der Fall ist, um "mithalten" zu können. Man kann mir nicht sagen das es viel teurer ist DSL bereitzustellen als ein Telefonanschluss zu garantieren.

Bei dem Angebot bzw. Vorschlag 50 MBit zu liefern muss man natürlich bedenken das es sich dabei nicht nur um DSL bzw. VDSL handelt. Ebenso fällt darunter der Vorstoß mit LTE (Long Term Evolution, oder anders ausgedrückt, 4G Netz der Nachfolger von UMTS dem 3G Netz) welches ja zu Beginn effektiv 50 MBit/s bietet und bis zu 100 MBit/s erweiterbar sein soll.
Generell dürfte der Ausbau mit mobilen Datennetzen eher zusprechender sein, ein Mast genügt um einige Leute ins Netz zu bringen und im Gegensatz zu UMTS soll LTE wesentlich effizienter sein, mit mehr Leistung und zudem geringeren Anforderungen (Verbrauch ect.).
LG hat glaub ich sogar schon ein erstes LTE fähiges Handy gezeigt und T-Mobile hat im Feldversuch LTE bereits erfolgreich eingesetzt.
Will man hoffen das LTE wirklich viel besser ist als UMTS und vor allem die Tarife dafür zeitgemäßer sind.
 
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@MopedTobias
Auch wenn ich selbst drüber lachen muss - ich hab hier seit vorgestern UMTS mit HSDPA. Einen Zusammenhang zwischen News und dem UMTS Netz halte ich aber für unmöglich. Aber ja, ich ziehe derzeit einen Wechsel in Betracht und schaue mich nach Lösungen um :)
 
Glückwunsch. Da mein Provider o2 ja auch massiv den Funknetzausbau vorantreibt (ebenfalls aus anderen Gründen als dem Breitbandnetzausbau), hoffe ich auch mal auf eine Alternative. Allerdings stehen der durchaus guten Technik z.Zt. leider für mich eher unatraktive Tarifmodelle gegenüber.
 
Auch wenns schon ein paar Tage seit dem letzten Post her ist, möchte ich mal folgende Publikation nicht vorenthalten: http://www.brekoverband.de/breko08/auto_cms/original/final_praesentation.pdf

Irgendwie untermaurt das nicht mehr wirklich das Vorurteil der Absahner-Mentalität der DTAG-Konkurrenten. Dazu muss ich eingestehen, dass ich die Angaben über die DTAG noch nicht geprüft habe, bzw. auch der Kontext Berücksichtigung finden muss (DTAG macht ja z.B. nicht nur Umsatz durch Breitbandanschlüsse). Ich nehme sie aber erstmal als warheitsgemäß hin.

Regards
MT
 
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