Defacto hat Apple mit dem iPhone den Blackberry beerdigt, sicher mit ein wenig Verzögerung, aber es ging doch ziemlich schnell. Und dabei wurde gleich Symbian und ein paar andere mit beerdigt. Und wenn Apple sich nicht entschieden hätte, in seiner Premium Nische zu bleiben, hätten wir heute vermutlich noch nicht einmal Android.Booth schrieb:Aber sie wollen das Standard-Windows beerdigen! Jetzt schon! Das ist so, wie wenn Apple die Chance gehabt hätte, den Blackberry einzustampfen, als sie ihr erstes iPhone rausgebracht haben. Da hätten sich viele Leute erst beschwert.
Bei "KI PCs" oder wie auch immer man das nennen sollen, haben wir aber noch nicht den iPhone Moment. Es gibt eben nicht das Produkt dass das klassische Desktop GUI obsolet macht, und ich zweifele auch, dass das so schnell passieren wird.
Ich habe von Deinem Beitrag genau zwei Sätze zitiert, und nur darauf bezieht sich meine Antwort. Ich habe jetzt extra noch mal in Deinem Beitrag nachgeschaut. Das einzige Argument, dass Du bringst, ist dass Du eine agentisches Betriebsystem für private Anwender "irre" findest. Ist jetzt inhaltlich nicht so gehaltvoll.Booth schrieb:Als hättest Du kaum meinen Beitrag gelesen.
Du schreibst außerdem noch
Ich habe da gerade ein Dejavu an die MS-DOS/PC Fraktion in den 1980ern Jahre dass Bürokräfte niemals so Spielkram wie eine Maus oder eine grafische Oberfläche benutzen werden. Und Excel auf Windows 2.0 in VGA Auflösung war vermutlich auch ein Krampf (habe es nie ausprobiert). Ab 1990 hat Microsoft dann die Anwender mit Windows 3.0 und Office "zwangsbeglückt". Es war das Ende von Lotus, Borland, Ashton-Tate und Wordperfect.Booth schrieb:Aber gerade Dell, HP, Lenovo verkaufen einen Großteil ihrer Geräte als Bürogeräte für normale Bürokräfte, Aussendienstler, etc. Grössenteils Leute, die kaum LLMs nutzen, weil es einfach nicht viel bringt, teilweise sogar mehr Zeit kostet, als selber das machen, was man schon seit Jahren tut und kann.
Hätte Microsoft nicht Windows 3.0 gebracht, hätte irgend jemand anders irgendwann Maus und GUI auf den PC gebracht und Microsoft wäre heute nicht mehr da.
Der "Copilot+" PC ist in dieser Analogie noch nicht einmal Windows 1.0. Ich habe nie gesagt, das Microsoft zur Zeit irgendetwas hat, was irgendjemand hinten den Ofen hervorlockt. Zur Zeit ist es mehr oder weniger ein Logo was man auf PCs kleben kann, wenn sie irgendwie 50 TOPS Inferenz Leistung zusammenbringen.
Das umstrittende Recall Feature ist zur Zeit ein Opt-In.
Da würde ich Dir garnicht widersprechen. Ich finde den Microsoft 365 Copilot da momentan wesentlich problematischer als Copilot+, da er jeden Microsoft 365 Kunden betrifft, z.B. den Straßenpreis von Microsoft 365 Family massiv verteuert hat, und dabei obendrein nur begrenze CoPilot Credits für den Hauptbenutzer drin sind. D.h. wenn man CoPilot wirklich intensiver nutzen will, muss man noch mal extra zahlen, und wenn man es nicht nutzen will, wird man mit dem Aufpreis zwangsbeglückt.Booth schrieb:Es geht nicht darum, ein Produkt ANZUBIETEN. Es geht darum, uns ein Produkt AUFZUZWINGEN, obwohl viele es nicht wollen und sich dann zu wundern, dass dieser Zwangs-Wahn keinen Anklang findet.
Ich zitiere mich nochmal kurz selbst:
Ich habe nie geschrieben, dass ich von Microsoft eine gute Implementierung erwarte, sondern nur, dass die Idee nicht per se "irre" ist, sondern durchaus echten Nutzen haben kann.TomH22 schrieb:Natürlich würde eine Microsoft Implementierung voller Enshitfication sein, aber das liegt nicht am Konzept "agentisches System" selbst, sondern an der Umsetzung.
Da es noch keine Microsoft Implementierung gibt, wissen wir nicht, wie sie sein wird. Wegen des enormen Impacts, den ein agentisches Betriebsystem haben kann (z.B. indem es eigenständig Software kauft und installiert), ist es durchaus denkbar, dass man sogar gesetzliche Regeln dafür braucht.DaBo87 schrieb:Das heißt für mich auch, dass ich alle Funktionen, die ich mit meinem System ausführen möchte, dazu explizit autorisiere und dem System zur Verfügung stelle (z.B. Installation einer Software, Festlegung der Nutzerbasis, etc.)
Man muss andererseits sagen, dass man durch zunehmende Komplexität der Systeme heute selbst mit fundiertem Fachwissen nur noch eingeschränkt "Chef" über sein System ist, und das nicht nur bei Windows. Auch unter Linux verlasse ich mich, wenn ich z.B. apt upgrade eingebe, mehr oder weniger darauf, dass dabei alles gut geht...DaBo87 schrieb:Ich verstehe deren Gedankengang, aber wenn man seit Dekaden gewöhnt war, selbst der Chef über seine Hardware, sein System zu sein,
Bei einem Agenten ist die Frage, mit welchen Privilegien er läuft und wie transparent er Entscheidungen macht. Um auf ein Beispiel mit dem Backup zurückzukommen: Ein Agent sollte mir verschiedene Backup Lösungen anbietet, z.B. auch Open Source vs. Closed Source Produkte, und mir Vor- und Nachteile der Varianten aufzeigen. Ein Microsoft Agent, der natürlich nur Microsoft Produkte anbietet, wäre das Gegenteil.
Man kann das Problem eigentlich nur lösen, wenn das Betriebsystem eine offene Agenten Schnittstelle bietet, in der ich als Benutzer den Agent meines Vertrauens einbinden kann, ggf. auch mehrere. Wenn ich eine Wahl habe, dann kann ich auch gerne einen Hersteller spezifischen Agenten (wie z.B. von Microsoft) einbinden, wenn ich halt lieber alles aus einer Hand anstatt Best-of-Breed haben will.
Ich habe erst mal nur das Potenzial aufzeigen wollen, d.h. nicht zwingend das heutige Modelle schon die notwendige Qualität haben. Ich habe in letzter Zeit viel mit KI, auch im Bereich Linux Systemkonfiguration gemacht. Heutige Modelle sind sehr nützlich, wenn man in einem Bereich das notwendige Grundwissen mitbringt, um schnell zu merken wenn die KI auf dem Holzweg ist, und man auch Erfahrung beim Prompten hat, um die KI wieder in die richtige Richtung zu lenken. Es ist eben häufig noch "hit and miss". Ich habe schon frappierende Ergebnisse gehabt, dass ich z.B. ChatGPT Fehlermeldungen aus dmesg oder journalctl gegeben habe, und es mir zielsicher sagte, was an meiner Konfiguration falsch ist. Aber ich habe auch schon Code mit halluzinierten API Calls gesehen, wo die KI aus den Namenskonventionen einer Library fiktive Methoden infereriert hat. Es wäre schön gewesen, wenn es sie gegeben hätte...fdsonne schrieb:Das Problem dabei ist aber, dass die "KI" aktuell durch Menschengemachte Dinge trainiert wird. Gerade das was du beschreibst ist ein Thema, was mMn absolut überhaupt nicht funktioniert.
Vielleicht sind die ersten Agenten noch nichts für Laien, aber für geübte Benutzer. Ich fände es doch praktisch, wenn ich die KI nicht nur mein bash Script schreiben lassen könnte, sondern sie es auch gleich mal selber austestet (falls kritisch automatisch in einer Sandbox...) und sie es dann auch gleich in die crontab einträgt, wenn ich sage ich will es täglich ausgeführt haben. Ja, natürlich kann ich das auch alles von Hand, aber warum nicht automatisiert?
Du nicht, und Du brauchst es ja auch nicht, weil Du das Wissen dafür vermutlich selber hast. Aber 90% aller Computer Nutzer sind schon damit überfordert ihre Dateien überhaupt zu organisieren. Deswegen hat Microsoft ja die klassischen Dateidialoge hinter ein paar Extra Mausclicks versteckt.C.J. schrieb:Mit Verlaub, aber eine Backup-Routine würde ich niemals von einem agentischen System übernehmen.
Niemand sagt, das ein Agent mit Admin Rechten laufen muss, bzw. analog zu Funktionen wie Windows UAC heute können Admin Aktionen eine explizier Zustimmung des Benutzers (sofern dieser wiederum dazu berechtigt ist) erfordern. Ein Benutzer, der nicht weiß was er tut, wird natürlich auch in Zukunft blind "ja" sagen, so wie heute auch.C.J. schrieb:Das Thema Sicherheit wird hier außerdem zu einem Riesenproblem, wenn solche Agenten durch Angreifer kompromittiert werden, aber über User-Prompts quasi mit Admin-Rechten freie Fahrt auf jedem System haben.
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