ChatGPT baut Programme - Was denkt Ihr über AI Software?

@Mojo1987 Du solltest dich als Reddit Mod in /r/opensource bewerben, die sind da genauso krass. Tja, was wissen schon Linus Thorwalds und riesen Firmen wie Google, MS & zig andere mit ihren Milliarden Kunden und ihrem Vibecode in Produmgebungen?!?

P.S. Ka dude, habe jedes Windows seit 3.11 mitgemacht, Patches waren schon immer shit + je größer die Codebase wird und die Anzahl der Features/unterstützten Devices etc., umso mehr Raum für Bugs gibt es.
 
Mojo1987 schrieb:
Was irgendwelche Agenten an Code Reviews produzieren sieht man ja regelmäßig an den tollen Patches die MS und Co. jeden Monat releasen. Riesige Mengen an Sicherheitslücken die gefixed werden und trotzdem ist die Patch Qualität im letzten Jahr die miesteste die es je gab.
Ich habe keinen Einblick in Windows, aber in Open Source Projekte. Die patch Qualität hat massiv zugenommen.
 
Ich bin als WebDeveloper jetzt nicht im klassischen High Level Stack unterwegs, wie C++ Coder etc., würde mich aber als zuverlässig und solide bezeichnen skillwise. Ich mach mir aber auch nichts vor, dass es sicherlich eine Menge Devs gibt, die den Bereich noch mehr leben und um einiges besser sind. Im Laufe meiner beruflichen ~15 Jahre sind mir aber deutlich mehr Stümper unter die Nase gekommen als Leute, zu denen ich fachlich aufsehe, in meinem Umfeld.

Auch in unserem Bereich ist spätestens seit Opus 5.5 einfach nur krass, was bei uns an realer Arbeit weg fällt. Sachen, die vorher 40-80 Stunden gedauert haben, werden jetzt durch KI auf 8-16h runter gebrochen und ganz ehrlich: nicht alle unsere Devs sind auf einem gleichem Level und ich würde sagen von der Sauberkeit der Endergebnisse ist ein Opus 5.5 ohne Code Review zuverlässiger als die Hälfte der Devs, deren Projekte ich schon unter der eigene Nase hatte.

Natürlich gibt es als Dienstleister im Arbeitsalltag wichtige Grenzen, die eingehalten werden müssen, so dass wir natürlich nicht alle unsere Projekte in die großen Modelle kippen wollen und können, weil sich dort eben auch schützenswerte Daten befinden.

Ich hab aber auch hier schon genug Konkurrenz gesehen, die einfach darauf sch... und alles in die großen AI Anbieter werfen inkl. jeder empfangenen und gesendeten E-Mail. Darüber lässt sich natürlich bequem viel automatisieren aber ... naja denkt euch euren Teil.

Für professionelle Arbeit ist mein Motto: AI macht gute Leute schneller und schlechte Leute gefährlich. Am Ende steht jeder für seinen Code gerade, wie vorher auch, egal wie er zu Stande gekommen ist. Wenn der Scope dein Wissen übersteigt, war es wohl auch kein Projekt für dich.

Auch klein-/mittelbetrieblich macht AI es einfacher maßgeschneiderte Software erstellen zu können, die ohne Umweg zu den dortigen Strukturen und Aufgaben passen. Es braucht aber fähige Leute diese Strukturen zu erkennen, um überhaupt eine passende Lösung dafür zu finden. Meiner bisherigen Erfahrung nach sind überwiegend Techniker, die sich mit Ordnung und Strukturen auskennen.

Es gibt jetzt Sicherheits-unkritische Bereiche, wie z.B. den Style einer Webseite, wo man drüber streiten kann, ob da gutes Testing reicht anstatt CSS Anweisungen Zeile für Zeile durchzugehen. Bei großen Projekten sollte man wenigstens schauen wie qualitativ es strukturell aufgebaut wurde, aber erfahrungsgemäß kommt auch das aus einem Opus 5.5 ganz gut raus.

Anders sieht es bei kompilierten Projekten aus, zumindest wenn die Sourcen nicht veröffentlicht sind. Ja, Reverse Engineering ist jetzt ein großes Ding und wahrscheinlich wird auch das immer besser, aber da hat man je nach Scope vielleicht auch wieder was eigenes per KI gebaut, wenn die Wunschfunktionalität gut definierbar ist, anstatt kleine vorhandene Anwendungen erst zu dekompilieren.

Privat habe ich ebenfalls einen kleinen Claude Pro Account und habe eins meiner ehrenamtlichen Projekte durch KI Einsatz auf einen neuen Stand gehievt, wo mir nach der Arbeit schon lange die Zeit (und Motivation) fehlte, die extra Stunden dafür rein zu buttern, wo ich doch mit meiner Freizeit viel besseres anfangen kann, zumal vieles davon Fleißarbeit war.

Zugleich habe ich eine PWA erstellt mit KI Beschleunigung, die "SpielerPlus" für unser Sport-Team ablöst, denn diese sehr weit verbreitete App ging einigen von uns schon lange auf die Nerven. Ja, es gibt auch einige Alternativen, aber jetzt maßgeschneidert an 3-4 Abenden Zeit zu investieren etwas zu erstellen ist schon verlockend. Wann immer man ein neues Feature braucht, reicht es dieses konzeptionell zu designen und zu prompten. In der Form ist es auch enablement und Motivations-verstärkend im unbezahlten/ehrenamtlichen Bereich.

long story short: was halte ich von AI Software?
Ich finde es im professionellen Bereich beschleunigend bereichernd und auch Qualitäts-steigernd und zwar großflächig gesehen. Allerdings finde ich es bzgl. Verantwortlichkeit auch gefährlich, weil Leute enabled werden, die nicht mal ein Gespür dafür haben, was die Skalierungseinstellung in Windows bewirkt oder wie viel MB Dateianhang sane ist bei einer E-Mail. Auch qualifizierte Nachfolger zu finden, für die das nicht irgendwann nur noch Zauberei ist, wird schwierig, wenn sie direkt mit der "Abkürzung zum Ziel" aufwachsen.

Im ehrenamtlichen oder privaten Gebiet kann es eine große Bereicherung sein, sei es in der Entwicklung von Software für eigene Bedürfnisse oder um sich gegen die großen Firmen zu wehren (hierfür braucht man nur durch die News der letzten Wochen... recompile von Games, deren Plattform es nicht einmal mehr gibt... Fernsehfirmware entschlüsselt und damit echte Nachweise finden, dass und wie Smart-TVs ihre Nutzer ausspionieren und und und...).

In unserer Software-lastigen Welt ist der Umbruch gerade riesig, wir sprechen von exponentiell besser werdenden Modellen. Was jetzt beeindruckend ist, ist wahrscheinlich immer noch wenig gegen das, was da noch kommt. Wo es hinführt kann ich mir aktuell nicht ausmalen, die Welt ist im Wandel.
 
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SFFox schrieb:
uch qualifizierte Nachfolger zu finden, für die das nicht irgendwann nur noch Zauberei ist, wird schwierig, wenn sie direkt mit der "Abkürzung zum Ziel" aufwachsen.
Ja ... Aber ... Das gilt doch für alles neue.
"Früher" haben "wir" alles selbst programmiert. Wirklich alles, jedes Bit.
Dann kamen Assembler, dann Compiler, dann Libraries, Betriebssysteme .. Softwareentwicklung war dann oft nur noch die Suche nach der richtigen Library oder API.
Stackoverflow war super, das hat die Suche erleichtert.
Jetzt ist AI dran.

Anekdote:
Ich kann mich noch erinnern, wie sich in meinem Studium ein Kommilitone drüber aufregte, dass ein 486 direkt eine Wurzel per CPU-Befehl (OPCODE) berechnen kann ... das sei doch "albern und überzogen".
Wir haben tatsächlich noch gelernt, wie man das "richtig" macht :D
Aber ich weiß es natürlich nicht mehr.
 
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KI ist auch nur ein Werkzeug, das man bedienen können muss.

Wenn du dir von KI eine Website erstellen lässt und keine vernünftigen Vorgaben machst, nutzt die KI die aktuellen Trends und es kommt eine komplett durchschnittliche Website heraus. Ein Design, das man schon hundert mal gesehen hat und keinerlei Wiedererkennungswert besitzt. Kombiniert mit den üblichen KI-Floskeln und ohne menschliche Kontrolle, sieht es zwar schick aus, schreckt bei näherer Betrachtung eher ab.

Kann KI kein Webdesign? Doch, mit menschlichen Vorgaben lassen sich auch vollständig individuelle Designs umsetzen. Sie kann verschiedene Entwürfe erstellen und vieles mehr, aber das erfordert mehr als ein paar Prompts und vor allem Erfahrung.

Was beim Design noch recht harmlos ist, sieht beim Datenschutz oder Datenbanken schnell anders aus. Da wird mal eben per Prompt das Backend gewechselt und schon landet ein privater API-Key in der öffentlichen App. Dafür muss der Mensch aber wissen, dass das ein großes Problem ist.
 
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Was ich halt extrem nice an KI finde, vor allem im privaten Bereich, früher konnte man eine hervorragende Idee haben für ein wirklich arbeitserleichterndes Tool, aber wenn man nicht coden konnte oder niemanden gefunden hat der es einem gecoded hat, war das der Showstopper. Das ist jetzt nicht mehr so und man kann sich customized Software bauen lassen, die perfekt auf das notwendige Szenario zugeschnitten ist.

@SFFox Ich denke die Reise geht dahin, dass Devs immer mehr zu Architekten werden und immer weniger coden. Selbst QA wird irgendwann nur noch automatisiert stattfinden. Wenn dir CC ein Projekt mit 10.000 Lines in 2 Tagen schreibt, werden die wenigsten Kunden noch 4 Wochen Arbeitszeit für die händische Überprüfung zahlen, wenn es in 99,9% der Fälle einwandfrei läuft. Sprich es wird IMO eher auf automatisierte Tests, Peer-Reviews durch andere Agents (vielleicht auch anderen Modellen), automatisierten Pentests bei Webanwendungen usw hinauslaufen. Und ich denke dass es eine riesige Säuberung gibt, die jetzt schon läuft und mittelmäßige bis schlechte Devs schlichtweg aussortiert.
 
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klampf schrieb:
Ja ... Aber ... Das gilt doch für alles neue.
"Früher" haben "wir" alles selbst programmiert. Wirklich alles, jedes Bit.
Dann kamen Assembler, dann Compiler, dann Libraries, Betriebssysteme .. Softwareentwicklung war dann oft nur noch die Suche nach der richtigen Library oder API.
Stackoverflow war super, das hat die Suche erleichtert.
Jetzt ist AI dran.
Klar, das kann ich so wie du es sagt auch zu 100% nachvollziehen. Die Leute, die sich wirklich dafür interessieren und neugierig dem "warum?" folgen, steht das nicht im Weg und wird wahrscheinlich sogar ein gutes Tool sein Sachen schneller verstehen und lernen zu können.

thrawnx schrieb:
Ich denke die Reise geht dahin, dass Devs immer mehr zu Architekten werden und immer weniger coden.
Das Gefühl habe ich auch.
thrawnx schrieb:
Selbst QA wird irgendwann nur noch automatisiert stattfinden. Wenn dir CC ein Projekt mit 10.000 Lines in 2 Tagen schreibt, werden die wenigsten Kunden noch 4 Wochen Arbeitszeit für die händische Überprüfung zahlen, wenn es in 99,9% der Fälle einwandfrei läuft.
Das gehe ich auch mit. Bugs hat es früher auch schon immer gegeben, das wird sicherlich so bleiben und die Gründe dafür sind vielschichtig, angefangen von variablen, die sich doch mal überschreiben, einem Logikfehler oder einer konzeptionellen Schwäche. Gute Tests (auch die wollen ggf. gut designed sein) fangen ja schon eine Menge ab und können auch maschinell deutlich schneller angelegt werden.
Wenn der Standard-Betrieb sicher gewährleistet ist in 99,9% der Fälle, dann lässt man es wirtschaftlich wohl besser drauf ankommen. ;)
thrawnx schrieb:
Sprich es wird IMO eher auf automatisierte Tests, Peer-Reviews durch andere Agents (vielleicht auch anderen Modellen), automatisierten Pentests bei Webanwendungen usw hinauslaufen. Und ich denke dass es eine riesige Säuberung gibt, die jetzt schon läuft und mittelmäßige bis schlechte Devs schlichtweg aussortiert.
👍

Ein Punkt, der noch dazu kommt, gerade in Hinsicht der Verlagerung auf Architektur, ist, dass die Klischee-Keller-Nerds es definitiv schwieriger haben werden auf dem Arbeitsmarkt. Ein 80% fachlich fähiger Dev mit guten People Skills, der im Kundengespräch Anforderungen und Strukturen erfassen und Lösungen dafür entwickeln kann, wird es wohl einfacher haben als 100% fachlich fähige Devs, die zwischenmenschlich schwierig sind. Das ist wie in jedem Job und jedem Skill immer ein weites Spektrum und ich denke da hat sicher auch jeder von euch schon mal Menschen getroffen, die sich irgendwo auf dieser Skala einordnen.

Fachlich weniger qualifiziertes Personal in Entscheidungspositionen wird sich aber auch einfach blenden lassen von 0-20% fachlich fähigen "Devs", die zu 100% talentierte Blender sind. Das gab es auch schon vorher, jetzt wird es dieser Gruppe aber fast schon zu leicht gemacht ;)
 
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Mojo1987 schrieb:
Wenn die sauber dokumentieren und darauf hinweisen ja, wenn nicht, dann verwende ich die Software nicht.
Öh, welches Betriebssystem nutzt du denn? Da ist mittlerweile überall Vibe-Coding enthalten, egal ob Windows oder Linux.
 
Ich finde es sehr erfrischend und vor allem wohltuend dass sich hier nicht wieder die ewig gestrigen Kritler mit Angst um Ihren Job versammelt haben.

Ich gehe mit vielem mit. Besonders der Aspekt der Selbstermächtigung. Plötzlich ist alles umsetzbar. Es zählt nicht nur die "stupide" Umsetzung. Die Idee Rückt in den Vordergrund. Prozesse die gerade für Hobby Programmierer nicht oder nur mit enormem Zeitaufwand umsetzbar waren sind jetzt für alle machbar. Der IT Elitarismus ist schon jetzt Geschichte.

Probier weiter rum! Ich finde den entscheidenden Aspekt nicht ob es schon etwas gibt das ähnlich funktioniert. Viel wichtiger ist das es zu dir und deinen individuellen Bedarfen passt. Und geau das leitsten die Sprachmodelle inzwischen: Kein Code/Tools/Apps für die Massen sondern individuell für dich. Scheiß egal ob andere mit Total Commander und co. besser klar kommen. Es geht um dich und nur um dich. Ich finde das großartig.
 
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Ich hab die letzten Wochen auch aufgrund Mangels von Linux Support die Control Center App für mein Lewitt Connect 2 Audio Interface zu Linux portiert. Bin seit gestern fertig und nun am testen. Bisher ist es einfach nur richtig gut, und ich konnte mir meine Wunschfeatures, die unter Windows fehlen, selbst implementieren.
 
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thrawnx schrieb:
Was ich halt extrem nice an KI finde, vor allem im privaten Bereich, früher konnte man eine hervorragende Idee haben für ein wirklich arbeitserleichterndes Tool, aber wenn man nicht coden konnte oder niemanden gefunden hat der es einem gecoded hat, war das der Showstopper.
Oder wenn man coden kann, aber nicht die Zeit hat. Zusammen mit der KI habe ich schon das ein oder andere kleine Projekt umgesetzt das ich bestimmt mal angefangen aber nie beendet hätte.

Als weiteres Werkzeug ist KI schon sehr stark und ich möchte es nicht mehr missen. Ich nutze bei Agentic Coding noch die Superpowers-Skills. Das zwingt der KI einen Workflow auf und verhindert das die KI direkt loslegt und irgendwas generiert. In der Brainstorming-Phase wird erst ein gemeinsames Verständnis für die Anforderung etabliert, schriftlich festgehalten (Spezifikation und Umsetzungsplan) und nachdem ich das okay gegeben habe wird losgelegt. Der komplette Workflow ist hier beschrieben > The Basic Workflow. Das war schon ein Gamechanger für mich.

Das Problem an der KI ist die Geschwindigkeit und der einfachere Zugang. Schon früher konnte jemand ohne Entwicklerhintergrund die Entwicklung outsourcen und am Ende nicht beurteilen, was da geliefert wurde. Das betrifft aber viele Bereiche in die KI gerade ohne Rücksicht auf Verluste vordringt.
 
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