Copyright an (m)einer Webseite

olti

Cadet 4th Year
Registriert
Jan. 2005
Beiträge
74
Hallihallo,
ich habe folgende Frage:
Ich habe bis vor kurzem freiberuflich für ein IT-Systemhaus gearbeitet.
Vor etwa einem Jahr hat man mich gebeten, für diese Firma eine neue Webseite zu erstellen.
Ich habe dann 2-3 Prototypen erstellt und um Begutachtung gebeten. Leider hatte jedoch nie jemand Zeit, sich mit meinen Vorschlägen bzgl. der neuen Webseite zu beschäftigen und mangels Feedback ist die Sache dann nach Monaten in Vergessenheit geraten.
Ich habe also niemals eine Rechnung für meine Arbeiten geschrieben und somit auch kein Geld dafür gesehen.

Vor einigen Tagen sehe ich jedoch, daß diese Firma inzwischen einen meiner Webseiten-Prototypen von damals nun als ihre offizielle Homepage online gebracht hat !

Ehrlich gesagt, bin ich jetzt ziemlich sauer, daß die mich während meiner Tätigkeit dort mit der Webseite in's Leere haben laufen lassen und nun - nach meinem Ausscheiden sehe ich "meine" Homepage plötzlich online.

Und nun meine eigentliche Frage: Habe ich überhaupt eine Chance, mich nachträglich für meine Arbeit entlohnen zu lassen, oder muß ich mich damit abfinden ?
Was gilt als Beweis, daß die Seite von mir erstellt wurde ?

Vielen Dank für Tips ! :)
 
Eigentlich eine recht klare Sache, du hast "Muster" zur Beurteilung abgeben.
Da vertraglich nichts geregelt war diesbezüglich, und du auch noch freier Mitarbeiter warst, hat die Firma so weit keine Befugnis deine Arbeit zu verwenden sofern das nicht in deinem Arbeitsvertrag festgehalten ist.

Als Beweis eignen sich Rohdateien gut, aber das wäre ja auch erst nötig wenn die Firma deine Arbeit leugnet.
 
Wenn du deine Rechte nicht schriftlich ihnen überlassen hast ist die Website dein Gedanklichesgut und somit gehört sie dir.

sky
 
ich würd an deiner Stelle die Firma mit anschreiben und mit einem Gerichtsstreit drohen! Ob dieses angemessen ist kannst du für wenig Geld prüfen. Für die erste Besprechung darf der Anwalt nur 10 € nehmen. Dann kann er dir zumindest schon mal sagen wie die rechtliche Situation aussieht und eine Klage in einem angemessenen Maß zu dem aufgebrachten Aufwand steht. Solltest du den Rechtsstreit dann weiter mit deinem Anwalt fortführen und Gewinnen muss du nicht ein mal den Anwalt bezahlen.
 
Hmm...ja, also gerichtlich wollte ich es nur als allerletzte Möglichkeit regeln. ;)

Stellt sich nur die Frage:
Wie kann ich wirklich stichhaltig beweisen, daß der Quelltext meinem Gedankengut entspricht ?
Da sehe ich das Problem - schliesslich steht es jedem frei, per HTML z.B. einen grünen Hintergrund mit weisser Schrift zu erzeugen.

Dann könnten die Argumentieren: "Wir hatten zufällig die gleiche Idee..."

Mein einziger "Beweis" wäre, daß das Original der Seite in einem Unterverzeichnis von meinem Webspace liegt. Das Erstellungsdatum der Ordner lautet "April-2004" und wäre von mir wohl auch nicht zu ändern, weil ich ja keine Rootrechte bei meinem Provider habe.
Also ein Beweis, daß ich die Seite im April 2004 hochgeladen habe - sozusagen.

Aber ich glaube, ich schicke denen nächste Woche erstmal eine Rechnung und schaue, was passiert. :D
 
Hast du sie denn überhaupt schon darauf angesprochen, das wäre doch das Erste, was ich tun würde.
 
bassti schrieb:
ich würd an deiner Stelle die Firma mit anschreiben und mit einem Gerichtsstreit drohen!
Jawoll, genau so und nicht anders. Erstmal kräftig auf die Ka**e hauen. :rolleyes:
Und da wundern sich die Leute über zu sehr ausgelastete Gerichte. Einen Dialog beginnt man normalerweise nicht mit einer Drohung sondern eher mit einer Anfrage. Ich würde dort mal ganz unverbindlich nachfragen, ob sie vielleicht vergessen haben, das Honorar für die von dir erstellte Webseite zu überweisen. Und natürlich nicht vergessen zu erwähnen, daß du dich sehr freust, daß eines deiner Muster ihre Zustimmung gefunden hat.
Wenn sie dann zicken machen, dann kann man immer noch zu einem Anwalt gehen und seine Chancen abwägen lassen.

PS: In Deutschland gibt es kein Copyright, alles was du erschaffst unterliegt dem Urheberrecht, solltest du vielleicht mal nach googeln, könnte interessante Aspekte offenbaren.
 
Dankeschön ;)

Wollte natürlich erstmal mit denen reden, aber dennoch vorher meine Position in etwa abgeklärt haben, falls die mir dumm kommen.

Wäre natürlich peinlich, wenn ich denen mit Anwalt, etc. drohe und dann stellt sich heraus, daß ich gar nichts in der Hand habe.

Besonders, weil die mir immer wieder mal mit linken Dingen gekommen sind (deshalb arbeite ich ja auch nicht mehr für die), wollte ich bei der ersten Kontaktaufnahme bezgl. dieser Sache möglichst gut vorbereitet sein und denen möglichst wenig Gelegenheit geben, sich herauszureden und mich abzufertigen.

Übrigens...die Photoshop-Dateien von den Grafiken hab ich inzwischen auch gefunden. :D
 
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