Welches Problem?
Wer bereits Artikel o.ä. über AM2 gelesen, dem ist es vielleicht schon aufgefallen. Sehr oft können die Prozessoren nicht mit den für den RAM spezifizierten Taktraten laufen. Beispielweise kann der X2 5000+ DDR2-800 Speicher nur mit eindem Takt von 371MHz (DDR2-742) statt 400MHz ansprechen.
Worin liegt der Grund?
Es liegt nicht an einem Bug, sondern wird durch die Funktionsweise des integrierten Speichercontrollers verursacht, der anders arbeitet, als eine Architektur, die auf einem echten Forntside-Bus aufgebaut ist, wie bei Intel.
Bei einer solchen intel'schen Architektur wird die Taktrate aus einem Multiplikator und dem FSB mittels Multiplikation gebildet, wie allseits bekannt ist. Mit RAM-Multiplikatoren kann der RAM mit der spezifizierten Frequenz betrieben werden und läuft damit asynchron zum FSB.
Der Speichercontroller arbeitet genau andersrum. Er nimmt die Taktrate des Prozessors und dividiert diesen mit einem ganzzahlige Teiler, um den RAM-Takt zu bestimmen. Schlussfolgernd muss der CPU-Takt durch den RAM-Takt teilbar sein, damit der RAM mit der spezifizierten Frequenz angesprochen werden kann.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung:
Ein X2 5000+ besitzt einen Takt von 2,6 GHz bzw. 2600 MHz. Dazu nehmen wir DDR2-800 RAM mit 400 MHz Takt. Um den optimalen Teiler zu finden, dividieren wir den CPU-Takt mit dem spezifizierten RAM-Takt und müssen den Wert gegebenfalls aufrunden, damit der RAM nicht übertaktet wird.
2600 MHz / 400 MHz = 6,5 -> aufgerundet 7
Aus diesem Teiler errechnet der Speichercontroller nun den Takt, mit dem der Speicher letztendlich betrieben wird.
2600 MHz / 7 = 371 MHz (DDR2-742)
Wenn man den Teiler 6 genommen hätte, käme man auf folgendes Ergebnis:
2600 MHz / 6 = 433 MHz (DDR2-866)
Damit wäre der Takt außerhalb der Spezifikation!
Ein X2 4800+ oder 4600+ hätte dieses Problem mit DDR2-800 nicht:
2400 MHz / 400 MHz = 6
-> 2400 MHz / 6 = 400 MHz