News Datacenter-Boom, PC-Krise: Intel-Aktie stürzt nach schwachem Ausblick ab

the_IT_Guy schrieb:
Investoren sind bescheuert, pumpen hunderte Milliarden in "KI" Firmen die noch nicht einmal Gewinn gemacht haben. Dagegen Intel, eine Firma die wirklich was produziert und solide Bilanzen hat tut sich schwer 20 Milliarden zu bekommen.
Du merkst schon das KI in vielen bereichen gerade mit den Sektoren konkuriert, womit Intel sein Geld macht. Weder stellt Intel AI Workstation, noch AI Server her. Also im großen Stil meine ich... im hier und jetzt...

Korregiert mich gerne, aber ihre große Stärke war im localcompute... oder Server... aber halt nicht AI Racks... die laufen praktisch alle auf ARM... noch... selbst intels lösungen steigen da auf Arm um... Sprich mit x86/x64 ist keine kohle zu holen....
Dazu massenentlassungen bei Codern Devs... Massenkündigungen... wo 50k nur noch 1k "braucht" bzw das glaubt... also der "Markt" wettet darauf... damit wettet man auch gegen local compute...

Dazu RAM kriese kommt oben drauf... Du kannst ja garnicht nen PC kaufen, selbst wen du wolltest. Es lohnt sich ja 1000 mal mehr etwas gebrauchtes herzustellen... selbst wen ich nicht auf eine aktuelle GPU verzichten kann, reicht mir, fahre ich besser mit nem alten gebrauchten ddr4 PC. Damit verdient aber der Intel Aktionär kein Geld. Weil das alles schon realisiert wurde.

Sprich Ramkrise, aber auch die vorstellung, Coder braucht man nicht mehr, drückt extrem den local Compute bedarf... Und das preisst der Markt ein. Der Markt setzt, wettet voll auf AI. Selbst wen das langfristig käse sein sollte, macht INtel jetzt keine Kohle. . Und das führt natürlioch zu Neubewertungen....

Ich sage nicht das es ne tolle idee ist... aber das Geld sucht halt immer den Ort mit dem höchsten Wachstumspotenzial... weil sonst verliert man. Und wen man schon all in drinnen ist... dann gibts auch kein weg zurück.. ganz im gegenteil... um dann nicht doch zu ertrinken, um dann doch noch ein Rettungsboot zu bekommne, muss man alles verkaufen was noch etwas liquidität gibt.

Könnte durchaus auch schon nen vorbote der Blase sein. Angeblich soll ja 2027 nen "schwaches" Jahr werden. Ohne jetzt blasendiskision wider zu starten.... Aber die sind jetzt alle all in... und es können nicht alle gewinnen. Also trennt man sich ja auch von allem was man nicht braucht. Was auch den Preis drückt.
Hört sich bescheuert an. Aber so funktioniert Kapitaismus. Wir "wollen " das so...


Auderm, was wollt ihr, Intel ist immerhin noch immer mehr wert als nach dem Dotcom Abstutz... ;) :evillol: :daumen:
Wen die den Sprung auf Foundry schaffen, weil x86 scheint über kurz oder lang wirklic tot zu sein... um soe besser...
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Intel erwartet für 2026 einen Rückgang des PC-Marktvolumens um etwa zwölf Prozent; in der zweiten Jahreshälfte soll das Minus mehr als 20 Prozent betragen.

Ja gut, wenn man alle Ressourcen auf den AI Rechenzentrum Markt wirft, bleibt auch für andere nicht viel übrig? Und selbst das wird dann in China für AI zerlegt.
 
stefan92x schrieb:
Es ändert dass @IIxRaZoRxII immer noch nicht geantwortet hat, welche 3D Chips er meint und das war die ursprüngliche Rückfrage. Vielleicht hat er sich vertan und Nova Lake gemeint. Vielleicht hat er aber auch an was anderes gedacht?
Richtig ich meine Nova Lake und Intels konkurrent zu den AMD X3d
 
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IIxRaZoRxII schrieb:
Autsch, ja das merk ich am Geldbeutel. Naja auf der anderen seite, zeit nach zu kaufen. Wenn die 3d Chips kommen und Intel, AMD wieder in den hintern tritt, explodiert das Ding. Ging ja so schon gut nach oben

Gefühlt könnte die Gamer CPU doppelt so stark wie AMD sein und trotzdem ist der PC gerade tot, einfach weil normal auch noch RAM und eine Festplatte anfällt.

Entweder man ist irgendwo im AI Bereich aktiv und verkauft dort etwas wie Nvidia oder die RAM Hersteller oder man irgendwie uninteressant ...
 
squbash schrieb:
Intel erwartet für 2026 einen Rückgang des PC-Marktvolumens um etwa zwölf Prozent; in der zweiten Jahreshälfte soll das Minus mehr als 20 Prozent betragen.
das ist Intels sichtweise ! im Q2 hatte intel nur 10% weniger stückzahl in den ersten 6 Monaten dafür 22% höhre ASPs nun haben sie 12% weniger Stückzahl und nur noch 17% höhere ASPs.

AMD hatte im Q2 hingegen hatte 29% mehr Stückzahlen dafür 3% weniger ASPs was sie im Q3 sagen sehen wir am Di abend. aber glaube kaum das der Rückgang bei nur von Lagerkorrekturen her kommt das wird auch die Konkurenz von AMD sein
 
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lynx007 schrieb:
Du merkst schon das KI in vielen bereichen gerade mit den Sektoren konkuriert, womit Intel sein Geld macht. Weder stellt Intel AI Workstation, noch AI Server her. Also im großen Stil meine ich... im hier und jetzt...
Schlimmer noch: Intel HATTE Chip-Linien, die sie bei konsequenter Weiterentwicklung im AI Boom hätten verkaufen können. Sie hatten eigene Chips der Phi-Linie und sie hatten ein komplettes AI-Chip-Unternehmen gekauft: Habana Labs mit Gaudi-Chips. Beides haben sie rechtzeitig vor dem Beginn des KI-Booms eingestellt, statt weiter entwickelt, und standen dann ohne irgendwas da. Und weil sie so genial planen, haben sie auch ihre NAND-Produkte eingestellt - ebenfalls pünktlich zum Beginn des AI-Booms. Der Mangel an Weitsicht und am Durchhaltewillen ist der Grund für Intels Misere. Was nicht binnen weniger Quartale Gewinn oder wenigstens nennenswert Umsatz macht, wird eingestellt.

Nvidia hatte diese Wahl nie, weil sie außer GPUs nie etwas anderes produzierten. Also haben sie konsequent weiterentwickelt, auch wenn mal eine Zeit lang Schrott bei herauskam.
 
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ETI1120 schrieb:
Lip Bu Tan muss aus Intel erst wieder eine gesunde Firma machen.
Lip Bu Tan,
ja der kann!
Raus aus der Ritze,
Intel zurück zur Spitze!
 
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@TeeKayEV

Hmmm.... bis auf NAND hällt das den Faktencheck nicht so...


Bei Phi gab es noch keine Gernerative AI...
Gaudi wiederum soll nicht Wettbewerbsfähig, am Markt vorbei entwickelt worden sein...
NAND, ja war doof... aber Intel brauchte das Geld.... das sie ärgert sie selber, aber man kann nicht in die Zukunft schauen.

Und was auch fehlt... Intel hatte auf soviel Pferde gesetzt... soviel Sackgasen... die Investoren hatten kein Bock mehr... Sprich Intel sollte sich "Gesund" schrumpfen... da fällt es leicht zu sagen, rückwirkend, das und das und das war falsch... weil du must ja immer aus der Perspektive der Enscheide betrachten, und was da zu diesem Zeitpunkt der Ist Stand war.

1. Xeon Phi: Kein „KI-Chip“ und lange vor dem Boom am Ende

Die Behauptung, Xeon Phi sei ein KI-Chip gewesen, der „rechtzeitig vor dem KI-Boom“ eingestellt wurde, hält einer Prüfung nicht stand.

Produktcharakter: Xeon Phi war ein Many-Core-x86-Prozessor für klassisches High-Performance-Computing (HPC), nicht für KI. Die für Deep Learning entscheidenden niedrigen Präzisionen (FP16/INT8) und Tensor-Rechenwerke waren nicht der Fokus. Die „Knights Mill“-Variante bot zwar einige DL-Optimierungen, blieb aber eine Nischenlösung.

Timeline: Intel kündigte das End-of-Life (EOL) für die Knights-Landing-Serie im Juli 2018 an; die Produktion wurde eingestellt. Der generative KI-Boom, der breit mit ChatGPT im November 2022 assoziiert wird, begann über vier Jahre später. Xeon Phi war zu diesem Zeitpunkt längst Geschichte. Die Einstellung war das überfällige Ende einer architektonischen Sackgasse, nicht ein strategischer Fehler im Timing.

2. Habana/Gaudi: Während des Booms gescheitert, nicht davor eingestellt

Dies ist der zentrale Fehler im Kommentar. Intel hat Gaudi nicht vor dem Boom eingestellt, sondern während des Booms versucht, im Markt Fuß zu fassen – und ist dabei an Produkt- und Marktrealitäten gescheitert.

Produktrealität: Die Spezifikationen waren auf dem Papier konkurrenzfähig.
Gaudi 3 bot mit 128 GB HBM2e und 3,7 TB/s mehr Speicherkapazität und -bandbreite als der NVIDIA H100 SXM (80 GB, 3,35 TB/s). Die FP8-Leistung (dense) lag mit 1.835 TFLOPS knapp unter den 1.979 TFLOPS des H100. Nvidias beworbene 3.958 TFLOPS sind ein Sparse-Wert; Gaudi 3 hat keinen Sparsity-Modus.

Marktrealität: Die Adoption blieb weit hinter den Erwartungen zurück.
Trotz dieser Datenblattwerte war der Markterfolg minimal:

Verfehlte Umsatzziele: Intel prognostizierte für 2024 ursprünglich 1–2 Mrd. USD Umsatz mit Gaudi. Das Unternehmen verfehlte selbst das reduzierte Ziel von 500 Mio. USD deutlich.

Gekürzte Lieferpläne: Die Auslieferungsprognose für Gaudi 3 im Jahr 2025 wurde von 300.000–350.000 Einheiten um 30 % auf 200.000–250.000 gesenkt.

Fehlende Breitenakzeptanz: Größere Cloud-Anbieter setzten weiterhin überwiegend auf NVIDIA. IBM Cloud war einer der ersten Anbieter, der Gaudi 3 kommerziell verfügbar machte – ein Fortschritt, aber spät und begrenzt.

Der eigentliche Grund: Die Software- und Ökosystem-Realität.
Die Diskrepanz zwischen Papierform und Markterfolg liegt primär in der Software begründet, nicht in der Hardware.

Kein CUDA-Äquivalent: Gaudi läuft auf dem proprietären SynapseAI-Stack, nicht auf CUDA. Bestehender PyTorch-Code läuft nicht ohne Anpassungen.

Struktureller Modell-Lag: Der stabile Gaudi-2-Stack unterstützte lange Zeit nur Python 3.10, während neue Hugging-Face-Modelle Python 3.11+ voraussetzten. Neue Open-Weight-Modelle (z. B. von Cohere, Google, JetBrains) waren auf Hugging Face verfügbar, aber nicht auf Gaudi-Knoten lauffähig. Dieser Lag ist strukturell und macht „Day-One-Deployment“ unmöglich.

Hoher Integrationsaufwand: Der wahre Preis für den Ausbruch aus dem CUDA-Ökosystem wird nicht in Rechenleistung gemessen, sondern in Software-Engineering-Geschwindigkeit.

3. NAND-Verkauf: Eine Kapitalentscheidung, kein „Sabotageakt“

Der Verkauf der NAND-Sparte an SK Hynix im Oktober 2020 für ca. 9 Mrd. USD war eine strategische Portfolio-Entscheidung.

2020er-Logik: NAND war ein kapitalintensives Commodity-Geschäft. Intel befand sich in einer strategischen Neuausrichtung und benötigte Kapital für andere Bereiche, insbesondere die Foundry-Offensive. Der Verkauf war zu diesem Zeitpunkt betriebswirtschaftlich nachvollziehbar.

Timing: Der Verkauf fiel in eine Phase, in der der durch KI ausgelöste explosionsartige Bedarf an High-Capacity Enterprise-SSDs für Datenpipelines (Data Ingestion, Checkpointing) noch nicht absehbar war. Der spätere Memory-Boom kam erst mit dem breiten KI-Rollout ab 2023. Die Entscheidung war also kein geplanter Verzicht „pünktlich zum Boom“.

4. Der Nvidia-Vergleich: Fokus vs. Zickzack-Kurs

Die Aussage, Nvidia habe „außer GPUs nie etwas anderes produziert“, ist zu absolut (Nvidia hatte u. a. Chipsets, Tegra, Mellanox). Der Kern des Arguments ist jedoch richtig: Nvidia verfolgte seit 2006 eine beispiellose Konstanz in der GPU-Architektur und beim Aufbau des CUDA-Ökosystems.

Intel hingegen wechselte im KI-Beschleunigerbereich mehrfach den Ansatz: Nervana (2016 akquiriert, 2020 eingestellt) → Habana/Gaudi (2019 akquiriert) → parallele Xe-GPU-Entwicklung. Jeder Wechsel kostet Vertrauen bei Kunden und Entwicklern, die Infrastruktur über Jahre planen. Das ist ein struktureller Nachteil gegenüber einem Anbieter mit klarer, langfristiger Linie.
Zusammenfassende Einordnung

Der Kommentar hat im Ergebnis einen berechtigten Kern: Intel hat den KI-Boom in wichtigen Segmenten verpasst. Die Begründung greift jedoch zu kurz.

Xeon Phi war kein KI-Produkt und lange vor dem Boom am Ende.

Gaudi wurde während des Booms entwickelt und vermarktet, scheiterte aber an der Software-Reife und dem CUDA-Ökosystem – nicht an einem vorzeitigen Stopp.

Der NAND-Verkauf war eine Kapitalallokationsentscheidung, deren Timing rückblickend unglücklich war, aber kein geplanter Verzicht auf KI.

Intels Misere ist weniger eine Geschichte des „zu früh Aufgebens“ als eine der fehlenden Konstanz und der Unterschätzung der nicht-technischen Marktfaktoren (Software-Ökosystem, Entwicklervertrauen, Modellverfügbarkeit), die über den Erfolg von KI-Hardware entscheiden.
sollte da quatsch stehen, bitte gerne korrektur... interssiert mich selbst als TecNerd.

Sehr sehr schönes Video für TecEntusiasten... lässt sich auch ganz anschaun... wen man wissen will wo Intel hin will. Beim Sprung auf min 59:11 gehts aber um genau die abgeworfenen NANDs. Kann ich jeden Techentusiasten nur sehr empfehlen wer das noch nicht gesehen hat.

Rückblickend weis man es immer besser... aber so funktionieren Entscheidungen ja nicht. Nimm mir meine korrektur, oder Ergänzung nicht übel. Insbesonder wen doch Fehler enthalten sein sollten. Aber Phi ist halt uralt.... und die haben das ja nicht begraben weil sie damit Geld drucken. Und Fixkosten um Tech vorzuhalten, sind immens. Wen das keiner Kauft... und Gaudi... war scheinbar schlecht... da würde ich gern mehr Deep reingehen... aber ich glaube nicht das die Ingeneure das begraben hätten wen sie Potenzial gesehen hätten... nur weil ich nen AI Produkt habe, heist das umgekehrt das es gut ist, Wettbewerbsfähig...

Das ist ja auch der Punkt... warum Intel weg von eigenen Produkten, hin zu Foundry gehen will.. weil man kombiniert Kosten und Risko kaskaden hast...
 
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lynx007 schrieb:
Bei Phi gab es noch keine Gernerative AI...
Gaudi wiederum soll nicht Wettbewerbsfähig, am Markt vorbei entwickelt worden sein...
Gaudi war nicht schlecht, wurde nur nach der Übernahme stiefmütterlich behandelt und ist damit weit zurück gefallen. Und Xeon Phi sollte durch richtige GPUs ersetzt werden (wo später dann eben auch Elemente von Gaudi einfließen sollten).

Das Einstellen von Xeon Phi war völlig angemessen, weil es absehbar eine Sackgasse war. Mit der Entwicklung von Ponte Vecchio hat Intel die richtige strategische Entscheidung getroffen. Es ist nur leider so, dass Ponte Vecchio der vielleicht größte Rohrkrepierer der Intel-Chipentwicklung überhaupt jemals war und wir bis heute auf den Nachfolger warten (oder eher den Nach-Nach-Nachfolger, da sowohl Rialto Bridge als auch Falcon Shores gecancelt wurden).

Dagegen war Itanium eine Glanzleistung und der wurde oft genug als Itanic verspottet, weil der so unter gegangen ist gegen AMD64...

Also ist es nicht so wie @TeeKayEV schreibt, dass Intel schlecht geplant hätte - Intel hat "nur" furchtbar umgesetzt.
 
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:daumen:@stefan92x

puhhh,... ich finde es super intersannt... und das mit stiefmutter scheint nicht total falsch zu sein... aber ein hauptgrund war die CUDA inkompatibilitä, bzw soll es gewesen sein... und das wäre teuer gewesen... und Intel mochte auch historisch Blackboxen.... und da war schon der Intel Crash... die Investoren hatten kein bock mehr... laut DS 2024 war der intel crash...

ich muss ins training... ich will nciht 10 jahr mich mit ner toten archetektur beschäftigen...:daumen:
Faktenblatt: Gaudi – Management-Versagen vs. technische Sackgasse

Die Aussage des anderen Diskutanten ist teilweise richtig, aber zu kurz gegriffen. Ja, Gaudis Potenzial wurde durch Management-Entscheidungen und Ressourcenentzug erstickt. Aber die technischen und strukturellen Hürden machten einen schnellen CUDA-Klon („einfach HIP reinwerfen“) unmöglich. Aus Investorensicht war die Beerdigung daher nicht alternativlos, aber rational begründbar – die Alternativen waren teuer und risikoarm nicht verfügbar.

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### 1. Management-Realität: Ressourcenentzug war real

Die „stiefmütterliche Behandlung“ ist belegt, nicht nur ein Gefühl.

  • Personalschwund und Verzögerungen: Die Open-Source-Treiber für Gaudi 3 wurden erst Ende 2025 veröffentlicht – über ein Jahr nach Marktstart – und durchliefen mehrere Runden von Maintainer-Wechseln aufgrund von Layoffs und Abgängen.
  • Einstellung der Wartung: Im Februar 2025 archivierte Intel das Open-Source-Projekt SynapseAI Core und stellte die aktive Wartung offiziell ein. Das README trägt seither den Hinweis: „PROJECT NOT UNDER ACTIVE MANAGEMENT“ – Intel leistet keine Bugfixes, Updates oder Patch-Annahmen mehr.
  • Marktzahlen: Intel verfehlte sein 500-Mio.-USD-Umsatzziel für Gaudi im Jahr 2024 deutlich, nachdem ursprünglich 1–2 Mrd. USD angepeilt waren.

Fazit: Das Management hat Gaudi nicht aktiv „beerdigt“, aber es hat ihm die Ressourcen entzogen, die für ein konkurrenzfähiges Software-Ökosystem nötig gewesen wären. Das ist ein realer, belegbarer Faktor.

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### 2. Technische Realität: Warum „einfach HIP reinwerfen“ nicht ging

Die Hardware war programmierbar – aber anders als eine GPU.

  • Gaudi war kein starrer ASIC ohne Programmierbarkeit. Die Tensor Processing Cores (TPCs) sind voll programmierbare VLIW-SIMD-Prozessoren (256 Bit breit), die mit TPC-C – einem C99-Derivat – programmiert werden können. Die Matrix Multiplication Engines (MMEs) hingegen sind „configurable, not programmable“. Gaudi hätte also theoretisch eine CUDA-ähnliche Schnittstelle bekommen können.
  • Der Unterschied lag im Programmiermodell und der Kontrolle. Statt offener Low-Level-Kontrolle setzte Intel auf den SynapseAI-Graph-Compiler, der die Optimierung übernimmt und dem Entwickler die explizite Kontrolle über Graph-Optimierungen entzieht. Bei nicht unterstützten Operatoren fällt die Ausführung auf die CPU zurück – der Datentransfer zwischen HPU und CPU zerstört die Performance.
  • HIP ist keine Ein-Klick-Lösung. AMD selbst dokumentiert: Inline-PTX in CUDA-Kernels kann hipify nicht übersetzen – NVIDIA-spezifische Assembler-Semantik bleibt unübersetzt oder erzeugt ungültigen Code für AMD. Auch die Performance-Portierung (Wavefront-Breite, Shared-Memory-Tiling, Registerdruck) erfordert manuelle Neuoptimierung. HIP bietet Quellcode-Kompatibilität, keine Performance-Kompatibilität.

Fazit: Ein CUDA-Äquivalent für Gaudi hätte nicht „reingeknallt“ werden können. Es wäre ein mehrjähriges, personalintensives Software-Projekt gewesen – genau die Art von Investition, die Intel unter Kostendruck nicht mehr tätigen wollte.

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### 3. Investoren-Perspektive: War die Beerdigung unausweichlich?

Nicht unausweichlich, aber rational begründbar.

| Faktor | Bewertung aus Investorensicht |
| :--- | :--- |
| Software-Ökosystem | Der CUDA-Moat war nicht mit einem Einzelprojekt zu brechen. AMD baute ROCm/HIP über Jahre mit einer einheitlichen GPU-Architektur auf. Intel hatte für Gaudi einen Sonderweg (SynapseAI) und parallel oneAPI für Xe – die Kräfte waren zersplittert. |
| Marktfenster | Intel-CEO Lip-Bu Tan sagte intern: „On training I think it is too late for us“ – Nvidias Marktposition sei zu stark, um sie noch einzuholen. |
| Kosten der Alternative | Einen konkurrenzfähigen CUDA-Klon für Gaudi zu bauen, hätte Milliarden verschlungen und Jahre gedauert – ohne Erfolgsgarantie gegen ein etabliertes Ökosystem. |
| Fokus | Die Ressourcen flossen stattdessen in Foundry (18A) und Xe-GPUs (Crescent Island, Jaguar Shores) – Bereiche, in denen Intel einen strukturellen Vorteil aufbauen kann, statt gegen CUDAs Software-Moat frontal anzurennen. |

Kurz gesagt: Die Beerdigung von Gaudi war keine geniale Entscheidung, aber unter den gegebenen Zwängen (Kapitaldruck, CUDA-Dominanz, zersplitterte Software-Ressourcen) eine nachvollziehbare Portfolio-Entscheidung. Der andere Diskutant hat recht, dass das Management Gaudis Potenzial erstickt hat. Er greift aber zu kurz, weil er die technische und strukturelle Dimension ausblendet: Selbst mit mehr Ressourcen wäre ein CUDA-Klon für Gaudi ein langwieriges, riskantes Unterfangen gewesen – kein schnell umsetzbarer Fix.

aber vielicht hat ja wer nen Video der alles was Gaudi betrifft aufgreift... mit pro und cons... lieber son TechDocs zum einschlafen...:daumen:
Vorm training aber ncht gut... weil ich dann immer mein Training prograstieniere... ;)
 
lowrider20 schrieb:
Eine Firma mit einem GEWINN im Milliardenbereich kann nicht krank sein.
Kam etwas unerwartet, aber der war gut! :D
 
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Die ganze AI-Story wackelt gerade. Anscheinend gefällt dem Markt nun so Spielchen wie "Circular financing" und "free negative cashflow" nicht.
 
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Man beachte, dass im Schatten von Intel auch der NAND-Hersteller Kioxia nach Q3-Zahlen und mäßiger Prognose nach den herben Kursverlusten der Vormonate heute nochmals mit -17% stark korrigiert. Voraussichtlich haben die SSD-Preise ihren Zenit erreicht und dürften absehbar wieder sinken, auch wegen chinesischer Konkurrenz. Beim DRAM könnte es bis zur Normalisierung noch etwas länger dauern.
 
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lynx007 schrieb:
aber ein hauptgrund war die CUDA inkompatibilitä,
CUDA läuft nur auf Nvidia Hardware und mir ist auch nicht bekannt das Nvidia, anderen Hardware herstellern Lizenzen verkaufen wúrde. AMD kann auch kein CUDA das geht nur mittels ZUDA was aber wohl keiner im Kommerziellem Bereich einsetzen dúrfte.
Maex84 schrieb:
Die ganze AI-Story wackelt gerade. Anscheinend gefällt dem Markt nun so Spielchen wie "Circular financing" und "free negative cashflow" nicht.
wo denn bitte ? nur die Hardware hersteller sind heute dran wegen Intel, nächste woche geht es qualcom und den ganzen handy chip herstellern an den kragen, eventuell auch mal Apple ?!?
 
Maex84 schrieb:
Die ganze AI-Story wackelt gerade. Anscheinend gefällt dem Markt nun so Spielchen wie "Circular financing" und "free negative cashflow" nicht.
Einzig sinnvoller Kommentar bisher.
 
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Zum Glück die Aktie noch Mitte/Ende September beim Kurs von ca. 106€ verkauft.
Bei den Tech Aktien, die ich noch habe, wurde mir der KI Klumpen irgendwie zu groß.
AMD auch am gleichen Tag verkauft.

Sind jetzt nur noch ASML / Infineon / SAP übrig. Wobei SAP mehr der Gegenpol zu KI ist.
Bei den ersten Beiden aber auch schon 50% verkauft.

Habe irgendwann lernen müssen, dass man Gewinne auch mal mitnehmen muss und auch der zweitbeste Kurs vollkommen in Ordnung ist.
 
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Cool, gleichmal einsteigen, in 3 Jahren sind die sicher 120+, keine Anlageberatung :-)
 
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