madmax2010 schrieb:
Testdisk/Photorec
was du mit dem tool nicht bekommst, bekommst du rein mit software nicht.
Das ist nicht richtig.
TestDisk kann z.B. bei NTFS bestimmte simple Dinge reparieren, z.B. Inhalte aus dem MFTMirror in die MFT kopieren. Wenn aber z.b. die MFT irgendwo in der Pampa steht und der Zeiger darauf weg ist, geht TestDisk nicht hin und meldet Dir: "Ich habe die ganze Festplatte durchsucht, bei Sektor xyz liegt etwas, das aussieht wie eine MFT - soll ich das Ding als MFT interpretieren?"
Die Reparaturmöglichkeiten von TestDisk sind auf die einfachen Dinge begrenzt, wo der Nutzer nicht soviel falsch machen kann.
Bei FAT-Dateisystemen z.B. gibt es Strategien, mögliche FAT-Kandidaten und Unterverzeichnisse zu finden.
Über die verfügt TestDisk laut Dokumentation nicht. Der Benutzer müsste dann auch potenzielle Fundkandidaten beurteilen - ähnlich wie z.B. bei den gefundenen Partitionen.
Christophe Grenier hat - grob vereinfachend - das umgesetzt, was sich verallgemeinern lässt, also die Erkennung von Partitionsarten und einen File Carver programmiert.
Alles weitere was man programmieren könnte ist dateisystemspezifisch und erfordert einen hohen Programmieraufwand.
madmax2010 schrieb:
vor der rettung ein image zu ziehen, ggf mit ddrescue ist je nach Situation auch smart.
Das auf eine SSD legenund daraus retten geht dann recht flink
Nein, erst die SMART-Parameter auslesen, der Vorgang ist schnell und minimalinvasiv, falls es sich um eine Festplatte mit Hardware-Schaden handelt.
Anhand der Festplattengeräusche bei HDDs und aufgrund der SMART-Berichts kann dann eine kompetentere Entscheidung getroffen werden, ob man selber die Datenrettung versucht oder einen Datenretter einschalten sollte.
Da SMART aber auch nicht alles sieht und sich Folgefehler erst im weiteren Zugriff manifestieren können, ist das Klonen der Festplatte das beste, was man machen kann.
Das Klonen eines Verdachtskandidaten auf eine andere - definitv gesunde Festplatte - oder das Klonen in eine Datei isoliert Hardwareschäden von logischen Fehlern. Der Klon kann nicht weiter kaputtgehen wie der Verdachtskandidat. Dem Klon kann man dann nach Herzenslust mit allen möglichen Datenrettungsprogrammen zu Leibe rücken.