Datenschutztechnisch unbedenklicher Smart Speaker?

fiedlator

Commander
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Hallo zusammen,

eine Freundin begeistert sich für die Funktionalität von Alexa, Echo und Co, hat jedoch (verständliche) Bedenken bezüglich der Aufzeichnung und Verwendung ihrer Daten. Existieren am Markt auch Smart Speaker, die eine ähnliche Funktionalität bieten, insbesondere Möglichkeit der Ansteuerung verschiedener Dienste wie Spotify oder Headspace, jedoch nicht zugleich als allzu offensichtliches Werkzeug zur Nutzerauswertung gedacht sind, wie das bei Google, Apple, Amazon, etc. der Fall ist?

Danke und Gruß :)
 
Um es kurz zu machen: Nein.

Hinter jeder netten elektronischen Stimme sitzt ein großer Konzern mit seinem Ökosystem, der mit dir Geld verdient. Keines dieser Geräte hat genug Rechenleistung für echte Spracherkennung. Sobald die das Schlüsselwort hören, schicken sie den Stream vom Mikrofon an den Server, der wertet das aus, beantwortet deine Frage und schickt das Alexa-Tonband zurück. Meines Wissens erledigt kein Gerät die Sprachauswertung selbst.
 
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Musikdienste, ja. (Sonos, Yamaha Multiroom, Samsung, Bose, ...). Die Ansteuerung erfolgt allerdings nicht per Sprache ;)

Alles mögliche / "Smart-Home" / Spracherkennung, nein.

Lg
 
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Danke für eure Antworten.
Schade.
 
Lass dich nicht direkt von Antworten wie von @ghecko verunsichern. Er macht es sich zu einfach. Es gibt auch Smart Speaker abseits der großen Konzerne. Schau dir z.B. mal https://mycroft.ai/ an. Open-Source, Fokus auf Privacy und Sicherheit etc.
 
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Es gibt (leider) kein System der grossen Hersteller (Apple, Amazon, Google, Microsoft, Samsung), welches die Sprachbefehle auf dem Gerät analysiert, das machen alle im Rechenzentrum.

Apple macht die Erkennung der Aktivierungsphrase ("Hey Siri") lokal, das heist zumindest werden nicht ALLE Gespräche in die Cloud gesendet, sondern nur die Befehle.

Mycroft sieht cool aus.
 
Es ist ja schön dass hinter Projekten wie mycroft kein Konzern namens Google, Amazon oder Apple steht. Aber solange die Sprachauswertung nicht autark von der Infrastruktur des Dienstes lokal erfolgt sind diese Geräte Wanzen mit Livestream ins Internet, direkt aus deinem Wohnzimmer. Und als solche können sie auch genutzt werden, jeder der was anderes behauptet war noch nie auf einer Sicherheitskonferenz.
 
ghecko schrieb:
Keines dieser Geräte hat genug Rechenleistung für echte Spracherkennung
hmmm, ich würde behaupten dass es eher am Willen als an der Rechenleistung liegt ... Win7 hat eine Lokale Spracherkennung drinn und wenn man diese einige Zeit trainiert hat konnte die schon recht gut verstehen was man sagt.
Als ich das ausprobiert hab war das glaube ich 2010 oder 2011 ... und schon damals definitv keine High End Hardware aber es hat recht gut funktioniert. Wenn man mit einbezieht wie sich die Hardware und auch die Software seither entwickelt hat wäre es problemlos möglich auf einer 100€ Hardware eine Funktionierende Smarthome Steuerung zu bauen ... Aber dann könnte man ja nicht so schön die Nutzerdaten zum Weiterentwickeln der Software nutzen (von Anderweitiger Verwendung mal ganz abgesehen).

gruß

Pyrukar
 
nix, aber auch garnix, was in die wolke geht, ist datenschutzmäßig unbedenklich.
selbst die allerbanalsten daten machen mit der zeit ein sehr viel weniger banales persönlichkeitsprofil.
 
Zwischen Sprache "Erkennen", also Sprache zu Text und "Verstehen" liegen ein paar Gigaflop. Und der Zugriff auf Informationen ist von einem Hausanschluss aus auch begrenzt. Besonders das Format ist interessant. Die Server von Google und co bevorraten Informationen, damit Fragen von Usern schnell beantwortet werden können. Wenn du einen aktuellen ARM-Octacore mit Sprachverständnis und Zugriff auf das Internet im HTML-Format ausstattest brauchst du immer noch eine Menge Geduld.
Das soll natürlich keine Rechtfertigung der Praxis der Konzerne sein, die wollen es tatsächlich nicht.
 
ghecko schrieb:
"Erkennen", also Sprache zu Text und "Verstehen" liegen ein paar Gigaflop
Na ja, wenn ich mein Win7 Bitte ein Programm zu öffnen oder den PC herunter zu fahren ist das tatsächlich ein verhältnismäßig einfacher befehl und wie du schon angemerkt hast ist es einfacher in Word einen Text zu diktieren als per google den Wetterbericht abzurufen ... Aber jetzt mal ernsthaft: Das Oben beschriebene hat mit Win7 schon vor 8-9 Jahren funktioniert ... warum geht das dann heute nichtmehr? Ich meine warum gibt es kein Programm, dass auf dem PC rechnet und eben beim erkennen verschiedener Befehle das entsprechende Skript auslöst ... ich bin mir ziemlich sicher dass es genügend versierte Nutzer gibt die ein Skript schreiben können und dem Durschnittsuser ist es inzwischen doch eigentlich zuzutrauen z.b. den Ort für die Wetterabfrage selbst in das Skript reinzuschreiben. Ergo Der PC müsste nur auf den Begriff "Wetter" reagieren und das entsprechende Skript auslösen ... Das hat nix mit verstehen zu tun sondern nur mit sprache zu Text und der Skriptauslösung per Text :) Warum ist sowas nicht möglich?

Ich meine ich hab gerade mal Mycroft angeschaut und die Privacy Policy durchgelesen ... die klingt auch nicht unbedingt anders als bei Google, Amazon und Co. und vor allem fehlt mir eine ganz entscheidende Information: Wie lange bleiben meine Sprachfetzen bei denen auf dem Server? nur während der verarbeitung oder für immer? Da sie die Frage nicht beantworten muss ich mit "für immer" Rechnen!
Und Ohne Internet ist das auch mal wieder nicht nutzbar ... ich kann also nicht sagen, ich rechne das auf meinem Eigenen PC :)
 
na befehle, programme starten, schließen, was aufrufen.... sind schon lokal machbar.
dragon naturally speaking kann das.
 
whats4 schrieb:
na befehle, programme starten, schließen, was aufrufen.... sind schon lokal machbar.
dragon naturally speaking kann das.
Cool ich zahle also 160€ für mehr oder weniger den Funktionsumfang den Win7 vor knapp 10 Jahren schon hatte ... ich muss ehrlich gestehen ich hatte etwas mehr innovation erwartet :)
 
nuja, wieviele funktionierende, lokal laufende spracherkennungen fallen dir ein?
und ich habe niemand nahegelegt, das unbedingt zu kaufen. bloß erwähnt, daß es das kann, lokal.
und wie immer im kapitalismus gilt: "take it or leave it"

grade softwarelizenzen sind reine luftzahlen, schließlich wird von einem unendlichen lager verkauft. klar rennt da die abzocke, allein, ich kanns ned ändern.
 
Bloß weil die technischen Geräte jetzt mit dir reden haben sie vorher nicht weniger Potential zum Datensammeln gehabt. Deine Freundin hat doch bestimmt ein Handy was so ziemlich fast immer an Ihrere Seite ist. Das Mikrofon davon ist vermutlich noch die besten Datensammelquelle. Mit dem Hintergrund kann sie sich alles ins Haus stellen oder muss sich noch viel weitgreifender absichern.
 
niketas schrieb:
Das Mikrofon davon ist vermutlich noch die besten Datensammelquelle.
mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass das eine dafür gebaut ist und das andere zumindest wenn man die Sprachassistenten nicht nutzt, keine berechtigung dafür hat ... ich bin mir recht sicher, dass die big player seit inkrafttreten der DSGVO kein interesse mehr daran haben Offen die Datenschutzbestimmungen zu missachten ... dass kann die Milliarden kosten wenn es jemand bemerkt :)
 
die allerbeste quelle ist und bleibt die schleppnetzmethode.
war immer so, wird vermutlich immer so sein, die methodem wechseln, das prinzip bleibt.
und ist ja ned grade neu. es ist eine fixe sache, seit gesellschaften "vertikal" organisiert sind.
 
Pyrukar schrieb:
mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass das eine dafür gebaut ist und das andere zumindest wenn man die Sprachassistenten nicht nutzt, keine berechtigung dafür hat ... ich bin mir recht sicher, dass die big player seit inkrafttreten der DSGVO kein interesse mehr daran haben Offen die Datenschutzbestimmungen zu missachten ... dass kann die Milliarden kosten wenn es jemand bemerkt :)

Im Grunde hast du wohl recht aber was die Hersteller hardwareseitig wirklich am Mikrofon abgreifen kann meines erachtens sehr schwer festgestellt werden. Ich frage mich wie ich wohl vorgehen würde um das z.B. bei einem iphone zu überprüfen.
 
na ja ... man installiert eine sensible Firewall und überprüft was für datenpakete wohin verschickt werden ... ich meine schließlich möchten sie die daten sicher nicht nur lokal speichern :)
 
theoretisch ja. aber.
schau dir mal z.b android apps an, die werden alle paar tage als update neu installiert. dokumentation meist nichmal oberflächlich.
und was bringts denn, verschlüsselte datenpakete zu sehen?
man kann davon ausgehen, daß alles nach hause telephoniert.
und ja, wir bezahlen diese tracking devices freiwillig.
gegen ein modernes "smart device" ist die spionierende bildwand aus orwells 1984 echt kinderkram.
 
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