Datenübertragung von komprommitierter HDD

Cord

Lieutenant
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Feb. 2008
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Hallo,

folgende Situation.

Angenommen man hat 2 Festplatten (im Folgenden HDD1 und HDD2).

Auf HDD1 befindet sich ein gewisses Volumen an Daten, die auf HDD2 transferiert werden müssen.
Der Hacken dabei: HDD1 ist potentiell komprommitiert (d.h. das evtl. vorhandene Schadprogramm bzw. seine Wirkungsweise ist nicht bekannt - ebensowenig ob es das auf HDD1 installierte Vista oder das Kubuntu befallen hat)

Die Frage: Wie lassen sich die Daten von HDD1 auf HDD2 kopieren/verschieben und dabei sicher ausschließen, dass das Virus/Trojaner/etc. bei dem Kopier- bzw. Verschiebevorgang auf HDD2 "überspringt" ?
Natürlich unter der Annahme, dass die zu verschiebenden Dateien selber "clean" sind.


Mir fallen da mehrere Szenarien ein, wie ich das machen könnte - ich weiss aber nicht welche die beste ist...

Möglichkeit 1:
Ich installiere auf HDD2 ein Linux-System und boote. Danach schließe ich HDD1 mit Hilfe eines externen Gehäuses per USB an und kopiere die Daten dann.

Möglichkeit 2:
Wie 1. nur statt eines fest installierten Linux-Systems aus HDD1 nutze ich eine Linux-Live-CD

Möglichkeit 3:
beide Festplatten fest eingebaut (d.h. HDD1 ebenfalls schon beim Bootvorgang über S-ATA angeschlossen). (Die Möglichkeit hört sich für mich persönlich am schlechtesten an)

Möglichkeit 4:
Vista mit Spybot S&D sowie Kaspersky o.Ä. auf HDD2 installieren und dann HDD1 per USB anschließen (wobei es da ja so ist, dass sich ein etwaiges Schadprogramm doch schon über die System-Volumeinformation von HDD1 schon allein durch das anschließen ans System auf HDD2 übertragen kann, oder?) (Die Möglichkeit macht auf mich auch einen sehr schlechten Eindruck).

Also, falls ihr mir sagen könntet, wie ich das am besten mache, wäre ich sehr dankbar.

Desweiteren stünde ich danach vor dem Problem, wie ich HDD1 am zuverlässigsten plattmache, d.h. auch der Bootsektor sollte gecleaned werden.

mfg
Cord
 
Warum willst du die HDD1 unbedingt über USB anschließen? Das ist doch mega lahm. Und ändern tut es an einem Virenbefall auch nicht.

Welche Variante du wählst ist relativ egal. Du musst mit dem OS umgehen können. Wenn du dich mit Linux soweit auskennst ist das natürlich geschickt, vor allem wenn es sich um einen Windows-Trojaner handelt.

Ich würde auf jeden Fall Virenscanner und Spywarescanner über die Platte laufen lassen BEVOR du kopierst. Da kann man sicher auch zwei Virenscanner bemühen.

Das geht alles prima von einer Linux-LiveCD aus. Dann kannste HDD2 mit deinem Vista o.ä. gleich mitscannen. Wenn alles clean ist wird kopiert.

Wo jemand anderes vielleicht noch helfen müsste, ich würde jetzt nicht meine Hand ins Feuer legen dass jeder Virenscanner unter Linux Windows-Binaries scannen kann. Damit habe ich mich bis jetzt noch nicht auseinander gesetzt. Da die auf den Rettungs-CD immer propagiert werden müsste das aber bei allen gehen.
 
Das mit dem USB rührt daher, dass E-Sata ja nichts anderes ist als S-ATA, nur dass die Festplatte außen liegt. D.h. sie muss schon während des bootens angeschlossen sein. Dabei wird ja der MBR auch ausgelesen. Das könnte ja potentiell gefährlich sein.

Was meinst du mit "mit einem Betriebssystem auskennen" ? Ich kann sogut wie keine Konsolenbefehle für Linux - aber installieren und nutzen (für den normalen Gebrauch) kann ichs schon.
 
Auch beim Anstecken an USB wird der MBR ausgelesen. Das dürfte aber nichts daran ändern, dass ein Live System von CD unangreifbar ist für ein Schadprogramm. Das wäre die für mich sinnvollste Lösung.
 
Hmmm,

das Live-System ist doch auch angreifbar, nur dass es eben beim runterfahren "weg" ist und eine etwaige Komprommitierung damit auch, oder ?

Ich dachte mir, es sei besser auf der sauberen HDD Linux zu installieren und zu updaten, da die Life-CDs ja immer nur das starten einer weitgehend ungepatchten monate alten Version erlauben.

Und kann es bei einer Live-CD nicht auch so sein:

HDD1 wird angestöpselt und verseucht das im RAM laufende Live-System und von dort aus verpflanzt sich das Schadprogramm weiter auf die saubere HDD2 ?
 
Ich weiß ja nicht, wie krass das "Schadprogramm" sein soll, aber ein Linux Live System beim kopieren von Daten infizieren ist schon ne harte nuss, auch für einen Virus oder ähnliches.
 
also meinst du, wenn ich es installiere, um es updaten zu können ist das kein relevanter Sicherheitsgewinn gegenüber einem Live-System ?

Anders gefragt: gehe ich denn zusätzliche Risiken ein, wenn ich ein Linux installiere und es damit mache ?
 
Ok, dann mach ich das so.

Dann noch eine andere Frage:
Welche geeigneten Programme gäbe es, um nach dem Kopiervorgang die HDD1 komplett auszulöschen ?
Wäre der bei Acronis True Image mitgeliefertes "Drive Cleanser" dazu geeignet ?
 
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