Debian und Ryzen

MichiLH2

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Hi,


ich habe gerade das hier gelesen: https://www.computerbase.de/forum/threads/welche-distribution-soll-ich-nehmen.970537/

Dort steht, dass Debian nur alle 2 Jahre ein Update rausbringt um für aktuelle CPU's zu laufen, wenn ich das richtig verstehe.

Ich habe mir einen Ryzen 7 mit 8 cores gekauft und der soll als Server laufen für Echtzeitsimulationen, der hat also fast jeden Tag immer 100% CPU Auslastung auf allen cores.

Nun finde ich im Netz keine Vergleiche zu Ubuntu und Debian für Ryzen. Hat jemand von euch da etwas aus erster Hand? Der letzte Release von Debian war ja gerade und ich weiß ned ob da Ryzen schon performant unterstützt wird. Hab auch mit Ubuntu kein Problem nur heißt es ja, dass Debian stabiler sei.

Empfehlung?
 
Windows 7 von vor 2 Jahren läuft heute noch mit Ryzen (abgesehen davon daß MSFT keine Updates mehr liefert). Windows 7 ist aber von 2009.
XP läuft noch wunderbar auf Ryzen. Ist von 2001. Windows 95 sollte auch laufen.

Genauso wird Debian laufen. Jessie, stretch, etc. egal.

Mit neuen Grafikkarten gibts manchmal Probleme, aber auch da gibt es immer Lösungen und wenn es non-free ist. Mit CPUs gibt es so gut wie nie Probleme, nur sehr selten z.B. mit USB Treibern und anderen Mainboard Dingen. Das ist hier aber nicht der Fall und ein Backports Kernel würde es dann auch geben
 
Ryzen braucht keine besonderen Treiber zum Laufen. Das neuste BIOS inklusive microcode sorgt für den problemlosen Betrieb. Die CPU teilt den OS mit, was es kann. Darauf wird dann zugegriffen.
 
Debian Stretch nutzt den Kernel 4.9. Mittels den Debian backports kannst du vielleicht in absehbarer Zeit einen aktuelleren Kernel installieren. Alternativ, kannst du auch Debian Testing (kommt mit Kernel 4.11) installieren, vorausgesetzt du weisst was du tust. Auf meinem Desktop läuft seitdem Stretch release Debian Sid und habe bisher keine Probleme gehabt.

Zur Info: Bei phoronix.com gibt es einen Artikel über die Performance von verschiedenen Linux Distros, darunter auch Debian Stretch und Ubuntu 17.04 mit Kernel 4.10: http://www.phoronix.com/scan.php?page=article&item=amd-ryzen-6linux&num=1

Bei den Tests von phoronix hat openSUSE Tumbleweed gut abgeschnitten.

phoronix.com schrieb:
What was most surprising about these tests with the AMD Ryzen 7 across different Linux distributions is that openSUSE Tumbleweed did very well.

phoronix.com schrieb:
This is possibly due to openSUSE being better optimized for AMD hardware: AMD has a long history of collaboration with SUSE, SUSE working on AMD HSA and related support in GCC among other compiler work for AMD, AMD having contracted SUSE for the RadeonHD driver development, and more.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, openSUSE programmiert selbst für AMD und hat traditionell sehr guten Support, auch für den Server-Einsatz (dann eher mit Leap).
 
MichiLH2 schrieb:
für Echtzeitsimulationen, der hat also fast jeden Tag immer 100% CPU Auslastung auf allen cores.
Das beißt sich. Für Echtzeitaufgaben auf "normalen" PCs brauch man eine deutliche Reserve, um seine Jobs i.d.R. pünktlich fertig zu bekommen. Wer mit 100% CPU-Last seine Echtzeitanforderungen erfüllen kann, hat so laxe Anforderungen, dass sie praktisch gar keine Rolle spielen.

Qarrr³ schrieb:
Ryzen braucht keine besonderen Treiber zum Laufen.
Das ist so wahr wie "moderne Grafikkarten brauchen keine besonderen Treiber zum Laufen". Man muss sie dann halt in einem VGA- oder VESA-Modus wie anno dazumal betreiben. Funktioniert zwar, ist aber nicht das, was man normalerweise mit einer modernen Grafikkarte anstellen möchte.

Genauso ist es bei CPUs: Dass Linux grundsätzlich drauf läuft, ist nicht die interessante Frage. Interessant ist, ob es ordentlich darauf läuft, also die Fähigkeiten der CPU sinnvoll ausreizt. Dazu muß der Kernel die CPU sehr wohl kennen und "spezialbehandeln", also ein hardwarespezifisches Stückchen Code enthalten, was einem Treiber entspricht. Insbesondere muss der Kernel wissen, wie Kerne, Caches und Speicheranbindung der CPU "verdrahtet" sind. Nur dann kann er Tasks so verteilen, dass Tasks sich möglichst wenig gegenseitg ärgen und Daten "nah" an dem Kern bleiben, wo sie benötigt werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Leistungseinbußen bei nicht optimierten CPU Treibern sind aber wesentlich geringer als bei nicht optimierten Grafiktreibern.
Ich habe das zwar nie getestet, aber ich gehe da von einstelligen Prozent aus.
 
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