Die Digitalpolitik in den aktuellen Koalitionsverhandlungen ....

tarifa

Lieutenant
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Guten Morgen,;)

kommt es nun - oder doch nicht - das Digitalministerium auf Bundesebene.

in den letzten Tagen wird viel verhandelt auf höchster polit. Ebene - und auch in den Nachrichten ist viel davon zu hören: der Ruf nach einem eigenen Ministerium für "Digitales". Zum allerersten Mal könnten wir auf Bundesebene ein Digitalministerium bekommen. Bis dato wars noch nie so weit. Und viele Verbände, die fordern es auch: ... Die Arbeitgeber- sie drängen drauf und finden, dass es nicht mehr ohne geht.

Was meint ihr denn dazu? ...braucht Deutschland denn eigentlich nun ein Digitalministerium auf der Bundesebene!? Und wenn ja: was sollte es denn leisten, können, bewirken!? Wo sind seine Aufgaben, wo seine Grenzen?


Viele Grüße
Tarifa :)

ps. zu den Pläne (n) der Koalitionsarbeitsgruppe Digitales: Neues Digitalministerium und weniger Datenschutz
https://www.lto.de/recht/hintergrue...-digitales-datenschutz-ki-digital-ministerium
 
Zuletzt bearbeitet:
Es wäre schon positiv, wenn man digitalen Reformen damit mehr Druck verleihen um damit die zerstückelten Strukturen umgehen könnte.

Auf der anderen Seite bin ich so zynisch, dass ich von so einem Ministerium vor 2032 nichts erwarte und es am Ende genauso wenig auf Expertenmeinungen hören, den gleichen Stuss wie bisher fordern/versuchen wird und dabei Mehrkosten von X-Milliarden pro Jahr verursacht.
 
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Hi Axxid

vielen Dank für deine Rückmeldung - deinen Beitrag

Axxid schrieb:
Es wäre schon positiv, wenn man digitalen Reformen damit mehr Druck verleihen um damit die zerstückelten Strukturen umgehen könnte.
Ja - das wär schon mal was.
Axxid schrieb:
Auf der anderen Seite bin ich so zynisch, dass ich von so einem Ministerium vor 2032 nichts erwarte und es am Ende genauso wenig auf Expertenmeinungen hören, den gleichen Stuss wie bisher fordern/versuchen wird und dabei Mehrkosten von X-Milliarden pro Jahr verursacht.


Hmmm - Die Debatte über ein eigenes Digitalministerium in Deutschland ist im Grunde ja eigentlich nicht ganz neu. Ein Blick hier ins Forum zeigt, dass es immer wieder diskutiert wurde - insbes. jeweils zu Zeiten einer (neuen) Regierungsbildung.

Axxid, ich teile deine Skepsis hinsichtlich des Ertrags u. des Nutzens: Es ist die Frage, wie viel das bringt - und was ein Ministerium alles lösen bzw. leisten kann: Ggf. kann ja ein Ministerium nicht alles lösen - u. ggf. auch keine Innovationsschübe auslösen. Sieht man mal ins Ausland, dann gibts m.E. interessantes zu beobachten: Andere Länder wie Dänemark, Estland oder Südkorea haben z.B. bereits spezialisierte Digitalministerien oder zumindest zentrale Digitalisierungsagenturen.
Demgegenüber: Die USA hingegen setzen stark auf privatwirtschaftliche Innovationszentren (z. B. Silicon Valley) und ein agiles Ökosystem aus Startups, Forschungseinrichtungen und Investoren - und sind damit wohl sehr gut gefahren...

Ob wir das durch ein Ministerium so auch hinbekommen?


Der Legal Tribune meint jedenfalls, dass das Ministerium ein "Leuchtturm" werden sollte:)

vgl. https://www.lto.de/recht/hintergrue...-digitales-datenschutz-ki-digital-ministerium

Na denn - sind wir mal gespannt...

Viele Grüße :)
 
Ich stehe ja erstmal kritisch dem gegenüber, das bedeutet erstmal mehr kosten und Aufwand. ob sich dann was groß ändert ist die nächste Frage.
Es besteht auch wieder die Gefahr das Leute in den Ministerien sitzen die eigentlich nicht die Qualifikation dafür haben. Man denke an Verteidigungsminister, die nie dem Land gedient haben, keine militärische Erfahrung und kein Krieg gewonnen haben. Oder ein Landwirtschaftsminister der noch nie was mit Landwirtschaft zu tun hatte, oder der kinderlose Familienminister.
 
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Hallo Fujiyama

danke für deinen Beitrag,

Fujiyama schrieb:
Ich stehe ja erstmal kritisch dem gegenüber, das bedeutet erstmal mehr kosten und Aufwand. ob sich dann was groß ändert ist die nächste Frage

Fujiyama schrieb:
.
Es besteht auch wieder die Gefahr das Leute in den Ministerien sitzen die eigentlich nicht die Qualifikation dafür haben. Man denke an Verteidigungsminister, die nie dem Land gedient haben, keine militärische Erfahrung und kein Krieg gewonnen haben. Oder ein Landwirtschaftsminister der noch nie was mit Landwirtschaft zu tun hatte, oder der kinderlose Familienminister.

ja - da kann man ja im Grunde schon auch zustimmen

Die Besetzung auf die...käme es sicher auch an.

Und klar: man kann über dem ganzen Debakel mit den Fehlbesetzungen nicht gerade glücklich sein:
Andy Scheuer z.B. - hat m.E. immer noch ne knappe Viertelmilliarde offen::heul:

vgl. Geplatzte Pkw-Maut: Bund verzichtet auf Klage gegen Ex-Minister Scheuer

Bund musste 243 Millionen Schadenersatz zahlen: Damals war Scheuer Verkehrsminister. Der Bund musste in der Folge 243 Millionen Euro Schadenersatz an die einst vorgesehenen Betreiber zahlen. Das hatte eine Verständigung nach einem Schiedsverfahren ergeben.
vgl. den Beitrag in der Tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/scheuer-pkw-maut-110.html

So viel Wurschtigkeit - und Verantwortungslosigkeit - kann einen schon in die Nähe des Politikverdrusses bringen. Noch dazu dass Merkel den Scheuer immer gehalten hat - sich hinter oder vor ihn gestellt hat.
Nicht dass ich hier nun allgemeines "Politikerbashing" betreiben will oder dem Nahe stehe. Aber so wie Scheuer das gemacht hat - wars m.E. nicht okay.

PS; War das "Digitale" auch in der letzten Merkel-Administration auch noch im Verkehrsministerium angesiedelt - ich denk ja.


viele Grüße ☺️
 
Vielleicht wäre eine Stelle auf Bundesebene angebracht, die die Digitalisierung STRUKTURIERT vorantreibt. Also sich auch gegen die aktuell so beliebten Prinzipien "viel hilft viel" und "hauptsache erstmal digital" stellt.

So, wie die Digitalisierung auf privatwirtschaftlicher Ebene momentan vorangetrieben wird, ist sie nichts anderes, als ein weitreichender Verlust von Freiheitsgraden.
Das Digitale ist in vielen Bereichen schon lange nicht mehr nur eine "Option" ... es ist ein harter Zwang. "Analog" geht vieles schon heute fast garnicht mehr.

Und ich denke, dass dieser Schuss ziemlich nach hinten los geht.
Ich möchte mich gerne frei entscheiden können, ob ich eine Schleimspur aus Daten legen möchte, oder eben nicht.

Kurz: gerade das "weniger Datenschutz" macht mir Angst ... denn da werden mMn wirtschaftliche Interessen über individuelle Rechte und Freiheiten gestellt.

Ich möchte weiterhin entscheiden dürfen, ob ich etwas digital mache, oder analog. So wie die Digitalisierung momentan läuft, MUSS ich mich gegen sie stellen. Denn sie hat mir diese Freheit schon in vielen Bereichen genommen.
Ihr könnt mich gerne "Fortschrittsfeind" nennen, aber ich möchte einfach nicht ungefragt monetarisiert werden und ich möchte nicht jeden Pups nur noch digital erledigen können, nur weil einige digital natives nicht kapieren, welche Freiheiten dabei geopfert werden (die Freiheit, selbst zu entscheiden, die Freiheit, anonym zu bleiben ... das Recht auf vergessen kann man leider vergessen ... sorry für das Wortspiel).
Ich fürchte aber, dass die Reise genau in diese Richtung geht, wir in naher Zukunft alle an der digitalen Kette hängen werden, und unsere Gesellschaft bei jedem Internet-Bäuerchen sofort im Chaos versinkt, weil nichts mehr analog erledigt werden DARF (die Möglichkeit wirds eh nicht mehr geben), da ja dann niemand monetarisierbare Daten abgreifen kann.
Vor allem möchte ich nicht immer wieder "Nein" sagen müssen ... wäre der digitalsektor irgendwie intelligent (aka smart), würde er mein "Nein" seit Jahren einfach vorraussetzen. Leider verdient man mit "OptOut" viel mehr Geld, weil es immer wieder Menschen gibt, die sagen "Jaja ... ismirdochegal, was die nun wieder wollen ... mach hinne".

Nur meine Meinung ... ich bin gegen eine Ausweitung der aktuellen "Digitalisierung ohne Verstand".
"Hauptsache digital" ist oft genug einfach eine scheiß Idee.
Ergänzung ()

tarifa schrieb:
braucht Deutschland denn eigentlich nun ein Digitalministerium!?
Eigentlich ja.
Aber ich hätte für die Arbeit dieses Ministeriums sehr viele Vorraussetzungen (siehe oben), und ganz ehrlich fehlt mir das Vertrauen in unsere Politik(er*innen). Die würden das safe verbocken.
Also doch eher nein.

Ich bin da wohl etwas ambivalent.
 
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@DerOlf Du bist dir aber schon bewusst das deine "analogen" Daten größtenteils eh digitalisiert werden.

Egal ob ich Rechnungen bei meinem Arbeitgeber für die Reisekostenabrechnung einreiche oder meine Steuererklärung. Die werden eingescannt und danach geschreddert. Deutschland ist beim Papierverbrauch pro Kopf Spitzenreiter.

Ich erinnere mich wie meine Großeltern früher bestellt haben. Da wurde dann im Papierkatalog die Artikelnummern herausgeschrieben und per Brief verschickt. Wochen später kam dann irgendwann die Ware, mit der Papierrechnung ging man dann zur Bank um die Überweisung am Schalter zu machen. Auf diese Freiheit verzichte ich gerne.

Für mich überwiegen die Vorteile einfach. Ich bin es Leid die gleichen Formulare immer wieder ausfüllen zu müssen, wegen Kleinigkeiten zum Amt laufen zu müssen obwohl ich das Online mit wenigen Klicks hätte erledigen können. Immer Bargeld dabei habe muss, weil Kartenzahlung nicht erwünscht ist.

Könnte man mit einem Klick aus der Kirche austreten, würde sich die Zahl der Kirchenmitglieder drastisch reduzieren. Für viele ist der Gang zum Standesamt immer noch eine Hürde.

Ich erwarte das eine Regierung die Daten seiner Bürger schützt. Da muss man wohl drauf vertrauen. Ich kann deine Bedenken aber verstehen.
 
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@Kassenwart
Ich will auch nicht zurück in Omas zeiten (obwohl die noch zu Fuß einkaufen gehen konnte und daher nicht jeden Scheiß bestellen musste).
Ich möchte nur weiterhin selbst entscheiden können.
Gegen die Option digital habe ich nichts einzuwenden ... gegen den Zwang hingegen schon.
Die Tendenz hin zu "online only" ist das, was mich stört.

Was machst du eigentlich, wenn Kartenzahllung mal ausfällt?
Ich hatte das an meiner Tanke im letzten Jahr bestimmt 50 mal, und da die Leute dann kein Bargeld dabeihaben, muss ich mit denen einen Zettel ausfüllen, damit die das dann überweisen können ... das ist nervig und dauert lange. In dem Fall führt dann gerade das "ich schleppe doch kein Bargeld mit mir rum" zu Zeit- und Papierverschwendung und bei allen anderen Kunden zu unnötigen Wartezeiten.
(Natürlich hängen wir Zettel auf, wenn Kartenzahlung mal ausfällt ... ich wünsche mir seit Jahren, dass die Kunden sowas auch lesen würden).

Barzahlungen sind mir als Kassierer eigentlich lieber, denn da hängt das funktionieren des Bezahlvorgangs nicht von Geräten ab, auf die ich keinen Zugriff habe.
 
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DerOlf schrieb:
Was machst du eigentlich, wenn Kartenzahllung mal ausfällt?
Gerne anders digital bezahlen, ob Apply Pay, Paypal oder sonst was. Internet muss natürlich stabil sein. Aber das ist in Deutschland ja ein Problem für sich.

Ich kann mich in den letzten 20 Jahren übrigens nur an einen einzigen Fall erinnern wo die Kartenzahlung ausgefallen ist. Das war dieses Bundesweite Problem im letzten Jahr. Bargeld ist für mich lästig.

Wenn Kosten und Ressourcen gespart werden können habe ich nichts gegen ein "Digital only"
 
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hallo Kassenwart, hallo DerOlf, :)

Danke für Eure Beiträge - sie sind wohl auch Teil der gesellschaftspolit. Bereichs von Politik insges.; Keiner sollte durch Entwicklungen so beeinträchtig werden, dass seine Praxen (des Bezahlens usw. usf.) dann gar nicht mehr gehen. Denn sonst wär ja das (Digital-) Politik auch irgendwie Machtpolitik. Aber - und das wäre dann ein weiterer Kontext.


....Um das Thema Digitalisierung nochmals mit dem der Modernisierung zu verbinden:

Könnte denn ggf. auch eine intelligente (Digital) Politik nicht auch helfen - bei der Tranfsormation . - m.a.W. also helfen, dass Deutschland im digitalen Zeitalter international konkurrenzfähig bleiben kann und mithalten kann. So gesehen denke ich, dass ein eigenes Digitalministerium vielleicht ja helfen könnte, indem es Digitalisierungsprojekte bündelt, Strategien koordiniert und für so etwas wie eine kohärente Digitalpolitik sorgt.
Dabei aber kann man ja sicher auch auf die Frage kommen. Ist ein Ministerium hier genau der richtige Weg?
- denn m.E. könnte das ggf. auch sehr schnell zu starr und unflexibel sein. Also, die Frage wäre dann, ob ggf. ein flexibleres, agileres Modell – etwa ein dezentraler, transnationaler Innovationsansatz nicht doch auch interessant wäre – vielleicht sogar die bessere Lösung?

Hmm - Länder, wie die USA die zeigen hier Interessantes auf - setzen stark auf eine eher marktorientierte Innovationsökosysteme, die durch Start-ups, Forschungscluster und private Investitionen getragen werden - hier genügt ein Stichwort: Silicon Valley... um anzureißen was gemeint sein könnte.

Die Frage ist: was ist der interessanteste und vielversprechendste Weg - um Schritt zu halten. Ists ein D-Ministerium - oder nicht?

und ...hier noch ein Clip: Digitalgipfel der Bundesregierung (Oktober 24)

„Der Bund hat in den letzten Jahren richtig Gas gegeben.“ Volker Wissing, Minister für Digitales und Verkehr, hat zum Start des Digitalgipfels die digitalen Errungenschaften des Bundes gelobt. „Wir haben Fortschritt versprochen und Fortschritt geliefert“, sagte der FDP-Politiker im ARD-Morgenmagazin.
90 Prozent der Verwaltungsdienstleistungen des Bundes seien bereits digital verfügbar, so Wissing. 97 Prozent des Bundes seien mit Mobilfunk abgedeckt, die Glasfaseranschlüsse in wenigen Jahren verdoppelt worden. Bei der KI-Forschung liege Deutschland in Europa mit an der Spitze.

Frage: hat denn Der Bund in den letzten Jahren wirklich sooooooo richtig Gas gegeben!?:)


Euch allen einen schönen Mittag;)

Tarifa ;)




Update: A D-Berg zieht hier ein kritisches Fazit und sieht hier von Gas geben nicht so viel ....

Domscheit-Berg: "Scholz hatte null Interesse an Digitalthemen und null Ahnung"

https://www.heise.de/news/Anke-Doms...ist-die-digitale-Souveraenitaet-10328830.html
Anke Domscheit-Berg, die bekannteste deutsche Digitalpolitikerin, hat den Bundestag verlassen. Im Interview mit c't zieht sie Bilanz und stellt Forderungen.
 
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OK, also gehts doch wieder nur um die internationale Konkurenzfähigkeit.
Bei so einem nationalistischen Ansatz bin ich ganz grundsätzlich raus.
 
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hi - der Olf,

danke - für deinen Beitrag

OK, also gehts doch wieder nur um die internationale Konkurenzfähigkeit.
Bei so einem nationalistischen Ansatz bin ich ganz grundsätzlich raus.

- die Thematik der Konkurrenzfähigkeit müsst ja nicht gleich komplett gesellschaftlich "leerlaufen" - in dem sie etwa nur die Konkurrenzfähigkeit der

a. Börsennotierten Top-Unternehmen meint - oder
b. der Gewinnmargen dieser oder
c. die Leistungen irgendeiner Partei - die sich hier eine halbwegs gescheite Politik auf die Fahnen schreibt.

- ich denke dass diese Konkurrenzfähigkeit ganz breit gesehen werden kann - m.a.W. alle mitnehmen kann und auch sollte.


Also so gesehen wäre dann halt meiner Frage: was, wenn nächstens bei der Transformation viele Tausend Arbeitsplätze in der Industrie ( von mir aus können wir ja auch sagen - in den alten " Leitindustrien ") jenen nämlich, die über 120 Jahre den Wohlstand mit abgesichert haben - was, wenn die Leitindustrien und deren Arbeitsplätze nächstens verloren gehen, ganz einfach weil man nicht ewig so weiter machen kann...

Also - ich würd halt dann innerhalb einer solchen Perspektivik sagen - es ist nicht sooooooo sehr "nationalistisch", wenn man sich fragt - wie (sagen wir mal etwas flapsig) der LADEN "Bundesrepublik" insgesamt - hmmm - ja konkurrenzfähig sein kann?

Und zwar so, dass viele viele viele von uns eben "mitgenommen" sind - und sich mitgenommen fühlen: und wie soll man sagen, um das mal aus dem Verdacht der Verengung auf einen bloßen "Nationalismus" zu nehmen: Ich glaub halt dass es von Bedeutung ist - auch für den "gesellschaftlichen Zusammenhalt" - dass Deutschland insges. halbwegs (nicht nur digitaltechnisch, sondern weit weit darüber hinaus) einen ges. Zusammenhalt hat - und hier eben nicht die Fliekräfte zu stark werden.
So gesehen, haben wir da ja dann doch also ein Thema - für das sich auch - ums mal wirklich superkurz zu machen - ja nicht zuletzt auch die Politik in ihrer ganzen Breite interessiert - von Links bis in die Mitte - und geschenkt -auch meinetwegen noch darüber hinaus: Alle interessieren sich dafür - hoffentlich: Und etwas pathetisch gesprochen - gehts dann ja doch um mehr - als lediglich um einen schlichten Nationalismus.


Bspl. Domscheid Berg - war acht Jahre lang für die Linke im Bundestag drinne - tritt jetzt nicht wieder an.
(vgl. den Artikel oben: ) und auch ohne jeden einzelnen Schritt von ihr verfolgt zu haben - denke ich mal nicht dass sie "nationalistisch" war - in ihrer Arbeit für eine Digitalpolitk

Also - langer Rede kurzer Sinn - ich wollt natürlich auch nicht auf ein zu nationalistisches kleines "Karo" bringen - und vor allen Dingen nicht so dass da nicht auch über die Themen von dir (/ die du ja auch oben ansprichst) nicht mehr geredet werden kann.


VG
 
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Als Voraussetzung für bessere digitale Prozesse wäre Prozesse grundlegend als digitale Prozesse zu denken. Was bedeutet, dass alle(!) Gesetze, Erlasse in einer Form gefasst sein müssen, die die entsprechende Prozessdefinition bereits beachten. Das ist eine entsprechend allumfassende Aufgabe und ein Digitalministerium bringt da überhaupt nichts. Alle davon unabhängig Ministerien und Behörden können ja weiter ihr Ding machen.

Wie gut/schlecht das funktioniert sahen wir bereits beim Bundesdatenschutz BfDI, BSI und der Gematik. Die sitzen da beratend in Gremien, haben oftmals angemahnt, dass da bereits im Konzept Bockmist verzapft wird. Diese Einwürfe wurden ignoriert, der Kram wurde implementiert, wurde wieder gerügt und schlussendlich gab es ein Veto vom BfDI mit entsprechend extremen Verzögerungen/Kosten.
Reaktion war dann auch nur, dass Mitspracherechte von BSI/BfDI in der Sache beschränkt wurden und der Dreck von der Gematik auch noch großteils von der europäischen NIST2-Richtlinie ausgenommen wurde.

Ein Digitalministerium welches seinen Job ernst nimmt und kompetent fungiert würde bei extrem vielen Gesetzesvorhaben und Behördenvorgängen einschreiten müssen. Also quasi eine dritte Instanz neben BfDI und BSI, deren Kompetenzen beschnitten werden, eben weil sie Inkompetenz ausbremsen.

Und ganz grundlegend, eine Regierung die wirklich etwas von digitalen Themen versteht würde vor einem Digitalministerium endlich dafür sorgen, dass rechtssicher digitale Signaturen verwendet werden können UND dass Formate zum digitalem Datenaustausch offen, rechtssicher definiert werden.
Wir haben moderne Personalausweise, die digitale Signaturen unterstützen. Das war sehr teuer, wurde dennoch hinter eine Paywall gesetzt und wurde rechtlich nicht auf eine Ebene gehoben, die es mindestens zum Äquivalent zur analogen Signatur erhob. Analog dazu gehört eine Möglichkeit geschaffen für rechtliche Entitäten (Firmen, Vereine, ..) digitale, beglaubigte, staatliche Zertifikate auszustellen, damit diese bzw. deren Vertreter·innen ebenso digital und rechtssicher agieren können.

Also Imho, das wird eine reine Beschäftigungsmaßnahme und Gießkanne für die ganzen Beraterbuden. Es ist schlicht nicht glaubhaft, dass sich CDU, SPD ein Ministerium schaffen, welches mit jedem Halbsatz herausstellt wie inkompetent die Regierung ist.

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Und da die Politiker schonwieder etwas von Datennutzung statt Datenschutz fabulieren. Es werden keine Daten geschützt, es werden Menschen geschützt vor Überwachung und Auflösen des Privaten! Wir als Gesellschaft sind ja bereits soweit, dass wir Geschäftsmodelle die auf extreme Naturzerstörung und Ausbeutung von Menschen abzielen unterbinden. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Geschäftsmodelle die auf Überwachung basieren ebenso zu verachten sind, weil sie schädlich sind für und Alle.
 
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Ist mir persönlich ziemlich egal, sowas wie z.B. Wohnsitz ummelden, Kraftfahrzeuge an- und abmelden fällt bei Normalbürgern ja eh nicht alltäglich an, und alle paar Jahre kann man notfalls auch persönlich hingehen.

Und was ansonsten die Digitalisierung betrifft wird sie abseits von der lokalen Infrastruktur ja überwiegend von multinationalen Konzernen bestimmt, die Politik von europäischen Ländern hat da weder nennenswerte Kompetenzen noch nennenswerten Einfluss.

Bei der Infrastruktur hat Deutschland leider völlig versagt! In den letzten Jahren ist beim Netzausbau zwar wirklich viel passiert, aber das war einfach zu spät. Ein wirklich entscheidender Zeitraum wäre da ganz besonders so 2008-2014 gewesen und da hat Deutschland leider völlig gepennt. Jetzt ist der Zug längst abgefahren. Wo die ganzen jungen Leute und innovativen Unternehmen weggezogen sind, ist es unsinnig in reine Seniorenhaushalte und Leerstände Glasfaseranschlüsse zu legen.
 
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@tarifa
Ich bin Internationalist und denke, dass Nationalstaaten der Vergangenheit angehören sollten. Weiter denke ich, dass das Konkurenzdenken zwischen Gruppen eigentlich der Hauptgrund für Konflikte und auf der größeren Ebene sogar für Kriege ist.
Ich glaube, dass wir die Nationalstaatlichkeit so langsam überwinden sollten ... allein schon, weil nationale Rechtsstrukturen gegen global agierende Konzerne nicht ankommen können.

Dass Domscheid-Berg nicht mehr antritt, finde ich sehr schade ... ein herber Verlust für die Digitalpolitik. Aber sie gibt im Interview mMn sehr gute Gründe an. Vieleicht wäre eine Amtszeitbegrenzung auch für Abgeordnete eine ganz gute Idee.
Martyn schrieb:
Wo die ganzen jungen Leute und innovativen Unternehmen weggezogen sind, ist es unsinnig in reine Seniorenhaushalte und Leerstände Glasfaseranschlüsse zu legen.
Wo bitte gibt es denn Leerstände? Oder meinst du die Industriebrachen? ... da legt keiner Glasfaser hin, weil dafür ja auch irgendwer bezahlen muss.

"Junge innovative gebildete Menschen" könnten wir in unserem nicht ganz billigen Bildungssystem züchten.
Dabei wird aber ganz sicher kein Digitalministerium helfen ... Geld wäre hilfreich ... die Kompetenz ist eigentlich da ... wenn man mal die "beinahe-Rentner" ausnimmt, aber ein Rechenzentrum mit 3 Mitarbeitern und einem Praktikanten reicht für eine Uni mit 20k Stundierenden und ein paar Tausend MItarbeitern eben nicht mehr aus.
Mein Studium ging zwar schon vor 15 Jahren zuende, aber schon ich habe erlebt, wie ein PC-Arbeitsplatz in der Uni etwas war, wofür man auch mal ne Stunde antstehen musste. Sowas ist echt geil, wenn es Vorlesungsverzeichnisse und Einschreibungsmöglichkeiten für Kurse, Übungen und Vorlesungen nur noch online gibt.

Mittlerweile ist die Uni gespickt mit Steckdosen, USB-Ports und LAN-Buchsen und hat eine gute free WiFi Abdeckung. Die meisten haben Laptops oder Tablets dabei, sodass sie sich den digitalen Arbeitsplatz im Prinzip einrichten können, wo sie wollen.
Was man dort täglich digital machen muss, kann man machen ... man muss halt nur Geräte mitbringen (da die "normalen" Arbeitsplätze noch immer eher rar gesäht sind).
Die Politik (zumal auf Bundesebene) hatte damit ziemlich wenig zu tun ... naja ... vielleicht hat sie ASTA und StuPa etwas gebremst.

Der Job der Politik ist es, einen rechtssicheren Rahmen für das zu schaffen, was die Menschen im Staat tun können müssen (solange sie im Rahmen der Gesetze bleiben). Alles andere kann man eigentlich den Leuten oder dem Markt überlassen ... man muss ihnen nur die Möglichkeiten geben, die Nutzung beobachten und Missbrauch ahnden, den man nicht von vornherein ausgeschlossen hat.
Ich denke allerdings, dass dafür kein Digitalministerium notwendig ist, sondern einfach jedes existierende Ministerium in die Lage versetzt werden muss, die eigenen Prozesse sowie den Bürgerzugang zu diesen, zu digitalisieren.
Die Digitalisierung sollte jedoch nicht einfach missbraucht werden, um Amtsstuben verkleinern zu können, weil der Bürger das doch alles Digital machen soll. Der Bürger macht nur den digitalen Input ... den Rest muss schon das Amt erledigen ... am besten digital.
Aber bitte nicht automatisiert ... das funktioniert einfach noch nicht gut genug.
 
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DerOlf schrieb:
Mittlerweile ist die Uni gespickt mit Steckdosen, USB-Ports und LAN-Buchsen und hat eine gute free WiFi Abdeckung. Die meisten haben Laptops oder Tablets dabei, sodass sie sich den digitalen Arbeitsplatz im Prinzip einrichten können, wo sie wollen.
Gerade die deutlich verbesserte WLAN Abdeckung in den letzten Jahren sehe ich aber eher als eine verschwenderische Doppelabdeckung. Egal ob es jetzt um Schulen, Hochschulen oder nur Gastronomie und Einzelhandel geht.

Wenn ich an die Kernzeit der Internetznutzung so 2008-2014 hatte ich vorallem zwei Probleme. Erstens das es in vielen Kleinstädten und sogar in Grosstädten abseits der Kernzonen und Hauptverkehrswege oft keine UMTS geschweige den LTE Versorgung gab sondern nur GSM mit GPRS oder EDGE was eigentich nahezu unbrauchbar war. Und dann das man nur zu bezahlbaren Preisen nur so 250MB bis 2GB Datenvolumen bekommen hat was nie gereicht hat. Obwohl man nur relativ selten Datennnutzung machen konnte war man die meisten Monate doch so 3-10 Tage in der Drosselung. Da wäre WiFi Abdeckung echt Gold wert gewesen.

Aber heute: Es gäbe fast überall WiFi aber ich will es garnicht mehr nutzen. Denn WiFi Nutzung verbraucht ja etwas mehr Akku als LTE / 5G Mobilfunkdatennutzung und auch die funktioniert mittlerweile so gut wie überall ganz passabel. Und heute bekommt man ja bei jedem Anbieter so mindetens so 32GB bis 40GB billig nachgeworfen von denen man eh nur so 12GB bis 25GB verbraucht und den Rest dem Anbieter schenkt.
 
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Martyn schrieb:
Denn WiFi Nutzung verbraucht ja etwas mehr Akku als LTE / 5G Mobilfunkdatennutzung und auch die funktioniert mittlerweile so gut wie überall ganz passabel.
Du scheinst nicht viel in Deutschland unterwegs zu sein. 5G ist stellenweise ziemliche Mangelware, erlebe ich fast täglich in der Bahn.

Übrigens ein gutes Beispiel warum man so ein Thema nicht dem Markt überlassen kann. Deutschland ist als eine der führenden Industrienationen beim Internet weltweit auf Platz 60.
 
Teilweise ist ja 4G besser als 5G, wenn bei 4G viele Frequenbänder ausgebaut sind, aber 5G nur Low-Band ist.

Klar ist die Datenrate und die Latenz nicht immer vorbildlich, da kann es schon mal sein das man "nur" so 5-9 MBit/s Downstream bei immerin 11-16 MBit/s Upstream hat was ein deutliches Überlastungszeichen ist und auch so 45-65ms Latenz und 3-10% Paketverlust.

Aber für die normale Datennutzung reicht es völlig aus.

Ich würde auch sagen das die deutschen Mobilfunknetze bis Herbst 2018 eine Vollkatastrophe waren, aber dann gings langsam aufwärts, und bis Herbst 2021 zur UMTS-Abschaltung haben die deutschen Mittelklasse dann so etwa "europäischen Durchschnitt" erreicht und inzwischen würde ich sagen sind wir bei "gutem europäischem Durchschnitt" angekommen.

Das Problem ist nicht das die Netze noch zu schlecht wären, sondern das Problem ist das es viel zu lang gedauert hat, und vorallem die entscheidende Phase so 2008-2014 komplett verpennt wurde.
 
Bei mir hat meine letzte GSMonly und EDGEonly Station die mich im o2 Netz ziemlich genervt hat in Ludwigsthal im November 2024 verschwunden, hat ein Upgrade auf 4G und 5G bekommen, wobei 5G defacto leider nicht nutzbar ist, aber es reicht mir trotzdem.

Seitdem hab ich eigentlich überall mindestens passables 4G.
 
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