Du musst entscheiden, was du damit machen möchtest. So kannst du z.B. NICHT sagen, dass eine GTX280 die beste Single-GPU und die HD4870 X2 die beste Multi-GPU ist. Das gilt z.B. nur für den Gaming-Bereich. Im Pro-Bereich geht's (u.a.) um Treiber- und Schnittstellensupport. So fallen alle ATI-Karten z.B. beim 3D-Rendering und Compositing raus, weil die kein OpenGL auf dem zweiten Monitor können - berichtigt mich, wenn das mittlerweile funktioniert! Oder sämtliche ATI- und Nvidia-Karten funktionieren nicht, wenn man auf mehr als zwei Monitore angewiesen ist. Dann greift man zu Matrox. Auch wenn die Bildqualität an oberster Stelle steht, geht nichts über Matrox mit 10 Bit Farbtiefe. Ist also nicht alles Schwarz und Weiß.
Und genauso ist es auch bei den Soundkarten. Im Bereich Gaming ist die Auzentech sicherlich top, wobei ich bezweifel, dass man als normal Sterblicher den Unterschied zur Creative hören wird. Im Bereich Audio-Produktion sind es wieder ganz andere Hersteller und Karten. Da geht es u.U. auch nach Ein- und Ausgängen, statt DSP. Teilweise werden ja gar keine Soundkarten benutzt. Der Computer steuert dann über MIDI nur die verschiedenen Sampler und Synthesizer an, die dann den Klang erzeugen. Aufnahme geht auch über externe Geräte.
Dazu muss man natürlich wissen, dass du mit deiner Definition von High-End-Features im Pro-Bereich nicht weit kommen wirst. Von sowas, wie Surroundsound kannst du dich ggf. z.B. verabschieden, wenn es um Musikproduktionen geht, die nicht auf 5.1 oder 7.1 abgemischt werden. Dafür hast du kristallklaren Stereosound. Aber auch da braucht man unbedingt die passende Ausgabe, Umgebung und natürlich das Gehör, um da einen Unterschied zu hören. Viele Amateure denke ja, je lauter der Bass und je schreiender die Höhen, desto besser. Wenn du mal eine sehr teure Hifi-Anlage hörst, wirst du überrascht sein, wie flau das ggf. klingt, weil man als Endkonsument nur Loudness und überkomprimierte (nicht MP3, sondern Pegel-Kompression) Musik aus den Charts kennt. Bei einer teuren Hifi-Anlage geht es vor allem darum, die Musik so neutral wie möglich abzubilden. So, wie der Musiker es auch komponiert hat.
Nicht, dass ich mich jetzt hier zum Pro machen will - im Gegenteil -, aber ich hab seit fast 15 Jahren einen alten, aber sehr guten Technics-Stereoverstärker. Vor gut 10 Jahren habe ich da die Nahfeld-Monitor Reveal von Tannoy angeschlossen. Ich habe damals noch selbst Musik gemacht und deshalb hab ich mir die geholt. Die sind spitze, aber auch nicht Highend. Kommen aber umgerechnet auch ihre 600 € pro Stück. Damals hatte ich ne teure Terratec-Karte im Rechner - damals, wo Terratec noch gute Einsteiger- und Amateur-Audiokarten gemacht hat. Heute ist es eine X-Fi, weil die auch gut klingt und beim Gamen und Filme gucken mehr bringt
Anyway, vor gut einem halben Jahr war ich auf der Suche nach einer neuen Film-Ausstattung für's Wohnzimmer (Receiver, HTPC, LCD, usw.). Meine alte Technik bleib am Arbeits-PC. Ich brauchte einen AV-Receiver (Audio/Video) mit HDMI-In und -Out, weil ich Filme und Audio digital aus meinem HTPC übertragen wollte. Ich wollte aber keine Surroundsound-Anlage haben, weil ich keine 8 Boxen im Zimmer verteile und über Kabel stolpere. Außerdem ist Surroundsound bei Musik doch eher die schlechte Wahl. Also Stereo-AV-Receiver mit HDMI 1.3 wird gesucht. Gibt's nicht! Nur Surround. Also hab ich sämtliche Alternativen durchprobiert: Von Stereo an Surroundsound über Bi-Amping an Surround bis Analog-Stereo für 1.500 €. Meinst du, eine der mit vorgeführten Anlagen-Kombinationen kam in etwa meiner alten Kombi nahe? Forget it! Mit Mühe und Not habe ich dann ein System zusammen gestellt, was wenigstens nicht übel klingt.
Was will ich damit sagen? Was man heutzutage an Hifi-Müll im Konsumer-Bereich für teures Geld angedreht bekommt, ist wirklich schlecht. Die teuersten Sachen, die man in normalen Geschäften (Saturn, Mediamarkt, etc.) kaufen kann, sind das Minimum, was man an Hifi stellen sollte. Das ist aber auch verständlich. Ganz dumm gesprochen: Während früher ein Stereo-Verstärker aus einer Endstufe und ein paar Kondensatoren bestand - ein bisschen laut und leise, vielleicht ein kleiner EQ ... That's it! -, sind heutzutage mehrere Endstufen drin, mehrere DSPs am Werkel ... Im Prinzip ein Computer. Und das ganze eigentlich genauso teuer, wie damals. Von teureren Rohstoffen mal ganz zu schweigen. Was passiert also? Die Hersteller sparen, wo sie nur können. Das ist im Prinzip OK. Nur gewöhnen wir uns daran. Musik muss laut und fett klingen, damit der Kunde, der durch's Regal streift aufmerksam wirkt, weil die Anlage anders klingt. Das Gleiche gilt z.B. auch bei LCD-TVs und PC-Monitore. Je satter die Farben, desto besser. Aber so sieht es in der Realität nicht aus! Auf der anderen Seite wird die Chartmusik qualitativ immer schlechter produziert. Und der Mensch gewöhnt sich daran. Wie auch beim Essen! Ohne Geschmacksverstärker und Zuckerzusatz schmeckt's fade. Wenn der Fachmann von Dynamik und kristallklaren Höhen spricht, denkt Otto-Normal-Verbraucher "Warum ist das so leise?", "Wo ist der Bass?".