Die Linke im Landtag Bremen als Alternative

@olly3052

Ich meine die "Linken" in Form von die "Linke.PDS" um die es hier geht.
Da die Therminologie im Bezug auf das Renteneintrittsalter bei der PDS durch die Bank weg die selbe ist und sich niemand in der Partei gegen diese Parolen stellt ist davon auszugehen, dass es alle Linken sind die anscheinend nicht rechnen können oder wollen.
Schweigende Mitläufer werden hier absichtlich mit einbezogen. Denn durch ihre Mitgliedschaft in der Linken.PDS unterstützen sie die Aussagen der Parteigenossen so lange wie sie nichts gegen diese Aussagen vorbringen.

Ich kann ruhig von "man erkennt" sprechen, da die vorgebrachten Argumente für sich betrachtet keinerlei Wertung enthalten. Wenn dich diese Wortwahl allerdings stört werde ich in Zukunft drauf achten ...

Alphamenpower61 schrieb:
Das ist doch logisch, du hast doch Gehirnzellen oder ?

Lasse ich erstmal unkommentiert ... soll sich jeder seinen Teil denken.

Alphamenpower61 schrieb:
Wenn ich mit 63 in Rente will, muß ich 4 Jahre lang, je Monat mit 0,3% Abzüge rechnen, früher waren das nur 2 Jahre lang. Jetzt erzähle mir, das wäre keine Kürzung

Falsch, und somit gebe ich die Frage aus meinem vorhergehenden Quote gerne zurück.

Die erhaltene Leistung berechnet sich über den Gesamten Betrag während der Bezugsdauer.
Das ist nichts wozu man eine "Meinung" haben kann. Das ist simpelste Mathematik!

Alphamenpower61 schrieb:
Sag das mal einem, der mit 67 erst in Rente gehen darf und dann mit 70 stirbt.

Trauriger Einzelfall. Heute gibt es Menschen die erst mit 65 in Rente gehen und mit 66 sterben. Und es gibt sogar Menschen die bis zum Alter von 64 fleißig in die Kassen einbezahlt haben und dann kurz vor dem Eintritt in die Rente sterben. Soll alles vorkommen. Und wie man es dreht und wendet, es wird immer jemanden geben den es besser trifft und jemanden den es schlechter trifft.

"That's Life"

Eine nüchterne und objektive Beurteilung kann somit nur anhand der statistischen Kennzahlen erfolgen, die solche Emotionsgeladenen Einzelfälle heraus filtert.
Und da es für eine erfolgreiche Regierung zwingend erforderlich ist als erstes das Wohl der Gesellschaft zu sehen muss eine gute Politik in erster Linie auf die Gesamtheit abzielen.

Wenn sich eine Frau Merkel vor einem Wirtschaftskonkress oder so ähnlich, aufs Podium stellt und verkündet " mir Ihr gäbe es keinen flächendeckenden Mindestlohn" ist das neoliberale Ideologie !

Könnt ihr mal aufhören alles, was euch nicht passt als neoliberal zu bezeichnen?! Gibt es noch ein anderes Wort?!

Wenn frau Merkel eine solche Aussage trifft, dann bringt sie dafür handfeste und sachliche Gründe vor, die über das Stadium der ideologischen Grundüberzeugung weit hinaus gehen. Ferner habe ich niemals behauptet, dass es nicht auch bei CDU, SPD und FDP sowas wie Ideologie gäbe. Allerdings haben diese Parteien erkannt, dass es weit mehr als nur Ideologie gibt. Und das man politische Ziele in erster Linie unter Beachtung der gegebenen Realität definieren muss.
Ideologie ist dort bestenfalls eine Richtung, keinesfalls aber eine Marschroute.


Schon wieder so eine neoliberales hohles Argument,

Der Knaller ... wer hier wohl die hohlen Argumente ohne Inhalt und sachlichen Tiefgang liefert ... :lol:

Aber Hauptsache diese böse Welt ist neoliberal ...

Kannst du eigentlich mal erklären, was so schlecht am Neoliberalismus sein soll?

Tiu schrieb:
Wenn -->heute<-- schon lediglich 1/3 der Erwerbstätigen es schaffen bis zum 65. Lebensjahr zu arbeiten, wieviele werden es dann bis 67 schaffen?
Das ist also keine Kürzung?

Nein, denn die Bezugsdauer wird trotzdem steigen. Was die Kürzungen die zwar relativ vorhanden sind im absoluten wieder ausgleicht.
Es wird also weiterhin zu einer effektiven Rentensteigerung kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Keshkau@
so funktioniert das nicht.

Wir haben viele Kollegen, die aus dem weiteren Umfeld, also 70/80 kilometer hin- und zurück herkommen. Sollen die alle weniger für die gleiche Arbeit bekommen, nur weil Sie ländlicher und billiger wohnen ?
Du vergißt die Anfahrtskosten.

Oder
ich ziehe um in eine teurere Stadt.
Krieg ich dann auch direkt mehr Lohn ?

Ich glaube, diese Debatte wird auch zu nichts führen.

@Dadalus@
Mein Beileid, dir ist leider nicht mehr zu helfen.

Wenn ich von meiner eingezahlten Rentensumme, einen Monatsbetrag X habe, und dann noch z.B. 48 x 0.3% abgezogen bekomme, was hat das mit meiner Bezugsdauer zu tun ?
Wenn ich mit 70 sterbe, wars das mit meiner Bezugsdauer, also kann das nicht als rechnerische Basis angezogen werden.
Man hat einfach versucht, unlogischerweise einen Grund für Rentenkürzungsorgien zu suchen.

Nein, denn die Bezugsdauer wird trotzdem steigen. Was die Kürzungen die zwar relativ vorhanden sind im absoluten wieder ausgleicht.
Es wird also weiterhin zu einer effektiven Rentensteigerung kommen.
Klar, wenn ich jeden Monat z.B. 200 EUR weniger bekomme, ist das eine Rentensteigerung ? Ha ha

Du vergisst dann noch die Kürzung durch die neue Berechnungsformel.
Ist das auch eine Rentensteigerung ?

Hast sonst noch Witze drauf ?

Ich klinke mich hier aus, das wird mir auf Dauer zu Bunt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Daedalus schrieb:
Nein, denn die Bezugsdauer wird trotzdem steigen. Was die Kürzungen die zwar relativ vorhanden sind im absoluten wieder ausgleicht.
Es wird also weiterhin zu einer effektiven Rentensteigerung kommen.

Wie denn? Die Einheitsrente/Grundrente kurz über dem Sozialhilfesatz ist doch schon heute mehr als absehbar. Es ist doch lediglich ein zeitlicher Spielraum den man sich auf dem Buckel der Arbeitnehmer durch die Anhebung des Eintrittsalters verschafft hat.
 
Bevor alle aneinander vorbeireden:

Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert Neoliberalismus wie folgt:

"Denkrichtung des Liberalismus, die eine freiheitliche, marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung mit den entsprechenden Gestaltungsmerkmalen wie privates Eigentum an den Produktionsmitteln, freie Preisbildung, Wettbewerbs- und Gewerbefreiheit anstrebt, staatliche Eingriffe in die Wirtschaft jedoch nicht ganz ablehnt, sondern auf ein Minimum beschränken will.

Die Ideen des Neoliberalismus, dessen führender Vertreter in Deutschland Walter Eucken (*1891, †1950) war, basieren zum großen Teil auf den negativen Erfahrungen mit dem ungezügelten Liberalismus des Laissez-faire im 19.Jahrhundert, als der Staat die Wirtschaft komplett dem freien Spiel der Marktkräfte überließ. Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft sind deshalb aus Sicht des Neoliberalismus dann gerechtfertigt und notwendig, wenn sie z.B. das Marktgeschehen fördern und die Bildung von Monopolen oder Kartellen verhindern, Konjunkturschwankungen ausgleichen oder dem sozialen Ausgleich dienen. Die deutsche Variante des Neoliberalismus wird auch als Ordoliberalismus bezeichnet. Die angelsächsische Variante mit ihrem Hauptvertreter Friedrich August von Hayek (*1899, †1992) setzt mehr auf die Selbststeuerung der Marktwirtschaft.

Die meisten Wirtschaftsordnungen der westlichen Industrienationen, so auch die soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland, basieren heute auf den grundlegenden Prinzipien des Neoliberalismus."

Nun wird das Wort Neoliberalismus von einigen Diskussionsteilnehmern quasi als Schimpfwort benutzt. Ob das angebracht ist, mag jeder für sich selbst entscheiden. Handfeste Argumente wären mir jeweils lieber als Pauschalierungen.
 
Ich bin selbst auch kein Fan der Linkspartei oder der PDS, aber wenigstens sprechen sie einige Sachen an, die einfach von der bürgerlichen Gesellschaftsordnung übergangen, verschönigt oder einfach als positiv dargerstellt werden. Auch wenn sie keine richtigen Konzepte haben bewirken sie vielleicht durch ihre Präsenz ein klein wenig Umdenken bei den Etablierten Parteien. Der Ausspruch allerdings, die Linkspartei sei vom gleichen politischen Schlage wie die NPD ist schwachsinnig.

@Keshkau
Soll man sich der Definition des Neoliberalismus nur anschließen weil es von der Bundesanstalt für politische Bildung so vorgegeben wird?...Ich finde, gerade weil durch die Definitionen der Bundesanstalt für politische Bildung eine bürgerliche Polit-Ordnung etabliert werden soll, ist es angemessen sich ihren Definitionen nicht anzuschließen, weil gerade der Neoliberalismus überhaupt aus einer bürgerlichen Gesellschaftsordnung entstehen konnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Diskussion um die Rentenrechnung, die da oben aufgemacht wurde, verstehe ich auch nicht. Da bekommt jemand regulär eine Rente in Höhe von 1000 Euro mit 67 Jahren und geht nun 48 Monate früher in den Altersruhestand. Pro Monat werden ihm 0,03 Prozent abgezogen. Das macht 48 Monate x 3 Euro/Monat = 144 Euro. Die Rente sinkt also von 1000 Euro auf 856 Euro.

Wenn der Rentner diese Rente aber schon ab dem 63. Lebensjahr bezieht, dann kommen bis zum 67. Lebensjahr schon 48 x 856 Euro = 41.088 Euro an Rentenzahlungen zusammen. Mit 67 fließt die Rente weiter, jedoch auch nur mit 856 Euro pro Monat statt mit 1000 Euro.

Jetzt braucht es noch 41.000 : 144 = 285 Monate (knapp 24 Jahre), bis die Rechnung wieder ausgeglichen ist und die Vorauszahlungen (63. bis 66. Lebensjahr) durch die Rentenkürzung (ab dem 67. Lebensjahr) aufgebraucht sind.

Wo bitte bleibt da eine Rentenkürzung übrig?

=====================

@th3o
Du kannst auch Wikipedia bemühen: http://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus
Oder das: http://www.studis-online.de/HoPo/art-503-neoliberalismus.php
Oder das: http://neo.liberalismus.at/hintergrund.html

Mir geht es darum, dass hier einige in jedem zweiten Satz das Wort "neoliberal" verwenden ohne zu sagen, was sie damit meinen. In einem anderen Thread habe ich anhand von Wikipedia bereits grundsätzliche Positionen genannt und gefragt, was daran so grundverkehrt oder verwerflich sein soll. Siehe bei Wikipedia unter der Überschrift "Elemente neoliberaler Politik" z. B. die Punkte Stabilitätspolitik, Deregulierung, Steuerpolitik und Vermachtung. Geantwortet hat mir in dem Thread natürlich niemand.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok für die Matheässer hier mal ein Berechnungsbeispiel:

Heute:

- Renteneinstiegsalter ohne Abzüge mit 65
- Renter A geht mit 63 in die Frührente. Dafür erhält er pro Monat einen Abschlag von 0,3%
- Die berechnete Rente für das Eintrittsalter 65 liegt bei 1500€
- Rentner A wird 71 Jahre alt

Seine Monatsrente liegt, aufgrund des frühreren Renteneintrittsalters bei: 1500€*(100-(0,3*24))%=1392€ im Monat.

Renter A lebt vom Renteneintritt an noch 8 Jahre (also 8*12 Monate)
Daraus errechnet sich eine Gesamtleistung von 133.632


Nun die Entwicklung bis zum Jahr 2029. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird um 3 Jahre steigen. Da der Rentner A unser Beispiel ist, wird auch er 3 Jahre älter werden (Also 74 Jahre alt).
Zudem steigt das Renteneintrittsalter um 2 Jahre. Also steigen auch die Abzüge für die Frührente mit 63.

Berechnung der Monatsrente:
1500€*(100-(0,3*48))% = 1284€

Berechnung der Gesamtleistung aus den Rentenkassen:
1284€*11*12=169.488€

Wohlgemerkt: Renter A dient als Beispiel, die Zahlen entsprechen ungefähr den statistischen Kennzahlen für Deutschland

Es ergibt sich also eine Differenz von 35.856€

Das macht (trotz Erhöhung des Renteneintrittsalters) eine Rentenerhöhung von 26,83%

@th3o:

Es ist doch wohl unbestreitbar, dass ein Begriff wie der "Neoliberalismus" definiert werden muss, damit jeder der darüber spricht weis worum es eigentlich geht. Die von Keschkau vorgetragene, von der Bundeszentrale genannte, Definition deckt sich im Kern mit allen anderen mir bekannten Definitionen aus diversen Lexika.
Wenn man seine Definition nicht gerade "dem Handbuch für den Sozialisten" entnimmt, so trifft die bei der Bundeszentrale genannte Definition ziemlich genau das, was unter Politikwissenschaftlern anerkannt ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
th3o schrieb:
Ich bin selbst auch kein Fan der Linkspartei oder der PDS, aber wenigstens sprechen sie einige Sachen an, die einfach von der bürgerlichen Gesellschaftsordnung übergangen, verschönigt oder einfach als positiv dargerstellt werden. Auch wenn sie keine richtigen Konzepte haben bewirken sie vielleicht durch ihre Präsenz ein klein wenig Umdenken bei den Etablierten Parteien.

Dem stimme ich 100%ig zu. Und in Zeiten wo die SPD und CDU schon fast nicht mehr voneinander zu trennen sind könnte sich diese Linkspartei evtl. zu einer Alternative mausern. Dazu braucht es aber definitiv noch sehr viel Zeit ;)
 
Der Daedalus schrieb:
Ich meine die "Linken" in Form von die "Linke.PDS" um die es hier geht.
Ich ebenso. Da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt.

Der Daedalus schrieb:
Da die Therminologie im Bezug auf das Renteneintrittsalter bei der PDS durch die Bank weg die selbe ist und sich niemand in der Partei gegen diese Parolen stellt ist davon auszugehen, dass es alle Linken sind die anscheinend nicht rechnen können oder wollen.

...gehst Du davon aus, daß....
Ist es so schwierig zu begreifen, was ich Dir schreiben möchte?
Merkst Du selber nicht mehr, wie Du Deine Meinung als allgemeingültige Feststellung hinstellst?

Der Daedalus schrieb:
Ich kann ruhig von "man erkennt" sprechen, da die vorgebrachten Argumente für sich betrachtet keinerlei Wertung enthalten. Wenn dich diese Wortwahl allerdings stört werde ich in Zukunft drauf achten ...

Bitte? keinerlei Wertung? Was ist denn das sonst:

Der Daedalus schrieb:
- Parolen sind wichtiger als Inhalte!
- Parolen müssen nur gut klingen, aber nicht durch einen sachlichen Hintergrund untermauert werden!
- Ideologie steht vor dem Verstand!

Wieder einmal allgemeingültige Feststellungen oder doch eher Deine Meinung?
Ja, Du solltest in Zukunft darauf achten.

Gruß


olly
 
Die Argumente stehen vor der Schlussfolgerung ...

Ich erkenne durchaus den Unterschied zwischen meiner Meinung und einem objektiven Faktum ...

Wenn "die Linke.PDS" davon spricht, dass das eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auch gleichzeitig eine Rentensenkung darstellt, dann ist dies mathematisch falsch, gehen wir da so weit konform? Das hat auch wenig (nichts) mit persönlichen Meinungen zu tun ...

Das jemand der Parteimitglied ist und sich nicht gegen die Worte der Parteisprecher stellt auch mit den Aussagen der Parteisprecher konform geht ist eine Annahme die mehr als nur eine subjektive Meinung darstellt, oder siehst du das anders?

Aber verlassen wir das OT ... kannst mir gerne per PM antworten ...

Ferner ist der Begriff "man" doch eher undefiniert.
Ich sagte weder "man muss erkennnen" noch "jeder muss erkennen"
Musst mit "man" unbedingt du gemeint sein? Oder extasy? Oder th3o?
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe ich mich irgendwo auf Deine Äußerung zum Rentenbeitrittsalter bezogen?

Nein!

Den Rest hast Du schon selber gut erkannt, es ist eine Annahme...von Dir.
Da Du ja einen intelligenten Eindruck machst, verstehst Du sicherlich auch, was ich Dir schreibe.

Jetzt kannst Du mir gerne eine PN schreiben, wenn Du die Diskussion noch fortsetzen willst oder glaubst Du im Ernst, daß Du hier wie sonst in den Diskussionen, an denen Du teilnimmst, daß letzte Wort haben wirst?

Wieder ein klares nein!

Back to topic, plz.


Gruß

olly
 
@Alphamenpower61

Ich habe ganz vergessen, Deinen Einwand zur Rentenproblematik (# 58 unten) zu widerlegen.

Das Statistische Bundesamt macht folgende Rechnung auf: Die Erwerbsbevölkerung in Deutschland (20 bis 64 Jahre) umfasst heute ca. 50 Mio. Menschen. Bis zum Jahr 2050 wird in Abhängigkeit von der Höhe der Zuwanderung mit einem Rückgang um 22 bis 29 % gerechnet. Damit dürfte klar sein, dass sich die Anzahl der potenziellen Beitragszahler im Sinkflug befindet, und zwar aus rein demografischen Gründen.

Interessant ist auch der sog. Altersquotient. Das ist der Anteil der Personen ab 65 Jahren bezogen auf die Erwerbsbevölkerung (die 20- bis 65-Jährigen). Er beträgt heute noch 32, im Jahr 2030 steigt er auf mindestens 50 und im Jahr 2050 wird er bei über 60 liegen und sich in etwa verdoppeln. Dann werden 100 Erwerbspersonen für über 60 Rentner in die Rentenkasse einzahlen müssen, rein demografiebedingt. Weitere Infos gibt es hier:

http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2006/p4640022.htm

Vor den Hintergrund dieser Fakten schrieb ich zu den Forderungen der Linkspartei:

In meinen Augen ist z. T. der Protest gegen die Anhebung des Renteneintrittsalters völliger Unfug. Es ist vielmehr erst der Einstieg und ich bin sicher, dass die heute 40-Jährigen eher bis zum 70. Lebensjahr arbeiten werden statt nur bis zum 67. Alles andere wäre überhaupt nicht finanzierbar vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung.

==========================================

@extasy (# 46)
extasy schrieb:
Wer der Meinung ist das die völlig ungerechte Vermögensverteilung zu Lasten derer die dieses Vermögen erarbeiten richtig ist kann natürlich die Parole der "Eigenverantwortung" rausposaunen

Wenn ich das so lese, könnte ich auf den Gedanken kommen, die von Dir angeprangerten Manager seien bereits durch ihre Geburt dazu verdammt worden, später auf Chefsesseln zu sitzen und die Menschheit zu knechten, eben weil sie zur Klasse der Ausbeuter gehören.

Vielleicht läuft es aber anders ab, z. B. so: Du hast in der Grundschule einen Klassenkameraden, der ein helles Köpfchen zu sein scheint. Ihr besucht später beide das Gymnasium, wo er sich als Streber entpuppt. Während Du nach dem Abitur eine Berufsausbildung absolvierst, geht Dein ehemaliger Schulkollege zur Uni und macht dort einen Prädikatsabschluss. Er hat aufgrund seiner guten Leistungen die Möglichkeit, seinen Doktor zu machen. Anschließend wechselt er als Trainee in einen Konzern und erhält nach einem Jahr sein erstes größeres Projekt. Weil das Projekt unter seiner Leitung erfolgreich verläuft, wird ihm die Stelle eines Bereichsleiters angeboten. Nach zwei Jahren hat er sich auch dort bewährt und steigt zum Assistenten der Geschäftsleitung auf.

Irgendwann schafft er es bis in den Vorstand und gehört plötzlich zu den von Dir gefürchteten Ausbeutern. Aber diese Leute fallen nicht vom Himmel, sie machen nur ihren Job, genau wie Du, der Du in der Zwischenzeit vielleicht irgendwo als Sachbearbeiter oder Ähnliches gelandet bist.

In den beiden skizzierten Lebensläufen steckt jeweils Eigenverantwortung und Eigeninitiative. Jeder macht das, was er am besten kann und verwendet darauf so viel Energie wie er möchte. Das Ergebnis ist individuell unterschiedlich, ebenso unterscheiden sich der Erfolg und die Bezahlung. Es geht hier um Einkommensunterschiede, aus denen natürlich auch Vermögensunterschiede resultieren können, aber nicht müssen.

Ich weiß nicht, ob man diese Verhältnisse grundsätzlich verteufeln muss, indem man sie kapitalistisch oder neoliberal oder sonstwie tituliert.


extasy schrieb:
So wie die Teilung Europas und die Mauer heute Vergangenheit ist wird sich irgendwann auch der Kapitalismus überleben und als ein schlimme Verirrung in der Menschheitgeschichte gelten.

Der bisher erreichte Lebensstand für die (gesamte!) Bevölkerung in Deutschland lässt die Errungenschaften des Kapitalismus insgesamt doch recht angenehm erscheinen, finde ich.


extasy schrieb:
Niemand der einigermaßen bei Verstand ist kann leugnen das ein System was nur auf die optimale Ausbeutung von Mensch und Natur zugunsten einer besitzenden Minderheit ausgerichtet ist kann nur auf Dauer in den Untergang führen.

Die Ausbeutung der Menschen ist ein Märchen, zumindest hierzulande. Selbst im Mutterland des Kapitalismus treibt das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern z. T. ebenfalls ganz exotische Blüten, etwa beim US-Elektroanbieter Best Buy.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt gleich werde ich bestimmt die verbale Keule über den Schädel kriegen wenn ich die folgenden Sätze nieder schreibe.....

Ich werde nicht mehr wählen gehen,ich will von meinem achso wertvollen Recht keinen gebrauch mehr machen. Als ich bei der letzten Bundestagswahl meine Stimmen den jeweiligen Partein anvertraut habe,dachte ich allen ernstes das die betreffende Partein sich dafür einsetzen wofür ich sie gewählt habe. Das ist aber in einem derart unzureichendem MAß geschehen das es mir mittlerweile egal ist was die Partein treiben.
Ich rege mich auch nicht mehr darüber auf ,weil die Politik nur noch das macht was sie will.

Ich glaube Adenauer hat es ganz vortrefflich gesagt"was juckt mich was ich vor 4 Wochen gesagt habe".

Ja ich bin "Demokratieverdrossen" ! Schämen muß ICH mich dafür aber nicht,sehr wohl aber die Politiker.
 
Sagen wirs mal so, so verbessert man das Ergebnis von Randgruppen, aber vorrangig schadet man damit seiner Generation - weil so die Rentner und Reichen die einzigien Gruppen bleiben, für die man Politik machen muss, weil nur diese wählen gehen.

Auch wenn ich dich verstehen kann, finde ich dennoch dass man deshalb nicht den Wahlen fernbleiben darf.
 
@keshkau
Kein Linker wird bestreiten, dass die materiellen Lebensverhältnisse im Kapitalismus von heute besser sind als die von vor 100 Jahren. Aber dieser gestiegene Standard gilt ja nicht nur für die Arbeiter- und Angestellenklasse sondern zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Den Unternehmern und allgemein Reichen heutzutage geht es im Verhältniss zu den Arbeitern und Angestellten nachwievor um Klassen besser. Am Verhältniss und an der Veräußerung der Arbeiter durch ihre Arbeit hat sich absolut nichts verändert. Es ist doch klar, dass eine auf Profit ausgerichtete Wirtschaftsordnung es sich niemals leisten könnte seine Arbeiter und Angestellten im gleichen Lebensstandard zu halten wie vor 100 Jahren. Das würde doch keiner mitmachen. Also besteht dahinter doch sehr wohl Gewinnmaximierungskalkül wenn man den Arbeitern und Angestellten "bessere" Lebensverhältnisse zugesteht. Das Ziel von alldem besteht einzig und allein darin die Arbeiter und Angestellten zu befrieden damit sie nachwievor ihre Arbeitskraft zu Markte tragen.
Dass die Menschen heute in weit stärkerem Maß durch Kulturindustrie, Konsumgüterindustrie und Medien beeinflußt, gar manipuliert werden und ihnen die "Errungenschaften" des Kapitalismus schmackhaft gemacht werden als Betäubungsspritze, all das ist offensichtlich. Aber dass es den Kapitalisten genau darum geht können sie schlecht zugeben.
 
th3o schrieb:
Dass die Menschen heute in weit stärkerem Maß durch Kulturindustrie, Konsumgüterindustrie und Medien beeinflußt, gar manipuliert werden und ihnen die "Errungenschaften" des Kapitalismus schmackhaft gemacht werden als Betäubungsspritze, all das ist offensichtlich.

Mensch, hätte ich doch in der guten, alten DDR gelebt. Dann wären mir die Errungenschaften des bösen Kapitalismus nicht jeden Tag vor die Nase gehalten worden. Ich hätte brav 10 Jahre auf meinen Trabant gewartet und hätte mir eine althergebrachte Betäubungsspritze gesetzt.

Vielleicht ist es genau anders herum. Die Arbeiter und Angestellten lassen es sich gut gehen. Sie rennen nach 38 Arbeitsstunden zur Stechuhr und lassen ihre Chefs bis zu 60 oder 70 Stunden in der Woche arbeiten. Der dazugehörige Frust der angeblichen Ausbeuterklasse wird anschließend mit übermäßigem Wohlstand übertüncht, was deren Wahrnehmung vernebelt und dazu beiträgt, sie in ihrem Arbeitsjoch gefangenzuhalten.


192.168.1.1 schrieb:
Die Linkspartei ist doch überhaupt keine politische Kraft, das sind einfach nur Heulsusen die zwar "alles voll doof" finden, aber niemals eigene Lösungs- oder Verbesserungsvorschläge haben, die man ernst nehmen könnte.

Nun ja, zumindest die oben aufgeworfene Finanzierungsfrage in Bezug auf die Beibehaltung des Renteneintrittsalters ist mal wieder stillschweigend umschifft worden. Ebenso wie viele andere offene Fragen zum Parteiprogramm. Das scheint System zu haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
keshkau schrieb:
die Beibehaltung des Renteneintrittsalters ist mal wieder stillschweigend umschifft worden.
In etwa so, wie die bisherigen Regierungen dr letzten 30 Jahre die Frage auf die weitere Finanzierbarkeit des Rentensystems umschiffen mit immer neueren Rentenkürzungen, Beitragsanhebungen und in Zukunft eben zusätzlich durch Erhöhung des Eintrittalters?
 
@Keshkau
Mensch, hätte ich doch in der guten, alten DDR gelebt. Dann wären mir die Errungenschaften des bösen Kapitalismus nicht jeden Tag vor die Nase gehalten worden.

Hehe, nee da hätte man Dir tagtäglich stattdessen das Böse am Kapitalismus unter die Nase gehalten. Nie den "Schwarzen Kanal" gesehen?`- Die DDR Antwort auf "Kennzeichen D". :p
Der Haken an der ganzen Geschichte war, die DDR war kein Sozialismus, es war Staatskapitalismus- oder geschönt gesagt real existierender Sozialismus. ^^
 
@Tiu
An Deinem Vergleich kannst Du ablesen, wie es um das Diskussionsniveau der von mir kritisierten Thread-Teilnehmer bestellt ist. Norbert Blüm hat sich davor gedrückt, die Wahrheit zu sagen. Aber deshalb muss man ihm nicht nacheifern.

Es ist so leicht zu sagen, dass man jedem schlecht bezahlten Arbeitnehmer einen Kombilohn-Zuschuss garantieren oder die Zahlungen für Hartz IV aufstocken möchte. Und auch den Rentner kann man versprechen, dass sie in Zukunft keine Abschläge hinzunehmen brauchen, wobei gleichzeitig die Beiträge zur Rentenversicherung stabil bleiben sollen.

Aber wenn man einfach mal die Rechnung aufmacht, was es z. B. jährlich kosten würde, etwa 5 Mio. Menschen monatlich mit 150 Euro zu unterstützen (egal ob durch die oben genannten Beispiele oder in Form von Kindergled bzw. durch die Finanzierung von Kindertagesstätten), dann stellt sich zwangsläufig die Frage, woher diese Milliarden Euro kommen sollen.

Und diese Kernfrage wurde in diesem Forum praktisch noch nie zu meiner Zufriedenheit beantwortet.
 
Zurück
Oben