Die Linke im Landtag Bremen als Alternative

Um die Kurve zum Topic zu kriegen: An Deinem Subventionsbeispiel siehst Du, wie schnell sich Schieflagen einstellen können, wenn der Staat versucht, in guter Absicht zu beeinflussen. Ich habe mir um 20:15 Uhr sogar die Sendung auf SWR angeschaut ("Die Lohnsklaven"). Da ging es z. B. um die privaten Jobvermittler, die von der Arbeitsagentur im Erfolgsfall bezahlt werden. Da hat sich ganz schnell ein Abzockermarkt entwickelt, der zu Lasten der Beitragszahler geht, auch wenn das nie beabsichtigt war.

Und nun möchte die Linkspartei am liebsten die Zügel in die Hand nehmen und zahlreiche Bereiche wieder "von oben" regeln. Ob das gutgehen kann?
 
Das ist ja eben auch ein Problem. Vieles ist gut gedacht, bloß scheiße umgesetzt, nicht zu ende gedacht oder eben halbherzig umgesetzt. Was ich aber noch viel schlimmer finde ist, dass man in vielen Bereichen weiß das es scheiße ist und trotzdem nichts unternimmt. Wie lange redet man schon davon das man den staatlich subventionierten Arbeitsplatzabbau nicht mehr steuerlich fördern möchte? Doch wer tut was?
 
Die meisten Deutschen (damit meine ich meist die in Deutschland lebenden Menschen, aber das ist so lang) sind meiner Meinung nach noch nicht in der Realität angekommen. Das betrifft fast alle Bereiche: Politik, Gewerkschaften, Bevölkerung, teilweise sogar die Unternehmen.

Man muss erkennen und schweren Herzens akzeptieren, dass der politische Gestaltungsrahmen, sei es in Bezug auf die Wirtschaft oder auf die Sozialsysteme, an den Landesgrenzen endet. In Frankfurt (Oder) ist nun einmal Schluss, ebenso in Görlitz, in Passau, in Saarbrücken oder in Aachen. Für die Unternehmen und für die Beschäftigten gilt das allerdings nicht. Schließlich sind wir in der EU und es gilt die Freizügigkeit. Die Deutschen haben sich nie darüber beschwert, dass sie ihre Waren ins Ausland exportiert haben, womit den Menschen in den Zielländern indirekt die Jobmöglichkeiten genommen wurden, weil die Güter nicht dort produziert, sondern aus Deutschland importiert wurden (werden mussten).

Nun bekommen wir die Kehrseite dieser Entwicklung zu spüren: In Deutschland verlieren Tausende Schlachter ihren Job und werden durch günstigere Polen ersetzt. Das tut weh. Und der Ruf nach dem Staat wird laut. Aber dem sind mehr oder weniger die Hände gebunden. Das müssen wir noch erst lernen.

Nehmen wir das Beispiel dieser Schlachter. Man installiert einen Mindestlohn und glaubt, das Problem sei ausgestanden. Aber was wird passieren? Clevere Schlachter aus dem Ausland (z. B. die aus Polen) werden sich als Selbstständige anbieten. Da sie nicht angestellt sind, gilt Vertragsfreiheit. Und schon werden die Mindestlöhne für Arbeiter und Angestellte unterlaufen. Das sind typische Umgehungsstrategien, die sofort ausgeschöpft werden und gegen die es überhaupt keine Handhabe gibt.

Die Linkspartei mag also vieles wünschen. Aber es müsste auch durchsetzbar (und finanzierbar) sein. Aber das sehe ich noch nicht.
 
Nun, wenn ich an den Beginn der EG denke, dann sehe ich das wir damals auch starke Länder hatten ( D, F, GB) und ein paar ziemlich arme Länder ( E, POR, GR). Da waren aber die Grenzen noch weitestgehend dicht. Soll heißen, ein spanisches Dachdeckerunternehmen hatte erst gar nicht so ohne weiteres die Möglichkeit nach Deutschland zu kommen und einem Betrieb hier konkurenz zu machen.
Durch EG/EU Fördermittel hat man diese ärmeren Länder erst einmal auf etwa das gleiche Niveau gebracht wie die reicheren Länder.

Heute macht man das aber nicht, Unternehmen aus Polen, Rumänien und Tschechien können ohne weiteres in direkte Konkurenz zu deutschen Unternehmen treten. Das ist ein fataler Fehler, hier hätten die Grenzen zu den neuen Mitgliedsstaaten erst einmal zu bleiben müssen und erst in ca. 20 Jahren, wenn sie sich in etwa auf dem gleichen Niveau befinden aufreisen sollen.

Das gleiche passiert doch im großen Stil durch die Globalisierung. Ich habe wirklich nichts dagegen, aber wie kann man unter solchen Wettbewerbsverzerrungen von einem Freien und vorallem FAIREN Wettbewerb sprechen?
 
Ich für meinen Teil kann nicht verstehen, warum die EU mit solcher Geschwindigkeit erweitert wurde. Wenn Du nach Bulgarien fährst, dann siehst Du vereinzelt noch Pferdekarren durch die Gegend fahren. Da liegen schon Welten zwischen den Mitgliedsstaaten.

Aber was wollen wir uns über Freiheit und Fairness beschweren? Als die Mauer fiel, waren die deutschen Firmen mit die ersten, die sich z. B. in Polen breitgemacht haben. Da konnte man gut Geld verdienen und das war ok für uns. Jetzt schlagen die Osteuropäer mit ihren eigenen Waffen zurück. Wer will es ihnen verdenken?

Und auf globaler Ebene? Schau Dir nur einmal die Staaten in Afrika an. Wollen wir wirklich, dass die Menschen dort Endprodukte herstellen und nach Europa verkaufen? Bloß nicht! Wir dagegen möchten nach Möglichkeit alles dorthin absetzen, was möglich ist. Aber die Globalisierung ist keine Einbahnstraße. Die Europäer bekommen das allmählich zu spüren.
 
Nun, wenn man die Asiaten ausgelutscht hat, wird man das gleiche Ding mit Afrika erneut aufziehen, vielleicht sind wir bis dahin in Europa bitter arm und man verlegt das gleiche Spielchen dann von Afrika wieder nach Europa zurück ;)
Ist doch ein schönes Wirtschaftskarussel, oder?
 
Entweder nehmen wir die Einladung zu dieser Karusselfahrt an ("Jetzt schnell zusteigen, es sind noch Plätze frei!") oder wir beherzigen meinen Ratschlag aus # 42:

keshkau schrieb:
Die Forderungen der Linkspartei können nur dann Realität werden, wenn man eine große Mauer um Deutschland herum baut, alle Grenzen schließt und auf eine reine Binnenwirtschaft umstellt.
 
Also wenn ich heut wählen müsste, würde ich auch die Linke Partei wählen - die einzigste wahre Alternative.

Man kann nur diese Wählen, wenn man gegen den Kapitalismus (wie ich) bin.
Den ich mag es nicht, wenn Menschen für andere Menschen ausbluten müssen.


CDU - zu kapitalistisch.
SPD - rutsch zu sehr nach rechts, dass bald die CDU von der Bank rutscht.
FDP - Spasspartei - sagt schon alles.
NPD/DVU - ist nunmal ne Minderheit und hat eh keine Chance.
 
@Tiu:

Nun ich sehe die Globalisierung irgendwie anders. Unfair ist es höchstens, wenn man nach Afrika schaut und sieht wie dort z.B. von Shell ganze Landstriche verwüstet werden. Oder in Indien, wo Coca Cola mal schnell einen ganzen Landstrich in die Dürre treibt, weil alles Wasser für die Abfüllung ihrer Getränke benötigt wird.

Doch das sind, bevor jetzt hier wieder die Linke Fraktion in die Bresche springt, keinesfalls Probleme die der Kapitalismus erzwingt. Es ist ein Auswuchs des Kapitalismus. Es liegt eben daran wie wir ein kapitalistisches System ausgestalten. Unternehmen wie Shell und Coca Cola kann man gezielt abstrafen für ihre Handlungen. Dazu braucht es keinen Wechsel zum Sozialismus...

Wo waren wir? Ach ja die Globalisierung ...

Nun jedes Land / jede Region muss sich selbst die Karten legen und schauen wie man sich am ehesten hervorhebt. China mag billig produzieren. Doch dies kann uns Egal sein, wenn wir nur darauf reagieren würden. Zum einen durch eine ganz leichte Absenkung des Lohnniveaus (etwas, was keinem wirklich weh tun wird) und zum anderen durch Qualifikation und Kompetenzen die gerade die Deutsche Wirtschaft immer ausgemacht haben.

Nichts anderes muss jeder Mensch für sich machen. Jeder schaut doch wo seine Fähigkeiten liegen und wie er sich aus der "Masse hervor heben kann". Wer dies schafft, der hat oft gute Chancen auf ein sehr glückliches Leben.

Ich würde so etwas nicht aus Unfair bezeichnen ... Denn der Wettkampf ist im großen und Ganzen doch recht Fair.
 
Vor allem muss man sehen das, auch wenn die Linkspartei nicht in der Regierung ist, schon alleine ihre Erfolge die SPD davon abhält weiter nach rechts zu rutschen. Die Linkspartei ist absolut wichtig um wieder einen einigermaßenen Ausgleich zum Neoliberalismus zu schaffen den die etablierten Blockparteien aus CDU, SPD, FDP und Grüne vertreten. Auf Dauer braucht die SPD den Druck von Links um sie davon abzuhalten nach rechts zu rutschen. Die Linken in der SPD sollten uns eigentlich dankbar sein. Unter uns gesagt, auf Veranstaltungen gibt es ja auch sehr gute Kontakte mit den Linken in der SPD ;);)

Besonders schlimm ist dabei die Rolle der Grünen die noch immer von ihrem Image als quasie "linkes" soziales Gewissen profitieren, aber in wirklichkeit längst im Neoliberalismus angekommen sind. Die abfälligen Äußerungen zu der Friedensbewegung bei den letzten Ostermärschen belegt es vollkommen. Diese Partei hat ihren Erfolg der Friedensbewegung zu verdanken, und wie geht sie jetzt mit dieser um ?

Sicherlich besteht auch bei der Linkspartei die Gefahr hier den "Schachzwängen" nachzugeben und das Beispiel Berlin ist da leider ein recht unrühmliches Beispiel. Trotzdem finde ich es wichtig das der Erfolg der Linken weiter anhält damit der Druck von Links auf die SPD nicht nachlässt. Die nervösen Reaktionen der SPD Führung zeigen wie Recht ich damit habe. Mit Arroganz und Ignoranz jedenfalls wird die SPD uns nicht bekämpfen können.

Eigentlich ist es eine Schande das wir von einer Partei mit den gleichen Wurzeln wie wir so bekämpft werden. Die rechts Konservativen reiben sich dabei die Hände und lachen sich ins Fäustchen angesichts dieser Zwietracht die sie unter den Sozialistischen Arbeiterparteien gesäht haben. Diese Zwietracht war es auch die die Machtergreifung des Faschismus in Deutschland 1933 begünstigt hatte. Währen sich SPD und KPD einig gewesen, so hätte man die Nazis fieleicht verhindern können.

Von dem Keil der zwischen der SPD und der Linkspartei getrieben wurde profitiert nur die konservative Rechte die dadurch die Einheit der Linken verhindert. Tja, die Geschichte wiederholt sich leider.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Daedalus
Mir drängt sich auch der Verdacht auf, dass sich extasy in seinen Beiträgen fast ausschließlich um seinen eigenen Nabel bzw. um "seine" Linkpartei dreht. Jedes Mal lese ich bei ihm diese schwarz-weiße Aufteilung: auf der einen Seite die Rechtskonservativen, Neoliberalen, Kapitalisten, Ausbeuter usw., auf der anderen Seite die Linken, die Durchblicker, die Ausgebeuteten und sowieso die Guten.

Wenn da wenigstens noch etwas Substanz hinter wäre! Aber so? Da widme ich mich lieber dem Demografie-Thread, der kann unter dem Strich deutlich mehr.
 
Na ja, ich gebe ja zu das ich als Parteimitglied manches etwas verbissen sehe. Für mich ist aber der derzeitige Zustand in Deutschland wirklich unerträglich ungerecht.

Ich gehöre beileibe nicht zu denen die zur Zeit diesem Wirtschaftlichen Druck besonders ausgeliefert sind. Ich habe mit meiner Frau zusammen ein recht gutes Einkommen und einigermaßen "sichere" Arbeitsplätze. Ich hätte also gute Gründe mich zurück zu lehen und es mir ganz unpolitisch gut gehen zu lassen. Trotzdem ist für mich Gerechtigkeit ein hohes Gut und Ideal was ich anstrebe.

Der Sozialismus, ist für mich, trotz aller Fehler in der Vergangenheit, die optimale Gesellschaftsform. Wobei ich nicht unbedingt von vorgefassten Theorien ausgehe und auch meine das der "Sozialismus" keine Theoretisch satische Weltanschauung ist sondern sich weiterendwickeln muss. Die Genossen der DKP sehen das sicherlich anders ;)

Daher seht es mir bitte nach wenn meine Meinungen hier dogmatischer klingen als sie in Wirklichkeit sind.
 
Natürlich sind da Parolen .. geeinte Linke wird von den bösen Konservativen gespalten etc.
Und das die KPD und SPD in der Weimarer Republik selbst zusammen nicht genug Einfluss gehabt haben, sie zudem schon verfolgt wurden, und die Verfassung den Extremisten zuviel Spielraum einräumte, ist so meine ich nicht wegredbar.

Und glücklicherweise müssen wir heutzutage weder zuviel Rechts noch Links erleben, es reicht aus der Vergangenheit zu lernen und dann wie im Buddhismus zu versuchen einen Mittelweg zu finden, auf dem hin und wieder mal ein paar Wasserspritzer von den Rändern landen können.
 
@RicmanX
Tja, wer das Offensichtliche nicht mitbekommt der ist natürlich ganz der neoliberalen Lüge der "neuen Mitte" und dem "sozialen Ausgleich" aufgesessen. Und was heist "neue Mitte", gerade die sogenannte Mitte der Gesellschaft ist es doch die am allermeisten zur Kasse gebeten wird und die Steuerbegünstigungen der Reichen und Kapitalgesellschaften finanziert. Die Kunst besteht ja gerade darin dieser "Mitte" zu suggerieren das sie sich von den Linken abzugrenzen hat, ob wohl es gerade die Linke ist die auch ihre Interessen vertritt.

Natürlich profitiert die konservative Rechte davon das sich SPD und die Linkspartei bekämpfen. Und natürlich gibt es entgegengesetzte Interessen die man auch heute noch in "Links" und "Rechts" einordnen kann. Man muss aber wissen auf welcher Seite man steht da wir uns ganz klar in einem Verteilungswettkapf befinden. Den Massen wird aber die Realität in den Medien recht weichgespühlt präsentiert, leider mit großem Erfolg wie dein Beitrag beweist. Das mangelnde Politik und Geschichtsinteresse tut ihr Übriges dazu.

Der unverschämte vergleich der Linken mit dem Faschismus zeigt das man hier nur versucht den Faschismus zu relativieren und zu verharmlosen. Das sieht man am Umgang der Konservativen mit dem heutigen Faschismus. Halbherzige Parolen der Abgrenzung mit der Tollerierung z.B. der NPD unter dem Deckmantel der "Meinungsfreiheit" begünstigt den Faschismus und ermöglicht diesen Feinden der Demokratie die Selbe zu bekämpfen. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Eine Tatsache mit der sich gerade Konservative und Bürgerliche sehr schwer tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da hat extasy schon ganz recht, wenn er den Mittelweg als Augenwischerei darstellt. Dieser Weg wird nur als mittig verkauft und ist es eigentlich überhaupt nicht. Es ist eine Schieflage und indem man diesen Mittelweg geht toleriert man die hier bereits lang und breit diskutierten negativen Tendenzen unserer Gesellschaftsordnung. Darüber hinaus nimmt man immer schön ein moralisches Bad und merkt dabei nicht, dass viele unserer Moralvorstellungen nichts anderes sind als versubjektivierte Gesetze. Aber das ist nun ein anderes Thema...
 
Ich bezweifel, ob die Bezeichnungen wie Links, Mitte und Rechts für die alten politischen „Lager“ noch von Bedeutung sind. Sie stammen aus einer Zeit, in der man noch mit Recht annehmen konnte, daß Politik den wesentlichen Gestaltungsträger innerhalb unserer Gesellschaft darstellt.
Aber ist das der Politik wirklich noch „gestattet“.

Vordergründig erscheint es zur Zeit so, daß der Neoliberalismus die weitgehende Ausschaltung des Staates aus dem wirtschaftlichen Lenkungsprozeß will und auf dem besten Wege ist, dieses Ziel zu erreichen. Was aber wirklich gewollt ist, wird deutlich an deren oberstem Glaubensbekenntnis: "Die Weltprobleme werden dadurch gelöst, daß man der Wirtschaft die Führungsrolle vor der Politik überlässt".

Ich erwarte zwar immer noch von einer sozial und demokratisch ausgerichteten Politik, daß sie ihre Machtposition eben nicht der Wirtschaft überläßt. Diese Zielrichtung ist jedoch weder bei der heutigen SPD, noch bei der CDU/CSU oder FDP zu erkennen. Wen verwundert es denn da, wenn immer mehr Wähler sich an den letzten Strohhalm klammern, den unser Parteienspektrum zu bieten hat. Dabei ist die „Kröte“, die Nachfolgeorganisation der SED mit im linken Boot zu haben, sehr viel leichter zu schlucken, als die Vorstellung, daß in 20 Jahren nicht mehr ein Bundespräsident über die Begnadigung eines zu lebenslänglich Verurteilten entscheidet, sondern der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall oder der Deutschen Bank.

Dieses mag zur Zeit noch lächerlich klingen; das ist es aber leider nicht. Daß jedes Wochenende Zig-tausende in den Signal Iduna Park, in die Commerzbank- , Allianz- oder AOL-Arena - und wie sie alle heißen mögen - wandern, mag für den einzelnen noch zu erklären und deshalb „normal“ sein.
Es wird ja auch als völlig natürlich hingenommen, daß seit 1980 die Aktienkurse weltweit um ca. 400 % gestiegen und die Reallöhne in Deutschland - je nach Statistik - um 10 % gesunken bzw. nur um ganze 17% gestiegen sind. Vielleicht kann man auch logisch erklären, daß es normal ist, wenn der Mensch immer mehr lernen und dennoch weniger verdienen soll.

Mißtrauisch sollte aber eigentlich jeder werden, wenn uns von den „Experten“ aus der Wirtschaft und wöchentlich bei Sabine Christiansen von den Botschaftern des Neoliberalismus eröffnet wird, daß es normal sei, daß die deutschen Arbeitnehmer mit den Lohnempfängern in Osteuropa oder Asien zu konkurrieren hätten. Das zeigt, daß der Druck auf die Löhne und damit auf die abhängig Beschäftigten erst begonnen hat und die Erpressung des Staates mit der Verlagerung von Produktionsstätten weiter funktionieren wird. Denn die Möglichkeit, daß das Lohnniveau der chinesischen Arbeiter sich mittelfristig den westeuropäischen Maßstäben angleichen wird, ist nicht wahrscheinlich.

Wer dabei hofft oder sogar erwartet, daß die Strategie der Wirtschaft vor moralischen Grenzen halt machen wird, sollte sich eines völlig nüchtern vor Augen führen: Wirtschaft braucht Märkte – und Nichts weiter. Keine Demokratie, keine Menschenrechte und noch nicht einmal Frieden.

Und unter dem Zauberwort „Globalisierung“ hat die Politik der Wirtschaft ein schrankenloses Handeln ermöglicht und sich selbst dabei vor die Tür gesetzt.
Ich traue zur Zeit keiner politischen Partei in Deutschland zu, das verlorene Terrain zurückzuerobern..
 
th3o schrieb:
Mal davon abgesehen, dass es für mich ein Proletariat nicht mehr gibt …
Aber im Lafontaine-Thread (#33) hsst Du noch fleißig aus Peter Deckers "Das Prolerariat" zitiert:

th3o schrieb:
Dass es kein Klassenbewußtsein mehr gibt ist einfach ein Verdienst des gestiegenen Lebensstandards in den westlichen Industrienationen. … Im Buch "Das Proletariat" von Peter Decker wird ausführlich dargelegt, wie die Lohnarbeitende Klasse an "ihr gerechtes Ende" gekommen ist dadurch, dass sie sich seit ihrem Anbeginn hat ausbeuten lassen und im Laufe der Zeit sich hat eingliedern lassen in den Produktionsprozess kapitalistischer Bestrebungen. Das Proletariat als solches gibt es allerdings nachwievor, so die These
 
Ja, es gibt noch ein Proletariat mit veränderten Vorzeichen, aber wir sprachen hier die ganze Zeit von einem Proletariat im Marxschen Sinne, also eines, das fähig ist Bewußtsein von sich selber zu erlangen. Und das gibt es nun mal nicht mehr. Daher ja auch passend der Untertitel des Buches, dass das Proletariat an sein gerechtes Ende gekommen ist.
 
Was Marx zu seiner Zeit beobachtet und geschlussfolgert hat, ist heute höchstens noch anatzweise verwertbar. Zu sehr haben sich die Bedingungen geändert. Wenn jemand an sechs Tagen in der Woche täglich 10 Stunden unter den miesesten Bedingungen schuften muss, dann ist er vielleicht froh, dass er es abends noch bis ins eigene Bett schafft und genug zu essen hat.

Aber wo leben wir denn heute? Im Regelfall 38- bis 40-Stunden-Woche, wobei die meisten eiine 5-Tage-Woche haben. Zeit und Muße ohne Ende, Bücher und Informationsquellen ohne Ende. Wer da keine Möglichkeiten sieht, sich ein Bewusstsein auszubilden, ist selbst schuld.
 
Die "Linken" Ansichten von damals waren wichtig auch die ganzen Arbeiterrevolutionen. Aber heute benötigen wird das nicht mehr. Die Welt hat sich gewandelt. Den Deutschen geht es gut, naja außer die paar die von den oberen Zehntausend aufs übelste ausgebeutet werden:freak:

Und wem verdanken wir das? Unserer Staats- und Wirtschaftsform. Also ich verstehe hier manche nicht, die über Ausbeutung der "kleinen Leute" reden und das die Besitztümer ungerecht verteilt sind. Uns geht es eigentlich so gut wie nie, und dann noch immer jammern. Zieht doch nach Afrika und findet dort euer Glück, oder besser nach Nordkorea;)

Eine heile Welt, wie ihr es euch vorstellt, wird es nie geben, weil wir Menschen sind, d.h. wir sind sozusagen automatisch auf Profit/Geld/Macht aus. Manche mehr und manche weniger. So war es und so wird es auch immer sein.
Kommunismus und desen Ableger funktionieren nicht. Da werden die Leute ja noch mehr ausgebeutet/unterdrückt. Und wenn die Linkspartei.PDS mal das Ruder in der Hand hätte wärs aber ganz schnell vorbei mit dem Aufschwung. Wir müssen ja den "armen" Deutschen unter die Arme greifen und dafür kommen natürlich die ganzen Reichen und die bösen Unternehmen auf.

Für mich sind Linkspartei, PDS, WASG usw. nichts außer Wortumdreher und welche die ihre Ideologie nicht mehr rausbekommen und an der Realität vorbeirennen.

Also ganz klar keine Alternative in der Bundes- bzw. Landespolitik.
 
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