Die Unterschicht in Deutschland

@Pzion
Das kommt daher, weil hier zwei unterschiedliche Bereiche zusammengewürfelt werden. Auf der einen Seite steht die „ganz normale“ Familie, die z. B. nach längerer Arbeitslosigkeit von Hartz IV lebt. Die Eltern kennen ihre fixen Kosten und planen ihre Ausgaben mithilfe eines Haushaltsbuches: Wann wird Geld für Schulhefte benötigt? Bis wann muss welcher Betrag für Schuhe bereitstehen? Wie hoch darf die Telefonrechnung ausfallen, wenn man keine Flatrate hat? Wie viel Taschengeld bekommt jeder pro Woche oder pro Monat?

Man muss gut haushalten, kann aber über die Runden kommen. Wenn jetzt wieder auf nicht eingeplante Kosten verwiesen wird, dann verweise ich darauf, dass dies jeden Haushalt treffen kann. Dieses Problem kann man auch bekommen, wenn man monatlich 1.000 Euro mehr auf dem Konto hat.

Der andere Bereich sind die Leute, die ihre Finanzen nicht unter Kontrolle haben. Diese Menschen sind zwar selbst für ihr Schicksal verantwortlich. Aber man weiß ja nie, wo genau das Problem liegt. Es kann an der Nikotinsucht liegen oder daran, dass der Familienvater zu viel trinkt. Der Grund können hohe Zuzahlungen für Medikamente und häufige Arztbesuche sein. Vielleicht wird auch nur unkontrolliert konsumiert. Wichtig ist aber, dass darunter auch Kinder in der Familie leiden, obwohl das objektiv betrachtet vielleicht nicht in dem Maße sein müsste.

Vor diesem Hintergrund kann man darüber nachdenken, wie man zumindest den Kindern in ihrer schwierigen Situation helfen kann oder wie man der Familie Finanzdisziplin beibringt.
 
Ich würde sagen das der von dir genannte zweite Bereich doch eher weniger stark verbreitet ist als der erste. Bei vielen, gerade Alleinerziehenden, reicht es trotz Planung und so weiter nicht zuletzt aufgrund stark gestiegener Lebenshaltungskosten und Inflation einfach vorne und hinten nicht.
Die Lösung dafür ist so einfach wie offensichtlich: Anhebung der Hartz-IV Regelsätze und weiterer sozialen Leistungen wie Kindergeld usw.
Doch leider ist dies im Sinne der Umverteilung von unten nach oben von der herrschenden Klasse nicht gewollt. Nicht mal eine Anhebung der Regelsätze um wenigstens die Inflation auszugleichen wird den Betroffenen gegönnt. Statt dessen wird Aktionismus vorgetäuscht indem man den Menschen was in die eine Tasche tut und aus der anderen gleich wieder herauszieht. Siehe hier:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/599002?inPopup=true
 
Die erste von mir aufgeführte Gruppe ist sicher in der Überzahl. Aber sie steht nicht im Fokus dieses Threads. Wenn z. B. eine Bürokauffrau schwanger wird und ihr der Freund wegläuft, dann steht sie am Ende vielleicht als allein Erziehende da und bezieht vielleicht Hartz IV für die Zeit, in der sie nicht arbeitet. Dadurch gehört sie jedoch nicht zur Unterschicht, sondern lediglich zu denjenigen, die vergleichsweise arm sind.

Die Unterschicht ist in der Regel arbeitslos und arm. Aber Arbeitslose und Arme müssen längst nicht zur Unterschicht gehören. Das ist mir wichtig.

Der Grund, warum ich diesen Thread eröffnet habe, war nicht die Forderung nach Anhebung der Regelsätze oder der Ruf nach Einführung eines Mindestlohns (dafür gibt es bereits andere Threads).

Die Frage, die ich hier diskutieren möchte, ist die Frage nach Problemlösungsstrategien für die zweite von mir genannte Gruppe – für die Problemfälle unserer Gesellschaft.

Die Intelligenz in der Gesellschaft ist nicht gleichverteilt. Wenn es hoch intelligente Menschen gibt, dann gibt es auch weniger intelligente. Ein gutes Beispiel war neulich ein Beitrag auf Spiegel-Online über das Gefängnis in Werl. („Für die meisten hört es schon bei den Grundrechenarten und dem Namenschreiben auf. Willige und fähige Insassen können sogenannte "Liftkurse" besuchen, deren Ziel die achte Klasse der Hauptschule ist.“)
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,580743,00.html

Man kann sich gut vorstellen, dass weniger intelligente Menschen oder auch Schulversager am ehesten in der Unterschicht anzutreffen sind. Vielleicht sind sie schon damit überfordert, einen monatlichen Haushaltsplan zu führen, was aber von ihnen verlangt wird.

Wie gehen wir damit um? Nehmen wir das so hin oder entwickeln wir Hilfsstrategien?

Nebenbei bemerkt: Weiter oben wurde sinngemäß gefragt, was die Kids denn den ganzen Tag machen sollen, wenn sie z. B. keine Konsole besitzen. Wie wäre es mit der Stadtbücherei? Dort kann man sich Bücher (und CDs und DVDs und Hörbücher) ausleihen. Und man könnte ja mal ein Buch lesen. Andere Kinder bezeichnen das nicht selten als ihr Hobby. Nur in der Unterschicht scheint das Lesen nicht so verbreitet zu sein.
 
Zuerst einmal. Ich halte diese Jargon-Schubladeneinteilungen der westlichen Staaten schon immer irgendwo für diskriminierend und arrogant.
Es gibt weder eine 3. Welt (sondern nur eine!), als auch keine Schichten (Unterschicht, Mittelschicht, Oberschicht). Niemand ist gleicher.
Genauso wenig teilen wir auch keine Menschen mehr in Rassen ein! Nun gut ich bin in einem sozialistischen Land groß geworden, dort waren solcherlei Begriffsverwendungen auf schärfste verpöhnt und bei Fehlgriffen wurden zb. im Schulunterricht vom Lehrer korrigierend eingegriffen. Was ich auch heute noch im Nachhinein für richtig halte.

Es gibt arme Menschen und reiche Menschen, schwache und starke, erfolgreiche und weniger erfolgreiche, weniger gebildete und besser gebildete.
Die Chancen sollten reell bei allen gleich sein. Das ist kein Problem des Menschen, sondern der Gesellschaft! Haste nix biste nix und wirste nix bzw. nur unter deutlich größerem Aufwand. Das ist aus meiner Sicht ein Missstand.
In welchem Umfeld jemand lebt schließt hingegen nicht automatisch auf dessen Persönlichkeit und sonstige angehangene Attribute. Nicht jeder hat Kraft, Möglichkeiten und Mittel es sich auszusuchen.

Nun zum Thema:
Als erstes sollten diese Menschen eine ernsthafte Lobby in der Politik und Gesetzgebung bekommen. Ohne brauchen wir gar nicht weiter diskutieren, da unnütz bis verlogen.
Aktuell haben sie leider keine. Sondern fallen in politischen Verordnungen und Debatten maximal als zufälliges Nebenprodukt der gewünschten "bürgerlichen Leitkultur" ab, wenn sie Glück haben, der Rest fällt schlicht durchs Raster.
Genauso wird ihnen gesellschaftlich wenig Beachtung geschenkt, solange sie nicht negativ öffentlich auffallen. (Medien)

Bei der Intelligenz geht es weiter. Die hängt in erster Linie von der Förderung ab, nicht von den Genen. Wenn, dann eher von der finanziellen Ausstattung des Elternhauses, sowie dessen Anspruch und Möglichkeiten an die Kindeserziehung und -bildung.

Es gibt dumme Reiche, als auch schlaue Arme und natürlich umgekehrt. Die Ursachen für das eigene Schicksal sind dabei so vielschichtig und individuell wie die Menschen selber.
Genauso bei der Kriminalität. Den Namen unseres aktuellen Sozialsystems (Hartz-IV) haben wir zumindest jemanden zu verdanken, der das Einkommen eines Hartz-IV Empfängers im Jahr an einem Tag verhurt hat und dafür verurteilt wurde. Überzeugendes Fundament. ^^

Jedenfalls brauchen diese Leute in erster Linie neben besonderer gesellschaftlicher Fürsorge Geld, um nun mal in diesem auf Kapital und Konsum ausgelegtem System zu existieren. Dabei verurteile ich dieses System keinesfalls, aber ohne Geld geht nun mal absolut nichts. Ein Faktum. Wer was anders glaubt ist entweder weltfremd oder naiv und sollte nochmal tiefer darüber nachdenken, was denn noch alles völlig unentgeltlich ist, auch über 3 Ecken und zugleich mehr als existenzsichernd (also zum sterben zuviel).

Schon kommen wir zum eigentlichen Problem. Nicht an Arbeit mangelt es, davon haben wir reichlich genug. Leider wollen nicht alle Arbeitgeber dafür angemessen oder überhaupt bezahlen. Ein Grund findet sich bekanntlich immer.

Kurz und gut: Es mangelt schlicht am Einkommen mit oder ohne Arbeit.
Wer glaubt, dass ein armer oder Hartz-IV Empfänger alleine durch optimierte Haushaltsplanung und optimierten Tagesablauf aus seiner Situation herauskommt, der irrt meiner Erfahrung nach. Meiner Meinung ändert das alleine leider nichts, er wird vielleicht dadurch gesellschaftlich unauffälliger, aus den Augen, aus dem Sinn, das wars aber auch schon.

Er braucht also dazu aktive Hilfe von außen. Das kann und wird teilweise durch staatliche und private Programme erfüllt, aber unzureichend und inkonsequent. Er braucht auch Respekt.
Es liegt natürlich auch am eigenen Willen der Betroffenen. Aber wir konzentrieren uns ja nicht mal ernsthaft auf die wirklich Willigen, sondern debattieren öfters über die andere Gruppierung, bzw. ziehen alle über einen Kamm. Öfters im negativen Zusammenhang.
Die Leidtragenden sind die unfreiwillig Betroffenen.


Das andere Thema ist das Kindergeld. Davon halte ich wenig, von weiterer Erhöhung überhaupt nichts. Keine weiteren Zahlungen an Eltern beseitigen Kinderarmut.
Besser wären indirekte Leistungen, wie
- Wegfall Studiengebühren,
- Abschaffung Hauptschule (ernsthaft Behinderte besuchen die Sonder-/Föderschulen)
- keine Willkür bei den Übertrittsregelungen (Haupt-/Realschule, Gymnasium)
- kostenloses Schulessen, Schulmaterial, Freizeit- und Unterhaltungsprogramme, am besten pauschal für alle, egal ob bedürftig oder nicht. Schließlich darf ja ruhig auch der Steuerzahler wieder etwas von seinen Abgaben zurückbekommen.
Gibt da noch jede Menge mehr, will aber das Thema jetzt nicht ausweiten, haben ja gunug thread von.

Bei den Eltern:
- mehr unentgeltliche geeignete Fortbildungsmaßnahmen, nicht nur in Sachen Fachkompetenz, auch Sozialkompetenz
- aber am wichtigsten ist wirtschaftlicher Aufschwung, an dem alle profitieren
- Gesundheitssystem grundlegend reformieren, was ich nicht darunter verstehe ist Leistungen kürzen und zugleich Beiträge erhöhen, analog Rentensystem, auch Altersarmut ist ein Thema.

Der Grund, warum ich diesen Thread eröffnet habe, war nicht die Forderung nach Anhebung der Regelsätze oder der Ruf nach Einführung eines Mindestlohns (dafür gibt es bereits andere Threads).
Die Frage, die ich hier diskutieren möchte, ist die Frage nach Problemlösungsstrategien für die zweite von mir genannte Gruppe – für die Problemfälle unserer Gesellschaft.

Nun, diese Punkte sind allerdings bei einer Problemlösungstrategie nicht ganz unwichtig. ;)
Staat und Wirtschaft haben nun mal keinen unmaßgeblichen Einfluss auf die Lebenssituation des Individuums und dessen Umfeld. Das (schwache) Individuum selber hingegen relativ wenig im umgekehrten Falle.
 
Relict schrieb:
Das andere Thema ist das Kindergeld. Davon halte ich wenig, von weiterer Erhöhung überhaupt nichts. Keine weiteren Zahlungen an Eltern beseitigen Kinderarmut.
Besser wären indirekte Leistungen, wie
- Wegfall Studiengebühren,
- Abschaffung Hauptschule (ernsthaft Behinderte besuchen die Sonder-/Föderschulen)
- keine Willkür bei den Übertrittsregelungen (Haupt-/Realschule, Gymnasium)
- kostenloses Schulessen, Schulmaterial, Freizeit- und Unterhaltungsprogramme, am besten pauschal für alle, egal ob bedürftig oder nicht. Schließlich darf ja ruhig auch der Steuerzahler wieder etwas von seinen Abgaben zurückbekommen.
Gibt da noch jede Menge mehr, will aber das Thema jetzt nicht ausweiten, haben ja gunug thread von.

Bei den Eltern:
- mehr unentgeltliche geeignete Fortbildungsmaßnahmen, nicht nur in Sachen Fachkompetenz, auch Sozialkompetenz
- aber am wichtigsten ist wirtschaftlicher Aufschwung, an dem alle profitieren
- Gesundheitssystem grundlegend reformieren, was ich nicht darunter verstehe ist Leistungen kürzen und zugleich Beiträge erhöhen, analog Rentensystem, auch Altersarmut ist ein Thema.

das sind dinge die ich selber auch schon seit langem forder.
wobei mir sich der vorteil des wegfalls der hauptschule nicht ganz erschließt. immerhin gibt es die hauptschule nicht umsonst. ich mein, sicher ist der arbeitsmarkt immer abstruser was die anforderungen angeht, aber aufgrunddessen wird nicht einfach mal eben ein hauptschüler besser geschweige denn schlauer. es gibt doch heute schon welche die simpelste dinge wie die himmelsrichtungen nicht auf die reihe bekommen. wie soll das dann was werden wenn sie sich mit komplexeren formeln und co konfrontiert sehen? womit ich diesen leuten aber nicht unrecht tun will, immerhin werden die ja auch gebraucht. ob man ihren wunschvorstellungen damit einen gefallen tut, ist nochtmal wieder n anderes thema. aber das könnte man ja vielleicht dann auch über weitere förderungen hinkriegen.
 
Es ist unglaublich...

Da benennt man sachlich und wertneutral ein Problem und als Dank dafür muss man sich von ideologisch verblendeten Deppen unpassende, beleidigende Vergleiche anhören.

Die Frage ist nun, welche Art des Herangehens den Menschen um die es hier geht am ehesten Weiterhilft!
Da jene ideologisch verblendeten es nicht einmal schaffe konstruktive Verbesserungsvorschläge zu liefern bin ich so arrogant zu behaupten das meine Art durchaus zielgerichteter ist.

Worum geht es hier eigentlich?

Geht es darum einfach allen Menschen die mit dem jetzt bereitgestellten Geld nicht um die Runden kommen mehr Geld in die Hand zu drücken? Auch auf die Gefahr hin, dass sie auch mit diesem Mehr an Geld nicht um die Runden kommen?

Oder geht es darum die Ursachen für das "nicht um die Runden kommen" zu benennen und zu hinterfragen wo und wie man den Menschen die Probleme beklagen helfen kann?

Lassen wir die Finanzierbarkeit mal kurz außer acht.

Ich kann jedem Deutschen einen Ferrari vor die Tür stellen auf das Konto monatlich 50.000€ einzahlen. Die Frage ist, was man damit erreicht.
Gibt man damit den Menschen die das Gefühl haben, dass ihr Leben den Sinn verloren hat einen neuen? Oder gibt man perspektivlosen Leuten mit dem Auto und dem Geld neue Perspektiven im Leben?
Und was ist mit jenen die mit Geld einfach nicht umgehen können? Würden die durch die 50.000 im Monat zwangsläufig ein besseres Leben führen als sie es heute mit 1000 Euro führen?

Ich denke keine dieser Fragen wird man ohne zu Zweifeln mit "Ja" beantworten können.

Geld allein macht nicht glücklich und daher sollte man immer Fragen ob die Ursachen für das Geld nun wirklich beim Geld oder vielleicht doch eher wo anders liegen.
Das ist bei einem monatlichen Einkommen unter 1000€ kein Stück anders als bei einem Einkommen über 10.000€.

Es wirkt paradox, dass gerade jene die eigentlich den Kapitalismus und die Kosumgesellschaft ablehnen doch immer wieder mit ihr argumentieren. Da wird argumentiert, dass man am gesellschaftlichen Leben ja nur dann teilhaben könne, wenn auch das nötige Geld dazu hätte. Der Konsum von Kinofilmen, also jenen Streifen bei denen die Schauspieler Millionengehälter für ein paar Monate Arbeit bekommen, wird zum wichtigen Element des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Es wird behauptet, dass jedes Kind einen Fernseher haben sollte. Und Rauchern sollte man natürlich auch genug Geld geben um ihren Konsum zu finanzieren, ... (die Tabakindustrie verdient Milliarden mit dem Verkauf von Giftstoffen)
Erst dadurch, so wird postuliert, würde es den armen Menschen der Unterschicht besser gehen.

Das man die Idiotie dahinter nicht erkennt ist mir ein Rätsel.
Auf der einen Seite barsche Kritik an der Geldgier der Reichen, auf der anderen Seite sagt man, man könne nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben wenn man eben jenen Reichen nicht noch mehr Geld in den Rachen werfen würde.

---------

Wenn wir endlich anfangen könnten dieses Thema ohne Hass auf die Ansichten des jeweils anderen zu diskutieren, wenn wir Ideologien ausblenden könnten, ja dann würden wir vielleicht weiter kommen.

Ich gebe eine Einschätzung wieder die keinesfalls von Ideologie geprägt ist. Es gibt natürlich immer irgendwo Bedarfe denen man nur gerecht werden kann indem man Geld in die Hand nimmt. Aber eine stumpfe und nicht zielgerichtete Erhöhung der Regelsätze für ALG II wirkt da in den seltensten Fällen zielgerichtet.

Noch ein Beispiel aus der Praxis, wieder einmal so eine Doku Sendung ...

Eine Familie die von ALG II lebt wird, ohne es zu wissen, von einem reichen Unternehmer besucht der sich für eine Zeit als ALG II Empfänger ausgibt und sich so mit ihnen anfreundet. Sein Ziel ist es zu erkennen wie er der Familie helfen kann, denn er will etwas von seinem Geld abgeben, aber eben Zielgerichtet.
Und welche Hilfen kamen am Ende heraus?

- Der Sohn der Familie hat einen Ausbildungsplatz im Betrieb des Unternehmers bekommen (Perspektiven schaffen)
- Der Vater war in einem Ehrenamt tätig, doch die die ihn beschäftigt haben wussten nicht ob sie die Stelle noch erhalten können. Also finanzierte der Unternehmer diese Stelle für die nächsten Jahre (Wertschätzung)
- Die Oma welche ehrenamtlich eine Gaststätte betrieb in der Menschen für wenig Geld gute und vollwertige Mahlzeiten bekommen konnten hat eine Industriespülmaschine geschenkt bekommen damit sie in der Küche entlastet wird (Hilfe zur Selbsthilfe)
- Für die kleine Tochter hat der Unternehmer ein Sparkonto eingerichtet welches ausschließlich für ein späteres Studium oder als Unterstützung zur Ausbildung genutzt werden sollte (Perspektiven Schaffen).

Lieber smacked2, merkst du was?
Es wurde kein Geld gespendet um der Familie die tägliche Haushaltskasse aufzustocken.
Die Familie war voll und ganz in der Gesellschaft integriert und jeder von ihnen beteiligte sich irgendwie an der Gesellschaft (eben durch das Ehrenamt) und sie waren über die Spenden überglücklich, denn es war genau das, was sie gebraucht haben.

In wie fern hätte eine Regelsatzerhöhung hier besser helfen können?!

Also wenn du dein Mitgefühl für andere Menschen nicht nur heuchelst, das Leid anderer nicht nur als Vorwand für deine Ideologie nutzen willst, dann fange doch an mit mir zu reden anstatt mich als gefühlskalten Egoisten abzustempeln. Du hast keine Ahnung wer ich bin!

Ich habe in der Zeit wo ich mit 600€ netto im Monat klar kommen musste (ohne Zuschuss für Wohnung etc.), auch Entbehrungen in kauf nehmen müssen. Und ich konnte auch nicht jeden Film im Kino schauen den ich gern sehen wollte. Aber ich würde niemals so weit gehen zu behaupten ich hätte nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Denn dazu bedarf es nicht viel Geld ... es sei denn man definiert das gesellschaftliche Leben durch den Konsum. Wer das tut mein lieber smacked2 der ist dabei dann aber kapitalistischer als alle Manager der DAX Unternehmen zusammen.
 
Adam_Smith schrieb:
Es ist unglaublich...

Da benennt man sachlich und wertneutral ein Problem und als Dank dafür muss man sich von ideologisch verblendeten Deppen unpassende, beleidigende Vergleiche anhören.
vielleicht wären es weniger wenn du dein "wissen" über sozialschwache nicht aus einer doku beziehen würdest ...

Die Frage ist nun, welche Art des Herangehens den Menschen um die es hier geht am ehesten Weiterhilft!
Da jene ideologisch verblendeten es nicht einmal schaffe konstruktive Verbesserungsvorschläge zu liefern bin ich so arrogant zu behaupten das meine Art durchaus zielgerichteter ist.

schön das du alles dazwischen was gepostet wurde einfach ausblendest..... no comment

Und was ist mit jenen die mit Geld einfach nicht umgehen können? Würden die durch die 50.000 im Monat zwangsläufig ein besseres Leben führen als sie es heute mit 1000 Euro führen?

Ich denke keine dieser Fragen wird man ohne zu Zweifeln mit "Ja" beantworten können.
das kann jetzt nicht dein ernst sein... oder etwa doch?
leb mal von 1000€ im monat und danach von 50000€, ich glaub der unterschied fällt sogar nem blinden auf anhieb auf.

Es wird behauptet, dass jedes Kind einen Fernseher haben sollte. Und Rauchern sollte man natürlich auch genug Geld geben um ihren Konsum zu finanzieren, ... (die Tabakindustrie verdient Milliarden mit dem Verkauf von Giftstoffen)
Erst dadurch, so wird postuliert, würde es den armen Menschen der Unterschicht besser gehen.
weisste was ich hier viel paradoxer finde? das tabak rauchen gesellschaftlich akzeptiert ist. statt es zu behandeln wie es ist - eine suchtkrankheit und dazugehörige droge.
aber stattdessen, das man den suchtkranken hilft von dieser loszukommen, werden die preise der droge angehoben und hässliche sprüche und bilder über die konsequenzen auf die packung gedruckt. als ob es einen süchtigen interessiert was die folgen sind, wenn das hirn schon nach nachschub schreit. das ist diese typisch westlich-wirtschaftlich-politische doppelzüngigkeit die mir so dermaßen auf den sack geht, das es sogar genauso ausdrücke wie ich es grade tue.

Das man die Idiotie dahinter nicht erkennt ist mir ein Rätsel.
Auf der einen Seite barsche Kritik an der Geldgier der Reichen, auf der anderen Seite sagt man, man könne nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben wenn man eben jenen Reichen nicht noch mehr Geld in den Rachen werfen würde.
dann erzähl mir mal wie man mit nem regelsatz ein gesellschaftsfähiges leben bestreiten soll?`"lass mal ins café, was trinken, bisschen unterhalten, vielleicht lernen wir noch jemanden kennen - ach mist, geht ja nich, die 5 euro fürn kaffee sind ja nich drin", "hey wir wollen heute in den club, kommste mit? ach geht ja nich, kannst ja nichma den eintritt bezahlen"... merkste wat?

Noch ein Beispiel aus der Praxis, wieder einmal so eine Doku Sendung ...
ich weiss nichtmal ob ich mir das wirklich antun soll, darauf einzugehen... vor allem da du meine vorherige reaktion auf dein anderes beispiel nichtmal gelesen zu haben scheinst..

Lieber smacked2, merkst du was?
Es wurde kein Geld gespendet um der Familie die tägliche Haushaltskasse aufzustocken.
Die Familie war voll und ganz in der Gesellschaft integriert und jeder von ihnen beteiligte sich irgendwie an der Gesellschaft (eben durch das Ehrenamt) und sie waren über die Spenden überglücklich, denn es war genau das, was sie gebraucht haben.
mal ganz salopp gefragt... sind wir schon soweit, das perspektive ehrenamtliche (also unbezahlte) arbeit heisst? und man schon im eigenen land spenden als hilfreich ansieht?
denk mal bitte etwa 10 jahre zurück ... merkst du was?

Ich habe in der Zeit wo ich mit 600€ netto im Monat klar kommen musste (ohne Zuschuss für Wohnung etc.), auch Entbehrungen in kauf nehmen müssen. Und ich konnte auch nicht jeden Film im Kino schauen den ich gern sehen wollte. Aber ich würde niemals so weit gehen zu behaupten ich hätte nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Denn dazu bedarf es nicht viel Geld ... es sei denn man definiert das gesellschaftliche Leben durch den Konsum.
das hätte ich zugern miterlebt, denn ich glaub dir in dem punkt nicht ein einziges wort...
 
@KL0k
Ich bin der überzeugten Meinung, dass 90% aller Hauptschüler auch die Realschule schaffen würden. Der Rest gehört nicht mal auf eine Hauptschule, sondern von vornherein gleich in eine Hilfs-/Sonderschule bzw. neudeutsch in eine Förderschule. Übrigens auch in der Vorschule kann schon ein großer Beitrag geleistet werden!

Die Hauptschule ist aus meiner Sicht nur ne verstaubte lange überholte Krücke, die mehr verschleiert, als wirklich für alle Seiten zweckdienlich ist. Zeiten ändern sich, das Schulsystem ist noch aus dem vorigen Jahrtausend.

Das Grundproblem ist doch nicht der zu anspruchsvolle Lehrstoff an einer Realschule, sondern die Vermittlung selbigens und Kompetenz, Möglichkeiten und Mittel des Lehrpersonals, genauso wie entsprechende außerschulische/ nachschulische Angebote mit entsprechender Konsequenz.
Ich meine der Osten kam auch gut ohne 3-gliedriges Schulsystem aus. andere Länder heute auch.

Solche Dummbatze wie man heute teilweise trifft, die nicht mal die einfachsten Dinge können, nicht mitdenken und improvisieren können, habe ich da selten bis gar nicht gesehn.
Die Grundprobleme bei uns lagen meistens im Detail, zb. Rechtschreibschwäche usw.. oder notorisches Zuspätkommen/Blaumachen

Jedenfalls haben alle meines Jahrganges die 10 Klasse beim 1. mal bestanden.
Die schwächeren Schüler wurden von den besseren mitgezogen (Motivation, Lob und Anerkennung, ganz wichtig für jeden!). Sie bremsten auch nicht die anderen aus und erhielten zudem freiwilligen Nachhilfeunterricht, auch von mir (als Schüler).
Schüler die wirklich in anderen Klassenstufen mal sitzen geblieben sind, sind oft auch später ganz von der Schule geflogen und erhielten "Spezialbetreuung", das wollten aber die wenigsten. (wieder Motivation, Sozialität und Erziehungsmaßnahme) ^^
Warum das heute nicht möglich sein soll, entzieht sich wiederum mir völlig. ;)
Wir bräuchten heute weder solch Krücken wie Vorbereitungsjahr, noch Nachhilfeunterricht im Ausbildungsberuf, wenn ein guter "Grund" bereits vorhanden wäre, auf dem aufgebaut werden könnte.

Und auch ein Maurer kann durchaus einen 10 Klassen Schulabschluss haben. Oft sind die beruflichen Anforderungen in den letzten Jahrzehnten sowieso gestiegen.
Selbst ne gelernte Friseuse muß heute mehr Fachwissen mitbringen als früher. Es geht aber weniger um den erlernten Stoff ansich, sondern auch um das Trainieren von Auffassungsvermögen, Disziplin und logischem Denkvermögen.
Aber auch das schulische Umfeld spielt keine unwichtige Rolle für die persönliche und soziale Entwicklung. Sollen sich die Ungebildeten oder Verwahrlosten gegenseitig auf die Schulter klopfen, bilden und motivieren? Das kann doch nichts werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nicht nur hier sondern auch andernorts fällt ständig das "Argument", dass sogenannte Linke oder Systemkritiker ja doch wohl auch ständig mit dem System argumentieren würden und hier und da Sachen einfordern, die aber doch nur das System, das sie andernorts verteufeln hergeben kann.
Dazu ist aber zu sagen, dass selbst der Kritiker nicht aus seiner Haut kann. Das bedeutet, dass wir alle, ob wir wollen oder nicht, eingelassen sind in diesem System und wir auch deshalb mit Denkweisen und Denkanstößen notwendig argumentieren müssen, die in irgendeiner Weise mit dem System, das uns nun mal prägt zu tu haben. Und das aus dem simpeln Grund, weil es etwas anderes außerhalb (noch) nicht gibt. Wozu also über irgendwas utopisches palavern?
Aber, und das ist wichtig: Nur weil man mit systemverwandten Aspekten argumentiert ist die Kritik nicht falsch oder unzulässig. Unzulässig ist einzig der Vorwurf, man würde sich dieser Aspekte überhaupt bedienen. So als ob die Befürworter des Systems diese Aspekte nur für IHR System gepachtet haben und dann auch noch so, als wenn die Systemkritiker ALLES am System verteufeln würden.
Ich möchte hier nicht weiter ausführen weil das in mittelbarer Vergangenheit schon von mir in diversen Threads steht. Aber:
Kritik bedeutet nicht Kritik tätigen, Alternative aufzeigen und dann Alternative auf den Tisch zur Diskussion stellen. Das mag in einigen Köpfen so drin sein, ist aber falsch (für die Relativisten unter uns füge ich noch dazu: "für mich falsch", nicht dass mir sonst noch Vorwürfe der Arroganz gemacht werden)
Warum falsch? Nun ja: Wer nach gehörter Kritik eine Alternative verlangt, der hat sich eigentlich gar nicht mit den Argumenten der Kritik auseinandergesetzt. Woher man das erkennen kann? Weil dieser jemand dann nach der Alternative verlangt. Warum ist das "anstößig? Weil WENN richtig auf die Argumente eingegangen wäre, dann hätte die Frage nach der Alternative sich bereits erübrigt. Warum? Weil eine bestimmte Art und Weise Kritik zu üben (nämlich nicht die die diesem Schema Kritik&Alternative folgt) die Alternative bereits in sich selber hat. Wer das nicht dechiffrieren kann, klar, der fragt: "Ja wo ist denn die Alternative?"
Diesen Leuten ist aber zu antworten: Die Alternative ist die Kritik selber.
 
KL0k schrieb:
vielleicht wären es weniger wenn du dein "wissen" über sozialschwache nicht aus einer doku beziehen würdest ...

Keinesfalls meine einzige Wissensgrundlage. Aber meist für jeden nachprüfbar und transparent und daher als Beispiel immer gut geeignet.

schön das du alles dazwischen was gepostet wurde einfach ausblendest..... no comment

Der Beitrag richtete sich nicht an alle Boardies. Von denen die ich meinte habe ich noch keinen einzigen halbwegs durchdachten Beitrag gesehen. Du etwa?

das kann jetzt nicht dein ernst sein... oder etwa doch?
leb mal von 1000€ im monat und danach von 50000€, ich glaub der unterschied fällt sogar nem blinden auf anhieb auf.

Herrlich kapitalistisch ... Dabei so falsch.
Ich habe keine 50.000 im Monat aber genug um mir keine Sorgen machen zu müssen. Ich kenn aber eben auch die Zeit mit weitaus weniger Geld. Sicher mehr Sorgen hab ich mir gemacht. Unglücklicher war ich deshalb nicht.
Wie viele Reiche Menschen gibt es die zutiefst unglücklich sind? Wie viele Konsumenten von Drogen gerade in "Reichen" Umfeldern, ...

Meine Freundin hat mehr als eine Freundin die wirklich reich ist. Sie selbst hat ein normales Einkommen. Glaub mir die Reichen sind weitaus weniger Glücklich als es der äußere Schein vielleicht vorgibt.

das ist diese typisch westlich-wirtschaftlich-politische doppelzüngigkeit die mir so dermaßen auf den sack geht, das es sogar genauso ausdrücke wie ich es grade tue.

Wem sagst du das ... aber das macht den Tabak Konsum doch noch weniger zum Argument für höhere Regelsätze ...

dann erzähl mir mal wie man mit nem regelsatz ein gesellschaftsfähiges leben bestreiten soll?`"lass mal ins café, was trinken, bisschen unterhalten, vielleicht lernen wir noch jemanden kennen - ach mist, geht ja nich, die 5 euro fürn kaffee sind ja nich drin", "hey wir wollen heute in den club, kommste mit? ach geht ja nich, kannst ja nichma den eintritt bezahlen"... merkste wat?
[...]
mal ganz salopp gefragt... sind wir schon soweit, das perspektive ehrenamtliche (also unbezahlte) arbeit heisst? und man schon im eigenen land spenden als hilfreich ansieht?
denk mal bitte etwa 10 jahre zurück ... merkst du was?

Was war vor 10 Jahren? Auch da waren viele Organistationen auf Spenden im eigenen Land angewiesen. Also kein Stück anders als heute.
Wo sind wir hingekommen, dass wir verlernt haben, was ehrenamtliche Tätigkeit bedeutet?
Wo sind wir hingekommen, dass wir Konsum als zwingend erforderlich ansehen um Teil des gesellschaftlichen Lebens sein zu können.

Wenn man nicht in den Club gehen kann, dann organisiert man halt was mit einem Verein. Muss man Samstags abends in die Zappelbude, oder reicht es vielleicht auch im Vereinsheim eine Feier zu veranstalten und dazu Bekannte und deren Bekannte einzuladen?

Wo nimmt man eher am gesellschaftlichen Leben teil?
Wenn man mit 3 Leuten im Kino sitzt sich 2 Stunden land kaum unterhält und danach 20 Minuten über den Film diskutiert, dabei dann 10 Euro gelassen hat?
Oder wenn man im Fußballverein Kinder trainiert und nach dem Training noch Smalltalk mit den Eltern, oder vielleicht den älteren Schwestern der Kinder hält? Kann man etwa nur dann neue Menschen kennen lernen wenn man auch Geld ausgibt? Oder gibt es vielleicht andere Wege?

das hätte ich zugern miterlebt, denn ich glaub dir in dem punkt nicht ein einziges wort...

Siehst du ... jetzt weißt du warum ich gerne Beispiele nutze die jeder nachprüfen kann.

Aber wenn wir auf der Basis diskutieren, dann brauchen wir hier auch gar nicht erst anzufangen...
 
Adam_Smith schrieb:
Keinesfalls meine einzige Wissensgrundlage. Aber meist für jeden nachprüfbar und transparent und daher als Beispiel immer gut geeignet.
das problem bei diesen "dokus" (mit absicht in anführungszeichen) ist aber, das besagte probleme nur oberflächlich beleuchtet werden, eben allein schon deswegen weil die sendezeit für ausführlicheres in der regel viel zu knapp bemessen ist um sich wirklich mit dem fall auseinander zu setzen und desweiteren vielleicht auch schon zuviel "seelen-strip" wäre.

Der Beitrag richtete sich nicht an alle Boardies. Von denen die ich meinte habe ich noch keinen einzigen halbwegs durchdachten Beitrag gesehen. Du etwa?
joa, zb meinen eigenen :D
auf jedenfall bzgl. haustier und konsole.

Herrlich kapitalistisch ... Dabei so falsch.
Ich habe keine 50.000 im Monat aber genug um mir keine Sorgen machen zu müssen. Ich kenn aber eben auch die Zeit mit weitaus weniger Geld. Sicher mehr Sorgen hab ich mir gemacht. Unglücklicher war ich deshalb nicht.
Wie viele Reiche Menschen gibt es die zutiefst unglücklich sind? Wie viele Konsumenten von Drogen gerade in "Reichen" Umfeldern, ...

Meine Freundin hat mehr als eine Freundin die wirklich reich ist. Sie selbst hat ein normales Einkommen. Glaub mir die Reichen sind weitaus weniger Glücklich als es der äußere Schein vielleicht vorgibt.
das mag durchaus sein. es gibt nicht umsonst den spruch "mo' money, mo' problems". also "zuviel" kann auch unglücklich machen oder isolierend wirken, allein schon weil man sich in ziemlich oberflächlichen und zum teil auch verschlagenen kreisen befindet, wo menschlichkeit nicht viel zählt und man von leuten "unter einem" mit viel missgunst und neid konfrontiert wird. was von beidem die "angenehmere" lebensweise ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
aber von einem extrem ins nächste ist vielleicht auch keine gute basis um auf einen nenner zu kommen. denke soweit sindwa uns schon einig.

Wem sagst du das ... aber das macht den Tabak Konsum doch noch weniger zum Argument für höhere Regelsätze ...
aber genauso wenig kann man sowas als anlass für einen gleichbleibenden oder womöglich niedrigeren anführen. immerhin ist das ein ernstzunehmendes problem, woran ein recht großer teil der bürger "krankt". aber vater staat verzichtet im selben atemzug ungern auf die unmengen an steuereinnahmen aus dem bereich. und stattdessen wird dann eine antiraucherkampagne gestartet, die von vornherein zum scheitern verurteilt ist, weil sie vollkommen am problem vorbei zielt, nämlich dem entgegentreten der sucht durch geförderte hilfe. teilweise zahlen das ja nichtmal die kassen. wo soll man da dann also ansetzen, wenn nicht da? aber das betrifft ja nicht nur die sucht. sämtliche lebensmittel werden teurer, gas, öl, strom selbst, miete, einfach alles. wird daraufhin der betrag angeglichen? nein, im gegenteil, es wird noch weiter beschnitten, in dem man einfach sagt "sucht euch ne billigere wohnung/gegend". erreicht man damit effektiv etwas? nein. interessant das jemanden? ebenso wenig.

Was war vor 10 Jahren? Auch da waren viele Organistationen auf Spenden im eigenen Land angewiesen. Also kein Stück anders als heute.
Wo sind wir hingekommen, dass wir verlernt haben, was ehrenamtliche Tätigkeit bedeutet?
Wo sind wir hingekommen, dass wir Konsum als zwingend erforderlich ansehen um Teil des gesellschaftlichen Lebens sein zu können.
vor 10 jahren hatte man effektiv noch mehr in der tasche, selbst wenn man vom amt gelebt hat, eben weil die lebensunterhaltkosten noch nicht so angezogen wurden wie es heute der fall ist.

Wenn man nicht in den Club gehen kann, dann organisiert man halt was mit einem Verein. Muss man Samstags abends in die Zappelbude, oder reicht es vielleicht auch im Vereinsheim eine Feier zu veranstalten und dazu Bekannte und deren Bekannte einzuladen?
damit macht man ein dickes minus. entweder weil man die sachen die dafür nötig wären nicht günstig genug bekommt, oder weil die "gäste" ausbleiben. simple as that. oft genug erlebt früher im KuZ.

Wo nimmt man eher am gesellschaftlichen Leben teil?
Wenn man mit 3 Leuten im Kino sitzt sich 2 Stunden land kaum unterhält und danach 20 Minuten über den Film diskutiert, dabei dann 10 Euro gelassen hat?
Oder wenn man im Fußballverein Kinder trainiert und nach dem Training noch Smalltalk mit den Eltern, oder vielleicht den älteren Schwestern der Kinder hält? Kann man etwa nur dann neue Menschen kennen lernen wenn man auch Geld ausgibt? Oder gibt es vielleicht andere Wege?
das beispiel mit dem kino zielt n bisschen am eigentlichen vorbei. es geht mir da effektiv um ein gesellschaftliches zusammensein. im kino lässt man sich mal eben kurz berieseln von effekten und das wars. sportliche aktivitäten im verein kosten geld, das zusammensitzen im café kostet geld usw. sicher kann man auch bspw im park n bisschen zocken oder sich zusammensetzen und grillen und all das. aber das trifft wohl überwiegend im sommer zu.
und gerade in der kalten jahreshälfte in der viele eh schon depressiver werden durch das fehlen der sonne allein schon, wird das dann noch n bisschen mehr, wenn man nichtmal mehr irgendwohin gehen kann mit anderen, sofern es nicht grade ne private veranstaltung bei jemandem daheim ist.
 
KL0k schrieb:
das problem bei diesen "dokus" (mit absicht in anführungszeichen) ist aber, das besagte probleme nur oberflächlich beleuchtet werden, eben allein schon deswegen weil die sendezeit für ausführlicheres in der regel viel zu knapp bemessen ist um sich wirklich mit dem fall auseinander zu setzen und desweiteren vielleicht auch schon zuviel "seelen-strip" wäre.

Liegt daran wie die Doku gemacht ist. Wenn man reißerisch etwas heraus stellen will, dann geb ich dir recht. Wenn sie allerdings einen Anspruch an redaktionell gute Arbeit stellen, dann nur bedingt bis gar nicht.

auf jedenfall bzgl. haustier und konsole.

Im Bezug auf die Haustiere kann ich dir im Einzelfall sogar recht geben. Aber auch hier darf gefragt werden: Helfen zwei Hunde und zwei Vögel mehr als es einer tun würde.
Kein Aufruf dazu die Tiere gleich abzuschieben. Nur als Denkanstoß.

Es gibt allerdings etliche Alternativen zur Konsole die allesamt besser, gesünder und kostengünstiger sind.

aber von einem extrem ins nächste ist vielleicht auch keine gute basis um auf einen nenner zu kommen. denke soweit sindwa uns schon einig.

Wie gesagt: Geld zu haben (nicht in Massen aber eben genug) machte mich nicht zu einem glücklicheren Menschen. Ich muss mir nun nur nicht mehr so viele Gedanken machen.
Glück hat aber bei mir noch immer mit Geld so gut wie gar nichts zu tun.

vor 10 jahren hatte man effektiv noch mehr in der tasche, selbst wenn man vom amt gelebt hat, eben weil die lebensunterhaltkosten noch nicht so angezogen wurden wie es heute der fall ist.

Eben ... die Kosten steigen. Für alle. Für jene die Geld vom Amt bekommen ebenso wie für jene die das Geld erwirtschaften müssen welches das Amt verteilt.

damit macht man ein dickes minus. entweder weil man die sachen die dafür nötig wären nicht günstig genug bekommt, oder weil die "gäste" ausbleiben. simple as that. oft genug erlebt früher im KuZ.

Ich kenne das Gegenteil. Jeder bringt sein Zeug mit und gut isses ...
Für die Lokation selbst gibt es Leute im Verein die durch ihre Beiträge das ganze finanzieren. Ist ja nicht jeder arm in Deutschland.

sportliche aktivitäten im verein kosten geld, das zusammensitzen im café kostet geld usw. sicher kann man auch bspw im park n bisschen zocken oder sich zusammensetzen und grillen und all das.

Entschuldige wenn ich hier deutlich widersprechen muss!
Hier hing letztens so ein Plakat rum. Der örtliche Fußball Verein sucht dringend Trainer für Kinder und Jugenmannschaften. Es gibt eine Aufwandsentschädigung die durchaus ausreicht um die Kosten (für Fußballschuhe etc.) zu decken. Das ganze übrigens wird nicht mal zwangsläufig aufs Hartz IV angerechnet. Zu den Auswärtsspielen fahren die Eltern der Kinder.

Derartige Regelungen gibt es in vielen Vereinen (mit der Aufwandsentschädigung). Gerade weil sich immer weniger Leute im Ehrenamt engagieren versuchen viele Vereine etwas Geld locker zu machen damit den ehrenamtlichen keine Kosten entstehen.

Glaubs mir, dass saug ich mir keinesfalls aus den Fingern. Bei mir im Verein gibt es auch genug Leute die kaum Geld zur Verfügung haben. Die werden nicht allein gelassen! Und Vereinsbeiträge müssen sie auch keine Zahlen.
 
Adam_Smith schrieb:
Im Bezug auf die Haustiere kann ich dir im Einzelfall sogar recht geben. Aber auch hier darf gefragt werden: Helfen zwei Hunde und zwei Vögel mehr als es einer tun würde.
Kein Aufruf dazu die Tiere gleich abzuschieben. Nur als Denkanstoß.

Es gibt allerdings etliche Alternativen zur Konsole die allesamt besser, gesünder und kostengünstiger sind.
sicher ist die frage da dann gerechtfertigt, wenn es mehr wird an tieren. aber ich denke.. das ist auch wirklich n einzelfall und eher weniger die regel. und da wäre dann n coach vielleicht wirklich die richtige maßnahme im vorfeld gewesen. allerdings denke ich, ist da speziell aber schon das sprichwörtliche kind in den brunnen gefallen.
und zum thema alte konsole.. die paar kröten von den paar watt extra machen den kohl da dann auch nicht mehr fett. und sie haben im gegenzug ein hobby was sie mit anderen ihren alters verbindet. das kannst du wohl kaum verneinen, oder etwa doch?

Wie gesagt: Geld zu haben (nicht in Massen aber eben genug) machte mich nicht zu einem glücklicheren Menschen. Ich muss mir nun nur nicht mehr so viele Gedanken machen.
Glück hat aber bei mir noch immer mit Geld so gut wie gar nichts zu tun.
aber genau das ist doch der punkt - die depressionen durch die ständigen geldsorgen, die zum teil psychosomatische ausmaße annehmen können. so etwas hemmt unglaublich, wenn man die ganze zeit nur daran denken muss.

Eben ... die Kosten steigen. Für alle. Für jene die Geld vom Amt bekommen ebenso wie für jene die das Geld erwirtschaften müssen welches das Amt verteilt.
klar steigen die für _alle_. aber die die eh schon "zu wenig" haben, denen tut so ein anstieg dann gleich doppelt so weh im geldbeutel. und da versteh ich dann nicht wie man das einfach nicht sehen kann/will.

Ich kenne das Gegenteil. Jeder bringt sein Zeug mit und gut isses ...
Für die Lokation selbst gibt es Leute im Verein die durch ihre Beiträge das ganze finanzieren. Ist ja nicht jeder arm in Deutschland.
klar kenn ich auch solche "bottle-parties", wo jeder sein zeug mitbringt und dann wird zusammengeschmissen und jeder nimmt sich was etc. das nenn ich mitlerweile sogar standard, weil ichs anders gar nicht mehr kenne. was früher aber nicht der fall war. wo ich dann wieder in gedanken dort bin wo ich vorher war, früher wars noch nich so schlimm.

Entschuldige wenn ich hier deutlich widersprechen muss!
Hier hing letztens so ein Plakat rum. Der örtliche Fußball Verein sucht dringend Trainer für Kinder und Jugenmannschaften. Es gibt eine Aufwandsentschädigung die durchaus ausreicht um die Kosten (für Fußballschuhe etc.) zu decken. Das ganze übrigens wird nicht mal zwangsläufig aufs Hartz IV angerechnet. Zu den Auswärtsspielen fahren die Eltern der Kinder.

Derartige Regelungen gibt es in vielen Vereinen (mit der Aufwandsentschädigung). Gerade weil sich immer weniger Leute im Ehrenamt engagieren versuchen viele Vereine etwas Geld locker zu machen damit den ehrenamtlichen keine Kosten entstehen.

Glaubs mir, dass saug ich mir keinesfalls aus den Fingern. Bei mir im Verein gibt es auch genug Leute die kaum Geld zur Verfügung haben. Die werden nicht allein gelassen! Und Vereinsbeiträge müssen sie auch keine Zahlen.
eventuell liegt das einfach an anderen orten/umgebungen in denen wir groß geworden sind. denn ich kenne sowas beispielsweise überhaupt nicht. als ich mal fussball spielen wollte, hieß es wortwörtlich das ich bzw. meine eltern hätten bezahlen müssen.
deswegen bin ich dann in n tischtennis verein gegangen, einfach schon weils ne billigere alternative gewesen wäre. stattdessen mussten monatliche beiträge gezahlt werden, die dann dafür draufgingen, das man organisiert zu den turnieren fährt bzw. gefahren wird.
da bleibt mir also nichts anderes übrig als das einfach mal so zu glauben, was du da sagst, aber muss einfach sagen, ich kenn das so nicht. es freut mich aber gleichermaßen, das es sowas wohl gibt mitlerweile (oder in anderen orten).
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann man also das Argument zulassen, dass der Vorsitzende der Linken in Wahrheit nur ein Heuchler ist, weil er ja selber priviligiert ist und sich aus seiner Situation heraus garnicht um die Unterschicht kümmern will, kann oder soll ?
 
Wieder etwas zum Thema: Bekanntlich ist Arbeitslosigkeit ein zentrales Problem, das bei längerer Dauer stark mit Armut korrespondieren kann. Für das Segment der arbeitslosen "Jugendlichen" (20-30 Jahre) habe ich eine interessante Auswertung aus dem Jahr 2001 gefunden, die den Zusammenhang zwischen Schulabschluss und beruflichem Abschluss verdeutlicht. Bekanntlich verfügen ca. 40 Prozent der Arbeitslosen über keine Berufsausbildung.

http://www.itb.uni-bremen.de/downloads/Studium/Fischer-Sommersemester-2006/JoB-05_sw.pdf

Die Tabellen zeigen, dass 6-8 Prozent der Jugendlichen mit Realschulabschuss, Fachhochschulreife oder Abitur keine Berufsausbildung haben, aber gut jeder 4. Hauptschulabsolvent und sogar 3 von 4 Schulabgängern, die keinen Schulabschluss haben.

Wer schon die Schule nicht packt, schafft auch die Berufsausbildung nicht (oder bekommt erst gar keine Stelle angeboten).
 
hm.. sehr sinnige aussage. etwa genauso aussagekräftig wie... jeder 2te heroin abhängige fing mit einer leichteren droge an..
und das ding is, das diese dann nicht wirklich vermittelbar sind (vielleicht häufen sich da ja auch noch andere dinge, die dazu führten das sie keine ausbildung/schule abgeschlossen haben) und die verschwinden dann in irgendwelchen ABM/1euro job maßnahmen, und danach bei ner zeitarbeitsfirma, wo sich das amt dann im nachhinein wieder wundert, warum sie das problem nicht bewältigt kriegt...
das is doch alles kiki und drehen uns im kreis.
 
Diese Korrelation zwischen Arbeitslosigkeit, Armut und Bildung ist ja nichts neues. Kein Wunder, dass Nachhilfelehrer Hochkonjunktur seit der letzten Schulreform haben -> Abi nach 12 Jahren.
Aber wenn wir davon ausgehen, dass die Menschheit immer gleich intelligent bleibt und der Anteil der Schlauen und Dummen sich nicht ändert, dann sieht es doch sehr düster aus. Denn die Anforderungen in der Schule steigen weiter. Ich glaube das wurde in diesem Thread mit der technologischen Singularität mal angesprochen, dass die Technik immer komplizierter wird und unser Leben bestimmt nicht einfacher wird. Das bedeutet, dass man für einen normalen Job heute ein abgeschlossenes Studium braucht, wozu früher eine Ausbildung reichte.

Mir fällt da spontan der Job eines Einkäufers in einer größeren Firma ein. Anforderungsprofil: Abgeschlossenes Studium der BWL, Wirtschaftsingenieurwesen oder ähnlich.

Wie sieht das mit der Armut dann in dreihundert Jahren aus? Wenn das mit der Komplexität unserer Gesellschaft so weiter geht wie bisher, dann muss man bald 10 Jahre studieren, um einfache Tätigkeiten in einem Unternehmen übernehmen zu können. Alle, die diese Anforderungen nicht erfüllen, kommen nicht in Frage und fallen hinten runter, weil solche Leute durch Maschinen ersetzt werden können.

Ironischerweise bedeutet das dann, dass irgendwann tatsächlich eine intellektuelle Minderheit eine nutzlose Mehrheit versorgen wird.
PS: Der Avatar hat schon seinen Grund ^^
 
Aber wenn wir davon ausgehen, dass die Menschheit immer gleich intelligent bleibt und der Anteil der Schlauen und Dummen sich nicht ändert, dann sieht es doch sehr düster aus. Denn die Anforderungen in der Schule steigen weiter.

Genau, wie aber gehen wir damit um?
Die Lehrerschaft wird immer älter und schafft es nicht mehr einen Zugang zur Jugend zu bekommen.Wenn eine 42 Jahre alte Lehrerin als jüngste Kraft der ganzen Schule 10 Jahre jünger ist als der nächst ältere Kollege frage ich mich wie und wo sich die Lehrer Tipps holen sollen, denn auch von jungen Kollegen kann man lernen wenn es welche gibt.

Solange es in Deutschland nicht gelingt einheitlich und vor allem moderne Lehrpläne zu erstellen die sich an der heutigen Zeit orientieren wird weiterhin nicht gelingen das Interesse der Jugend zu wecken.

Nicht zuletzt gibt es in den Schulen neben Leistungsdruck offensichtlich auch nur noch Egoismus, Kameradschaft findet praktisch nicht mehr statt.
Ihr könnt mich gerne auseinander nehmen, aber in der DDR, die auch ich nicht wiederhaben will, war das besser geregelt, da wurde so leicht keiner hängen gelassen.
 
ja das Bildungssystem liegt brach.

Mehr Lehrer, bessere Lehrer, mehr IT und Wirtschaft, andere Lehrinhalte, täglich Sport und Soziales, Ganztags und Nachmittagangebote, Hausaufgaben Hilfe usw....

Eines von vielen, aber wahrscheinlich das wichtigste Reformfeld.
 
OMaOle schrieb:
Ihr könnt mich gerne auseinander nehmen, aber in der DDR, die auch ich nicht wiederhaben will, war das besser geregelt, da wurde so leicht keiner hängen gelassen.

das ist n generelles problem, mit dem zusammenhalt. der findet quasi nur statt, wenn man anderssprachige wurzeln hat. (aber das liegt generell an der deutschen mentalität)
 
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