Das ist ein Spiel von 1998, basierend auf dem AD&D Planescape Setting. Die Grafik ist auf aktzeptablem 2D Niveau.
Was das Spiel so spannend macht sind mehrere Gründe:
- Die Welt.
Du befindest dich in Sigil, der Stadt der Tore, dem Zentrum des gesamten Dungeons & Dragons Universum (Baldurs Gate spielte z.B. in den Forgotten Realms, einer anderen Existenzebene des Multiversums [wobei du in Teil 2 auch einen Abstecher in den Abyss gemacht hast]). In Sigil kann alles, was einen freien Raum wie einen Torbogen umrahmt ein Tür zu einer anderen Existenzebene sein. Dementsprechend stranden in Sigil freiwillig und unfreiwillig Lebewesen aus allen Ebenen des Multiversums: Menschen aus den Realms, Dämonen und Teufel aus dem Abyss, Wesen aus der Machinenebene, Elementare von der Ebene des Feuers und so weiter und so weiter und du wirst im verlaufe der Handlung selbst durch die unterschiedlichsten Ebenen, von den himmlischen Ebenen bis zu den Abgründen des Abyss (und darüber hinaus).
Toll ist die enorme Detailfülle, mit der die Welt(en) geschaffen sind. Sigil ist ein Sammelsorium an unterschiedlichen Kulturen, Lebewesen, Geschichten und Gegenständen von überall aus dem Multiversum. Dementsprechend gibt es unheimlich viele Dinge zu enddecken, man kann stundenlang damit verbringen nur durch ein Museum zu laufen und die Ausstellungsstücke und ihre Geschichten zu betrachten, oder sich im "Bordell für intellektuelle Gelüste" mit den Damen dort über philosophische Themen zu unterhalten. Für einen Lore-Fanatiker und Fan des D&D Universums ist Planescape eine echte Schatzkammer.
Dazu kommen die unterschiedlichen "Gilden" und ihre Philosophie vom Leben. So sind die Staubmenschen zum Beispiel religiöse Fanatiker, die von einem Leben nach dem Tod und dem Leiden im Nachleben predigen. Dummerweise sind sie davon überzeugt, dass Sigil bereits das Leben nach dem Tod wäre

Daneben gibt es aber auch andere Bünde wie zum Beispiel die Sinnesaten, welche versuchen jede Erfahrung, jedes Erlebnis selbst zu Erfahren (und für andere in magischen Steinen zu "speichern", um sie auch für sie erfahrbar zu machen. Im Spiel kann man so in einer Art "Bibliothek" auf magischer Weise die Erfahrungen anderer Wesen erleben.)
- Die Story
Du spielst einen Unsterblichen, welcher nach jedem Tod ohne Erinnerung an sein altes Leben aufwacht. Nach und nach kommst du dem Geheimnis deiner Existenz auf deiner Spur, auf der Suche nach Erlösung und deiner Sterblichkeit. Aber ich will hier nicht zuviel verraten
- Die Charaktere
Einfach nur Skurril. Selten gabs so eine Vielfalt wirklich interessanter Charaktere wie in Planescape, auch wieder begründet durch das Multiversum. Von einem Magier, dessen Körper in einem Experiment zu einem Portal zur Feuerebene geworden ist (und der deshalb jetzt in Ewigkeit brennt und nur durch Willenskraft nicht VERbrennt), von Tiefling-Pathologen mit Scheren statt Händen, von einer Frau dessen Gesicht bei der Ebenenreise geschmolzen ist, überall gibt es interessante Wesen und ihre Geschichte zu enddecken.
Nachteile sind natürlich die antiquierte Grafik und die Tatsache, dass man zum genießen des Spiels gewillt sein muss, VIEL zu lesen. Keine Sprachausgabe und ein Großteil des Spiels verbringt man mit Gesprächen, lesen und untersuchen. Es gibt ein Kampfsystem welches sehr ähnlich wie in Baldurs Gate funktioniert, aber es wird halt sehr selten benötigt, zumindest wenn man sich ein wenig auf das Spiel einlässt und nicht jedes Problem versucht mit der Axt zu lösen.
Wenn du dich auch nur ein wenig für die Lore hinter dem Dungeons & Dragons Multiversum interessierst ist Planescape ein absolutes muss.