Durchlauferhitzer statt Ölheizung?

Mondgesang

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Liebe Freunde,

in unserem Einfamilienhaus steht noch eine tadellos funktionierende Ölheizung von den Vorbesitzern. Es ist eine Buderus Logano G115. Sie versorgt sowohl den Heizkreislauf als auch den Brauchwasserspeicher und somit alle Zapfstellen im Haus.

Jetzt besonders im Sommer fällt uns auf, wir brauchen die Heizung ausschließlich zum Duschen. Und da ist sie sehr träge. Bis der Warmwasserspeicher erstmal warm ist muss die Ölheizung eine gute halbe Stunde arbeiten. Wenn nicht mehr. Dabei verbraucht sie nicht nur Öl sondern auch Strom.

Bei uns auf der Arbeit gibt es die Strom-Lösung. Die kleine Küche hat einen Boiler mit einem etwa 5L großen Tank, das WC hat nur einen Durchlauferhitzer ohne Tank. Der Durchlauferhitzer ist sehr klein, wie eine Brotdose. Das dürften kaum 2kW sein. Dennoch wird auch er binnen Sekunden so bombenheiß, dass Wasserdampf wie aus einer Kaffeetasse aufsteigt und man sich buchstäblich verbrühen kann.

Da dachte ich mir, klar, so eine Leistung bringt er ja nur bei der Durchflussmengen eines kleinen Wasserhahns. Ja, aber in der Dusche stellen wir die Temperatur kaum jemals höher als 38°C (kleiner Stop im Drehknauf). Außerdem haben wir einen großen flachen Duschkopf wo auch mit weniger Wasser große Flächen abgedeckt werden.

Ich Frage mich, ob so ein Durchlauferhitzer a) nicht auch die Dusche mit bedienen kann von seiner Leistung her und b) ob es wirtschaftlicher (günstiger) ist als die Ölheizung. Falls a und b zutreffen, ob man nicht sogar auch im Winter die Ölheizung einzig und allein für den Geizkreislauf benutzen könnte, was sie ja entlastet und das Brauchwasser on demand durch die Durchlauferhitzer bereitgestellt wird.

Hier wäre zu ermitteln, wie viel Öl exakt die Heizung verbraucht, um das Brauchwasser auf Temperatur zu bringen. Problematisch ist ja auch, dass auch wenn man nur 2 Minuten abduschen möchte, erstmal der gesamte große Warmwasserspeicher aufgewärmt werden muss. Und dieses Aufwärmen wird dann nur zu einem Bruchteil genutzt und kühlt später wieder an die Umgebung ab. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen dass das günstiger sein soll als ein DLE.

Selbst WENN wir von einem Boiler mit Speicher reden. Der Strompreis beträgt sagen wir 38ct pro Kilowattstunde. Sowohl ich als auch Chefin machen nie exzessive Badesessions. 3-5 Minuten und gut ist. Eigentlich immer sogar zusammen, es sei denn einer ist noch arbeiten. Wenn ich 38 geteilt durch 60 ergibt 0,63ct pro Kilowattminute.

Jetzt müsste man die kW Leistung des DLE und die Dauer einer Duschsession einberechnen. Angenommen wir nehmen einen 5kW DLE. Und die Duschdauer ist 5min.

Also 38:60x5x5=15,83ct für eine 5minütige Duscheinheit unter einem 5kW DLE aber nur WENN man sich dabei lebendig kochen möchte. Diese Nennleistungen beziehen sich ja auf besagten Fall wo ich mich an den kleinen DLE auf der Arbeit schon fast verbrannt habe. Ich habe nicht gemessen wie heiß das Wasser war, aber über 70° dürften es gewesen sein. Nimmt man die Hälfte dieser Leistung haben wir also

38:60x2,5x5=7,91ct für eine 5minütige Duscheinheit unter einem 5kW DLE dem aber etwa 2kW abverlangt werden.

Ich glaube die Ölheizung alleine läuft während des Brennens mit gut 200W. Das eine halbe Stunde bis Stunde lang plus das Öl was da verbraucht wird?

Sagt mir bitte ob meine Rechnung aufgeht oder ich irgendwo völlig auf dem Holzweg bin.

PS: als ich diese Info meinem bekannten Sanitärmeister mitteilte antwortete er schockiert "mach das bloß nicht. Die Dinger fressen dir die Haare vom Kopf! Da zahlst du dich dumm und dämlich!"

War das nur Bias eines Sanitärmannes der seine Sparte verteidigt? Oder hatte er Recht? Klar im Vergleich zu einer Wärmepumpe mit PV und Solarthermie vielleicht. Aber im Vergleich zu einer Ölheizung aus den 90ern?

Wie ist eure Meinung und vielleicht sogar Erfahrung?
 
5kW sind viel zu klein für ne Dusche. Da wirst du in Richtung 15°C (5K Aufheizung von angenommenen 10°C Ausgangstemperatur) mit kommen, aber nicht 38°C.
Durchlauferhitzer für Duschen haben im Bereich 20kW, mamchmal auch mehr.

Der Liter Heizöl hat um die 10kWh nutzbaren Brennwert. Macht aktuell etwa 13ct/kWh.

Je mach Netzbetreiber muss man Dusch-Durchlauferhitzer (eben die 20kW Größenordnung) auch beim Stromnetzbetreiber anmelden.
 
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Wenn du wirklich einen Durchlauferhitzer möchtest, litere mal aus, was bei der Dusche rauskommt. Also wieviel Liter pro Minute. Dann gehst von 10°C Kaltwassertemperatur aus und damit kannst du dann die benötigte Leistung berechnen um auf mind.(!) 40°C zu kommen (eher mehr von wegen der Legionellen).
 
Eine Brauchwasserwärmepumpe wäre noch eine andere Idee.
 
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Klar kann man mit DLE auch die Dusche betreiben. Aber das kostet auch mehr als 200W.
 
Durchlauferhitzer , die in der Lage sind eine Dusche direkt zu bedienen haben 18-27 KW Anschlussleistung.
D.h. du musst dafür vermutlich neue Stromleitungen legen ( 3-phasig und mindestens 16 A pro Phase )

Es dürfte sinnvoller sein den Brauchwasserspeicher möglichst gut zu isolieren und ihn im Sommer nicht mit dem Ölbrenner sondern mit z.B. Solarthermie oder Wärmepumpe auf Temperatur zu halten
 
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Um im Winter fürs Duschen einen Volumenstrom von 8 L/min von 5°C auf 40°C zu bringen braucht es 19,5 kW. Mehr Hitze für z.B. heiß abwaschen braucht mehr Power.

Rechnung: 0,133 [kg/s] * 4,184 [kJ/kg·K] * 35 [K] = 19,53 [kW]

Bei deinen 38 ct/kWh dauert eine 5min Dusche dann 62 ct elektrische Energie, nicht 16.

In meiner alten Wohnung war so einer - der war soweit ich mich richtig erinnere mit 24 kW Maximalleistung angeschlossen.
 
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Mondgesang schrieb:
Jetzt müsste man die kW Leistung des DLE und die Dauer einer Duschsession einberechnen. Angenommen wir nehmen einen 5kW DLE. Und die Duschdauer ist 5min.
https://www.clage.com/de/support/tools
Das sollte alle Fragen dahingehend beantworten 😉
Was du dir aber durch den Kopf gehen lassen solltest, wo kommt der DE in? Speist er die Warmwasserleitung oder wird der im Bad von der Kaltwasserleitung abgezwackt? Stichpunkt: stehendes Wasser in der Leitung im Sommer.
lowrider20 schrieb:
eher mehr von wegen der Legionellen
Ist bei nem Durchlauferhitzer weniger ein Problem, da ist selten stehendes Wasser.
mkossmann schrieb:
Durchlauferhitzer , die in der Lage sind eine Dusche direkt zu bedienen haben 18-27 KW Anschlussleistung.
Ich hab schon so einiges gesehen, nur nen 27kW DE noch nie in freier Wildbahn.
21kW reichen eigentlich auch locker aus. Der Stiebel Eltron DHB E 18/21/24 läuft bei ~45°C in etwa bei 14kW.
 
xeroftw schrieb:
weniger ein Problem
Schon klar, da gehört mehr dazu. Es sollte nur erwähnt worden sein. Ich finde die DLE-Lösung auch nicht optimal. Aber das war erstmal die Frage. Es wurde ja auch nicht die Größe des Warmwasserspeichers genannt.
 
Wie groß (Inhalt) ist der Brauchwasserspeicher?
Eigentlich sollte der durchgehend auf 60°C. Wassertemperatur gehalten werden, damit Legionellen nicht entstehen.
 
Ich würde da auch eher gucken ob du da einfach einen Brauchwasser-Wärmepumpenboiler installieren kannst dafür. Die Dinger kosten fast nix in der Anschaffung, und brauchen auch relativ wenig Strom.
Wir haben auch so einen, der hat 250l Wasserspeicher und braucht fürs Warmwasser (Dusche, Küche etc.) im Schnitt so 330kWh pro Jahr. Bei unseren aktuell 39ct/kwh wären das 129€/Jahr für warmes Wasser.


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xeroftw schrieb:
Ich hab schon so einiges gesehen, nur nen 27kW DE noch nie in freier Wildbahn.
21kW reichen eigentlich auch locker aus. Der Stiebel Eltron DHB E 18/21/24 läuft bei ~45°C in etwa bei 14kW.

Wir haben gerade einen alten hydraulischen AEG durch einen modernen elektronischen Stiebel Eltron ersetzt, Anschlusswert in beiden Fällen 21kW. Nur hat der AEG die halt immer fix gezogen und der SE braucht beim Duschen je nach Temperatur 9-11 kW, der wird sich bei 4 Personen schnell amortisieren (kW sehe ich in der App vom Wechselrichter). Austausch war nur aus baulichen Gründen vorher nicht so einfach, deswegen war der alte noch so lang im Einsatz.

Im alten Haus hatten wir zur Gasheizung einen Brauchwasserboiler mit Speicher, das ist IMHO wesentlich sinniger als die ganze Heizung laufen zu lassen um warmes Wasser zu haben.
 
Ich finde das irgendwie Quatsch, über welches Geld redet man denn hier? Der Kauf und Einbau dürfte doch mögliche Ersparnis über Jahre sowieso verschlucken? Okay, halbe Stunde ist viel, das wäre der einzige Grund.
Wenn man die Heizung jedoch anders einstellt, dürfte man das ändern können.

Ich zb. heize das Wasser nur 2x am Tag auf je eine Stunde (1h morgens und 1h abends) und es ist den ganzen Tag über heiß.
Ich nutze es aber nur zum duschen dann warm. Der Speicher zeigt um die 60 Grad dauerhaft an.

Ich würde dieses Thema erst angehen wenn eine komplette neue Anlage geplant ist.
 
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Mondgesang schrieb:
PS: als ich diese Info meinem bekannten Sanitärmeister mitteilte antwortete er schockiert "mach das bloß nicht. Die Dinger fressen dir die Haare vom Kopf! Da zahlst du dich dumm und dämlich!"
Was hat der gute Mann denn als Lösung bzw. als Alternative vorgeschlagen?
Ich habe früher mal in einer Wohnung mit Durchlauferhitzer gewohnt und da hielten sich die Stromkosten ganz arg in Grenzen. Aber ich habe auch zügig geduscht.

An deiner Stelle würde ich mich mal von einem Fachmann (eher nicht der Meister aus dem Zitat) beraten lassen, was so möglich ist.
WIe alt ist eure Heizung? Kann man die ggfalls besser einstellen?
Ergibt die Ergänzung durch eine Brauchwasserwärmepumpe Sinn? Oder Solarhtermie?
Oder geht man auf eine neue Heizung? Hier der Link zur aktuellen Heizungsförderung bei der KfW.
 
Vor vier Jahren hab ich selber einen Wärmepumpenboiler (100l) bei Ex eingebaut. Prima Sache ansich.
Hatte den alten Brauchwasser Kessel (Gas) rausgeschmissen.
Wenn die Anlage getrennt ist, schafft man das easy.
Ich meine, Gerät, Material (Cu Rohr, neue Druckspeicher, Nebenpumpe, VA Filter usw) war ich bei 1500€ + meine Arbeitszeit.
Aber: Der Keller wird dann furztrocken - was prima ist, aber ohne Hohldecke oder Isolierung ist natürlich für die Etage drüber blöd.
 
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