E-Petitionen Spam - Die Schattenseiten

Adam_Smith

Lt. Commander
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Seid einiger Zeit ist es nun möglich Petitionen über das Internet einzureichen und zu unterzeichnen.

Seid dem, so kann man meinen, gibt es einen nicht unerheblichen Anstieg an Petitionen gegen alles und jeden. Jüngstes Beispiel ist die hier im Forum eingereichte Petition gegen die GEMA.

Das schlimme an diesen Petitionen ist in meinen Augen, dass sie oftmals derart schlecht begründet sind, dass man sich ernsthaft fragen muss ob es nicht massive Ressourcenverschwendung ist, wenn sich jemand damit befassen muss.

Stöbert man etwas durch die Vielzahl der Petitionen, erkennt man welche Themen scheinbar ausreichend wichtig sind um viele "Mitzeichner" zu bekommen und welche leider in dem Wust von unsinnigen Petitionen untergehen.

Während eine Petition gegen das Verbot von Paintball Spielen (hier gibt es noch nicht einmal den Ansatz einer Gesetzfindung) 15066 Mitzeichner bekommt, bekommen Petitionen die der Versorgung von Opfern von Straftaten dienen gerade einmal 162 Mitzeichner.

Für mich ergibt sich der Eindruck, dass die ePetition aktuell lediglich jenen dient die ihre mit ihren Themen Jugendliche ansprechen die zu einem nicht unerheblichen Anteil noch nicht einmal Stimmberechtigt sind.
Dabei wird vielfach jene Petition gezeichnet, die vollkommen schlecht recherchiert begründet wird.

Einen wirklichen Fortschritt für die Demokratie kann ich hier nicht erkennen. Was keinesfalls an der Ignoranz der Politiker liegt sondern in meinen Augen vielmehr durch die mangelnde Disziplin der Bürger begründet werden kann.

Man läuft Gefahr, dass in diesem Spam von unsinnigen Petitionen am Ende jene ignoriert werden die man als wirklich "wichtig" bezeichnen kann.

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Das Werkzeug als solches finde ich durchaus sinnvoll.
Und ich will nicht sagen, dass eine Petition gegen das Verbot von Paintball Spielen generell unsinnig wäre ...
Doch wenn es bei dem Gespräch über ein Verbot lediglich um die Ideen einiger Politiker geht die noch nicht einmal in ein Gesetz gegossen sind, dann ist eine Petition einfach nicht das richtige Mittel. Des weiteren spielt die Begründung eine gewichtige Rolle.

Dies auch zur "GEMA" Petition! Die Verfassungsmäßigkeit der GEMA wurde bereits durch das Bundesverfassungsgericht bestätigt. Es ist daher ziemlich unsinnig vom Bundestag zu fordern, dass geprüft wird ob die GEMA mit der Verfassung in Einklang gebracht werden kann.
 
Das Problem ist wenn man das ganze wieder einschränkt, z.B. ne vorherige Prüfung auf Sinn oder Unsinn einer Petition oder ob Überhaupt Bedarf besteht, kommt man ohne Zweifel in die Bredouille dass Leute deren Petitition abgelehnt wurde (im Sinne von gar nicht erst veröffentlicht) wieder rumschreien das hier Zensur betrieben wird und nur veröffentlicht wird was dem Staat in den Kram passt.
Sicher hast du Recht, es ist nicht schön zu sehen das sinnvolle Petitionen im Zuge der Massenbewegung die andere (ggf. unsinnige) Petitionen auslösen untergehen aber in der Konsequenz kaum zu verhindern, ohne das ganze System der ePetition umzustoßen.
Ist halt wie bei Volksentscheiden, es kommt nicht immer das durch, was ggf. sinnvoll ist, sondern das was am besten verkauft wird bzw womit sich die meisten identifizieren können, was die meisten ohne lange nachzudenken unterschreiben würden.
 
Ich habe mir das auch schon gedacht. Die Petitionen leiden darunter, dass viele der Unterzeichner doch noch sehr jung oder einfach nicht reif sind. Was interessiert ein "Kind" die Versorgung von Opfern? Ein "Opfer" hat es vermutlich noch nie in seinem Leben gesehen (ausgenommen in dieser fernen und surrealen Welt der Nachrichten... aber das ist ja eben nur Fernsehen).

Andererseits muss man natürlich auch sehen, dass man sich in einer Zeit befindet in der die Nutzung des Internets hauptsächlich durch die Altersgruppe bestimmt wird. Lassen wir mal noch 50 Jahre ins Land ziehen - dann stimmen die Alten und die Jungen proportional gleichmäßig ab, jeweils zu den Themen die sie interessieren.

Darüberhinaus darf man die Stimme auch derjenigen, die sich "nur" für Paintball (oder etwas anderes relativ triviales) und für nichts anderes einsetzen nicht vernachlässigen. Es ist eine Stimme für/gegen etwas, und solange Demokratie noch irgendetwas bedeutet, dann hat diese Stimme das Recht zum Ausdruck.

Das die Petitionen selbst oftmals nicht unbedingt literarische Glanzleistungen sind mag an dem schnellen Handlungsbedarf aus Sicht der Petenten liegen, aber störend ist es natürlich trotzdem (selbst unsere geliebte Gegen-Internetzensur-Petition hat den ein oder anderen Schnitzer). Den Kopf schütteln muss ich allerdings auch immer häufiger, wenn ich selbst mit meinen 21 Jahren schon am Text der Petition erkennen kann, dass der Petent sich entweder keine Gedanken gemacht oder nur bis zur Nasenspitze gedacht hat. Eine Petition zur Streichung der Mehrwertsteuer würde z.B. garantiert mehr als die 130.000 Unterzeichner finden, aber jeder der mal ernsthaft nachdenkt muss eingestehen dass diese Forderung einfach nicht zu realisieren ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
das ist doch Ausdruck einer lebendigen Demokratie?! ich versteh garnicht wie man was dagegen haben kann. Die Politik befasst sich doch auch mit allerlei Nebenschauplätzen, also gleiches Recht für alle, sag ich mal

und dann über Wahlmüdigkeit klagen, also ich weiß net...
 
1. beschäftigen sich er dann irgendwelche Gremien, wenn eine Petition 50.000 Mitzeichner hat
2. hab ich grad neulich irgendwo gelesen, dass JEDER Petitionen einreichen/mitzeichnen darf. Angeblich ist noch nicht mal die Deutsche Staatsbürgerschaft notwendig... wäre interessant zu wissen, ob dem wirklich so ist.. :D
 
AndrewPoison schrieb:
Darüberhinaus darf man die Stimme auch derjenigen, die sich "nur" für Paintball (oder etwas anderes relativ triviales) und für nichts anderes einsetzen nicht vernachlässigen. Es ist eine Stimme für/gegen etwas, und solange Demokratie noch irgendetwas bedeutet, dann hat diese Stimme das Recht zum Ausdruck.

Natürlich hast du da recht. Allerdings ist gerade das Paintball Verbot ein Fall bei dem die Petition in meinen Augen nicht einmal das richtige Mittel ist. Eine Petition kann sich doch nur gegen Gesetze / Gesetzesvorhaben richten, die auch im Bundestag realisiert werden.

Beim Paintball Verbot zeichnet derartiges ja noch nicht ab. Das Gesetzesvorhaben liegt ja sogar auf Eis.

@KeepXtreme:

Der Petitionsausschuss befasst sich mit jeder eingereichten Petition, auch wenn sie weniger als 50.000 Mitzeichner hat. Er kann sie sogar an die Fachausschüsse geben obwohl nur 100 Leute gezeichnet haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
erst einmal ein Lob an den Petitionsausschuss! Wenn man sich auf der Bundestagsseite mal die offiziellen Antworten der geprpften Petitionen anschaut, find ich merkt man, dass der sich mit den jeweiligen Themen sehr professionell und unvoreigenommen befasst, auch wenn die Petitionen wirklich zum Teil liederlich geschrieben sind.

Ich finde Petitionen werden in Zukunft vor allem ein Barometer, was die -im Moment noch vor allem jungen- Menschen bewegt und dafür sind sie sehr effektiv: Sie erzeugen öffentlich Druck.

Bei jede größeren Petition stellt der Ausschuss entsprechende Anträge an die beteiligten Ministerien und fordert sie zu einer Stellungnahme auf, die dann auch so veröffentlicht wird. Außerdem lässt er sie wissen, dass eine bestimmte Petition sehr viele Mitzeichner hat.

Dass Schwachsinnthemen bei E-Petitionen teilweise erfolgreicher sind, als wohl ausgedachte gute Vorschläge, spricht meiner Meinung nach nicht gegen dieses Instrument.
Denn das bestimmte Themen sehr wichtig sind und trotzdem nicht ins öffentliche Bewusstsein dringen ist Gang und gebe. Dafür sind Petitionen auch nicht geeignet, denn solche Dinge entscheidet Wirklich besser ein kleiner Kreis von Experten.

Außerdem befasst sich der Ausschuss mit jeder Petition, es gibt nur keine Anhörung vor dem Bundestag. Trotzdem erreichen sinnvolle Petitionen mit 300Mitzeichnern tielweise mehr, als zum Beispiel die Petition für die Senkung der Spritsteuer mit über 50000Beteiligten. Dort lautete die Antwort des Ausschusses wie so oft: Politischer Blödsinn und nicht durchsetzbar ;-)

Mir jedenfalls macht es Spaß immer wieder mal den besseren Petitionen meine Stimme zu geben:D
 
@Adam_Smith

Im Rahmen des Waffenverschärfungsgesetzes wurde definitiv angestrebt Paintball zu verbieten, das haste eventuell vergessen oder ignorierst dies. Es war allerhöchste Eisenbahn gegen dieses Gesetz vorzugehen - selbst die deutsche Polizei hat hier mitgemacht und öffentlich Kund getan, dass sie dieses Gesetz NICHT verfolgen werden, stattdessen "im eigenen Ermessenspielraum handeln", wie es das Gesetz vorsah (mündliche Verwarnung statt Anzeige). Es war, wie gesagt, 5 vor 12 - nur durch die massiven Proteste durch die Bevölkerung sowie auch der Polizei selbst sahen die Verantwortlichen davon ab Paintball zu verbieten und schieben die Entscheidung auf, wollen prüfen ob ein Verbot Sinn macht. Das Thema ist noch nicht ganz vom Tisch.

Generell stimme ich dir zu: Viele Petitionen sind unter aller Sau, schlecht recherchiert und einfach nicht ernst zu nehmen. Nichtsdestotrotz ist jede Petition eine demokratische Aktion, den die Bevölkerung nutzen muss, wenn sie mit etwas nicht einverstanden ist. Man sollte es allerdings Leuten überlassen, die sich mit dem jeweiligen Thema auch ernsthaft auseinandersetzen, das jedoch geschieht eindeutig zu wenig.

Und wie AndrewPoison richtig sagt: Der Umstand liegt daran, dass das Internet hauptsächlich ein Medium der jüngeren Generation ist, die zudem teils auch noch unter schlechter Schulbildung leiden muss, sich gar nicht richtig ausdrücken kann - letzlich aber das wollen, was viele wollen und sich letztlich auch trauen etwas zu tun. Das muss man ihnen schon zu Gute halten, auch wenn die Qualität einer Petition leidet. Nichts zu tun ist jedenfalls der falsche Weg.
 
Am besten fand ich die Petition für den Verbot des Maifeuers, wurde mit CO2 etc begründet und der unzumutbarkeit astmatikern gegenüber.
Da dachte ich mir auch nur......
 
Die angesprochenen Schwächen der ePetition sind doch eigentlich Schwächen der Politik, kanalisiert durch das Medium Internet.

Bei einigen Wahlvorschlägen zum Bundestag fragt man sich doch auch - gelinde gesagt - ob der Plenarsaal der richtige Ort für diesen Menschen und seine Ansichten ist. Das ist ganz natürlich und wenn man hieraus einen Handlungsbedarf ableiten würde, müsste man zu dem Schluss kommen, dass die Demokratie abgeschafft werden muss, weil ja der die Wahl gewinnt, der sich besser vermarktet, und nicht der, der sein Volk besser zu vertreten vermag.

Das ist den meisten hier sicher klar, ich wollte es noch mal kurz in Worte fassen.

Die Besonderheit die wir beobachten können ist eine sehr asymmetrische Nutzerstruktur des Mediums Internet und damit schlussendlich eine Asymetrische Abbildung der Bürgerinteressen in den Petitionen. Wenn jeder Internetnutzer zwischen 15 und 30 heute Abend mal seinen Eltern/Großeltern zeigt, dass es da eine Seite gibt, wo man dem Bundestag seine Meinung geigen kann und der sich damit sogar befassen muss, wenn es genügend Leute genauso sehen, haben wir morgen auch ganz andere Schrottpetitionen.

"Ermäßigter Mehrwertsteuersatz für Kreuzworträtsel" oder "Rente mit 50" sind da noch die harmloseren Anträge, die ich kommen sehe.

Das Problem mit denn Schrottpetitionen ist nicht, dass es zuviele gibt, sondern dass sie derzeit nur aus einer kleinen Bevölkerungsschicht stammen. Klar, länger Nachdenken vor dem Motzen wäre oft wünschenswert, bleibt aber in dem Zusammenhang sicher viel zu oft ein frommer Wunsch. Und dass die "Generation Internet" nunmal auch dessen Informationswege viel effektiver ausnutzen kann, um für die eigenen Ideen zu werben, ist niemandem vorzuwerfen.

Wenn wir erst mal so alt sind wie die Grauen-Wähler von heute, wird es aus jeder Bevölkerungsschicht sehr sinnvolle und sehr blödsinnige Petitionen geben, und das ist gut so, ist ja bei den Abgeordneten und ihren Gesetzentwürfen manchmal nicht anders ;) Ich werde mich dann für ermäßigte Preise auf Rolling-Stones-Konzerten (Ja, die werden dann immer noch auf der Bühne stehen, das geht gar nicht anders, die sind ja untot) für Besucher üb er 65 aussprechen. Rock'n Roll for the win, erst recht wenn ich für Sex und Drugs zu alt bin :D
 
Mit deiner Vermutung, dass hier im großen Stil gespamt wird, hast du absolut Recht! War beim Unterzeichnen der "Internetsperren-Petition" sehr überrascht, was es da noch so Alles zu sehen gab.

Das Problem ist, dass es den Ein oder Anderen schnell verleitet, nach Belieben verschiedene Petitionen zu unterzeichnen. Getrost dem Motto: "Hört sich Petition 1 gut an, unterzeichne ich hier. Ach Petition 2 könnte auch interessant sein, dann bekommt die auch ne Unterschrift..."

Kann man die Qualität steigern? Ich denke nicht, denn man muss dabei an den Verstand jedes Einzelnen appellieren. Sicherlich könnte man eine Beschränkung einbauen, die vorsieht, dass jede Person nur einmal im Monat eine Petition unterzeichnen darf - allerdings muss man sich auch hierbei die Frage stellen, ob dies nicht schon als Einschränkung der Meinungsfreiheit gilt?! In meinen Augen wäre dies nämlich der Fall.

Was mich viel stärker beunruhigt ist die Tatsache, dass selbst die Petition mit über 140.000 Unterzeichnern ignoriert wurde. Das darf einfach nicht sein, denn dann frage ich mich, weshalb unser System überhaupt Petitionen vorsieht.

Das hat mich letzten Endes so sehr geärgert, dass ich ein Videonachricht für die Frau Illner aufgenommen hab und hoff jetzt, dass es am Donnerstag ausgestrahlt wird: http://www.youtube.com/watch?v=XMewJp6QpMg

Gruß
 
autoexe schrieb:
Das Problem ist, dass es den Ein oder Anderen schnell verleitet, nach Belieben verschiedene Petitionen zu unterzeichnen. Getrost dem Motto: "Hört sich Petition 1 gut an, unterzeichne ich hier. Ach Petition 2 könnte auch interessant sein, dann bekommt die auch ne Unterschrift..."

Was verleitet dich zu dieser Aussage?

Ich hab da auch mal durchgeblättert, und da war die Petition gegen Internetsperren schon bei über 100.000, während die meisten anderen bei ein paar hundert herumdümpelten. Wenn sich die Leute so verhalten hätten, hätte es doch mehr Petitionen im mindestens 4 bis 5 stelligen Bereich geben müssen.

Generell - ich finde das eine gute Einrichtung - klar, das da jetzt wieder einige schreien, da werden auch unsinnige Forderungen gestellt. Nur - was Unsinn ist und was nicht ist ja auch wieder Ansichtssache, und soll man deswegen nun anfangen die Leute zu bevormunden ? Das wäre sicher der falsche Weg. Es ist halt eine der wenigen Möglichkeiten sich als Otto - Normal Wähler an die große Politik zu wenden. Zudem, soviele Petitionen a la " abschaffung der Benzinsteuer" "Abschaffung der Mehrwertsteuer" etc, die dann gleich 100.000 Unterschriften bekommen hab ich dort noch nicht gesehen - vielleicht sind die meisten Leute doch nicht ganz so, wie einige annehmen ?

Zur Paintball Petition - sicher mag das für einige trivial erscheinen, aber andererseits steht IMHO so eine petition auch gegen eine antifreiheitliche Tendenz in der Politik - da sollen Verbote ausgesprochen werden, allein aus dem Grund, weil einige einen schädlichen Gesellschaftlichen Einfluß mutmaßen, ohne auch nur indizien für einen Zusammenhang ( hier den AMokläufen ) herstellen zu können. Auch hab ich gelesen, das es wohl eine weile dauert, bis die Petition online geht. Gut möglich, das die Eingereicht wurde, als die Debatte noch im vollen Gang war.

Sicher sind dort auch andere Petitionen bei, die Unterstützenswert wären, und die nur wenige Zuschriften bekommen. Hier spielt sicher eine Rolle, wie groß die öffentlichkeitswirkung ist. Bei der Paintball Petition hab ich in mehreren Foren aufrufe gesehen, bei den meisten anderen hingegen nicht. Spielt sicher auch eine Rolle, wie sehr sich der Initator der Petition um Öffentlichkeit bemüht.

Allerdings sollte jemand der eine Petition einreicht sich doch etwas Mühe geben, diese auch zu formulieren, auch wenn sie dann erst ein zwei Tage später kommt - sonst braucht man sich über mangelnden Zuspruch auch nicht wundern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Belegen kann ich dies natürlich nicht und hab daher auch nur geschrieben "den Ein oder Anderen" aber dennoch denke ich, dass durch die ePetitionen die MEnschen öfter Ihre Unterschriften abgeben, als es ohne der Fall wär.
Ein Beispiel für eine Entwicklung in diese Richtung kann ich aber bereits heute ausmachen (vllt. aber auch nur ein Zufall):
Die Petition gegen die Gema hat ja nun auch enorm viele Unterschriften beisammen. Die Piratnepartei fordert aber in Twitter zur (weiteren) Unterzeichnung von dieser auf. Allein diese Tatsache zeigt, dass durch die vereinfachte Stimmabgabe zukünftig häufiger Gebrauch von ePetitionen gemacht werden wird. Denn gerade die Interessen der Internetaffinen Generationen werden zumindest in den näcshten Jahren verstärkt vertreten sein.
 
yeah, wenn ein hustender Pandabär bei Youtube 10mio klicks bekommt, sind auch 50000 KLicks für eine Petition schnell zusammen:king:

solange das aber nicht total ad absurdum geführt wird, ist das nichts schlechtes, im Gegenteil, siehe Post oben
 
Ja ja, was der Threadsteller anspricht spiegelt ganz gut die momentane Lage wieder.

Wichtige Dinge sind uncool oder gefühlt unwichtig. Piratenpartei, Internetzensur und Gotcha spielen; das sind die wichtigen Themen.
Sachlich fundierte Auseinandersetzungen mit den wichtigen Themen gibt es wenig - Finanzkrise, Arbeitlosigkeit, Außenpoltik - die da oben sind halt Schuld - wie, wo, warum, weshlab - egal.
Aber zu jedem Furz ne Petition aufmachen.
 
@Adam_Smith, die Aufgabe der Petitionen müsste man seit letzter Woche doch verstanden haben, sie dient ausschließlich dem Gefühl etwas bewirken zu können, ohne etwas zu bewegen. Welche Petitionen wieviele Unterzeichner haben ist nur davon abhängig wer zufällig auf die Seite kam und beim schnellen Blättern was interresantes fand, nicht mehr und nicht weniger.

@DugDAnger, die wichtigen Themen ("Finanzkrise, Arbeitlosigkeit, Außenpoltik") die in den Medien diskutiert werden brauchen keine Petitionen, sie sind ja in aller Munde, mitreden darf man auch mit einer Petition nicht. Oder meinst du mit einer Petition gegen die Hilfen an die Banken die ca 250Milliarden € kosten werden (50 sind in Konjunkturpaket 2) hätten es die Bürger verhindern können so einen Haufen Geld rauszuwerfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Als eiserner Verfechter der Demokratie, wie sich der Threadersteller hier oft gerne gibt, verstehe ich es nicht, dass ausgerechnet er, Beweggründe die anderen Bürgern wichtig sein können, als "unwichtig" deklariert.

Jede Petition kann ihren Teil zur Politik beitragen. Ob zum Nachdruck oder zum bloßen Thematisieren ist dabei völlig egal.

Das ist eben Demokratie, lieber Herr Smith.
 
@Adam_Smith
Naja das mit den "sinnlosen Petitionen" ist wie mit den sinnlosen Gesetzen bzw Gesetzesänderungen :p
Nur wir machen das umsonst und der Poli-Depp bekommt für seinen geistigen D***sch*ss noch Geld!

Abgesehn davon hast Du natürlich Recht. Je mehr ePetitionen aufkommen, desto weniger werden sie beachtet/genutzt.
Aber mal ehrlich doll gebracht hat uns selbst die KiPo Petition nix.
Solang wir keine Möglichkeit zur Blockade wie in der Schweiz haben ist das zwar nett, aber wirkungslos.
Manchmal denk ich mir. Hätten wir die Fresse gehalten, hätten sie bloß n DNS Filter gemacht!
Wir hätten unsere proxys/TOR aktiviert und nix hätt sich geändert.
Nu sind wir die versierten KiPo/Terror/Raubkopierer versiert bis in die Haarwurzer bereit zum Umsturz und was weiß ich noch alles.
Darum muß man noch weiter geht mit Stoppschild, IP-Auswertung, Netzzugangssperren...

Vll sollten wir sie in Zukunft weiter an den Weihnachtsmann glauben lassen während wir mit dem Christkind ***** :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Während eine Petition gegen das Verbot von Paintball Spielen (hier gibt es noch nicht einmal den Ansatz einer Gesetzfindung) 15066 Mitzeichner bekommt, bekommen Petitionen die der Versorgung von Opfern von Straftaten dienen gerade einmal 162 Mitzeichner.

Mit der ersten Petition versuchen die Bürger, sich gegen die sinnlosen Einschränkungen ihrer Rechte zu wehren.
Was kann denn schon wichtiger sein? Die 2. Petition ist es ganz sicher nicht.

Nebenbei, die Erfahrung hat gezeigt, dass einmal beschnittene Rechte auch immer beschnitten bleiben, auch wenn es im Nachhinein kaum noch zu rechtfertigen ist. Von daher kann die Aufregung um diesen Punkt gar nicht groß genug sein.
(ich wünschte, es hätte früher schon solche Beteiligungen gegeben und hoffe, dass es in Zukunft noch besser wird)

Ansonsten gibt es natürlich viele mehr oder weniger sinvolle Petitionen -- die sind aber in den Zeiten vor der ePetition in Briefform an den Bundestag geflattert.
Es ist verdammtnochmal deren Pflicht, sich mit den Wünschen und Sorgen ihrer Bürger auseinanderzusetzen. Dafür sind es unsere "Volksvertreter".


lediglich jenen dient die ihre mit ihren Themen Jugendliche ansprechen die zu einem nicht unerheblichen Anteil noch nicht einmal Stimmberechtigt sind.


Also ich kann in Art.17 keine Altersbeschränkung zum Mitzeichnen erkennen.
Ich hoffe auch, dass alle unsere noch nicht wahlberechtigten jungen Bürger reichlich Gebrauch von ihren Möglichkeiten machen.

Dabei wird vielfach jene Petition gezeichnet, die vollkommen schlecht recherchiert begründet wird.

Kommt vor. Nicht einmal selten, fürchte ich.
Aber es ist das Recht eines jeden deutschen Bürgers so dämliche Petitionen mitzuzeichnen, wie er es wünscht! ;-)

Gruß,
David
 
@ memphisray

Eben, würde man sich mit den wichtigen Theman "wirklich" auseinandersetzen dann könnte man auch differnzierter darüber dikutieren.
Die Bankbürgschaften sind in der Tat strittig, trotzdem; schonmal die Folgekosten einer Pleitewelle bei den Banken berechnet? Wieviele Anleger da ihr Geld verlieren würden? Wieviele Firmen keine Kredite mehr bekommen würde?....
HHmm, hast die Zeit wahrscheinlich auf die Paintball Petition verwendet ;) - War nur Spass.
 
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