Einspielen eines KH tatsächlich immens wichtig oder nur Aberglaube?

sintao

Ensign
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Man liest viel im Internet bezüglich dieses Themas, stimmt es nun oder ist das Aberglaube?

Genau wie dass mit den Kabeln, das angeblich 200€+ teure Kabel am klang was verändern können.

Stimmt das?

MfG
 
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Was ist ein KH?

Ich glaube ich habs, Kopfhöhrer, oder?
 
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Falls du damit die Signalquelle, also die Soundkarte/Verstärker meinst, dann auf jeden Fall ja. Das Signal muss von Digital auf Analog umgewandelt werden, und bei analogen Signalen kann viel verloren gehen, wenn der Digital-Analog Wandler schlecht ist. 200€-Kabel sind im Alltag natürlich Schwachsinn, aber Chinamüll sollten die (zumindest bei analogen Signalen) auch nicht sein.

@Schaby: KH = Kopfhörer :D
 
Es gibt gewisse Tricks, die bei Audio _wirklich_ helfen _können_, den Klang zu verbessern. Bei Schallplatten z.B. nasses Handtuch auf die Heizung für mehr Luftfeuchtigkeit, oder tlw. geringfügige Änderungen der Lautsprecherposition.

Ultrateure Kabel sind jedoch wie so vieles bei Audio reine Esoterik, um reiche Hipster abzuzocken, die dran glauben. Besonders lustig finde ich ja die "Audio-SD-Karte von Sony für 130€/64GB", die angeblich den Klang verbessern soll. Wer sich sowas kauft, gehört mW besachwaltet.

Um deine Frage zu beantworten: nein, "einspielen" ist ebenfalls Esoterik.
 
Nur mal von einem Musiker mit eigenem kleinen Aufnahmestudio zum Laien:

Einen Kopfhörer "einspielen" ist Unfug. Da aber jeder Kopfhörer eine andere Charakteristik aufweist, was sein Klangbild angeht, ist es notwendig einen Kopfhörer etwas länger zu "hören", bis man sich ein gutes Bild von seinem Klang gemacht hat.
Daraus folgt auch, dass das kurze Probehören im Laden nur eine Momentaufnahme ist. Wenn man da was hören will nimmt man am besten seine eigene Musik mit und hört mal 15 Minuten rein, dann hat man nen ungefähren Eindruck, ob einem der Kopfhörer gefällt oder nicht. Ach ja, und bitte Equalizer komplett aus.

Zum Thema Kabel: Es gibt's ja immer wieder, vergoldete Stecker, beste besondere Audiokabel....
Alles Unfug.
Für Analogsignal gilt, höherer Querschnitt je mehr Leistung und je größer die Strecke. Stecker sind wurscht, solange die Kontaktgabe ausreichend gut ist, Gold bringt dabei nahezu nichts.
Bei digitaler Übertragung ist das noch weniger relevant.
 
Gerade zu Beginn eines Treiberlebens gibt es gewisse Veränderungen, mit Esoterik hat das nichts zu tun.
Ob man das hören kann? Kommt darauf an ...
 
Oder Veränderung der TSP ... meßbar, aber wenn interessiert das, solange man es als Esoterik abstempeln kann?
 
Ich muß mich wieder einmal off topic einmischen:

Kann mir wer sagen, was der "richtige" Klang ist. Der hörbare Klang ist halt von vielen Dingen beeinflußt, die gar nicht beeinflußbar sind; oft auch von solchen, die eben gar nicht steuerbar sind. Das wirkt auf die Aufnahme, wie bei der Wiedergabe. Ich denke da z.b an Raumverhältnisse, Mikrofonstnadorte, ja sogar MikroständerUnterlagen; ja selbst die Luftfeuchtigkeit hat einen gewissen Einfluß. Wenn auch die einzelnen Einflüsse oft marginal sind, wird eine 100% Reproduktion nie gelingen. Lösen wir uns daher von der Wirklichkeitstreue (es gibt eben keine allgemeingültige Wirklichkeit) - schön ist, was gefällt.
 
gintoki schrieb:
Oder Veränderung der TSP ... meßbar, aber wenn interessiert das, solange man es als Esoterik abstempeln kann?

Wenn es soweit ist, dass sich der Thiele-Small-Parameter z.B. durch Materialermüdung so stark ändert, dass es hörbare(!) Auswirkungen auf den Klang hat, sollte man sowieso langsam mal etwas neues kaufen. Andererseits haben sich im Laufe der Nutzungszeit Hörvermögen und Sehvermögen viel stärker geändert, und weder neue Augen noch neue Ohren kann man kaufen. Dann ist es wohl an der Zeit sich eine Brille zuzulegen, um die Beschriftung auf der Fernbedienung noch lesen zu können, und ein Hörgerät, damit die Musik für die Nachbarn nicht lauter ist als für einen selbst.
 
Die TSP verändern sich zu Beginn der Nutzung recht deutlich. Ob man das hört ist eine andere Sache, aber zu behaupten es gäbe keine Unterschiede ist schlicht falsch ;)
 
Einspielen ist halt so ne Sache bei manchen KHs bringts was, bei anderen eben nicht. Bei meinen OverEars die ich bislang hatte brachte es nix aber dafür bei meinen InEars. Es gibt sogar Lautsprecher bei denen im Handbuch drauf hingewiesen wird das dieser sich X Stunden bei angemessener Lautstärke einspielen muss bevor er seine wahren Klangeigeschaften entfalten kann.

Auch Kabel können einen Unterschied ausmachen bestes Beispiel ist der Fidelio X1 bei dem das Kabel einen zu hohen Widerstand hatte und dieser mit einem anderen 08/15 Kabel besser Klang. (aber ich würde nie im Leben 200€ für den laufenden Meter ein Kabel kaufen)

Es ist halt so, mal bringts was mal bringt es nix.
 
gintoki schrieb:
Die TSP verändern sich zu Beginn der Nutzung recht deutlich. Ob man das hört ist eine andere Sache, aber zu behaupten es gäbe keine Unterschiede ist schlicht falsch ;)
Wer sich Audiogeräte in der Preisklasse kauft, in der dies auftritt, hat ganz andere Probleme hinsichtlich Klangtreue und Klangqualität. Weder Epicon noch Helicon und auch nicht B&Ws Diamond (und ziemlich sicher auch nicht deren CM) sind davon betroffen
 
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Hallo,

ich finde hier wir es recht gut und aber oder - recht kurz auf den Punkt gebracht:

http://support.beyerdynamic.com/hc/de/articles/201875262-Muss-ich-meine-Kopfhörer-einspielen-

Der Text beinhaltet Abhängigkeiten/Differenzierungen, bitte beachten.

https://www.computerbase.de/forum/t...sikers-mit-tesla.1510552/page-7#post-17846701

Beispiel:

Zwei Personen hören zwei identische, neue Kopfhörer.
Eine Person stellt Unterschiede fest, die andere Person nicht.
Die Änderungen sind/wären messbar.
Gib es jetzt grundsätzlich eine wichtige Einspielzeit?

1. Welche Parameter ändern sich und wie stark – wegen der Wechselwirkung, den Abhängigkeiten.
2. Wie gravierend sind die Auswirkungen, messbar ist es (kann es sein), hörbar? Kommt wohl drauf an, sie 1.
3. Veränderungen vom Anpressdruck (Feder) und Verformungen (Schaumstoff) der Ohrpolster hat (beides) Auswirkungen auf den empfundenen Klang. Wenn vielleicht auch erst über Jahre.

Zur Eingewöhnungen: Ich habe hier für Versuchszwecke zwei neue Kopfhörer. Einen echten Gewöhnungsprozesse braucht man meiner Meinung nach nur realisieren, wenn sie diese zwei KH stark voneinander unterscheiden würden, hinsichtlich des Klanges.

Bei zwei ähnlichen, gute Kopfhörern muss ich mich wohl nicht an den stark variierenden Klangcharakter gewöhnen, sondern die feinen Unterschiede heraushören, dass braucht Zeit.

Um Unterschiede (auch kleine) festhalten zu können, dafür braucht man auch keine Goldohren oder viel Hörerfahrung und muss auch kein Tonschaffender sein. Ganz (!) einfaches Beispiel: Man hat eine Basstrommel auf den Ohren, kräftigeren Bass finde man aber passend. Wieso muss ich mich an einen "neutralen" KH im Bass gewöhnen? Und oder andersherum!

@Ost-Ösi
Für das reine Musikhören stimme ich dir vollkommen zu, schön/richtig ist - was gefällt.
Den guten Klang kann man ja auch nicht wirklich (Produktspezifisch!) mit Neutralität umschrieben.
Und guter Klang (weil subjektiv), muss demnach auch nicht zwangsweise höchste Neutralität bescheinigen.
Bei neutral ist das was anderes, das System überträgt linear, phasen/zeit-richtig oder nicht.
DAS kann man weitestgehend messen, belegen (die Übertragungseigenschaften), guten Klang aber nicht.
 
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Die Thematik hat nichts mit der Preisklasse zu tun.

Hier zwei Randnotizen aus Datenblättern, die Firmen sollten vielen bekannt sein:
(7) Thiele - Small parameters are measured after the test specimen has been conditioned by
450 W AES power and represent the expected long term parameters after a short period of use.
6Thiele-Small parameters are measured after 2 hour exercise period using an 600 W AES
power test and will reflect the expected long term parameters once the driver has been
installed and operated for a short period of time.
Auszug aus den Messbedingungen eines anderen Herstellers:
After appropriate burn-in, the loudspeaker samples are flush mounted in a large IEC norm baffle facing towards the ceiling. Measurements are carried out by ½ inch Brüel & Kjäer microphone 4133 or ¼ inch Brüel & Kjäer microphone 4135, B&K preamplifier 2639T and pc-based ATB measuring software, version 4.01.

Oder mal ein Bild:
bleistift.JPG
 
gintoki schrieb:
Die Thematik hat nichts mit der Preisklasse zu tun.
Und welche Firma für "preiswertes" Audiozubehör macht so etwas?

Btw. sind in den Firmenzitaten weitere Gründe angegeben, warum das beim Endnutzer eben nicht mehr merklich auftreten sollte.
 
Zwenner hat schon eine genannt, 18sound.
Das andere sind JBL, Wavecor und Accuton.

Nur Chassis bei denen die TSP gemessen werden, werden "vorbehandelt". Bei Chassis aus der laufenden Produktion wird mit Glück ein Funktionstest gemacht.
 
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