Wenn du eine verschlüsselte E-Mail bekommst, dann trifft einer der beiden folgenden Fälle zu:
1.)
Es handelt sich um eine Ende-zu-Ende verschlüsselte E-Mail an dich. Das heißt du hast ein Schlüsselpaar (private/public), und jemand hat zur Verschlüsselung dieser Nachricht an dich deinen public key verwendet.
Um sie jetzt zu entschlüsseln brauchst du den passenden private key, in dessen Besitz du zwingend sein musst. Ohne geht es nicht. Ist dieser mit einem Passwort gesichert, so kann dieses Passwort nicht geändert werden ohne das alte zu kennen, da es ja zur Sicherung dient.
Es soll ja verhindern, dass jemand böses, der irgendwie in den Besitz deines private keys kommt, diesen auch verwenden kann. Wenn dieser Bösewicht dann nichts anderes tun müsste, als das Passwort zurückzusetzen, wäre das Passwort von Anfang an sinnlos.
Wenn du das Passwort also ohne Kenntniss des alten Passworts des Schlüssels zurücksetzt, erstellst du effektiv ein neues Schlüsselpaar, also auch einen neuen private key. Mit diesem kannst du die Mail nicht entschlüsseln, da dieser dann nicht mehr zu dem public key passt, mit dem die Mail verschlüsselt wurde.
Es ist nur möglich, das Passwort des Schlüssels zu ändern, ohne dass sich der Schlüssel selbst ändert, wenn das alte Passwort bekannt ist.
Es könnte sein, dass das die Hinweisnachricht war, die du fahrlässigerweise weggeklickt hast. Das würde grob zu dem passen, was du in sehr knappen Worten beschrieben hattest.
Folge dieses Falls ist: Der Inhalt der Mail ist für dich für immer verloren, denn der Mechanismus tut ja jetzt genau das, was er soll: Jemandem ohne den korrekten Schlüssel den Zugriff verwehren. Nur trifft es so jetzt halt leider dich selbst. Sollte also etwas wichtiges in dieser Mail gestanden haben, ist dieser Inhalt jetzt verloren, sofern du nicht doch noch den passenden private key dafür beschaffen kannst.
2.)
Es handelt sich um eine Art Mail, wie von
@Amaoto bereits beschrieben. In diesem Fall hätte dir jemand eine verschlüsselte E-Mail geschickt, ohne die klassische Ende-zu-Ende Beziehung. Also kein Schlüsselpaar, sondern ein einfaches Passwort. Hierbei wird natürlich auch davon ausgegangen, dass beide Seiten, Sender und Empfänger sich auf eben jenes Passwort geeinigt haben und es daher bekannt ist. Dementsprechend ist es natürlich auch nicht einseitig änderbar, sonst wäre dieser Mechanismus auch hier wieder witzlos, da sonst ja jeder, der diese Mail in die Finger bekommt, das tun könnte.
Allerdings ist hier, wie in der Anleitung beschrieben, zumindest im Kontext von Proton Mail der Inhalt bekannt, nämlich der Hinweis darauf, dass ein Inhalt für dich in Proton Mail zur Ansicht bereitsteht. Dieser Inhalt ist also nicht selbst Teil dieser Mail. Daher geht hier durch die Mail selbst erstmal kein ggf. wichtiger Inhalt verloren, sondern nur eine Zugangsmöglichkeit dazu.
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In beiden Fällen kannst du natürlich versuchen, den ursprünglichen Absender zu bitten, dir den Inhalt erneut zu senden.