Erfahrung mit Wohngenossenschaften

GregoryH

Lt. Commander
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Aug. 2010
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1.862
Hi,

suche derzeit eine Wohnung in meinem Studienort (um dem Studentenwohnheim zu entkommen) und habe eine sehr vielversprechende Wohnung gefunden. Diese wird jedoch von einer Wohngenossenschaft betrieben heißt ich muss statt Kaution Anteile im Wert von 800€ Kaufen etc.

Gibt es Nachteile dieser Form des Mietens (google spuckt da nur sehr lobbystische Seiten aus) oder alles paletti damit?

Gruß
G.
 
Meine Mum wohnt auch in einer von der Wohnungsgenossenschaft bereitgestellten 'Behausung'. Heißt bei uns AWG.

Bietet bisher nur vorteile>

günstiges wohnen,schnelle erreichbarkeit bei Störungen/Havarien,Ansprechpartner immer erreichbar,gute Areal/Blockpflege !,korregte Abrechnungen usw.

Die Anteile werden wie eine normale Kaution hier gehalten ! Bei Auszug und guten Besenreinen zustand gibt es das Geld zurück.
 
Der einzige Nachteil bei unserer Wohnungsgenossenschaft (bin auch im Studium) ist, dass es die Anteile erst später zurück gibt, dh nicht direkt bei Auszug, dh es kann durchaus ein Jahr dauern, aber zurück gibts das auf jeden fall inkl. Zinsen.
Sonst ist alles super organisiert, wenn man kleine Sachen hat ruft man den Hausmeister an und der vermittelt an Genossenschaftseigene Handwerker oder macht es selber.

Find ich bisher angenehmer als bei Privatvermietern, wird aber wahrscheinlich auch auf die Genossenschaft ankommen.
 
Ich wohne seit 15 Jahren in Wohnungen von Baugenossenschaften und kann nur Gutes berichten. Meine Anteile betragen knapp 4000,- Euro, die ich aber mit 4,5% verzinst kriege.

Ansonsten gute Erreichbarkeit, fair, schnell, günstige Mieten. Wenn du die Chance hast tritt jetzt ein und nimm die Wohnung, später kannst du weitere Anteile erwerben und in größeren Wohnungen ziehen.
 
Alles klar danke. Werde mir die Wohnung zum nächst möglichen Zeitpunkt angucken (mit eltern) und wenn sie so ist wie auf den Bildern wird unterschrieben :)
 
Kannst ja auch noch im Internet im Geschäftsbericht nachschauen ob die Gewinn gemacht haben - als Anteilshalter ist man Nachschusspflichtig bei einer Insolvenz - wäre aber auch das einzige Risiko dass ich bei einer eG kenne.

Sonst stehen Wohnungsgenossenschaften eher für gute Wohnungen bei fairen Konditionen. (wohne seit 8 Jahren bei einer WG)
 
Die Anteile über die hier schon gesprochen wurde gibt es meist frühstens nach einer bestimmten Zeit zurück, also nicht zwangsläufig erst lange nachdem man ausgezogen ist, sondern einfach z.b. erst nach frühstens 5 Jahren.
Da sie aber meist relativ gut verzinst sind, ist das m.M.n auch nicht so tragisch.
.
 
Pandora schrieb:
... sondern einfach z.b. erst nach frühstens 5 Jahren. ...

Ich habe bei einer Kündigung mein Geld nach 18 Monaten, also 1,5 jahren zurück, das aktuelle Jahr und das folgende Geschäftsjahr musste vergehen, andere in HH handhaben das ebenso. 5 Jahre sind übel, kenne ich zum Glück anders.
 
Die Genossenschaft ist DIE Geschäftsform für sowas schlechthin! Wohne in Dresden und habe den Vergleich (mit Freunden) Gagfah=böse Finanzheuschrecke aus den USA (die haben vor Jahren Dresden fast alle Wohnungen abgekauft und durch den Verkauf des Tafelsilbers ist Dresden die erste deutsche Großstadt geworden, die schuldenfrei ist (ich liebe diese spezielle Art der sächsischen Politik. Die staatsschulden pro Person sind in Sachsen die niedrigsten der ganzen Republik)) und diverse Genossenschaften=im Besitz der Dresdner.
Die Gagfah Wohnungen sind widerliche versiffte Buden mit teilweise sehr fragwürdigen sozialen Verhältnissen, in grauenvollem Zustand und die machen NICHTS außer die Miete zu erhöhen.
Meine Wohnung ist sauber gewesen, renoviert, sozial stabil (die nehmen eben einfach nicht jeden - die wollten sogar Schufaprüfung und all das - da die Gemeinschaft Interesse an guten Nachbarn und pfleglichem Umgang mit der Wohnung hat, passen sie auf.

Und die Genossenschaftsanteile erlauben dir sogar teilweise mit zu bestimmen.

Also ich würde eine Genossenschaft (wenn man sich nicht mehr leisten kann - ordentliche Wohnungen sind immer in Privatbesitz :lol:) immer vorziehen! Letztendlich ist es egal - aber du musst auf jeden Fall darauf achten, dass du nicht an einen (ausländischen) Immobilienfond gerätst. Das sind die größten Wohnungsverbrecher des Landes. Die wollen nur Gewinn aus den Wohnungen pressen. Und da es bei den Managern nur um Bilanzen geht, dann auch höchstens nur 1-2 Jahre weit gedacht. Die wollen Gewinne - und zwar sofort! Wenn dafür der Bestand durch Verfall und sozialen Abstieg an Wert verliert, ist das egal. Die Boni bekommen die Manager eben, wenn sie 2012 4Mrd Gewinn machen. Was 2020 ist, ist denen doch absolut egal. An der Gagfah sieht man es. Die haben beinahe nichts gemacht. Nur die Mieten erhöht. Es ist scheußlich. Da freut es mich, dass die Amerikaner den Wohnungsbestand massiv überbewertet haben und viel zu viel gezahlt haben :evillol:
Man kann einfach nicht 80.000€ für einen Plattenbauwohnng unsaniert oder teilsaniert bezahlen! Aber die haben es getan und damit der Stadtkasse eine Dicke Summe eingebracht. Alle Schulden waren weg (über zwei Milliarden glaube ich) und sogar noch 200.000.000 übrig :lol:
Und mich freut noch mehr, dass sie ordentlich auf die Schnauze geflogen sind! Verluste gemacht, Strafe für Vertragsbruch gezahlt (nochmal Geld für Dresden) und jetzt könnte die Stadt die Wohnungen mit etwas Glück sogar für ein viertel des Preises zurückzukaufen. So muss das sein :evillol:
Jetzt bin ich abgeschweift... Denk einfach dran: kein Immobilienfond als Besitzer!
 
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