Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit?

Frader

Commander
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Okt. 2007
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Hallo.
Ich bin stellvertretender Teamleiter bei mir in der Firma.
Aber auch wenn mein Chef anwesend ist und ich nicht offiziell die Stellvertretertätigkeit ausführe habe ich viele Führungsaufgaben übertragen bekommen.
Bezahlt werde ich aber nach wie vor wie jeder normale Mitarbeiter "ohne großere Verantwortung".

Mein Chef hat seitdem ich diesen Posten übernommen habe die Angewohnheit mich sehr oft weit außerhalb der Arbeitszeit wegen jeder Kleinigkeit am Firmenhandy anzurufen um meine Meinung einzuholen oder (wenn auch kleinere) Aufgaben zu erledigen. Manchmal, wenn aber selten, sind es auch wichtige Angelegenheiten die wirklich nicht warten könnten.
Meistens sind es aber Themen die sehr wohl auch auf den Folgetag warten könnten.

Was meint ihr? Klar bin ich dazu nicht verpflichtet ans Telefon zu gehen. Das ist mir klar. Auch könnte ich das ganze unterbinden wenn ich einfach nicht ans Telefon gehen würde oder wegen diesem Thema mal mit dem Betriebsrat sprechen würde.
Auf der anderen Seite will ich es mir aber mit dem Chef nicht verscherzen da ich bei ihm ein hohes ansehen genieße und er mir in Vergangenheit sehr gut den Einstieg in die Firma ermöglicht hat.

Irgendwie fühle ich mich da in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite bin ich geschmeichelt in so einer Position arbeiten zu dürfen, auf der anderen Seite ärgert es mich schon dafür nicht entsprechend entlohnt zu werden.
 
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Nur um es mal zu konkretisieren: Die Anrufe außerhalb der Arbeitszeit empfindest Du nicht zwingend als störend? Viel mehr stört dich, dass Du für diese "Extrarbeit" nicht angemessen entlohnt wirst?

Wie lange machst Du den Job (also als stellv. Teamleiter) schon und daraus resultierend: schonmal mit dem Chef über eine Gehaltserhöhung gesprochen?
 
Arbeitszeit is Arbeitszeit - Freizeit is Freizeit.

Ich würd in der Freizeit aus Prinzip nicht ans Firmenhandy gehn.
Wie willste sonst entspannen/abschalten?
Was ist wenn Du in den Urlaub fährst? Nimmste dann das Handy mit nach Italien? :D

Manchmal, wenn aber selten, sind es auch wichtige Angelegenheiten die wirklich nicht warten könnten.
Das wäre z.B.?
 
Ich hab das Thema auch schon ein paar mal durch die Blume angesprochen als er wieder angerufen hat.
Die Antwort war , er sitze ja auch noch im Büro.
So richtig will er das nicht akzeptieren.

Ich mach den Job in dieser Position nun ca. ein Jahr. Und ja, ich könnte einigermaßen darüber hinwegsehen wenn die Entlohnung passen würde.

Komisch ist nur das er, wenn ich im Urlaub bin, sehr wohl unterschneidet zw. wichtigen und unwichtigen Anrufen.
Ich hab das Firmenhandy im Urlaub meist auch an da doch mal Sachen passieren können bei denen nur ich helfen könnte.
Wenn ich aber auf Reise wäre würde ich es nicht mitnehmen. Dann würde aber mein Privathandy klingeln.
 
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Komisch ist nur das er, wenn ich im Urlaub bin, sehr wohl unterschneidet zw. wichtigen und unwichtigen Anrufen.
Ich hab das Firmenhandy im Urlaub meist auch an da doch mal Sachen passieren können bei dehnen nur ich helfen könnte.

Dich hätte ich gerne als Arbeitsskla... ehm nehmer. Kein Geld für extra (teils aufwändigere) Leistungen. Top!

Aber im ernst - solange nichts im Arbeitsvertrag so geregelt ist, würde ich das Handy abschalten, sobald ich Feierabend habe.
Wenn man das Problem ohne dich nicht lösen kann, muss man halt eine andere Person einstellen, die dazu fähig wäre, aber halt dann arbeitet, wenn du Frei/Feierabend hast.

Reden hilft meist weiter.
DU arbeitest MEHR als dir bezalt wird/in deinem AV geregelt ist (nehme ich mal an).
Ergo: man muss dich dafür entlohnen - wie das aussieht, kann unterschiedlich sein (vllt. mehr freie Tage/Urlaub, mehr Lohn/Boni etc.pp).
 
Ich würde an deiner Stelle das Thema ganz offen ansprechen und zwar in einem Termin, nicht "einfach so zwischendurch". Wenn das ganze schon ein Jahr so geht sollte sich entweder das Verhalten deines Vorgesetzten in punkto Freizeit verändern (z.b. "unwichtiges" per mail, "urgency" per anruf) oder du solltest den Titel als Stellvertreter auch offiziell auf deiner Gehaltsabrechnung spüren. Andersherum schenkt dir auch niemand was!

Ich hätte ihm ja gleich mal nen stumpfen Zaunpfahl entgegengeworfen auf die Aussage "er sitze ja auch noch im Büro" ;)
 
Dann sprich doch morgen mal direkt dein Chef an.

"Durch die Blume ... als er grad angerufen hat" - da hat er wirklich keine Zeit und kein Ohr für deine Kritik gehabt.

Fange positiv an
-> du findest es gut, dass so viel Vertrauen in dich gesetzt wird
-> dass du helfen kannst etc.
=> dann übergehen in
-> es muss eine Regelung geben, wann ich "Rufbereitschaft" habe
-> diese sollte auch entlohnt werden

Wichtig ist, es muss ein guter Deal für beide Seiten sein. Hier also wirklich darauf achten, dass erstmal gute Grundstimmung herscht. Deshalb mit positiven Sätzen einleiten. Dann deine Kritik vernünftig äußern - am besten gleich mit einer Lösung. (Bsp. Rufbereitschaft alle 2 Tage, 18-20 Uhr ... hierfür gibts X EURO je Stunde add-on, Y EURO wenn wirklich gearbeitet wurde - du also angerufen wurdest)
 
Frader schrieb:
Wenn ich aber auf Reise wäre würde ich es nicht mitnehmen. Dann würde aber mein Privathandy klingeln.

Fehler Nr. #1
Prepaid SIM+ billig Handy für Bewerbungen besorgen und niemals die echte Handy-Nr der Firma mitteilen. ;)
 
Zusätzlich zu killys Vorschlag, dem ich nur zustimmen kann, solltest Du schlicht (generell) vorbereitet in ein Gespräch mit deinem Chef gehen. Also mehrere Optionen deiner Grundforderung "Gehaltserhöhung" parat haben (Vergütung von Bereitschaftszeiten - wenn ja wie hoch; Regelung der Bereitschaftszeiten; höheres Grundgehalt; mehr Urlaubstage; Ausbezahlung von Überstunden; ...) und auch sachlich begründen können warum dein Chef dir mehr Geld zahlen soll. Denn nur stumpf Forderungen stellen kommt zumeist nicht wirklich gut an .. ;)
 
Meine persönliche Meinung: Nach der Arbeitszeit gehört das Firmenhandy ausgeschaltet. Aber das lässt sich eigentlich nicht so pauschal sagen. Am besten suchst Du das Gespräch mit deinem Vorgesetzten. Aber wie ein Vorredner schon geschrieben hat: Arbeitszeit = Arbeitszeit und Freizeit = Freizeit! Keine Firma der Welt kann Dich entlassen oder Dich benachteiligen, weil Du in deiner Freizeit nicht erreichbar bist!
 
@Bouncetothat
Für normale Angestellte hast Du Recht nur geht es hier um Führungskräfte und da sieht das inzwischen oft ganz anders aus, weil diese oft auch aus Betriebsvereinbarungen, die im Unternehmen mit dem Betriebsrat abgeschlossen wurden, ausgeschlossen sind

@ TE
Schau in Deinen Arbeitsvertrag bzw. in die Stellenbeschreibung.

Dort oder auch in entsprechenden Vereinbarungen sollte es geregelt sein, wie Führungskräfte erreichbar sein müssen und auch wie deren Arbeitszeit (Vertrauensarbeitszeit?) aussieht.

IdR ist es in Firmen heutzutage so, dass bei Führungskräften (ab Teamleiter aufwärts) keine festen Arbeitszeiten mehr existieren und von diesen Personen erwartet wird, dass sie von Vorgesetzten permanent (auch im Urlaub) erreichbar sind.

Und bezüglich Gehalt:
Führungs- und Fachlaufbahnen sind heutzutage gehaltstechnisch oft getrennt und es kann sehr gut sein, dass jemand in einer niedrigen Stufe einer Führungslaufbahn weniger verdient als jemand in einer hohen Stufe einer Fachlaufbahn.

WENN Du allerdings eben eigentlich keine Führungskraft bist und den Posten lediglich in Vertretung ausführst, wenn der Teamleiter krank oder im Urlaub ist, dann gelten diese Erreibarkeitsregeln für Dich grundsätzlich erst einmal nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nur am Rande, mein Chef ist nicht der Geschäfsführer. Er währe auch gar nicht der direkte Ansprechpartner wenn es um Lohnverhandlungen geht. Über ihm gibt es noch einige ranghöhere Leute, da Großunternehmen.

Der Witz ist ja das in meinem Arbeitsvertrag nichts von Führungskraft (oder in meinem Fall Teamleiter) steht.

WENN Du allerdings eben eigentlich keine Führungskraft bist und den Posten lediglich in Vertretung ausführst, wenn der Teamleiter krank oder im Urlaub ist, dann gelten diese Erreibarkeitsregeln für Dich grundsätzlich erst einmal nicht.
Nach aussen hin ist das auch so, nur überträgt er mir immer mehr Tätigkeiten während seiner Anwesenheit auf mich.
Gestern hat er mich z.B. wieder um 17 Uhr angerufen (ich ging nicht ans Telefon) und heute früh musste ich mich rechtfertigen warum ich keine Mails gelesen habe die er mir gestern um 17 Uhr geschickt hattre. Feierabend hatte ich um 15:30 :freak:
Ich kann die Mails zwar auch daheim abrufen, aber irgendwo ist dann auch mal genug.
 
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Deine Rechtfertigung: du hattest Feierabend.
Punkt - da gibts aber rein garnichts (zumal du sagtest, im AV gäbe es keine "Klausel" in dieser Hinsicht) zu diskutieren imo.

Ich kann die Mails zwar auch daheim abrufen, aber irgendwo ist dann auch mal genug.
Das wichtigste Wort von mir hervorgehoben.
Kann, nicht muss (im Sinne von vertraglich/rechtlich geregelt) ;)
 
Selbst wenn sowas vertraglich geregelt worden wäre, könnte sich der Arbeitgeber darauf nicht berufen. Die Rechtsprechung ist hier eindeutig.
Wie U-L-T-R-A schon sagte: Freizeit ist Freizeit :)

Natürlich hat der Arbeitgeber weiterhin die Möglichkeit Überstunden (bis zu einem gewissen grad auch unbezahlt) anzuordnen, wenn der Betriebsablauf dies erfordert. Allerdings muss er dies dem Arbeitnehmer auch so mitteilen.
Ich gehe davon aus, dass es eine geregelte Wochenstundenzahl gibt?!
 
Gibt es den eigentlich deine Position offiziell? Oder hat dein Chef dich nur dazu gemacht weil er halt jemanden braucht mit dem er seine Arbeit bewältigen kann? Ist irgendwas mit der Position verbunden ausser das du 24/7 Bereitschaft hast? Als du diese Position akzeptiert hast hattest du etwas im Sinn was du erreichen willst? Willst du selber Teamleiter werden ?
Beantworte dir diese Fragen und je nach Antwort handel. Im Grunde genommen gibt es zwei Möglichkeiten. Du sprichst mit deinem Chef und je nach deinem Ziel gibts mehr Geld oder du gibst diesen Titel auf. Oder du willst Karriere machen dann zeig das du das Zeug dazu hast.
 
Naja, interessiert wäre ich sicherlich.
Die Arbeit könnte er im Grunde auch alleine gar nicht mehr bewältigen.
Das ich sein Stellvertreter bin ist soweit auch in der Geschäftsführung und auch beim Kunden angekommen.

Nur vertraglich ist im Detail nichts geregelt, da steht im Grunde nur das ich eine normale Arbeitskraft darstelle. Ich erhielt damals einen kleinen, aber im Grunde nicht nennenswerten, Bonus da ich eine gewisse Arbeit übernahm die die anderen Kollegen nicht machen.

Doch nun überträgt er mir eine Tätigkeit nach der anderen. Angefangen von der Mitarbeiterführung, Kontrolle, hin bis zu Mitarbeiterschulungen. Planungen der Arbeitsabläufe. Terminvereinbarungen mit Kunden.
Im Grunde macht er fast nur noch die vertraglichen Sachen mit dem Kunden, die Umsetzung plane und realisiere ich mit den Angestellten.
Zum eigentlichen Arbeiten, so wie es in meinem Vertrag steht, komm ich fast nicht mehr.

Das hat alles nichts mehr mit dem in meinem Vertrag vereinbarten Tätigkeiten zu tun.

Ich habe Ihnen also zu Beginn den kleinen Finger gereicht und den Rest ist ja jetzt hier ersichtlich.
 
Nein so geht es m.M. nach eben nicht. Wenn du auf seine Position willst oder auf was vergleichbares dann musst du da durch. Mit Sicherheit geht es deinem Chef ähnlich mit seinem Chef.
Wenn es irgendwann mal darum gehen sollte wer für so eine Position geeignet ist und du willst in die engere Wahl dann sollte man wissen das du belastbar bist. Rein formal kanns du dich auf deine Arbeitszeit berufen aber wie gesagt.... Rede mit deinem Chef, sag ihm was du erreichen willst und das du gern bereit bist deutlich mehr zu leisten als der Rest des Teams es aber auch gut wäre wenn es entsprechend honoriert wird.
So oder so wenn es dich stört so wie es ist und du dir nicht alle Türen verschliessen willst wirst du um ein Gespräch nicht herumkommen. Aber dann nicht , wie schon gesagt , mal so nebenbei sondern gezielt. Am besten wenn es etwas positives zu berichten gibt.
 
Auf jeden Fall immer zuerst mit dem direkten Vorgesetzten sprechen anstatt mit dem Betriebsrat oder dem Geschäftsführer. Das zeigt Loyalität, kommt immer gut an.
Aus Deinen Ausführungen geht hervor, dass Du gerne die Arbeit machst, Dich aber nicht gerechtfertigt entlohnt siehst für diese. Dann spreche dies bei deinem Vorgesetzten in einem geeigneten Moment genauso an, also wenn mal etwas Luft ist . Zeige ihm, das Du weiterhin motiviert bist, wenn die Bezahlung für die Mehrleistung stimmt. Das zeigt ihm, das Du erstens mehr leisten willst und weitrehin das Du Deinen Arbeitswert realistisch einschätzen kannst! Das sind beides Merkmale einer Führungsposition. Vielleicht wartet Dein Vorgesetzter nur auf deinen Schritt hierzu, denn das zeigt ihm, das du bereit/geeignet für einen Aufstieg mit Führungsverantwortung bist.

Im schlimmsten Fall hast Du ab diesem Gespräch dann nach Feierabend Ruhe und den Status eines normalen Angestellten, wie die anderen in der Firma auch.
 
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